Du möchtest deine Werbung in diesem und vielen anderen Podcasts schalten? Kein Problem!
Für deinen Zugang zu zielgerichteter Podcast-Werbung, klicke hier.

Audiomarktplatz.de - Geschichten, die bleiben - überall und jederzeit!

Verbotene Lichter

Shownotes

Es sollte eine ganz normale Nachtpatrouille im argentinischen Hinterland werden, als ein junger Polizist etwas bezeugte, was er sein Leben lang nicht mehr vergessen wird. Rote Lichter lockten ihn in ein Waldstück und konfrontierten ihn mit einer ungeheuerlichen Wahrheit, die ihn bis heute erschüttert…

Du möchtest deine Werbung in diesem und vielen anderen Podcasts schalten? Kein Problem!
Für deinen Zugang zu zielgerichteter Podcast-Werbung, klicke hier.

Audiomarktplatz.de - Geschichten, die bleiben - überall und jederzeit!

Transkript anzeigen

00:00:09: Schauerstoff.

00:00:11: Der Grusel-Podcast für schlaflose Nächte.

00:00:17: Verbotene Lichter.

00:00:24: Das knatternde Motorengeräusch, seine Kawasaki, durchschnitt die Stille, der ihn umgebenden Einöde, in der man sonst höchstens ein paar Zikaden zirpen hörte.

00:00:36: Während Anfang März auf der Nordhalbkugel noch viele Orts klirrende Kälte herrschte, bewegte man sich hier, in Zentralagentinien, gerade erst auf das Ende des Sommers zu.

00:00:47: Nur wer ganz genau die Natur beobachtete und die Luftveränderungen wahrnahm, spürte, dass der Herbst nicht mehr weit war.

00:00:56: Sergio genoss die sanfte Brise, die ihm um die Nase strich, als er mit flatternder Uniform über die staubige Landstraße und vorbei an vertrockneten Graspuscheln und knorrigen Bäumen rauschte.

00:01:10: Die Provinz trug nicht umsonst den bildhaften Namen La Pampa und konnte einem schnell den Eindruck vermitteln, das hier ein gar nichts Weltbewegendes geschah.

00:01:21: Doch Sergio, ein junger und engagierter Streifenpolizist, der in der Region groß geworden war, wusste es besser.

00:01:31: Schon mehr als einmal hatte es ihn in den späten Abendstunden bewusst ins Hinterland seiner Heimatstadt General Pico gezogen, da er es auf ein besonderes kriminellen Klientel abgesehen hatte.

00:01:45: Wilderrand.

00:01:46: Der Handel mit exotischen Wildtieren wie Reptilien, Kleinen Affenarten oder Vögeln war hier noch immer lukrativ, da es in Argentinien kaum umfassende Schutzmaßnahmen für die betroffenen Tierarten gab und Verbrechen dieser Art nur selten erfasst und geahndet wurden.

00:02:04: Für den achtundzwanzigjährigen Sergio Grund genug, die gegen regelmäßig genauer unter die Lupe zu nehmen.

00:02:10: Und wie es aussah, sollte er mit seinem Polizeieinstinkt wieder einmal recht behalten.

00:02:16: Das dachte er zumindest, als gegen zweiundzwanzig Uhr Vor ihm in einigen hundert Metern Entfernung zwei rote Lichter auftauchten.

00:02:25: Zu diesem Zeitpunkt wusste der junge Polizist noch nicht, dass jene Nacht des zweiten März, zwei tausend sechs, sein Leben für immer verändern sollte.

00:02:40: Sergio folgerte sofort, dass die roten Lichter zu einem Wagen gehören mussten, der offenbar vor einem kleinen Waldstück, das sich am Ende seines Sichtfeldes neben der Straße auftah, zum Stehen gekommen war.

00:02:53: Er ging jede Wette ein.

00:02:54: dass die Insassen des Fahrzeugs hier auf der Suche nach selbenen Tierarten waren, die sie fangen und verkaufen konnten.

