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Die Melodie des Mörders

Shownotes

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Zur aktuellen Folge:

Als im April 1992 eine junge Frau aus einem Geschenkeshop verschwindet und anschließend brutal ermordet aufgefunden wird, ist die Polizei sich sicher: Täter und Opfer mussten einander gekannt haben. Doch immer mehr Hinweise und Indizien machen die Ermittlungen zu einem unlösbaren Rätsel und versperren den Blick auf eine schmerzhafte Wahrheit, die erst viele Jahre später ans Licht kommen soll…

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Transkript anzeigen

00:00:09: Schauerstoff.

00:00:11: Der Grusel-Podcast für schlaflose

00:00:13: Nächte

00:00:17: Die Melodie des Mörders.

00:00:25: Mittwoch, der fünftzehnte April, nineteenhundertzweiundneunzig Pam sah nervös auf die Armbanduhr Als sie mit ihrem Wagen zügig die Walnut Street in Agawam ihrer kleinen Heimatstadt im Massachusetts entlang brauste.

00:00:44: Mist!

00:00:44: Es war schon kurz vor einundzwanzig Uhr... ...der Geschenkeladen würde gleich schließen Und wenn sie sich nicht beeilte, hätte sie morgen kein passendes Präsent für den siebzigsten Geburtstag ihrer Schwiegermutter parat.

00:00:58: Sie ohrfeigte sich innerlich, weil sie diese Besorgung schon wieder viel zu lange aufgeschoben hatte.

00:01:04: Zumal sie nicht mal den Hauch einer Ahnung hatte was sie ihrer Schwingermutter überhaupt schenken sollte.

00:01:10: Ihre Beziehung war stets unterkühlt gewesen und wann immer Pem versucht hatte ihr mit teuren oder ausgefallenen Geschenken und Gesten eine Brücke zu bauen hatte die Mutter ihres Partners stets abgewiegelt und sich alles andere als erkenntlich gezeigt.

00:01:26: Kein Wunder, dass Pam diese Besorgung bis zum letzten Moment verdrängt hatte!

00:01:33: Eilig bog sie von der Walnut Street auf den Parkplatz einer kleinen Ladenzeile ein – und suchte sich eine Lücke.

00:01:40: Um diese Zeit war hier noch bemerkenswert viel los.

00:01:44: Dabei bestand die kleine Strip Mall im Zentrum von Agawam gerade mal aus einer Handvoll Läden und einem Restaurant.

00:01:52: Pam parkte ein und schälte sich aus dem Wagen.

00:01:56: Erleichtert stellte sie fest, dass das Ziel ihrer Fahrt noch geöffnet war.

00:02:01: Brittany's Cart in Gift Shop leuchtete im Grellen-Neon-Lettern über den eingeschossigen Flachbau.

00:02:09: Gleichzeitig hatte der Anblick des kleinen Geschenkelladens etwas Trostloses – irgendwie Billiges!

00:02:16: Schon verließ sie wieder der Mut hier etwas Passendes für ihre Schwiegermutter zu finden… Was solls?

00:02:22: Nun bin ich einmal hier und kann zumindest kurz stöbern.

00:02:25: Gab sie sich einen Ruck, und drückte auf die Klingel der Eingangstür.

00:02:32: Drinnen ertönte das für kleine Läden typische Klingeln, wenn die kleine Glocke über der Tür neue Kundschaft ankündigte.

00:02:39: Pam rechnete fest damit, dass ihr gleich eine etwas ungehaltene Verkäuferin entgegenspringen würde, die sie so kurz vor Ladenschluss noch schnell abfertigen wollte um pünktlich feierabend machen zu können.

00:02:51: Doch zur ihrer eigenen Überraschung holte das prägnante Klingeln niemanden aus seiner Deckung.

00:02:57: Der Laden war leer und auch hinter dem Counter saß im Moment niemand, ein Hauch von Erleichterungen huschte über Pems Gesicht.

