Best of Schauerstoff: Branntkalk (Reupload)
Shownotes
Bevor wir wieder mit brandneuen Folgen in Neue Jahr starten, gibt es hier für den 2026er Kickoff noch einmal eine unserer beliebtesten Episoden - vertont von unserem geschätzten männlichen Co-Sprecher: Als eine junge Frau spurlos verschwindet, machen ihre Zwillingsschwester und ihr Verlobter den Fall öffentlich, der plötzlich eine spektakuläre Wendung bekommt...
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Transkript anzeigen
00:00:09: Schauerstoff.
00:00:11: Der Grusel-Podcast für schlaflose Nächte.
00:00:18: Brandkalk.
00:00:24: Immer wieder hört man, dass kaum eine Verbindung im Leben so tief geht wie die zwischen Zwillingen.
00:00:30: Oftmals herrscht hier eine Nähe und Vertrautheit, die man nur schwer beschreiben kann.
00:00:35: Viele sprechen davon, dass die Seelen von Zwillingen zwei Hälften eines Ganzen sein und damit nur gemeinsam vollkommen sind.
00:00:44: So war es wohl auch bei den Schwestern Maria und Barbara Bauma aus der Bayerischen Oberpfalz.
00:00:50: Sie wurden im Jahr nineteenundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund.
00:01:14: Doch sie ließen einander auch immer ihre Freiheiten.
00:01:18: Als Maria ihren Freund Christian kennenlernte, freute sich Barbara sehr für ihre Schwester.
00:01:24: Christian war ein schlanker junger Mann mit vollem dunklen Haar.
00:01:28: Er studierte Medizin und arbeitete als Krankenpfleger.
00:01:31: Mit diesem sozialen Beruf und seiner Arbeit für andere Menschen, passte er in den Augen ihrer Familie genau zu Maria, die sich immer um das Wohlergehen aller bemühte.
00:01:42: Im Jahr twenty-twelve schien Marias Leben perfekt zu sein.
00:01:46: Sie war sechsundzwanzig Jahre alt, schön, klug und hatte nach ihrem Studium der Geoökologie einen guten Job ergattern können.
00:01:55: Außerdem war sie aktiv in ihrer Kirchengemeinde und wurde sogar zur Vorsitzenden der katholischen Landjugend gewählt.
00:02:03: Die junge Frau mit den langen, braunen Haaren und dem strahlenden Lächeln konnte einfach jeden Menschen von sich überzeugen.
00:02:11: Privat wollten sie und Christian den nächsten Schritt wagen und mit der Ehe den Bund fürs Leben schließen.
00:02:18: Der siebenundzwanzigjährige Student hatte seiner Liebsten schon einen Antrag gemacht und diese hatte freudig mit Ja geantwortet.
00:02:25: Die Hochzeit wurde für den September geplant.
00:02:28: Die Einladungen waren bereits verschickt.
00:02:31: Es sollte eine große Feier mit einer kirchlichen Trauung werden, ganz so wie es sich wohl jedes kleine Mädchen in seinen Träumen vorstellt.
00:02:39: Das verlobte Paar zog in eine gemeinsame Wohnung in Regensburg und Maria freute sich auf die Zukunft mit ihren Christian.
00:02:47: Auch für Barbara war es wundervoll, ihre Schwester so glücklich zu sehen.
00:02:52: Sie glaubte mit Christian einen Bruder dazu gewonnen zu haben.
00:02:56: Und nicht nur die Zwillingsschwester sah das so.
00:02:59: Auch ihre Eltern nahmen Christian wie einen Sohn in ihrer Familie auf.
00:03:04: Die Hochzeit wurde von allen sehnlichst erwartet.
00:03:07: Niemand ahnte, dass Marias Glück und hoffnungsfrohe Zukunft schon bald ein brutales Ende finden würden.
00:03:15: Am sechzehnten Januar-Zweißen-Zwölf hatte der Winter die Stadt Regensburg fest im Griff.
00:03:20: Nachts hatte der Frost die Region überzogen und auch am Tag kletterten die Temperaturen schon seit einer Woche nicht mehr über den Gefrierpunkt.
00:03:29: Schnee und Eis regierten auf den Straßen Süddeutschlands und auch die leuchtende Wintersonne spendete keine Wärme.
