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(K)ein Mord ohne Leiche

Shownotes

Im Dezember 2020 hält die Corona-Pandemie ganz Frankreich in Atem, als während des Lockdowns eine junge Mutter über Nacht spurlos verschwindet. Die Indizien deuten in Richtung ihres Exmannes, doch für dessen mutmaßliche Tat findet man weder handfeste Beweise noch den Leichnam der Vermissten…

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Transkript anzeigen

00:00:09: Schauerstoff.

00:00:11: Der Grusel-Podcast für schlaflose Nächte.

00:00:17: Kein Mord ohne Leiche?

00:00:24: Erinnert ihr euch noch?

00:00:26: Es ist nun beinah auf den Tag genau sechs Jahre her, als Deutschland, Europa und die Welt wegen der Corona-Pandemie völlig unerwartet aus den Fugen gerieten.

00:00:37: In den frühen Januertagen im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr, im Jahr und die Atemwege der Menschenbefehl.

00:00:50: Am siebundzwanzigsten Januar wurde dann der erste Corona-Fall in Bayern bekannt.

00:00:56: Weitere Infektionen wurden sukzessive aus allen anderen Bundesländern gemeldet und nach nur wenigen Wochen fanden wir uns mitten in der Pandemie und in unserem ersten Lockdown wieder.

00:01:09: Geschlossene Restaurants und Kulturstätten, leergefägte Innenstädte, nächtliche Ausgangssperren und natürlich die FFP-II-Maske in öffentlichen Verkehrsmitteln.

00:01:19: waren unsere neue Normalität.

00:01:22: Schon komisch, wie surreal sich der Blick zurück heute anfühlt, in eine Vergangenheit, die gerade mal ein halbes Jahrziehend her ist.

00:01:31: Dabei gelten in anderen Ländern teilweise deutlich strengere Regeln, etwa in Frankreich, wo man sich zeitweise grundsätzlich nur mit Maske im öffentlichen Raum bewegen durfte.

00:01:43: In unserem französischen Nachbarland trug sich auch der folgende Fall zu, mitten im ersten Corona-Winter.

00:01:50: im Dezember-Zw.A.

00:01:53: Eine Zeit, in der viele Menschen sich tödlich mit dem aggressiven Virus infizierten.

00:01:59: Und eine Zeit, in der auch eine junge Frau völlig unerwartet ihr Leben verlor.

00:02:04: Allerdings aus gänzlich anderem, nichtminder tragischen Gründen.

00:02:12: Im

00:02:12: Dezember-Zw.A.,

00:02:14: also ein knappes Jahr nach Pandemiebeginn, hatte sich auch Familie Jubillar aus Canyac-Limine, einem Vorort der Stadt Albí im Süden Frankreichs, Mit der neuen Normalität irgendwie arrangiert.

00:02:28: Zumindest schien es nach außen so.

00:02:31: Das Paar, Delphine und Cedric Jubillard hatten zwei kleine Kinder, ein gemeinsames Haus und arbeiteten beide im nahegelegenen Albi, sie als Krankenschwester, er als Male und Lackierer.

00:02:45: Nach außen wirkte alles harmonisch, doch unter der Oberfläche durchlebten die Jubillards eine handfeste Ehekrise.

00:02:55: Denn die dreißigjährige Delphine hatte schon vor Monaten begonnen, sich von Cédric zu distanzieren, und inoffiziell waren die beiden eigentlich schon getrennt, obwohl sie der Kinderwegen noch unter einem Dach wohnten.

00:03:08: Die zweifache Mutter hatte bereits Entscheidungsverfahren angestoßen, und Cédric außerdem mitgeteilt, dass sie sich in einen neuen Mann verliebt hatte.

00:03:16: Seit dem Sommer war sie mit einem gewissen Donat Jean Marquely ert, und wenn sie sich nicht persönlich treffen konnten, war sie mit ihm täglich per Telefon oder Nachrichten in Kontakt.

00:03:27: Obwohl man annehmen würde, dass Cedric dies nur schwer verkraftet hatte, sollte er mit Blick auf die folgenden Ereignisse stets betonen, dass Delfin und er sich freundschaftlich getrennt hatten.

00:03:42: Der fünfzehnte Dezember-Zweitausendzwanzig war zunächst ein für alle Franzosen erleichterendes Datum, denn er markierte das Ende des zweiten landesweit verhinderten Corona-Lockdowns.