00:03:07: so würde sie sich wenigstens ungestört umsehen können und – falls Sie nichts Passendes finde – den Laden ungesehen wieder verlassen können.

00:03:16: Entschlossens gähnte sie die Regale und Auslagen.

00:03:20: Es war das für einen Geschenkeladen typische Samesurium an Grußkarten Schlüsselanhängern Plüschbärchen mit I Love You auf Schrift und allerlei anderen Lippes.

00:03:31: Abgesehen davon hatte sich das Geschäft anscheinend aber auch auf den Verkauf von Spieluhren spezialisiert.

00:03:37: Es gab eine ganze Abteilung mit Musikboxen, mit verschiedenen Motiven und darauf drohenden Figuren die allesamt den üblichen Aufziehmechanismus hatten.

00:03:49: Pam konnte für einen Moment dem Drang nicht widerstehen, griff sich einer der Boxen.

00:03:57: Eine kleine Ballerina tanzte mit wippenden Bewegungen im Kreis, während die Spieluhr eine unschuldig verträumte Melodie abspielte.

00:04:06: Eigentlich war das niedlich!

00:04:08: Einen Augenblick lang verharte Pam bei dem Gedanken der Schwiegermutter die Spiegeluhr mitzubringen brachte sich dann aber sofort wieder zur Raison.

00:04:17: Die Mutter ihres Mannes würde das Geschenk als einfehlslosen Kitsch identifizieren und bestenfalls emotionslos darüber hinweglächeln.

00:04:25: Nein – Das war wirklich keine gute Idee.

00:04:30: In Gedankenversunken lauschte Pem noch immer der Spieluhr, als plötzlich ein weiteres Geräusch an ihr Ohr drang.

00:04:37: Es kam aus dem Hinterzimmer des Ladens und klang wie ein dumpfes Poltern.

00:04:42: Wahrscheinlich machte da gerade jemand Inventur- und räumte Kisten mit Waren hin und her – und womöglich würde diese Person jeden Moment in den Verkaufsraum zurückkehren sie mit der Spielruhr in der Hand erwischen und die diese unverzüglich aufschwatzen wollen!

00:04:57: Also nichts wie weg….

00:05:00: Schnell stellte Pam die kleine Musikbox zurück an ihren Platz und eilte hinaus zu ihrem Wagen.

00:05:07: Als sie den Laden verlassen hatte, tanzte die Ballerina noch immer zu der simplen aber eingängigen Melodie – ein heiteres kleines Lied das plötzlich seltsam verstören klang als es die kläglichen Schreie untermalte, die nun von niemandem beachtet aus dem Hinterzimmer drangen.

00:05:30: Donnerstag, der sechzehnte April- Zwölf Stunden später.

00:05:39: Der Kaffeebecher in ihrer Mittelkonsole schwappte leicht über, als sie mit dem alten Honner das Civic ihres Vaters in der Parkbuch zum Stehen kam.

00:05:48: Sophia fluchte leise, als die braunen Flecken mit einem Papiertaschentuch auflas.

00:05:53: Immerhin war sie heute pünktlich!

00:05:56: Doch das würde niemandem auffallen, da sie für die erste Schicht an ihrem Arbeitstag im Brittany's Cart & Gift Shop eingeteilt war – oder etwa doch?

00:06:06: Sophia regte ihr Kind über das Lenkrad und betrachtete den Parkplatz.

00:06:11: Um diese Zeit war noch nicht viel los, weshalb ihr einen Detail besonders ins Auge sprang.

00:06:16: Etwa zwei Reihen neben ihr stand ein Wagen der ihr selbst bekannt vorkam – ein Toyota Corolla!

00:06:23: Der Wagen ihrer Kollegin Lisa Siegelt.

00:06:28: Komisch was macht die denn schon hier?

00:06:31: murmelte Sophia wie zu sich selbst als sie mit einer Hand ihren Kaffeebecher jonglierte und mit der anderen ein paar Zeitschriften und ihre Handtasche vom Beifahrersitz angelte.