00:03:38: Trotz der Kälte war Barbara guter Dinge.
00:03:40: Sie freute sich auf den Nachmittag, denn dann erwartete sie Besuch von ihrer Schwester und ihrem Schwager in Spee.
00:03:48: Doch dazu sollte es nie kommen.
00:03:50: Schon am Morgen erhielt sie einen Anruf von Christian.
00:03:52: Mit angstvoller Stimme erklärte er ihr, dass Maria verschwunden sei, während er beim Joggen gewesen war.
00:04:00: Barbara war fassungslos.
00:04:02: Warum sollte ihre Schwester einfach gegangen sein, ohne ihr oder Christian Bescheid zu geben?
00:04:08: Wer verließ schon im Winter bei der Art eisigen Verhältnissen das Haus, ohne triftigen Grund?
00:04:13: Wo war sie?
00:04:14: Und war ihr womöglich etwas zugestoßen?
00:04:18: Immerhin fand sich ein Hinweis oder zumindest eine Art Abschied in Christians Facebook Postfach.
00:04:25: Dort war am frühen Morgen des sechzehnten Januars eine Nachricht von Maria eingegangen, die lautete.
00:04:30: Mein Schatz, es tut mir leid, aber ich kann nicht anders.
00:04:34: Verzei mir.
00:04:35: Du weißt, was ich dir gesagt habe.
00:04:38: Ich liebe
00:04:38: dich.".
00:04:41: Die kryptischen Worte, die Christian Barbara nun zeigte, verunsicherten die Zwillingsschrester noch mehr.
00:04:46: Wollte Maria ihren Verlobten verlassen?
00:04:50: War sie vielleicht deshalb von zu Hause verschwunden?
00:04:53: Aber warum hatte sie sich dann nicht wenigstens bei ihr gemeldet?
00:04:57: All diese Fragen ließen Barbara keine Ruhe.
00:05:00: Und schließlich entschied sie, sich gemeinsam mit Christian zur Polizei zu gehen und Maria als vermisst zu melden.
00:05:07: Vor der Verzweiflung legte Barbara das Schicksal ihrer geliebten Schwester in die Hände der Polizeibeamten der Vermisstenstelle.
00:05:15: Die Beamten vor Ort versuchten sofort herauszufinden, wo Maria war.
00:05:20: Denn nachdem Barbara und ihr Schwager in Spee-Marias Vorgeschichte geschildert hatten, ging man auch bei der Polizei davon aus, dass die sechsundzwanzigjährige eigentlich keinen Grund gehabt hatte, aus freien Stücken zu verschwinden.
00:05:34: Doch trotz aller Anstrengungen Die ersten Tage vergingen ohne einen Sucherfolg.
00:05:40: Immerhin berichtete Christian der Polizei und Marias Angehörigen, dass seine Verlobte sich seit ihrem Verschwinden einige Male telefonisch bei ihm gemeldet hatte.
00:05:50: Das brachte eine gewisse Erleichterung.
00:05:52: Maria musste am Leben sein.
00:05:55: Es galt also nur noch sie irgendwo aufzuspüren.
00:05:59: Hatte sie sich vielleicht bei einem Familienmitglied, einer Freundin oder einem Kollegen versteckt?
00:06:04: Oder hatte sie sich in ein Kloster abgesetzt?
00:06:07: War sie freiwillig untergetaucht oder hatte jemand sie entführt?
00:06:11: Doch egal welcher Spur die Polizei nachging, sie verlief immer ins Leere.
00:06:17: Es schien, als hätte Maria sich einfach in Luft aufgelöst.
00:06:22: Und je mehr Zeit verstrich, umso mehr wuchs die Befürchtung, dass der jungen Frau vielleicht doch etwas zugestoßen war.
00:06:29: Es vergingen die Tage, Wochen und Monate.
00:06:33: ohne jeden Hinweis auf den Verbleib von Maria.
00:06:37: Vor allem Barbara litt massiv unter der Trennung von ihrer Zwillingsraster.
00:06:41: Und so begann sie verzweifelt, selbst nach Maria zu suchen.
00:06:46: Dabei konnte sie sich immerhin Christians Unterstützung sicher sein.