00:03:02: Und anscheinend hatten die Wilderer nun auch seine eigene Präsenz bemerkt, denn Sergio sah, wie die roten Lichter, sich plötzlich weiter von ihm und seine Motorrad entfernten.

00:03:12: Doch anstatt die Landstraße weiter entlang zu fahren, schien das Fahrzeug plötzlich nach rechts auszuschären und in dem Waldstück zu verschwinden.

00:03:22: Okay, ihr wollt es wohl auf die harte Tour.

00:03:25: Murmelte der junge Polizist und beschleunigte seine Maschine.

00:03:29: Es verging nicht mal eine Minute, bis er mit seinem Motorrad genau die Stelle erreicht hatte, an der der unbekannte Wagen in die Dunkelheit verschwunden war.

00:03:38: Sergio nahm seinen Helm ab und blickte sich um.

00:03:41: Seine Taschenlampe wollte er vorerst nicht einschalten, um nicht seinen eigenen Standort preiszugeben.

00:03:47: Er war sicher, dass die Wilderer dort irgendwo im Dickig des Waldes in ihrem Fahrzeug saßen und lauerten.

00:03:53: Möglicherweise waren sie bewaffnet.

00:03:57: Sicherheitshalber zog er deshalb seine eigene Pistole aus dem Holster und richtete sie mit geschärften Sinnen ins Dunkel.

00:04:04: Mittlerweile hatte sogar das Zirpen der Zikaden aufgehört.

00:04:08: Alles war toten still, beängstigend still.

00:04:13: Sergio beschloss, dass er sich lieber doch nicht allein in diesen Einsatz stürzen sollte, weshalb er das Funke-Rät zückte und bei der zentrale Verstärkung anforderte.

00:04:22: Wirklich besser ging es ihm danach allerdings nicht.

00:04:26: Er war hier mitten im Nirgendwo, und seine Kollegen würden mindestens eine Stunde brauchen, bis sie ihn erreicht hatten.

00:04:34: Doch noch etwas anderes bereitete ihm ein ungutes Gefühl in der Magengegend.

00:04:39: Obwohl er sich sicher war, dass er das Fahrzeug in den Wald vor ihm hatte abliegen sehen, fand er diesbezüglich nicht die geringste Spur.

00:04:47: Keine umgeknickten Gräser, keine Reifenabdrücke.

00:04:51: Dabei hätte er schwören können, dass er die roten Lichter in genau diese Richtung hatte im Schwindensehen.

00:05:00: Einen Augenblick lang stand der junge Polizist unschlüssig am Waldrand und überlegte, was er tun sollte.

00:05:07: Bis seine Kollegen aus der Stadt vor Ort eingetroffen waren, wären die Wilderer längst über alle Berge.

00:05:13: Er durfte ihre Spur einfach nicht verlieren.

00:05:16: Also atmete er einmal tief durch, strafte die Schultern und marschierte mit gezogener Waffe und besserem Wissen zum Trotz in den Wald hinein.

00:05:26: Er kam nur mühsam vorwärts.

00:05:27: Da ständig Äste und Gestrüpp ihm den Weg versperrten, und er diese zur Seite biegen musste, wobei er sich einige Kratzer zuzog.

00:05:36: Wie bitteschön war dieses Auto überhaupt durch das Dickicht bekommen?

00:05:40: Zertius' Sinne liefen auf Hochtouren, er spitzte die Ohren, ihren seine Augen wie Pfeile hin und her schossen und die Umgebungskennten.

00:05:49: Doch ihm fiel nichts Ungewöhnliches auf.

00:05:52: Als er ungefähr dreißig Meter in den Wald vorgedrungen war, wollte er gerade aufgeben und umkehren.

00:05:58: Doch dann sah er etwas im Augenwinkel.

00:06:03: Er hatte ein rötliches Schimmern in seiner Peripherie wahrgenommen.

00:06:07: Wie Rücklichte, die aufleuchteten, wenn man die Bremse betätigte.