00:06:41: Sie schmiss Ihre Fahrertür zu, und schloss etwas Ungelenk ab, bevor sie auf hohen Hacken in Richtung des Geschenkeladens stöckelte.

00:06:49: Vor der Ladentür sortierte sie hektisch ihren Schlüsselbund als ihr auffiel, dass die Tür gar nicht verschlossen, sondern nur angelehnt war.

00:06:58: Es war noch vor neun Uhr!

00:07:00: Warum hatte Lisa denn jetzt schon aufgeschlossen?

00:07:03: Schoss es sovier durch den Kopf, während sie die Tür vollends aufdrückte Und das kleine Glöckchen von oben, sein charakteristisches Klingeln von sich gab.

00:07:15: Sophia ließ den Blick durch den Ladenschreifen – alles war toten still und plötzlich durch Fusi ein merkwürdiges Fröstdeln.

00:07:24: Irgendetwas stimmte hier nicht!

00:07:27: Sie machte ein paar langsame Schritte auf den Counter zu.

00:07:31: Als sie sich über die Theke beugte, sah sie Lisa's Sachen dort liegen — ihre Geldbörse, ihre Handtasche und ein paar Zeichnungen und Aufgaben die sie offenbar von ihrem Hauptjob als Lehrerin an einer Förderschule mitgebracht hatte.

00:07:47: Sophia ging um die Theke herum und öffnete die Mitarbeitertür ins Lager.

00:07:52: Alles war immer noch beängstigend still, doch es brannte Licht!

00:07:58: Sie verstand schnell, dass sich niemand hier hinten auffielt – ein plötzlicher Luftzug wehte zu ihr herüber.

00:08:05: Jemand hatte die Hintertür zur Warenannahme offen gelassen….

00:08:09: Und als ihr Blick zu Boden fiel und sie das heillose Durcheinander aus Kartons betrachtete, begriff sich schließlich, dass sie schnell handeln musste.

00:08:22: Eine halbe Stunde später stand Detective Wayne Macy im Türrahmen zum Lager und krizelte Emzig auf seinen Notizblock.

00:08:31: Sophia hatte die Polizei nicht vom Geschenkeschock aus angerufen, sondern war in einer Art Kurzschlussreaktion über die Straße zu einem nahegelegenen Teppichgeschäft gerannt.

00:08:40: Zu groß war ihre Angst gewesen – der Lisa offenbar im Lagerraum ausgesetzt gewesen sein musste, noch nicht gebannt war.

00:08:50: Macy betrachtete das Chaos um sich herum und verstand sofort, warum die junge Frau so erschüttert gewesen war.

00:08:57: Denn abgesehen von den herumliegenden Kartons gab es noch weitere Signale, die das Lager des Geschenkeshops als Tatort markierten.

00:09:05: Bei näherer Betrachtung sah man zahlreiche Blutspritzer, die nicht nur die Kartons sondern auch einen Kartenständer besprengelt hatten.

00:09:13: Außerdem hatte man an der Rückseite der Lager Tür eine billige Holtür aus Spahnplatte einen Schuhabdruck gefunden, der das weiche Material sogar teilweise eingedrückt hatte.

00:09:25: Kein Zweifel!

00:09:26: Hier hat er ein Kampf auf Leben und Tod stattgefunden.

00:09:32: Wie der oder die Täter anschließend geflohen waren und Lisa mitgenommen hatten ließ sich anhand der Spuren am Tatort ebenfalls gut nachvollziehen.

00:09:41: Die offenstehende Hintertür führte nämlich nicht nur zur rückseitigen Warenannahme des Geschäfts sondern zugleich in eine kleine, schlechteinsehbare Gasse.

00:09:50: Der perfekte Ort um sich unbemerktionären und ungesehen wieder zu verschwinden.

00:09:56: Die Quellenster aller Fragen war jedoch – wenn der oder die Täter Lisa mitgenommen hatten?

00:10:02: Was hatten sie mit ihr gemacht?