00:06:49: Gemeinsam traten die zwei Angehörigen bei Aktenzeichen XY ungelöst auf, um einen Appell an die Öffentlichkeit zu richten.
00:06:58: Christian erzählte dort, wie verzweifelt er war.
00:07:01: weil er seine Verlobte so schmerzlich vermisste.
00:07:05: Nach dem Verschwinden der sechsundzwanzigjährigen sah man den Medizinstudenten beinahe täglich in der Kirche, wo er für Maria betete und darum, dass ihre verlorene Seele irgendwann den Weg nach Hause finden würde.
00:07:19: Doch sowohl die Recherchen der Polizei, der Aufruf im Fernsehen als auch Christians verzweifelte Gebete schienen nichts zu bewirken.
00:07:28: Die Aussichtslosigkeit zermürbte Marias Familie.
00:07:31: Und die Verzweiflung grob sich tief in Barbaras Psyche, wie eine Krankheit, die drohte, ihr alle Kraft zu rauben.
00:07:38: Und dennoch wollte sie niemals die Hoffnung verlieren, ihre Schwester doch noch leben zu finden.
00:07:45: Doch jenes zarte Pflänzchen der Hoffnung starb schließlich, an einem Sonntag im September, über ein Jahr und acht Monate nach Marias verschwinden.
00:07:56: Der Sommer war zu Ende.
00:07:58: In den letzten Tagen hatte es immer wieder geregnet und der Boden der Wälder rund um Regensburg war nass und schlammig.
00:08:05: Eine Gruppe Spaziergänger hatte das feuchtwarme Wetter nutzen wollen und war an diesem Sonntag in den Wald gegangen, um nach schmackhaften Pilzen zu suchen.
00:08:14: Doch was sich stattdessen zwischen Bäumen, Steinen und nassen Moos fanden, ließ ihnen das Blut in den Adern gefrieren.
00:08:23: So fort riefen die Pilzsammler die Polizei.
00:08:26: Als diese vor Ort eintraf, offenbarte sich die ganze Tragweite des grausigen Fundes.
00:08:32: Nur dreißig Meter von einem festen Waldweg entfernt, lagen verstreut zwischen Moos und kleinen Zweigen zahlreiche Knochen.
00:08:39: Knochen, die offensichtlich nur von einem Menschen stammen konnten.
00:08:44: Der Körper war offenbar zuvor verschart worden.
00:08:47: Doch die Tiere des Waldes hatten Teile des Geletts ausgebuddelt und verschleppt.
00:08:52: Seltsam war nur, dass von der Leiche nur noch die Knochen übrig geblieben waren, und sich keinerlei Gewebsreste mehr fanden.
00:09:00: Doch ein Detail am Fundort lieferte schnell die Aufklärung dieses Rätsels.
00:09:05: An den Gebeinen war eine weiße, gipsartige Substanz angelagert und die kriminaltechnische Analyse enthüllte, dass es sich hierbei um Brandkalk handelte.
00:09:17: Diese Baustoffsubstanz reagiert in Verbindung mit Feuchtigkeit stark ätzend und muss das Gewebe des Leichnams daher nach und nach zerstört haben.
00:09:26: Die Ermittler waren sich bald sicher, dass jemand nicht nur versucht hatte, die Leiche unkenntlich zu machen, sondern auch jedwede Hinweise auf den Täter zu verwischen.
00:09:35: Und es schien zunächst so, als hätte eben dieser Täter mit der Strategie Erfolg gehabt.
00:09:41: Beim bloßen Anblick der Knochen konnte niemand sagen, um wen es sich bei dem toten Menschen aus dem Regensburger Wald handelte.
00:09:48: Doch schon bald sollte ein DNA-Test Licht ins Dunkel bringen.
00:09:54: Wie Ermittler und Angehörige es schon längst befürchtet hatten.
00:09:56: Bei der Toten handelte es sich um die sechsundzwanzigjährige Maria Bauma, nach der man seit über eineinhalb Jahren verzweifelt und ohne jede Spur gesucht hatte.
00:10:07: Die Nachricht über den Fund ihrer Leiche traf nicht nur ihre Familie und jene, die unermüdlich nach ihr gesucht hatten bis ins Markt.
