(K)ein Mord, (k)ein Code
Shownotes
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Zur aktuellen Folge:
Drei Tage lang lag der Leichnam eines Mannes in der sengenden Sonne am Straßenrand, bevor jemand ihn im Vorbeifahren zufällig entdeckte. Anstelle eines Ausweises findet die Polizei in den Hosentaschen des Opfers nur einen kryptischen Code, der ein Verbrechen zu lösen verspricht, das vielleicht niemals stattgefunden hat…
Der Fall Ricky McCormick aus West Alton, Missouri (1999) und seine verschlüsselten Notizen, an denen sich bis heute das FBI und tausende Hobby-Kryptologen die Zähne ausbeißen.
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Transkript anzeigen
00:00:09: Kein Mord, kein Code.
00:00:27: Joanna kubelte ihre Fensterscheibe bis nach ganz unten und stühnte.
00:00:32: Diese grauenvolle Mittagshitze machte sie einfach fertig.
00:00:36: Sie hatte gerade zu Hause geduscht Und würde nun wahrscheinlich gleich wieder durchgeschwitzt Zu ihrer Schicht in der Fabrik antreten müssen.
00:00:43: Jeden Monat rechnete sie aufs Neue durch wann sie sich endlich einen neuen Wagen leisten konnte.
00:00:54: Einen mit einer Klimaanlage, so viel stand fest!
00:00:57: Wenn das so weitergingen würde sie bis zum neun Jahrtausend warten müssen, bis sie endlich das Geld zusammen hatte und das war noch verdammt weit weg.
00:01:07: Heute war gerade mal der dreißigste Juni nineteenhundertneuneinzig.
00:01:14: Sie hielt den Arm aus dem Fenster und spürte wie der warme Fahrtwind ihr Handgelenk umspielte.
00:01:21: So konnte sie sich zumindest einreden, es hätte einen gewissen kühlenden Effekt.
00:01:26: Die Landschaft von West Alton, Missouri – hier im mittleren Westen der USA war Ende Juni noch in sattes Grün getaucht und die Bäume und Sträuche konnten noch von den Wasserreserven im Boden zähren.
00:01:39: Die Luft war warm aber feucht!
00:01:41: Was einmal mehr dazu beitrug, dass man sich außerhalb der eigenen vier Wände schnell wie in einer Sauna fühlte.
00:01:49: Joanna bog auf die Route und spürte ein ihr mittlerweile doch sehr vertrautes, flaues Gefühl im Magen.
00:01:59: Sie kannte die Geschichten, die man sich über diese Gegend erzählte – dass man hier keinesfalls alleine anhalten sollte, das man vor allem nachts sich niemals dazu verleiten lassen durfte aus seinem Auto auszusteigen, um arglose Passanten wie sie aus ihrem Wagen zu locken, um sie auszurauben.
00:02:27: Oder Schlimmeres!
00:02:31: Joanna schüttelte den Schauer ab, der ihr plötzlich über den Rücken kroch.
00:02:36: So ein Quatsch, sagte sie laut zu sich selbst – doch ihre Worte kamen gegen den rauschenden Fahrtwind nicht an.
00:02:43: Sie war diese Straße nun schon unzählige Male entlang gefahren und hatte nie etwas Seltsames beobachtet.
00:02:50: Und selbst wenn jemand ihr eine Falle stellen wollte….
00:02:53: Sie war schließlich klug genug, um solchen kriminellen Manövern nicht auf den Leim zu gehen.
00:02:59: Sie würde tief durchatmen, weiterfahren und nicht mal einen Blick in den Rückspiegel riskieren.
00:03:08: Gerade hatte sie ihren Puls wieder einigermaßen runtergebracht – als ironischerweise genau das passierte, wo gegen sie im Geiste minutenlang angeredet hatte.
00:03:19: Dort vorn am Straßenrand lag etwas.
00:03:22: Aus der Entfernung hoffte Joanna noch es könnte einfach eine umgefallene Mülltüte oder ein Haufen aus verschiedenen Unrat sein.