00:06:12: Das mußte der Wagen sein, der dort im Dunkeln auf ihn lauerte.

00:06:16: Sergio wandte sich nach rechts und sah genauer hin.

00:06:20: Doch was er stattdessen zu sehen bekam, war so ungeheuerlich und unerklärlich, dass ihm beinah schwarz vor Augen wurde.

00:06:32: Das Telefon auf der Armlehne seine Sofa vibrierte.

00:06:35: während Thomas die Spätnachrichten im Fernsehen verfolgte.

00:06:39: Er war eigentlich mit einem Fuß schon im Bett und hatte keine Intention, den Anruf entgegenzunehmen.

00:06:45: Doch mal wieder gewann seine Neugierde und er drehte das Handy kurz um, um auf das Display zu schauen.

00:06:51: Es war Sergio, sein guter Freund und Arbeitskollege von der Wachen.

00:06:55: Von dem er wusste, dass er an jenem Abend im Gegensatz zu ihm selbst Dienst schieben musste.

00:07:02: Wenn Sergio so spät noch anrief, konnte es eigentlich nur etwas Wichtiges sein.

00:07:07: Thomas nahm ab.

00:07:09: Hallo?

00:07:10: Sergio?

00:07:12: Ein paar Sekunden lang hörte er nur ein raschendes Geräusch in der Leitung, so als wenn jemand beim Laufen Gräser unter seinen Füßen umknickte.

00:07:19: Dann sprach Sergio am anderen Ende in den Hörer.

00:07:23: Komm nach Lascanyas.

00:07:25: Du weißt, was zu tun ist.

00:07:29: Seine Stimme klang seltsam Monoton und irgendwie fremd.

00:07:33: Thomas wollte noch Rückfragen stellen, doch Sergio hatte bereits wieder aufgelegt.

00:07:38: Er versuchte seinen Kollegen zurückzurufen.

00:07:41: Doch niemand nahm mehr ab.

00:07:43: Das passte überhaupt nicht zu Sergio.

00:07:46: Also kontaktierte Thomas ihre gemeinsame Dienststelle.

00:07:49: Dort erfuhr er, dass sein Kollege bereits eine halbe Stunde zuvor Verstärkung angefordert hatte und mittlerweile drei Streifenwagen in Richtung Lascanyas unterwegs waren.

00:07:59: Der Dispatcher erwähnte auch, dass man sich auf der Wache ebenfalls Sorgen um den achtundzwanzigjährigen machte, da er sich seit seinem letzten Funkkontakt mit ihnen auch nicht mehr zurückgemeldet hatte.

00:08:11: Was also war mit Sergio passiert?

00:08:17: Die angeforderte Verstärkung erreichte gegen dreiundzwanzig Uhr den von Sergio durchgegebenen Standort.

00:08:23: Man hatte ein halbes Dutzend Beamte losgeschickt, die vor Ort auch schnell das geparkte Motorrad ihres Kollegen in der Dunkelheit entdeckten.

00:08:30: Doch von Sergio selbst fehlte jede Spur.

00:08:34: Sie versuchten zunächst, ihn wieder per Funk zu erreichen, doch sie bekamen keinerlei Reaktion.

00:08:39: Also schwärmten sie aus und leuchteten den Straßenabschnitt am Waldrand mit Taschenlampen ab.

00:08:45: Dabei machten sie eine beunruhigende Entdeckung.

00:08:48: Einer der Polizisten sah in der Reflexion seiner Leuchte etwas metallisches Schimmern.

00:08:54: Er beugte sich ihn ab zum Waldboden und stellte fest, dass er die dort liegenden Gegenstände kannte.

00:09:00: Es waren Sergio's Funkgerät und seine Dienstwaffe, allerdings längst nicht mehr intakt, sondern gewaltsam in ihre Einzelteile zerlegt.

00:09:11: Spätestens jetzt war die Polizei von La Pampa höchst alarmiert, was auch immer ihr Kollege Sergio Pocheta hier draußen entdeckt hatte.