00:10:16: Bundesweit erschütterte der Fall die Menschen und stürzte die gesamte Region in ein tiefes Trauma.
00:10:23: Der Schmerz über die tragische Gewissheit war unendlich groß.
00:10:27: Und über all dem stand nun die quälende Frage, wer hatte Maria getötet?
00:10:33: Und warum?
00:10:35: Die Obduktion der Toten offenbarte immerhin, dass dieses schon vor langer Zeit verstorben war, möglicherweise bereits am Tag ihres Verschwindens oder kurz danach.
00:10:45: Diese Feststellung lenktet den Fokus der Ermittler wieder auf Marias verlobten Christian.
00:10:51: Dieser hatte schließlich behauptet, in den Tagen und Wochen nach Marias Verschwinden noch mehrere Anrufe und Nachrichten von der jungen Frau erhalten zu haben.
00:11:00: Doch wie war das möglich?
00:11:02: Konnte es sein, dass der nette jungen Mann, der sich im Fernsehen und in der Kirche als Trauer dahinter bliebender präsentiert hatte, ein dunkles Geheimnis verbarg?
00:11:12: Die Polizei wollte diese Ungereimtheiten jedenfalls nicht einfach so hinnehmen.
00:11:17: Sofort vernahm sie Christian F. Erneut.
00:11:20: Doch auch wenn seine Version der Ereignisse bei dieser Befragung erste Risse bekam, blieb er bei seiner Aussage, dass Maria aus der gemeinsamen Wohnung verschwunden war und sich danach noch einige Male bei ihm gemeldet hatte.
00:11:34: Dennoch blieben die Ermittler bei ihrem Eindruck, dass der Medizinstudent ihnen nicht die ganze Wahrheit sagte.
00:11:40: Also konfizierten sie seinen Computer.
00:11:44: Und der förderte erstaunliches und erschreckendes Zutage.
00:11:49: Zunächst fanden sie heraus, dass Maria, anders als von ihm behauptet, keine Abschiedsnachricht per Facebook an ihren Verlobten gesendet hatte.
00:11:58: Stattdessen hatte sich Christian von seinem eigenen Laptop aus Selbstzugriff auf Marias Profil verschafft und die Nachricht verfasst.
00:12:06: Und die Kriminaltechniker entdeckten noch mehr.
00:12:10: Es stellte sich heraus, dass Christian am Tag von Marias verschwinden massive Löschungen in seinem Browserverlauf vorgenommen hatte.
00:12:18: Er hatte sich hierfür sogar eine kostenpflichtige Software heruntergeladen, beim Löschen der Daten allerdings einen Fehler gemacht.
00:12:26: Auf dem Rechner waren Löschprotokolle zurückgeblieben, anhand derer sich die vernichteten Daten wieder rekonstruieren ließen.
00:12:33: So wurde offenbar, dass der inzwischen achtundzwanzigjährige nur eine Woche vor Marias verschwinden, eine ganze Reihe von belastenden Suchanfragen bei Google gestellt hatte.
00:12:44: So hatte er etwa der perfekte Mord.
00:12:47: das perfekte Mordgift, tödliche Dosis Insulin oder auch Lorazepam, letale Dosis, gegoogelt.
00:12:56: Angesichts der von Christian monatelang öffentlich zelebrierten Verzweiflungen über den Verlust seiner Verlobten, waren selbst die Ermittler von seiner wahrhaftigen, kaltblütigen Agenda zu tiefst schockiert.
00:13:09: Zumal der angehende Mediziner nach wie vor fest mit Marias Familie verbunden war, und vor allem Marias Zwillings Schwester Barbara immer wieder seine Solidarität zugesichert hatte.
00:13:21: Doch nun drängte sich eine ganz andere Wahrheit auf.
00:13:25: Steckte hinter dem fürsorglichen Krankenpfleger, dem liebevollen Verlobten und vor allem tiefgläubigen Christen, in Wirklichkeit eines grobelloser Mörder?
00:13:36: Auch wenn die Erkenntnisse aus Christians Suchprotokoll verstörend waren, konnten die Ermittler nun immerhin rekonstruieren, wie Maria gestorben war.