00:03:54: Man durfte sich tagsüber nun wieder deutlich freier bewegen, auch wenn nachts noch immer Ausgangssperren galten.

00:04:01: Delphine Jubillard hatte diesen Tag sehnlichst erwartet, denn sie war im Zuge des Lockdowns von ihrer Arbeit im Krankenhaus beurlaubt worden.

00:04:09: Das Haus, was sie mit Cedric und den beiden Kindern bewohnte, war derweil ein einziges Renovierungschaos, und die dreißigjährige fühlte sich dort zur Zeit überhaupt nicht wohl.

00:04:22: Je nach Freitag, der fünftzehnte Dezember, Der letzte Tag, an dem man Delfin Jubiljá lebend sah, ist im Zuge der späteren Ermittlungen sehr minutiös erfasst und analysiert worden.

00:04:34: Am Morgen hatte Delfin ihre Kinder zur Schule und Kita gebracht und veranschließend nach Albi gefahren.

00:04:40: Dort hatte sie sich mit einer Freundin zum Mittagessen verabredet und war im Anschluss zu einem wichtigen Termin mit ihrer Bank gegangen.

00:04:47: Dort hatte Delfin eine neue PIN für ihre Kontokarte beantragt, allerdings mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass man ihr diesen nicht postalisch nach Hause zu stellen sollte, damit ihr in Trennung lebender Mann, Cedric, die neue Zahlenkombination nicht in die Finger bekäme.

00:05:03: Man verabredete mit der jungen Mutter daraufhin einen Folgetermin für den achtzehnten Dezember, zu dem sie allerdings nicht mehr erscheinen sollte.

00:05:13: Am späten Nachmittag holte Delfine ihre Kinder wieder von den jeweiligen Einrichtungen ab und erreichte mit ihrem Peugeot gegen siebts nur dreißig das gemeinsame Zuhause.

00:05:23: Etwa eine Stunde und fünfzehn Minuten später kam auch Cédric von einem Handwerksauftrag zurück nach Cagnac-Lémin.

00:05:31: Das Paar lebte bereits sehr nebeneinander her und jeder machte an diesem Freitagabend im Grunde Seins.

00:05:37: Die dreidreißigjährige stand im engen Austausch mit ihrer neuen Liebe und verschickte an diesem Abend mehrere WhatsApp-Nachrichten.

00:05:45: Nachdem Delfine die jüngere Tochter ins Bett gebracht hatte, sah sie sich mit ihrem älteren Sohn noch die französische Ausgabe von Das Supertalent im Fernsehen an.

00:05:54: bevor sie den Jungen gegen dreiundzwanzig Uhr ins Bett schickte.

00:05:58: In dieser Zeit versendete Delfin die letzte Nachricht an ihren neuen Partner.

00:06:03: Danach gab es keine weiteren Lebenszeichen mehr von ihr.

00:06:10: Den Aussagen ihres Ehemanns Cédric Jubillard zufolge erwachte er in jener Nacht gegen drei Uhr fünfundvierzig und bemerkte, dass Delfin nicht im Haus war.

00:06:20: Gegen vier Uhr neun rief er schließlich die Janda Marie an und meldete seine Frau vermisst.

00:06:26: Zwei Beamten rückten eine gute halbe Stunde später um vier Uhr fünfzig an und nahmen den Fall zu Protokoll.

00:06:33: Bei einer ersten Durchsuchung in den frühen Morgenstunden des sechzehnten Dezember stellten sie zunächst fest, dass Delphines Ausweis, ihre Bankkarte und auch ihr Pigeon noch verhanden waren.

00:06:44: Weshalb es nun nahezu ausgeschlossen schien, dass die dreihunddreißigjährige freiwillig weggegangen war und man den Vermistenfall nun stärker priorisierte.

00:06:56: Ihr Telefon fand sich allerdings nirgendwo im Heim der Jubiliars, und nachdem die Ermittler und Cedric ihre Nummer einige Male angerufen hatten, erreichten sie nur noch die Mailbox.

00:07:05: Was bedeuten musste?

00:07:07: Entweder war der Akku aufgebraucht, oder jemand hatte es abgeschaltet.

00:07:12: Sofort weitete man die Suche nach der zweifachen Mutter in Kanjaclimin und der näheren Umgebung aus.