00:09:20: Es war offenbar etwas, das ihn selbst in große Gefahr gebracht hatte.

00:09:24: Noch mehr Beamte wurden nach Lascanias beordert, um den vermissen Polizisten aufzuspüren.

00:09:30: Im Zuge der nun deutlich größer gewordenen Suchaktion entdeckte man einen weiteren Hinweis auf Sergio's Verbleib, der allerdings gleichermaßen unerklärlich wie furchterregend auf das Suchteam wirkte.

00:09:42: In dem weichen und sandigen Waldboden zeichneten sich Sergio's Stiefelabdrücke deutlich ab.

00:09:49: Zunächst war es noch einigermaßen einfach, seiner Spur zu folgen.

00:09:53: Er schien mehrmals in das Waldstück hinein und wieder hinaus gelaufen zu sein.

00:09:58: Doch an einer Stelle veränderte sich sein Schrittmuster plötzlich.

00:10:02: Die Stiefelabdrücke waren zwar noch da, doch die Abstände zwischen dem linken und dem rechten Abdruck wurden immer größer.

00:10:10: Zunächst sah es so aus, als wäre Sergio berannt und die Abstände hätten sich bedingt durch die kurze Flugphase beim Rennen vergrößert.

00:10:18: Dann wurden die Distanzen zwischen den Schuhabdrücken jedoch so groß und wir sprechen hier von mehreren Metern, dass Sergio sie unmöglich springend oder rennend hätte erreichen können.

00:10:29: Wie er sich fortbewegt hatte, schien den Suchtrupps absolut unmöglich.

00:10:37: Die Polizisten folgten den übermenschlichen Schuhabdrücken über mehrere hundert Meter.

00:10:43: bis sie aus dem Wald heraus und über einen Trampelpfad führten und schließlich unmittelbar vor einem Kornfeld endeten.

00:10:50: Es war absolut unerklärlich.

00:10:52: Der letzte Abdruck war zweifels ohne im Erdboden zu erkennen, doch er zeigte nur Stummen auf das wogende Kornfeld, das vollkommen unangetastet vor ihnen rote.

00:11:02: Als hätte ihr vermister Kollege sich hier an Ort und Stelle einfach in Luft aufgelöst.

00:11:09: Also suchten die Ermittler die ganze Nacht unbeirrt weiter.

00:11:13: obwohl es gegen zwei Uhr wir aus Eimern zu schütten bekann, und der Regen schließlich auch die unheimlichen Fußspuren des Vermissten wegwusch, die gleichermaßen verwirrend wie wegweisend gewesen waren.

00:11:24: Während ihrer Ermittlungen vor Ort, drang noch eine weitere Erkenntnis zu den Polizisten durch.

00:11:29: Die von Sergio vermuteten Wilderer, die ihn überhaupt erst dazu veranlasst hatten, an dem Waldstück halt zu machen, schien es nie gegeben zu haben.

00:11:39: Der Waldboden und die dortige Vegetation Offenbarten keine Reifenabdrücke, keine großflächig umgeknickte Vegetationen, keine Schleifspuren oder Lackreste an Bäumen.

00:11:50: Abgesehen von Sergio's Fußspuren fand sich nicht der geringste Hinweis auf irgend jemanden, der sich dort in jüngster Vergangenheit aufgehalten hatte.

00:11:59: Gleichzeitig entdeckten sie auch nirgendwo Kampfspuren oder Hinweise auf den Einsatz von Handfeuerwaffen, was ihnen zumindest ein wenig Hoffnung gab, Sergio doch noch lebendig wiederzufinden.

00:12:13: Und wie sich zeigte, war diese Hoffnung durchaus berechtigt.

00:12:17: Auch wenn Sergius Entdeckung unmittelbar ein weiteres, unerplährliches Element zu seiner mysteriösen Geschichte hinzufügte.

00:12:27: Am dritten März, zwei Tausendsechs, gegen sechzehn Uhr dreißig, also achtzehn Stunden nach Sergius verschwinden, ging ein Bauer seiner üblichen Feldarbeit nach, als ihm in der Nähe seines Maisfeldes etwas Merkwürdiges auffiel.