00:13:46: Offenbar hatte Christian an seinem Arbeitsplatz Medikamente gestohlen und seine Verlobte, die ihm vertraut und ihn innig geliebt hatte, heimtückisch vergiftet.
00:13:56: Nun wollten die Ermittler nur noch eines herausfinden.
00:14:00: Warum musste Maria sterben?
00:14:02: Warum nur hatte der achtundzwanzigjährige seiner Partnerin, die er ursprünglich heiraten wollte, so etwas Grauenvolles angetan?
00:14:10: Und wie konnten sie ihn vollends überführen?
00:14:14: Diese Erklärung lieferten ebenfalls geheime Informationen von Christians Laptop, die er zuvor noch versucht hatte zu löschen.
00:14:22: Der Täter hatte sich offenbar in eine Patientin namens Valérie verliebt.
00:14:27: Etwa ein Jahr vor Marias Verschwinden hatte Christian die junge Frau während seiner Arbeit als Krankenpfleger kennengelernt und schnellromantische Gefühle für sie entwickelt.
00:14:36: Valérie hatte jedoch keinerlei Interesse an dem Medizinstudenten und wies seine Erwachsen ab.
00:14:43: Doch Christian F. wollte die Abfuhr nicht akzeptieren und begann, die junge Frau zu stalken.
00:14:49: Dabei war ihm jedes Mittel recht und erwandte sogar die sogenannte chemische Unterwerfung an, um Valérie gefügig zu machen.
00:14:57: Eines Morgens, kurz nachdem in den Nachrichten von dem Fund von Marias Leiche berichtet wurden, war Valérie in ihrem Bett aufgewacht und zutiefst erschrocken, als sie neben sich Christian liegen sah.
00:15:10: Schnell wurde ihr bewusst, dass sie sich an den Abend zuvor überhaupt nicht erinnern konnte.
00:15:16: Panisch schwandte sich Valérie an, die Polizei.
00:15:20: Man veranlasste einen Blutest und erkannte, dass jemand der jungen Frau heimlich Lorazipan verabreicht hatte, um sie ruhig zu stellen.
00:15:28: Daraufhin erstattete Valérie Anzeige gegen Christian F. wegen Körperverletzung.
00:15:34: Für die Polizei setzte sich langsam das Puzzle zusammen.
00:15:37: Christian hatte sich in Valérie verliebt und wünschte, sich mit ihr zusammen zu sein.
00:15:42: Doch er wollte sich nicht einfach von Maria trennen und die Verlobung lösen, weil er offenbar einen Verlust seines Ansehens fürchtete.
00:15:50: Stattdessen spielte er Maria und ihrer Familie vor, weiterhin glücklich zu sein und sich auf die gemeinsame Hochzeit zu freuen.
00:15:58: Der Weihl plante er jedoch heimtückisch den Mord an seiner Verlobten und überlegte, wie er die Leiche verschwinden lassen könnte.
00:16:06: Es sollte der perfekte Mord sein, den niemand ihm nachweisen konnte.
00:16:11: Bestenfalls sollte man nicht einmal mehr die Leiche finden.
00:16:15: Anschließend wollte er sich an der Suche nach Maria beteiligen und den trauernden verlobten Mimen bis genügend Zeit verstrichen war und er eine neue Beziehung mit Valérie eingehen konnte.
00:16:27: Er vergiftete Maria mit Lorazepam, kaufte Brandkalk im Baumarkt und brachte die Leiche in ein Waldstück.
00:16:34: Dort bedeckte er den toten Körper mit dem Baustoff und verscharte ihn in der Erde.
00:16:40: Dann fuhr er nach Hause und tat so, als wäre er nur Joggen gewesen.
00:16:44: Er manipulierte, betrog und hinterging die trauernde Barbara, die verzweifelt nach ihrer Schwester suchte, um sich ihr Vertrauen zu sichern.
00:16:53: Mit der Zwillingsschwester an seiner Seite wirkte er schließlich umso glaubhafter in seiner Rolle als leidender Verlobter.
00:17:01: Als man entgegen seiner Erwartungen Marias Leiche dann doch fand, betäubte er in einer Art Übersprungshandlung auch Valérie mit Lorazipam.