00:07:18: Ein Spürhund wurde auf den Geruch der Vermisten angesetzt und folgte ihrer Pferde einmal um das ganze Haus herum.

00:07:25: konnte jedoch keine weiterführende Spur anzeigen.

00:07:28: Außerdem rückte ein Fahrzeug in den Fokus, das niemand in dem zweitausend Seelenort zu kennenschien und das Herrenlos an der Straße geparkt stand.

00:07:37: Eine kurze Überprüfung ergab, dass der Wagen ein Leasing-Fahrzeug war, zugelassen auf Delfines neuen Lava Donat Jean-Marquet, der eigentlich in Mont-au-Bain, einer achtzig Kilometer entfernten Kleinstadt wohnte.

00:07:51: War er offenbar in der Nacht von Delfines verschwinden vor Ort gewesen?

00:07:59: Zunächst schien einiges darauf hinzuweisen.

00:08:02: Zwei Zeugen aus dem Ort berichteten unabhängig voneinander, dass sie in den frühen Morgenstunden des sechzehnten Dezember-Zw.

00:08:09: ein ihnen unbekanntes Fahrzeug in der Straße der Jubiliars unweit ihres Wohnhauses gesehen hatten.

00:08:16: Es war den Zeugen aufgefallen, da die Beleuchtung im Innenraum des Herrenlosenwagens noch eingeschaltet war und ihnen das ungewöhnlich vorkam.

00:08:24: Womöglich handelte es sich um das selbe Auto, das auf den Namen des Liebhabers geließt worden war, die Möglichkeit einer Beteiligung durch eine dritte Person schien sich zunächst auch durch die Analyse von Cedric Jubillard's Telefon anzudeuten.

00:08:40: Nachdem er die Gendarmerie benachrichtigt hatte, hatte er unzählige Male auf dem Telefon von Delfin angerufen, insgesamt ganze onehundertfünfundachtzig Mal, zwischen vier Uhr und zehn Uhr am Morgen des sechzehnten Dezember.

00:08:54: Dies legte nahe wie verzweifelt Cedric nach seiner Frau gesucht haben musste.

00:08:59: Doch in späteren Ermittlungen schlossen Polizei und Staatsanwaltschaft etwas ganz anderes daraus.

00:09:09: Man ging zunächst auch der Theorie nach, Delphine könnte Suizid begangen haben.

00:09:14: Denn ja, ihr Leben war zu dem Moment ihres Verschwindens von vielen unangenehmen Veränderungen geprägt.

00:09:20: Die Corona-Pandemie wirkte sich allgemein bedrückend auf die Gemütslage vieler Menschen aus und die monatelange Isolation machte ihnen zu schaffen.

00:09:29: Gleichzeitig ging Delfin gerade durch eine schwere Trennung von dem Vater ihrer Kinder, was sie sicherlich belastete.

00:09:37: Dennoch gab es viele positive Aspekte im Leben der Dreiunddreißigjährigen, sei es ihre neue Liebe oder ihre berufliche Erfüllung als Krankenschwester.

00:09:47: Oben dreien hätte Delfin ihre beiden Kinder, gerade mal sechs und anderthalb Jahre alt, niemals einfach so zurückgelassen.

00:09:55: Also kamen die Ermittler als bald zu dem Schluss, dass Delfin Jubilja auf keinen Fall freiwillig verschwunden war.

00:10:02: Jemand musste ihr etwas angetan haben.

00:10:08: Da ihr noch Ehemann zum Zeitpunkt des Verschwindens nach eigener Aussage geschlafen hatte und man zunächst keinerlei Spuren einer Gewalttat im Haus der Jubiliars hatte ausmachen können, nahm man stattdessen ihren neuen Liebhaber Donat Jean-Marquet genauer unter die Lupe.

00:10:24: Der in Canyag-Lemine geparkte Leasingwagen warf natürlich Fragen auf, doch der Verdächtige nahm den Ermittlern als bald den Wind aus den Segeln.

00:10:32: Der Wagen war bereits vor über einer Woche von ihm dort abgestellt worden, und Delphine hatte ihn eigentlich für ihren nächsten Besuch bei ihm zu Hause im Achtzig Kilometer entfernten Montau-Born nutzen sollen.

00:10:44: Viel Aussage kräftiger war dann noch sein wasserdichtes Alibi.