00:03:30: Die Gegentier war vollkommen verlassen, und das Leute einfach hier rauswohren, um ungesehen ihren Sondermüll loszuwerden – ein deutlich plausibleres Szenario!
00:03:41: Doch je mehr sie mit ihrem Wagen heran nahte und die Augen zusammenkniff, umso eindeutiger wurde, dass dort eben kein undefinierbarer Müll herumlag.
00:03:51: Dort lag ein Mensch.
00:03:53: Instinktiv holte Joanna das Mantra wieder hervor dass sie sich eben erst Minuten zuvor eingetrichtert hatte, was auch immer sie dort vorfinden würde.
00:04:02: Sie durfte auf keinen Fall anhalten oder aussteigen.
00:04:08: Als sie sich der Person im Straßengraben bis auf wenige Meter genähert hatte, trat sie dennoch entgegen ihrer Vernunft auf die Bremse und verlangsamte ihren Wagen genug damit sie sich ein richtiges Bild machen konnte.
00:04:22: Und als ihre Augen nach ein paar Sekunden erfasst hatten –was sie davor sich sah– trat Joanna unvermittelt das Gaspedal durch.
00:04:31: Sie wusste nicht sicher, ob sie selbst noch in Gefahr war – aber ihr war klar, dass sie sich beeilen musste.
00:04:42: Detective Major Tom O'Connor stand eine halbe Stunde später in der glühenden Mittagshitze und fischte eine Papierservietta aus seiner Hemmtasche um sich den Schweiß von der Stirn zu wischen.
00:04:53: Ebennoch hatte er mit seinen Kollegen im Pausenraum gehockt und schmieriges Fast-Food vom Deiner an die Ecke gegessen als ein Anruf in der Zentrale eingegangen war.
00:05:03: Eine nervöse Frau hatte am Telefon behauptet, sie hätte an der Route three-six-seven einen Leichnam im Straßengraben liegen sehen.
00:05:11: Frustriert hatte er die Hälfte seines Burgers wieder in die Styroporschachtel gelegt und nach ein paar Servietten gekriffen.
00:05:19: Denn dass die Leute Leichen meldeten, die angeblich in seinem County am Straßenrand herumlagen, kam bei Scott nicht so selten vor!
00:05:27: Die Menschen schaute zu viele Krimis und identifizierten jeden Sack Restmüll und jede Teppichrolle sofort als Mordopfer, dass man der Polizei melden müsse.
00:05:38: Umso überraschter war Okona nun gewesen, als er dreißig Minuten später an der beschriebenen Stelle eintraf – und dort tatsächlich eine Leiche vorfand!
00:05:48: Interessanterweise konnte der Ermittler mit nur einem kurzen Blick auf den Toten feststellen, das dieser nicht erst seit kurzem dort gelegen haben konnte.
00:05:56: Der tote Mann, als solchen identifizzierte Okona ihn direkt zeigte massive Spuren der Verwesung.
00:06:03: Er lag mit dem Gesicht nach unten im trockenen Gras, eine zerschlissene dreckige Leegeens und ein weißes fleckiges T-Shirt bedeckten den Großteil seines Körpers.
00:06:14: An den frei liegenden Armen und Händen hatte sich die Haut jedoch schon großflächig gelöst.
00:06:19: Sogar seine Fingerkuppen hatten sich bereits von selbst von den Knochen getrennt und lagen die gelbliche Wachsklumpen neben der Leiche zwischen den Grashalmen.
00:06:30: Als die Spurensicherung kurz darauf eingetroffen war und zahlreiche Fotos von dem unbekannten Toten gemacht hatte, drehte man den Leichnam schließlich auf den Rücken.
00:06:40: Die Vorderseite sah durch den unmittelbaren Kontakt zum Boden noch viel schlimmer als die Rückseite aus – und der Prozess der Verwesung hatte sich bereits tief in das Gesicht des Mannes gefressen und dieses Vollkommen unkenntlich gemacht.
00:06:54: Also durchsuchte man im nächsten Schritt die Taschen um idealerweise seine Geldbörse mit Ausweisdokumenten oder andere Hinweise auf seine Identität zu bekommen.