00:17:10: um gegen ihren Willen endlich mit der Frau zusammen zu sein, für die er zum Mörder geworden war.
00:17:18: So weit zumindest die Theorie der Ermittler.
00:17:21: Doch auch wenn alle Indizien für diesen Tathergang sprachen, hatte die Polizei keinen abschließenden Beweis für den Mord an Maria.
00:17:29: Der Brandkalk hatte schrecklich akurate Arbeit geleistet und viele Spuren zerstört.
00:17:35: War Christian also etwa doch das perfekte Verbrechen gelungen?
00:17:39: Die Polizei wollte sich jedenfalls nicht damit abfinden.
00:17:43: Akribisch, wie besessen von der Suche nach der Wahrheit, versuchten die Ermittler, den Brandkalk so genau wie möglich zu untersuchen.
00:17:51: Nur leider wusste niemand so genau, welche Prozeduren man mit dem Baustoff anstellen konnte, ohne mögliche Spuren zu vernichten.
00:17:58: Schließlich entschied man sich dazu, den gipsähnlichen Klumpen vom Fundort, der aus Brandkalk und menschlichen Überrestenbestand zu zerkleinern.
00:18:08: Nach wochenlanger kleinteiliger Sisyphusarbeit fand ein Kriminaltechniker vier feine Haare, die im Kalk steckten und Marias Verlobten eindeutig zugeordnet werden konnten.
00:18:21: War dies der entscheidende Durchbruch bei der Beweisführung?
00:18:24: Die Polizei hoffte jedenfalls, dass die Beweislage der Staatsanwaltschaft reichte, um Anklage zu erheben.
00:18:31: Derweil konnten Marias Angehörige es natürlich kaum fassen, dass ihr geliebter Schmigasohn in Spähe für den Mord an der sechsohnzwanzigjährigen verantwortlich sein sollte.
00:18:40: Gleichzeitig waren auch sie erleichtert, dass sich nun endlich ein klärender Prozess anzudeuten schien.
00:18:47: Denn inzwischen waren schon einige Jahre ins Land gegangen.
00:18:50: Im Januar zwei Tausend Achtzehn, sechs Jahre nachdem Maria ermordet worden war, kam es allerdings zu einer dramatischen Wendung.
00:18:58: Die Staatsanwaltschaft Regensburg.
00:19:00: stellte das Verfahren gegen Christian F. aus Mangel an Beweisen ein.
00:19:06: Die Polizei, die Familie und vor allem Schwester Barbara traf diese Entscheidung wie ein Schlag ins Gesicht.
00:19:13: Erst hatten sie Maria aus ihrer Mitte verloren, lebten dann viele Jahre in Ungewissheit.
00:19:18: und nun sollte das Verbrechen an der jungen Frau niemals aufgeklärt werden?
00:19:23: Obwohl alles in die Richtung eines bestimmten Täters deutete?
00:19:27: Die Situation schien zunächst aussichtslos.
00:19:30: Doch die Ermittler, die ebenfalls von Christian F. schuld überzeugt waren, verbündeten sich mit Marias Zwillingsschwester Barbara und rieten ihr unter der Hand Beschwerde gegen die Entscheidung einzulegen.
00:19:42: Und genau das tat Barbara auch.
00:19:45: Mit der Hilfe einer Anwältin gingen sie im Namen ihrer Familie gegen das Gericht vor.
00:19:51: Wieder verstrich wertvolle Zeit.
00:19:53: Doch im Jahr zwei Tausend neunzehn entschied ein neu besetzter Staatsanwalt in Regensburg, dass die Ermittlungen wieder aufzunehmen seien.
00:20:01: Allerdings unter strenger Geheimhaltung.
00:20:04: So wog man den Verdächtigen in Sicherheit, während weitere Beweise gegen ihn gesammelt wurden.
00:20:10: Etwas Gutes hatten die verstrichenden Jahre mit sich gebracht.
00:20:14: Es gab nun neue Technologien, mit denen Marias Knochen und ihre Kleidung erneut untersucht werden konnten.
00:20:21: Dabei fand man nun endlich Reste von dem tödlichen Medikamenten-Cocktail, mit dem die junge Frau vergiftet worden war.