00:10:49: Man überprüfte das Handy von Marquet und stellte fest, dass er sich zum fraglichen Tatzeitpunkt nicht mal in der Nähe von Kanyaklemin aufgehalten hatte.

00:10:58: Er war die ganze Nacht, so wie die Tage zuvor und danach, stets in Mont-Auban gewesen und hatte nur per Telefon Kontakt zu Delfin gehalten.

00:11:07: Auch die Spur zu dem herrenlosen Wagen, den zwei Zeugen unabhängig voneinander in der Straße der Jubiliars gesehen hatten, erwies sich als Sackgasse, zumal sie ihre Beobachtung in den frühen Morgenstunden des sechzehnten Dezember gemacht hatten, nach dem Zeitfenster von Delfins verschwinden.

00:11:28: Also wieder alles auf Anfang.

00:11:30: Man hatte im Haus der Jubiliars, wie gesagt, keinerlei Hinweise auf einen Gewaltverbrechen gefunden.

00:11:35: Keine kaputten Möbel, keine Blutflecken, keine Anzeichen, das dort vor kurzem akribisch geputzt worden war, um mögliche Beweise zu vertuschen.

00:11:45: Doch der Spürhund der Polizei hatte bei der Suche nach Delfin wie gesagt nur Kreisohmshaus gezogen, was nahelegte, dass die dreiunddreißigjährige in jener Nacht ihren Wohnort nicht verlassen hatte.

00:11:57: Noch deutlicher wurde die Auswertung zu ihrem Handy.

00:12:00: Delfins Telefon blieb die ganze Nacht und bis zum folgenden Morgen Als es sich abschaltete, in demselben Sende-Must nahe kein Jagdlemin eingelockt.

00:12:10: Zusätzlich lieferten die Handydaten weitere Auffälligkeiten.

00:12:14: Nachdem die dreißigjährige um zwanzig Uhr fünfundfünfzig in jener Nacht ihre letzte Nachricht an ihren neuen Partner versendet hatte, wurde eine Stunde später gegen Mitternacht erneut ihr WhatsApp geöffnet, allerdings ohne dass eine Nachricht versendet wurde.

00:12:30: Zudem war gegen ein Uhr dreißig die Kamera-App des Handys geöffnet worden.

00:12:34: jedoch ohne ein Foto aufzunehmen.

00:12:38: Auch das Telefon von Cedric offenbarte jenseits der zahlreichen Anrufe bei Delfin merkwürdige Daten.

00:12:45: Die Kriminaltechnik von Toulouse fand heraus, dass das Handy des Handwerkers gegen die Uhr zwischen der Uhr und der Zeit aktiviert und um die Uhr zwischen der Uhr und der Zeit wieder eingeschaltet worden war, kurz bevor er die Gendarmerie angerufen hatte.

00:12:59: Was also hatte er in der Zwischenzeit getan?

00:13:05: Cedric Jubillard gab an, dass er in jener Zeit geschlafen und deswegen das Handy abgeschaltet hatte.

00:13:11: Allerdings scheint dieses Verhalten bei verschiedenen Optionen wie Sturmschaltung oder Flugmodus, die eine Ordnung des Telefons per GPS dennoch zulassen würden, eher unwahrscheinlich.

00:13:22: Und dann tauchten weitere Indizien auf, die das Alibi des Ex-Ehrmanns behörig in Zwangten brachten.

00:13:32: Zunächst einmal ergab die Auswertung der Signalprotokolle des Sendemastes nahe dem Haus der Jubiliars keine fremden Daten.

00:13:39: Will sagen, im fraglichen Zeitraum schien sich niemand Ungewöhnliches dem Haus gener zu haben, was eine Beteiligung Dritter nahezu ausschloss.

00:13:48: Bei einer intensiven Hausdurchsuchung ein paar Tage später fanden die Ermittler dann im Wohnzimmer unter dem Sofa Delfins zerbrochene Brille.

00:13:57: Dies war bereits ein starkes Indiz, denn wenn ihr die Brille selbst an jenem Abend heruntergefallen und zerbrochen wäre, hätte sie sie sicherlich nicht dort liegen lassen.

00:14:06: Hinzu kam, dass man im Zuge der Hausdurchsuchung die große Decke aus dem älterlichen Schlafzimmer in der Waschmaschine fand, was den Ermittlern zumindest ungewöhnlich vorkamen.