00:10:04: Und war die junge Frau überhaupt noch am Leben?

00:10:11: Die Suchtrupps des Agawarm Police Departments konzentrierten sich zunächst auf mögliche Ablageorte in unmittelbarer Nähe.

00:10:19: Weitere Nebenstraßen Hinterhöfe und Müllcontainer rund um die kleine Ladenzeile wurden akribisch durchsucht, jedoch ohne Ergebnis.

00:10:27: Wer auch immer Lisa entführt und ihr womöglich noch Schlimmeres angetan hatte, schien sich in der Gegend ausgekannt und nicht aus einem Impuls heraus gehandelt zu haben.

00:10:37: Die Chancen standen gut, dass Täter und Opfer sich sogar gekannt hatten – also ermettelte Macy nun im engsten Umfeld von Lisa Siegert und begann allmählich das Leben der jungen Frau wie ein komplexes Mosaik zusammenzusetzen.

00:10:55: Die vierundzwanzigjährige Lisa war überaus beliebt, sie war offen und warmherzig, hatte einen großen Freundeskreis und galt als sehr gesellig.

00:11:04: Gleichzeitig bewies sie soziale Verantwortung – und gesellschaftliches Engagement lag ihr sehr am Herzen!

00:11:11: Sie arbeitete hauptberuflich als pädagogische Hilfskraft an einer Förderschule, wo sie Kinder mit kognitiven Beeinträchtigungen unterrichtete.

00:11:20: Lisa liebte ihren Job und hätte gern als vollwertige Lehrkraft an der Schule unterrichtet.

00:11:25: Doch aufgrund ihrer geringeren Qualifikation reichte ihr Gehalt leider nicht, weshalb sie seit einer Weile zusätzlich in den Abendstunden in dem Geschenkelladen gejobbt hatte.

00:11:35: Die hübsche Vierundzwanzig-Jährige war außerdem seit einiger Zeit mit einem jungen Mann namens Blair Messoya liert.

00:11:42: Das Paar galt als sehr glücklich – und schien bereits ernsthaft Pläne zu schmieden, irgendwann zusammenzuziehen und eine eigene Familie zugrönten!

00:11:51: Im Zuge der Ermittlungen rückte außerdem Blair's Mitbewohner, ein junger Kellner namens Edward Bogatti in den Fokus.

00:11:59: Er war nicht nur eng mit Lisa befreundet gewesen was ihn in den Augen der Polizei durchaus in den Kreis der Tatverdächtigen brachte.

00:12:06: Ed Bogatti arbeitete zudem in einem Restaurant in derselben Ladenzeile wie Lisa Siegelt – nur wenige Meter von dem Giftshop entfernt und an dem Abend ihres Verschwindens hatte er just eine Schicht vor Ort gehabt.

00:12:22: Währenddessen blieb Lisa unauffindbar.

00:12:25: Immerhin halfen verschiedene Zeugenaussagen vom fünffzehnten April, deiner Zeitpunkt ihres Verschwindens einzukreisen.

00:12:34: An jenem verhängnisvollen Abend hatte Lisas Schwester Lynn sie sogar noch in Brittany's Cart-in-Gift-Shop besucht und war ca.

00:12:41: achtzehn Uhr dreißig durch die Ladentür getreten.

00:12:44: Dies kam absolut regelmäßig vor – zumal Lisa in der Vergangenheit mehrfach geäußert dass sie sich vor allem in den Abendstunden allein im Laden unwohl fühlte und sich zuletzt sogar irgendwie beobachtet gefühlt hatte.

00:12:57: Doch an jenem Abend schien alles in Ordnung gewesen zu sein, die Schwestern unterhielten sich vor allen über Lisa's berufliche Situation und ihre Unzufriedenheit darüber, sich mit zwei Jobs gerade so über Wasser halten zu können während ihr für ihre Beziehung und Freundschaften kaum Zeit blieb.

00:13:15: Gegen neunzehn Uhr dreißig verließt die Schwester das Geschäft wieder.