00:20:28: Darunter war auch das Medikament Lorazepam, mit dem Christian die Patientin Valérie gefügig gemacht hatte.
00:20:35: Das letzte wichtige Indiz war gefunden.
00:20:39: Im Jahr im Jahr ist der Prozess gegen Christian F. endlich beginnen.
00:20:45: An allen Verhandlungstagen präsentierten die Ermittler immer neue Beweismittel gegen den mittlerweile thirty-sechjährigen und erhöhten damit immer weiter den Druck.
00:20:54: Und dann, nach sechzehn Verhandlungstagen, brach dessen Mauer des Schweigens endlich in sich zusammen.
00:21:01: Christian F. gestand, dass er Maria im Wald verscharrt und versucht hatte, die Leiche mit Brandkalk zu zerstören.
00:21:09: Doch nach immer weigerte er sich, die ganze Wahrheit über seine Tat auszupacken.
00:21:14: Angesichts der erdrückenden Beweislast behauptete er nun, dass es sich bei der Rauschmittelverabreichung an seine Verlobte nicht um Mord, sondern um einen tragischen Unfall gehandelt hatte.
00:21:26: Das Gericht gelangte jedoch schnell zu der Überzeugung, dass Christian F. für seine ehemalige Patientin Valérie hatte verfügbar sein wollen und zu Feige gewesen war, seine Verlobung zu lösen.
00:21:38: Am sechsten Oktober fehlte die Spurkammer des Landgerichts ein lebenslanges Urteil wegen Mordes gegen Christian F. Man sah es, als er wiesen an, dass er heimtückisch seine Verlobte vergiftet hatte, die vollkommen arglos gewesen war.
00:21:54: Acht Jahre lang.
00:21:55: hatte es so ausgesehen, als sei Christian das perfekte Verbrechen gelungen.
00:22:00: Nicht nur hatte er eine kaum nachzuweisende Mordwaffe gefunden, indem er Maria mit Psychopharmaka tödlich vergiftete.
00:22:07: Nicht nur hatte er ihre Leiche ungesehen in einem Wald verschwinden lassen und verscharrt.
00:22:12: Nicht nur hatte er ihre sterblichen Überreste mit Brandkalk bis zur Unkenntlichkeit zerstört.
00:22:19: Was sein Verbrechen so perfekt und perfide machte, war seine Schauspielkonst, mit der er die Familie Baumer, die Polizei, die Medien und die Öffentlichkeit über Jahre hinweg manipuliert hatte.
00:22:32: Er hatte Barbara, der Person, die Maria so nah gestanden hatte wie niemand sonst eingerätet, dass er genauso verzweifelt nach ihr suchte wie sie.
00:22:42: Die Skrupellosigkeit seiner Lügen, seine falschen Gebete und seine Bereitschaft seinem Betrug in die ganze Welt zu tragen, brachte auch das Gericht zu der Feststellung, dass bei ihm eine besondere Schwere der Schuld vorlag.
00:22:56: Aber am Ende war Christians Verbrechen eben doch nicht perfekt.
00:23:00: Weil er über ein Jahr nach dem Mord immer noch seinen eigenen und Marias Computer besaß, was ihn überführte, weil er die verräterischen Daten auf den Geräten nicht vollständig gelöscht hatte.
00:23:13: Und damit scheiterte er in der Annahme, dass er gerissener war als alle anderen.
00:23:19: Für Barbara, die als Zwilling nach dem Mord an Maria allein zurückblieb, war es vor allem schrecklich zu erfahren, dass sie so lange von dem Mörder ihrer Schwester hinter das Licht geführt worden war.
00:23:30: Sie verlor durch den Mord nicht nur ihre Schwester, sondern auch ihren Schwager, den sie lange Zeit als Bruder erachtet hatte.
00:23:39: Nach Jahren der Ungewissheit konnte Barbara zwar mit der Suche nach der Wahrheit abschließen.
00:23:44: Ihre Zwillingsschwester wird sie aber durch kein Urteil der Welt wieder zurückbekommen.
00:23:50: Diesen Teil ihrer Seele hat Christian F. herausgerissen und für immer zerstört.
00:23:54: Doch sein Ziel, niemals dafür belangt zu werden, verfehlte er.
00:23:59: Um Haares Breite.
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