00:14:17: Was hat es Cedric Jubillard mit der Decke gemacht, dass er sie ausgerechnet jetzt unbedingt waschen musste?

00:14:26: Während der dreihunddreißigjährige immer noch betonte, dass er mit dem Verschwinden seiner Ex-Frau nichts zu tun habe, erschwerten zwei wichtige Zeugenaussagen massiv seine Glaubwürdigkeit.

00:14:37: Zum einen sagten die unmittelbaren Nachbarn der Jubillards, Eine alleinerziehende Mutter und ihre Tochter im Teenager-Alter den ermittlern, sie hätten am fünftzehnten Dezember verängstigte laute Schreie aus dem Haus des Jubiliars gehört.

00:14:51: Dies deckte sich auch mit der Aussage des sechsjährigen Sohnes, der kurz zuvor von Delphine zu Bett geschickt worden war.

00:14:58: Er war der Schreie wegen noch einmal aus dem Kinderzimmer gekommen und hatte bezeugt, wie seine Eltern sich gestritten hatten und es dabei zu Handgreiflichkeiten gekommen war.

00:15:08: Noch dazu gaben Freunde und Bekannte der Ehe Leute in späteren Vernehmungen zu Protokoll.

00:15:13: Cedric habe im Zuge der Trennung mehrfach damit gedroht, Delfin etwas anzutun.

00:15:21: Während all diese Indizien und Aussagen Cedric Jubiliars unschuld mehr und mehr infrage stellten, blieb jedoch ein großes Problem.

00:15:30: Von Delfin oder ihrem Leichnam fehlte weiterhin jede Spur.

00:15:34: Dennoch wurde ihr Ex-Ehemann festgenommen, denn in Frankreich gilt nicht zwingen die Regel.

00:15:40: ohne Laache kein Mord.

00:15:41: Hier liegt es im Ermessen eines Schwurgerichts, sich angesichts anderer Beweise oder Indizien ein eigenes Bild zu machen und überschuld oder unschuld zu urteilen.

00:15:54: Vor diesem Hintergrund wurde der Prozess und die anschließende Urteilsverkündung in der gesamten französischen Republik mit Spannung erwartet und von einem großen Medienrommel begleitet.

00:16:05: Aufgrund der Indizienlage saß Cédric Jubillard bereits seit Juni- Twenty-one in Untersuchungshaft.

00:16:12: Zum eigentlichen Gerichtsverfahren kam es wegen der komplexen und zugleich noch mangelhaften Beweislage, allerdings erst am Zweiundzwanzigsten September, Zweitausendfünfundzwanzig.

00:16:24: In den folgenden vier Wochen des Prozesses trug man nochmals alle verwertbaren Indizien zu dem Verschwinden von der Elfin Jubiljahr zusammen.

00:16:33: Die Ehekrise und ihre neue Beziehung zu einem anderen Mann als starkes Motiv seitens des Angeklagten.

00:16:39: Die glaubhaften Zeugen zu dem gewaltsamen Konflikt zwischen den Eheleuten in der Nacht des fünften Dezember.

00:16:46: Das zweifelhafte Alibi und die seltsamen Telefonaktivitäten des Verdächtigen, die zerbrochene Brille der Vermissten und nicht zuletzt die Tatsache, dass ihre persönlichen Gegenstände sich allesamt noch im Haus befanden und ihr Wagen noch vor der Tür stand, was ein freiwilliges Abtauchen sehr unwahrscheinlich machte.

00:17:07: Und auch die Ergebnisse der Spürhundssuche waren relevant.

00:17:10: Sie zeigten an, dass Delphine in jüngster Zeit das Haus nicht eigenständig zu Fuß verlassen haben konnte.

00:17:17: Und da sie sich nicht im Haus befunden hatte, konnte sie jemand eigentlich nur hinausgetragen haben.

00:17:23: Vielleicht ja eingewickelt in eine große Schlafzimmerdecke, die später aus eben diesem Grund in der Waschmaschine landete.

00:17:34: In Summe formten all diese Details zusammen mit den widersprüchlichen Aussagen des Angeklagten eine stimmige Argumentation für die Staatsanwaltschaft.

00:17:43: Doch die Verteidiger von Cedric Jougillard zeichneten ein gänzlich anderes Bild.

00:17:48: Zunächst einmal stellten sie heraus, dass Konflikte in jeder Partnerschaft normal sind und auch eine Krise zwischen Ehleuten nicht automatisch zu Mord oder einer Tütungsabsicht führen müssen.