00:13:20: Nachdem Linn gegangen war, betraten noch zwei weitere Kunden den Laden, bevor um einundzwanzig Uhr die offizielle Schließzeit einsetzte.

00:13:28: Eine Frau namens Pamela meldete sich als bald bei der Polizei von Agawam und sagte aus sie sei an dem Abend von Lissas verschwinden und kurz vor einund zwanzig uhr im Laden gewesen habe dort aber niemand mehr angetroffen und nur ein merkwürdiges Poltern hinter der Tür ins Lager wahrgenommen.

00:13:45: diesen Zeitpunkt markierten Detective Macy nun rot auf der Timeline, weil es tatsächlich der Moment gewesen sein konnte in dem Lisa auf der anderen Seite der Tür um ihr Leben gekämpft hatte.

00:13:59: Dass die späte Kundin unwissentlich Zeugen eines Mordes oder einer Entführung geworden war, deckte sich auch mit einem anderen Hinweis.

00:14:07: Die Abrechnungen der Ladenkasse zeigten dass Lisa um zwanzig Uhr zwanzich noch einen Kunden bedient hatte etwa eine Stunde nachdem ihre Schwester gegangen war und vierzig Minuten bevor sie den Geschenkeshop schließen durfte.

00:14:21: Wer dieser Kunde gewesen war, ließ sich allerdings nicht ermitteln.

00:14:25: Und allmählich drängte sich auch die Frage auf, ob es nicht womöglich der Täter selbst gewesen war – der vorab die Lage im Geschäft hatte sondieren wollen.

00:14:37: Sonntag, der neunzehnte April, nineteenhundertzweiundneinzig vier Tage nach Lisas verschwinden.

00:14:46: An jenem Ostersonntag hätte Lisa eigentlich in der Sacred Heart Church von Agawam ihre übliche Sonntagsschule abhalten sollen Doch die Vierundzwanzigjährige war nicht zu ihrem Termin erschienen.

00:14:58: Stattdessen hatte man während des Gottesdienstes weiße Bänder an die Gemeinde verteilt, die nun mit der niederschmetternden Gewissheit leben musste, dass die junge Frau nie wieder zu ihnen zurückkehren würde.

00:15:11: Denn Lisa war tot!

00:15:13: Ein Spaziergänger mit seinem Hund hatte sie an jenem Morgen in einem ablegenden Waldstück vor den Toren Agawams entdeckt – nicht mal eine Meile von dem Geschenkeladen entfernt.

00:15:25: Vier Tage lang hatte sie dort gelegen.

00:15:28: Halbnackt und mit schweren Stichwunden rund um den Hals, deren wegen sie vermutlich verblutet war.

00:15:34: In diesen vier Tagen hat es heftig geregnet – und der lose Waldboden hatte sich in ein sumfähnliches Moor verwandelt.

00:15:42: Das hatte nicht nur die Bergung des Opfer erheblich erschwert!

00:15:45: Die schwierigen Witterungsbedingungen hatten auch dafür gesorgt, dass wichtige Spuren für die Kriminaltechnik womöglich bereits unwiederbringlich verloren waren….

00:15:55: Immerhin ließen sich vor Ort dann doch noch ein paar wichtige Hinweise und Beweismittel zusammentragen.

00:16:01: Der ungewöhnliche Fundort der Leiche, der von der Straße her überhaupt nicht einsehbar gewesen war, bestätigte die Polizei in ihrer Vermutung.

00:16:10: Der Täter war kein Fremder gewesen – er war ortskundig!

00:16:14: Vermutlich war es jemand direkt aus Agravan.

00:16:17: Jemand, der Lisa sicherlich gekannt hatte….

00:16:20: Und dieser Jemand hatte glücklicherweise DNA-Spuren unter Lisasfingernägeln hinterlassen.

00:16:26: Die junge Frau hatte offenbar nicht resigniert, als der Täter sie aus dem Geschenkeshopp entführt und hierher gebracht hatte.