00:12:41: Er sah eine dunkle Gestalt am Wegesrand neben seinem Feld kauern.

00:12:45: Die Person hielt den Kopf gesenkt und schien entweder schlafend oder bewusstlos.

00:12:50: In jedem Fall wirkte sie sehr apathisch.

00:12:54: Es war Sergio, der hier, ganze zwanzig Kilometer von seinem letzten Aufenthaltsort in Las Canyas entfernt, urplötzlich wieder aufgetaucht war.

00:13:04: Der Bauer bemerkte sofort Sergio's Polizistenuniform und war überrascht, dass dieser trotz seiner offiziellen Funktion schwer geistesabwesend und verängstigt wirkte.

00:13:14: Als Sergio überhaupt nicht auf die Ansprache des Bauern reagierte, rief dieser auf dem nächsten Präsidium an.

00:13:23: Sergio's Kollegen rückten an und identifizierten den achtundzwanzigjährigen, der offenbar unter Schock stand und deswegen auch nicht auf die vertrauten Gesichter und Stimmen reagierte.

00:13:34: Er war augenscheinlich unverletzt, was natürlich eine gute Sache war, aber mental ganz offensichtlich in keiner guten Verfassung.

00:13:42: Außerdem fiel den Beamten auf, dass die Kleidung des jungen Polizisten Knochen trocken war, obwohl es in den Stunden nach seinem Verschwinden fast durchgängig geregnet hatte.

00:13:53: Wo also war er gewesen?

00:13:58: Als auch der Chef hinzukam, eine Vertrauensperson, zu der Sergio stets ein gutes Verhältnis gehabt hatte, brach der achtundzwanzigjährige sein Schweigen nicht.

00:14:08: Sergio fiel seinem Vorgesetz nur um den Hals und schluchzte bitterlich wie ein Kind.

00:14:14: Man war sich nun sicher.

00:14:15: dass der junge Mann in der Zwischenzeit von einer kriminellen Bande gekidnappt und misshandelt worden war.

00:14:21: Um ihn endlich zum Reden zu bringen und sich seiner körperlichen Unversehrtheit sicher zu sein, brachte man ihn ins städtische Krankenhaus.

00:14:30: Die Anwesenheit der verschiedenen Ärzte und das Großaufgebot an medizinischem Personal, das sich um ihn kümmerte, schien den achtundzwanzigjährigen zunächst nur noch mehr zu verunsichern.

00:14:41: Er wollte eingangs weder seine Kleidung ausziehen, noch sich untersuchen lassen.

00:14:45: und reagierte auf jeden Kontaktversuch mit Abwehr und Rückzug.

00:14:50: Als es dem Personal dann doch mit vereinten Kräften gelang, ihn zu entkleiden, entdeckten sie unter seinen Füßen schwere Verbrennungen.

00:14:58: Es wirkte, als hätte Sergio in heißer Blut gestanden.

00:15:03: Andere Verletzungen fanden sie zum Glück jedoch nicht, und überraschenderweise waren auch seine Vitalfunktionen und Blutwerte völlig in Ordnung.

00:15:12: Man hätte annehmen müssen, dass er nach achtzehn Stunden allein in der menschenleeren Pampa vollkommen dehydriert und entkräftet war.

00:15:20: Nachdem Sertir sich einige Stunden akklimatisieren konnte und Begriff, dass er in Sicherheit war, fand er schließlich auch seine Stimme wieder.

00:15:29: Er erzählte nun stockend und sichtlich traumatisiert, was sich nach seinem Verschwinden in Las Canyas zugetragen hatte.

00:15:42: Er begann seine Geschichte ab dem Moment, als er den roten Lichtern in den Wald gefolgt war.

00:15:47: Als er etwa dreißig Meter tief in den Wald vorgedrungen war, hatte er das rote Leuchten wieder im Augenwinkel wahrgenommen.