00:07:04: Doch anstelle eines Passes- oder Führerscheines zogen die Kriminaltechniker etwas völlig Unerwartetes aus der Gesäßtasche der Jeans des Toten.
00:07:14: Dort hatten zwei säuberlich gefaltete Zettel gesteckt, die von dem sich auflösenden Gewebe und der austretenden Flüssigkeit der Leiche zum Glück noch verschont geblieben waren.
00:07:24: Auf den beiden Zetteln stand eine diffuse Sammlung.
00:07:30: Nichts davon ergab auf den ersten Blick Sinn, und doch hatte sie jemand handschriftlich nach einem bestimmten Schema aneinander gereit.
00:07:37: Es war ein Code!
00:07:39: Ein Rätsel.
00:07:40: Das dem FBI-und unzähligen Hobbyermittlern in den kommenden Jahren viele schlaflose Nächte bereiten sollte.
00:07:51: Keine ID, sagte einer der Kriminaltechniker schließlich als Sie mit der Durchsuchung des Toten fertig waren – die Gerichtsmedizin wird Zahnabdrücke nehmen müssen oder auch nicht?
00:08:03: Er griff O'Connor wieder das Wort, nachdem er stumm beobachtet hatte wie die Männer in den weißen Schutzanzügen den toten Körper vorsichtig abgetastet hatten.
00:08:13: Er ging zu einem der Equipment-Koffer, streifte sich einmal Handschuhe über und nahm einen Sipplockbeutel sowie eine Pinzette heraus.
00:08:21: Anschließend kniete er sich neben dem toten Mieder und sammelte mit vorsichtiger Präzision die verstreuten Fingerkuchen aus den Grasböscheln.
00:08:30: Dann versiegelte er den Beutel, hielt ihn gegen das Licht Als könne sein Inhalt ihm schon jetzt das ersehnte Geheimnis entlocken und sprach, mal schauen ob die hier uns weiter helfen können.
00:08:45: Sein Name war Ricky McCormick.
00:08:48: Er war einundvierzig Jahre alt, kam aus einfachen Verhältnissen und lebte aufgrund von zahlreichen gesundheitlichen Problems von Erwerbsunfähigkeitsrente.
00:08:58: Als Teenager hatte er die Highschool nicht geschafft und galt als kognitiv eingeschränkt.
00:09:04: Seine eigene Mutter hatte ihn mehrfach als zurückgeblieben bezeichnet.
00:09:09: Er hatte vier Kinder mit verschiedenen Frauen gezeugt, lebte aber mit keiner von diesen zusammen und war ein Einzelgänger.
00:09:17: Außerdem hatte er nicht mal eine eigene Wohnung und kam immer wieder irgendwo unter.
00:09:22: Zeitweise lebte er in sozialen Wohnprojekten dann wieder für eine Weile bei seiner Mutter.
00:09:29: Ohne Schulabschluss und Ausbildung bekam er nur ab und an ein paar Gelegenheitsjobs und verdiente sich als Tellerwäscher oder Reinigungskraft ein bisschen was dazu.
00:09:39: Zuletzt hatte er regelmäßig die Nachtschicht bei einer Tankstelle übernommen.
00:09:46: Detective Major O'Connor hatte den richtigen Riecher gehabt, als sie die Fingerkuppen des Toten eingesammelt hatte.
00:09:54: Die abgelöste Haut war zwar bereits eingetrocknet gewesen – doch mit einem speziellen Verfahren hatten Sie den Fingerabdruck einer Kuppe wiederherstellen können!
00:10:04: Und dieser hatte in der Datenbank der Polizei einen Treffer hervorgebracht.
00:10:09: Sieben Jahre zuvor war McCormick dafür verurteilt worden, dass er Sex mit einer Minderjährigen gehabt und mit dieser zwei Kinder in die Welt gesetzt hat.
00:10:19: Dies sei wohl einvernehmlich geschehen – allerdings war McComick zu dem Zeitpunkt thirty- vier und das Mädchen erst dreizehn Jahre alt gewesen.