00:16:33: Sie hatte sich bis zum letzten Atemzug gewährt!

00:16:39: Auch in den frühen Ninzehundertneinzigerjahren gab es im Rahmen von Kriminalermittlungen schon DNA-Profilingen.

00:16:47: Allerdings waren die Verfahren im Vergleich zu heute deutlich langwieriger, komplizierter und kostspieliger.

00:16:54: Zudem hatten die Behörden noch keine umfangreichen Datenbanken wie heutzutage, wo man eine Probe einfach durchlaufen und mit zahllosen anderen Profilen vergleichen konnte.

00:17:04: Bei der Suche nach Lisas Mörder mussten die Ermittler sich gezielt Proben von möglichen Tatverdächtigen besorgen – diese miteinander abgleichen.

00:17:13: Priorität hatten hierbei nach wie vor Blair Messauer, der feste Freund des Opfers und dessen Mitbewohner Edward Bugatti, wer an dem Abend von Lisas verschwinden nur einen Katzensprung entfernt seine Schicht in einem Restaurant absolviert hatte.

00:17:28: Beide stellten ohne Widerstand Speichelproben für ein DNA-Abgleich zur Verfügung und brachten damit die endgültige Gewissheit.

00:17:36: Keiner von beiden war für den Mord an Lisa Siegert verantwortlich gewesen.

00:17:44: Detective Massey und sein Team hatten ursprünglich darauf gesetzt, dass Lisa's Mörder aus ihrem direkten Umfeld gekommen seien musste – mit dem Ausscheiden von Bugatti mussten sie sich nun einem ganz anderen Berg an Hinweisen und Informationen zuwenden, und darin sprichwörtlich die Nadel im Heuhaufen suchen.

00:18:03: Denn Agawam, Massachusetts war eine Kleinstadt mit nicht mal dreißigtausend Einwohnern.

00:18:09: Die Nachricht über Lisa's Ermordung verbreitete sich nicht nur wie ein Lauffeuer – und ließ eine Welle der Betroffenheit über die Bevölkerung hereinbrechen!

00:18:18: Sie sorgte auch dafür, dass nahezu jeder etwas zu dem Fall beizutragen und zur Wissen glaubte.

00:18:24: In den Tagen nach dem Auffinden von Lisas Leiche stand das Telefon der Mordkommission nicht mehr still.

00:18:31: Menschen berichteten von seltsamen Gesprächen, die sie mit angehört hatten oder bekannten Nachbarn- oder Arbeitskollegen, die ihnen schon immer seltsam vorgekommen waren.

00:18:41: und nicht zuletzt meldeten sich auch dutzende Frauen bei der Polizei und richteten den Zeigefinger sogar auf ihre eigenen Ehemänner als Potenzialitäter.

00:18:53: Die Akte zum Mord verließer Siegelt wurde immer dicker und unüberschaubarbar, und die Ermittler mussten irgendwann schließlich vor der schieren Masse an Informationen und Spuchen kapitulieren.

00:19:04: Manchmal riefen stündlich bis zu einhundert Zeugen an, die den entscheidenden Hinweis zuliefern glaubten – und tatsächlich war unter all diesen Anrufern jemand, der den Schlüssel zu diesem grausamen Verbrechen in den Händen hielt.

00:19:18: Jemand dessen Aussage zwar notiert worden war, welcher fatalerweise aber nie nachgegangen.

00:19:25: Eine Information, die fortan für viele Jahre in der Akte schlummern sollte.

00:19:35: September zwei Tausendsechzehn, vierundzwanzig Jahre nach der Tat Ein wenig stolz war Anthony Gulluni schon als er das Metallschild mit seinem Namen auf den massiven Eichen schreibtisch betrachtete.

00:19:51: Staatsanwalt von Hampton County, Massachusetts stand dort in imprägnierten Lettern geschrieben.

00:19:57: kaum zu glauben dass er es so weit gebracht hatte.