00:15:53: und war sich sicher gewesen, dass er die Wilderer mit samt ihrem Wagen nun aufgespürt hatte.

00:15:59: Doch das waren keine Wilderer gewesen und auch kein Wagen, der im Unterholz versteckt gelauert hatte.

00:16:06: Als Sergio seinen Kopf drehte, blickte er in zwei paar leuchtend rote Augen, die ihn aus der Dunkelheit heraus anstarten.

00:16:16: Diese Augen gehörten weder Mensch noch Tier.

00:16:20: Noch während der junge Polizist versuchte, das Gesehene irgendwie logisch einzuordnen, kamen die beiden Augenpaare immer näher.

00:16:28: Jetzt saß Sergio, dass sie zu zwei Gestalten gehörten, die definitiv nicht menschlich waren.

00:16:34: Sie hatten graue, schimmend, schleimige Haut, riesige Köpfe und extrem lange Finger.

00:16:41: Die Augen blinzelten nicht einmal, als sie sich auf ihn zubewegten.

00:16:46: Sergio wollte schreien, doch aus seinem Mund kam nur tonloses Entsetzen.

00:16:51: In diesem Moment realisierte er ebenso, dass er sich nicht länger bewegen konnte.

00:16:56: Er war an Ort und Stelle paralysiert.

00:16:59: Offenbar hatten die beiden Kreaturen irgendwie die Kontrolle über seinen Körper erlangt.

00:17:05: Je mehr er versuchte, sich aus ihrem hypnotischen Griff zu befreien, desto mehr schnürte sich ihm der Brustkorb zu und seine Füße fühlten sich an, wie festgeklebt.

00:17:18: Schließlich löste sich Sergio's Körper aus der Zwangsstarre, allerdings immer noch gegen seinen Willen.

00:17:24: Eine ihm völlig unerklärliche Kraft sorgte dafür, dass er seine Beine wieder bewegte, und rückwärts auf dem Weg, den er gekommen war, wieder aus dem Waldstück herausmarschierte.

00:17:35: Die beiden grauen Gestalten ließen ihn derweil buchstäblich nicht aus den feuerruten Augen und taxierten ihn die ganze Zeit.

00:17:43: Im nächsten Schritt ließen sie ihn per Hypnose sein Handy aus der Hosentasche ziehen und die Nummer seines Kollegen Thomas anrufen.

00:17:51: Als dieser Abnahm, hörte Sergio sich selbst mechanisch sagen, «Komm nach Lascanyas, du weißt, was zu tun ist.».

00:17:59: Es war, als hätte eine unbekannte Macht ihm diese Worte in den Mund gelegt.

00:18:07: Die unheimlichen Gestalten sorgten offenbar auch dafür, dass der hilflose Polizist sich auch noch vollständig entwaffnete.

00:18:14: Nach dem Anruf bei Thomas zerlegten Sergio's Hände sein Telefon wie automatisiert in seine Einzelteile und warfen es zu Boden.

00:18:22: Das selbe geschah anschließend mit seiner Handfeuerwaffe und seinem Funksprechgerät.

00:18:27: Mittlerweile hatten Sergio und die fremdartigen Wesen wieder den Waldrand an der Straße erreicht.

00:18:32: Der Ort, wo seine Kollegen bald darauf die Überreste seiner zerlegten Ausrüstung finden würden.

00:18:41: Hier war auch der Ort, an dem Sergio realisierte, dass der fremdbestimmende Griff um seinen Körper sich gelockert hatte und er offenbar fliehen konnte.

00:18:50: Sergio rannte wieder in Richtung des Waldes, da er hoffte, sich dort im Zweifel besser verstecken zu können als auf offener Fläche.

00:18:58: Doch er kam nur ein paar Meter weit, als er plötzlich spürte, wie abermals eine fremdartige Macht über ihn Besitzergriff, und ihn im Laufen regelrecht in die Luft riss.

00:19:09: Er strauchelte ein paar Meter über den Boden schwebend und befürchtete, ungebremst wieder aufzuschlagen.