00:18:01: Zudem hatte der mittlerweile thirty- acht Jährige die Tat nie in offizielem Rahmen gestanden.

00:18:07: Stattdessen hatte er sie mutmaßlich Zwei Ex-Freundinnen gegenüber wären seinerzeit in Urhaft zugegeben, deren Glaubwürdigkeit und Relevanz die Verteidigung nun stark in Zweifel zog.

00:18:20: Das abgeschaltete Handy zum Zeitpunkt des Verschwindens von Delfin bewies für die Anwälte der Verteidigung weder, dass Cedric seine Frau getötet hatte, noch das Gegenteil.

00:18:31: Last but not least war die fehlende Leiche das wichtigste Argument für die Verteidigung.

00:18:36: Ohne Delfins sterbliche Überreste würde man nie beweisen können.

00:18:40: dass Cédric Jubillard sie getötet hatte.

00:18:46: Am siebzehnten Oktober, twenty-fünfundzwanzig, erging schließlich das Urteil im Schwurgericht von Albí.

00:18:53: Cédric Jubillard wurde wegen Mordes an seiner Ex-Frau zu dreißig Jahren Haft verurteilt.

00:18:59: Die Verteidigung kündigte im selben Atemzug Berufung an.

00:19:03: Und auch ganz Frankreich nahm das Urteil sehr stark gespalten auf.

00:19:08: Für die einen bedeutete es Gerechtigkeit, in einem tragischen und erschütternden Femizid.

00:19:13: Auch wenn Frust und Enttäuschung darüber blieben, dass der verurteilte, während des Prozesses weder gestanden, noch das Versteck des Leichnahms preisgegeben hatte.

00:19:23: Insbesondere für Delfins Angehörige wäre dies extrem wichtig, um ihren Verlust ohne weitere Lehrstelle betrauen zu können.

00:19:32: Für die anderen hatte sich das französische Justizsystem mit einem solchen Urteil auf extrem dünnes Eis begeben.

00:19:39: Deshalb sie die Entscheidung des Gerichts für Anfecht behalten.

00:19:42: Und es hier Drich Jubiljah aus Mangel an Beweisen ihrer Meinung nach einen Freispruch hätte bekommen sollen.

00:19:49: Dieses Ziel haben auch dessen Anwälte.

00:19:52: Bis Ende des Jahrtausend sechsundzwanzig soll in Toulouse der nächsten höheren gerichtlichen Instanz darüber verhandelt werden, ob ihr Klient freigesprochen oder das Urteil zumindest aufgehoben wird.

00:20:06: Sollten sie Erfolg haben, würde dies einen Aufschrei der Empörung in ganz Frankreich auslösen.

00:20:13: Halten wir abschließend also nochmal die simplen Fakten fest.

00:20:17: Delfine Jubillard ist seit über fünf Jahren spurlos verschwunden.

00:20:22: Sie ließ ihre persönlichen Sachen zurück und es gab auch keine Hinweise an ihren neuen Lebensgefährten, dass sie untertauchen oder sich etwas antun wolle.

00:20:32: Sie hinterließ zwei kleine Kinder, die sie schmerzlich vermissen, die zumindest teilweise bezeugen können.

00:20:39: dass die Ehe zwischen Delphine und Cedric zuletzt von Gewalt und unüberwindbaren Konflikten geprägt war.

00:20:47: Sie hat das Haus in der Nacht des fünftzehnten Dezemberst-Zweitausendzwanzig niemals freiwillig verlassen, und sie wurde auch in den Tagen, Wochen, Monaten oder Jahren danach nirgendwo gesichtet.

00:21:00: Abgesehen von Cedric Jubilja gab es zum Zeitpunkt ihres Verschwindens niemanden sonst in der Nähe des Hauses, der als Tatverdächtiger in Frage käme.

00:21:11: Es stimmt, die fehlende Leiche macht es schwieriger, diesen Case eindeutig als Mord zu klassifizieren.

00:21:19: Aber im Fall Delphine Jubilhar würde der Fund ihrer sterblichen Überreste neben der Gewissheit für ihre Angehörigen nur noch etwas bestätigen, was mittlerweile für jedermann glasklar ersichtlich sein müsste.

00:21:34: Ruhe in Frieden, Delphine Jubilhar.

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