00:20:01: Und nun war es endlich an ihm, einen Altfall aufzuarbeiten der ihm seit über zwei Jahrzehnten unter den Nägeln brannte.

00:20:09: Damals als Lisa Siegert verschwand und kurz darauf ermordet aufgefunden worden war hatte das seine kleine heile Welt als heranwachsender brutal aus den Angeln gehoben.

00:20:21: mit einem Mal war ihm klar geworden wie viel Schlechtes und Abgründiges dort draußen unter seinen Mitmenschen lauerte und dass er nicht danebenstehen, und das alles still ertragen wollte.

00:20:34: Nein!

00:20:35: Er würde Menschen die Unverstellbares zu tun im Stande waren, Zerrechenschaft ziehen – und er würde mit Lisas Mörder beginnen.

00:20:46: Galuni spielte dabei die Tatsacheindikaten, daß sich binnen zwanzig Jahren die Technologie zur DNA-Probenerhebung und Auswertung massiv weiterentwickelt hatte.

00:20:56: Mittlerweile gab es umfangreiche Karteien Doch die inzwischen vierundzwanzig Jahre alte Probe von den Geweberesten unter Lisa Siegel's Fingernegeln ergab leider keinen Treffer.

00:21:06: Es musste also jemand gewesen sein, der zuvor noch kein schweres Gewalt oder Sexualverbrechen begangen hatte.

00:21:15: Doch die neuen Technologien ermöglichten noch etwas anderes.

00:21:19: Anhand des konservierten DNA-Materials konnte eine neu gebildete Gruppe an Kriminalisten und Experten nun eine umfangreiche Phenotypisierung des Täters anfertigen.

00:21:30: Sie kannten nun seine ethnische Abstammung, seine Haut-, Augen- und Haarfarbe – und sogar seine Gesichtsform.

00:21:37: Die sie auf Basis der Knochenstruktur, die ebenfalls als Information in der DNA-Probe enthalten war, herleiten konnten.

00:21:45: Dieses Täterprofil blichen sie nun mit sämtlichen namentlich genannten Verdächtigen in Lisa Sigürz Akte ab und konnten diesen Pool an unzähligen Personen schlussendlich auf elf Männer eingrenzen Von denen ist nun eine DNA-Probe für den finalen Abgleich einzuhohlen galt.

00:22:03: Die Schlinge zog sich immer weiter zu.

00:22:05: – – – Noelle de Laurie war totmüde, als sie von ihrer zwölf Stunden Nachtschicht als Krankenschwester im Klinikum endlich nach Hause kam und die Tür hinter sich ins Schloss fallen ließ.

00:22:28: Sie warf beiläufig die Post auf dem Küchencounter und bemerkte Das es ungewöhnlich ruhig in der Wohnung war.

00:22:35: »Garry, bist du da?« Durchbrach ihre Frage die Stille.

00:22:40: – keine Antwort!

00:22:43: Sofort breitete sich ein ungutes Gefühl in ihrer Magengegend aus.

00:22:47: Gestern erst hatte dieser Officer vor ihrer Tür gestanden und ihr eine Karte überreicht, mittels derer man Gary aufs Revier vorladen wollte.

00:22:55: Ihr Partner selbst war zu dem Zeitpunkt nicht daheim gewesen, doch als er später von seiner Schicht nach Hause gekommen und sie ihm den Zettel unter die Nase gehalten hatte, war er leichen Blass geworden.

00:23:07: Was also verschwieg er ihr?

00:23:10: Noel wollte den eben mitgebrachten Poststapel durchsehen.

00:23:14: als er auffiel das auf dem Counter bereits drei weitere Briefe lagen.

00:23:19: Sie alle hatten keinen Adressaten und waren nicht mal zugeklebt Also gingen sie unmittelbar davon aus dass sie jedes Recht hatte sie zu lesen.

00:23:30: Im ersten Brief bekannte Gary Shara sich zu der Tat.

00:23:35: Er gab zu, Lisa im April twohundneinzig entführt und ermordet zu haben.