00:19:15: Doch etwas fing ihn ab, sodass er nur kurz mit einem Fuß auf den Boden aufsetzte und sofort wieder hoch in die Luft gerissen wurde.

00:19:23: So wieder holte es sich noch einige Male, mit immer größer werdenden Distanzen.

00:19:28: die Sergio quasi schweben zurücklegte und die auch die seltsamen Fußabdrücke, die seine Kollegen später im Wald fanden, zumindest erklären würden.

00:19:42: Sergio begriff, dass die beiden monströsen Wesen sich aus seiner Flucht offenbar einen Spaß machten und ihn nicht wirklich aufhalten wollten.

00:19:51: Als er schließlich bei einem Kornfeld angelangt war, wurde er noch ein letztes Mal in die Höhe gerissen und für einen Moment schien Raum und Zeit, vollkommen stillzustehen.

00:20:02: Sergio spürte, wie seine Füße von dem wahnsinnigen Überlebenssprint brannten.

00:20:07: Er sah sich um und blickte nach unten.

00:20:10: Und ganz plötzlich fühlte er sich Mutterseelen allein.

00:20:14: Da war nichts mehr um ihn herum.

00:20:16: Kein Kornfeld, keine Straße, kein Nachthimmel, keine Sterne.

00:20:22: Nichts.

00:20:23: Nur er, diese schrecklich glühenden roten Augen und tiefschwarze Dunkelheit.

00:20:30: Das war der Moment.

00:20:32: als er das Bewusstsein verlor.

00:20:38: Als Sergio, achtzehn Stunden später bei der kilometerweit entfernten Farm auftauchte, hatte er selbst keine Erklärung dafür, wie er dort hingelangt war.

00:20:47: Niemand würde sich je einen Reim darauf machen können, was dem achtundzwanzigjährigen in jener Nacht zugestoßen war.

00:20:53: Und natürlich gab es, nachdem Sergio sein schier unglaubliches Erlebnis geschildert hatte, auch jede Menge Skeptiker, die das für absoluten Humbo kielten.

00:21:02: Bis heute wird die Geschichte in Foren diskutiert und viele sind der Auffassung, dass Sergio ebenso eine psychotische Episode gehabt haben konnte.

00:21:13: Auch wenn das wohl kaum die physikalisch geradezu unmöglichen Fußspuren erklärt, die er hinterlassen hatte.

00:21:22: Sergio selbst hat sich von dem traumatischen Erlebnis leider nie erholt.

00:21:26: Er legte einige Jahre später seine Arbeit als Polizist nieder und wurde in den Vorruhe standversetzt.

00:21:34: Bis heute ist er allerdings davon überzeugt, dass das, was er erlebt hat, sich wirklich so zugetragen hat.

00:21:41: Und er hat zu seiner außerirdischen Entführungsgeschichte sogar erst vor wenigen Jahren ein paar YouTube-Videos veröffentlicht.

00:21:48: Seine schärfsten Kritiker glauben ihm natürlich dennoch nicht und vermuten die Ursache von Sergio's ungeheuerliche Geschichte in einer instabilen Psyche oder noch schlimmer, dem Konsum von Halluzinogenen drogen.

00:22:02: Andererseits müssen selbst sie zugeben, dass in Sergio Puretas Geschichte Alle Details nahtlos ineinander passen.

00:22:11: Sofern er sich die ganze Begegnung mit diesen außerirdischen Wesen nur ausgedacht hatte, musste es doch irgendwo Widersprüche und Ungereimtheiten geben.

00:22:20: Im Allgemeinen gelten die unberührten weiten Argentiniens übrigens als regerechter Hotpot für paranormales und extraterrestrische Sichtungen.

00:22:30: Und überhaupt.

00:22:31: Gemessen an der schier unendlichen Größe und Lebensdauer des Universums um uns herum.

00:22:38: Wie wahrscheinlich ist es da?

00:22:40: dass wir wirklich ganz allein sind.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.