00:23:40: Er schrieb – Ich hatte nicht die Absicht gehabt sie zu töten als ich sie aus dem Laden mitnahm aber ich verlor die Kontrolle und hatte schließlich keine Wahl.

00:23:51: er gestand außerdem seit seiner Jugend von Entführungs- und Bondage Phantasien besessen gewesen zu sein.

00:23:59: Der zweite Brief war eine Entschuldigungsschreiben an Lisa Siegels Familie.

00:24:04: der dritte Umschlag enthielt sein Testament.

00:24:07: Noelle wusste instinktiv sofort, was das zu bedeuten hatte.

00:24:12: Schnell raffte sie die Papiere zusammen, stieg in ihren Wagen und fuhr zur nächsten Polizeistationen.

00:24:21: Als Gary Shara noch am selben Tag im September zwei tausendsehnt verhaftet wurde er holte er sich gerade von einer Überdosis-Schmerzmittel im Johnson Memorial Hospital in Stafford Springs.

00:24:33: Er hatte versucht mit Ibuprofen das Leben zu nehmen – und war gescheitert!

00:24:38: In seinem anschließenden Prozess erfuhren die Öffentlichkeit und Lisa's Angehörige nach über zwanzig Jahren endlich, was ihn zu seiner abscheulichen Tat getrieben hatte.

00:24:49: Er hatte Lisa in den Wochen vor seinem Übergriff immer wieder heimlich beobachtet –was die vierundzwanzigjährige gespürt haben musste.

00:24:57: Nicht umsonst hatte sie damals ihrer Schwester gegenüber immer wieder betont wie unwohl sie sich abends allein in dem Shop fühlte.

00:25:05: Einmal war Gary Shara sogar in den Laden hineingegangen und hatte eine Spielur gekauft, die er anschließend seiner Frau schenkte.

00:25:14: Eben dieses Geschenk hatte Joyce Sharra wiederum mehr als misstrauisch gemacht – sie wusste wo die Spieluren verkauft wurden!

00:25:22: Und sie hatte bemerkt dass Gary an dem Abend von Lisas verschwinden mit zahlreichen Schnittwunden an den Händen nach Hause gekommen war.

00:25:31: Eine Information, die sie der Polizei bereits mehr als zwei Jahrzehnte zuvor übermittelt hatte und die Schlichtweg in der schieren Masse an Hinweisen untergegangen war.

00:25:44: Gary Sharra wurde am XXV September, zwei Tausend neunzehn wegen Entführung schwerer Vergewaltigung sowie Mord ersten Grades zu lebenslange Haft verurteilt – ohne Möglichkeit zur Bewährung!

00:25:58: Heute ist er sechsundfünfzig Jahre alt und fristet sein Dasein in einer Haftanstalt im Norfolk, Massachusetts.

00:26:05: Einer späte Vergeltung und genug Tun für das was er einst Lisa angetan hatte Doch zumindest bleibt die Gewissheit, dass er der Justiz zwar um Haares Breite entwischt wäre – sich schlussendlich jedoch seiner Verantwortung stellen musste.

00:26:21: Dass die nötige Technologie einfach Zeit gebraucht hatte, um Beweise zu liefern, das der entscheidende Hinweis wie ganze Zeit in den Akten versteckt geschlummert hatte, weil eine Frau mutig genug gewesen war, den Finger auf ihren eigenen Ehemann zu richten und das niemand trotz der vielen Unwegbarkeiten und Rückschläge wie es er in all dieser Zeit je vergessen hatte.

00:26:59: Übrigens, schon seit Jahrzehnteinundzwanzig produziert Schauerstoff jede einzelne Folge mit viel Sorgfalt und Herzblut!

00:27:06: Und wir freuen uns immer über neue Follower die unsere Liebe zu True Crime und Mystery teilen.

00:27:12: Falls du uns also unterstützen möchtest egal ob du schon länger dabei bist oder zum ersten Mal rein hörst las gerne ein Abo da und schreib uns einen Kommentar Vielen Dank.

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