00:10:28: Deshalb das Vergehen als besonders schwer eingestuft wurde.
00:10:32: Ricky McCormick hatte ursprünglich drei Jahre Haft bekommen, war nach elf Monaten wegen guter Führung aber bereits wieder entlassen worden.
00:10:40: Seine begrenzten kognitiven Fähigkeiten und seine nur teilweise vorhandene moralische Urteilsfähigkeit hatten ihn nicht vollständig entlastet jedoch Eingang in das Urteil des Gerichts gefunden.
00:10:55: Der einundvierzigjährige Tote war demnach kein klassisches Opfer dass zuvor rechtschaffend durch die Welt gegangen war.
00:11:03: Das eigentliche Rätsel war für die Ermittler vorerst, wie er überhaupt zu Tode gekommen war.
00:11:10: Da der Leichnam bereits zu stark verwest gewesen war, fand die Gerichtsmedizin keinen klaren Anhaltspunkt für fremde Gewalteinwirkungen – weshalb sie mit Comics tot als unbestimmt klassifizierte.
00:11:22: Hinzu kam, dass der Tote laut ärztlicher Unterlagen zur Lebzeiten in keiner guten gesundheitlichen Verfassung gewesen war.
00:11:30: Schon seit seiner Kindheit hatte er ein Herzleiden gehabt und regelmäßig an heftigen Asthmaanfällen gelitten.
00:11:38: Dass diese Grunderkrankungen die Todesursache gewesen wären, konnte allerdings nicht festgestellt werden.
00:11:44: Die Polizei schloss daher ein fremdverschulden Nicht aus – zumal sie eine Verletzung im Bereich seines Schädels vermutete.
00:11:53: Dies konnte durch die Rechtsmedizin aufgrund der bereits fortgeschrittenen Verwesung jedoch nicht eindeutig bestätigt werden.
00:12:01: Hinzu kam noch — das machte das Mysterium um den Toten umso größer dass der Polizei von Anfang an schleierhaft war, wie dieser Mann – tot oder lebendig – an diesen speziellen Fundort mitten im Nirgendwo gelangt war.
00:12:18: Denn McCormick hatte, das er gab die Befragung seiner Familie und weiterer Menschen aus seiner Peripherie weder ein Auto noch einen Führerschein gehabt.
00:12:27: Die Gegend Oberst Alton Missouri war zudem sehr dünn besiedelt und es gab nicht mal einen öffentlichen Nahverkehr in Form von Bussen.
00:12:35: Wie also war er überhaupt an den Ort gekommen?
00:12:38: an dem die Polizei schlussendlich seine Leiche geborgen hatte.
00:12:44: Auch dieser Umstand bewugt die Ermittler zu der Annahme, dass McCormick's Fundort nicht mit dem Tatort übereinstimmte und das jemand ihn dort postmortem abgelegt hatte – nur wer sollte das gewesen sein?
00:12:58: Und mit welchem Motiv überhaupt?
00:13:03: Um besser einzugrenzen welche Personen zuletzt den Weg des einundvierzigjährigen gekreuzt hatten bestimmte man Überzeugenaussagen seiner letzten bekannten Aufenthaltsorte.
00:13:14: Am fünfundzwanzigsten Juni, also fünf Tage vor dem leichten Fund war McCormick noch auf eigene Initiative hin wegen Atemnot im Forest Park Hospital vorstellig geworden.
00:13:26: Man diagnostizierte einen Asthma-Anfall verschrieb ihm passende Medikation und schickte ihn wieder nach Hause.
00:13:33: Am sechsunzwanzzigsten Junii telefonierte er sowohl mit einer Freundin als auch mit seiner Tante Gloria McCormick.
00:13:41: Sie sprachen über Belanglosigkeiten, unter anderem über seine Arbeit an der Amokotankstelle in St.
00:13:46: Louis, wo er hin und wieder die Nachtschichten übernahm.
00:13:50: Für diese Tätigkeit hatte der einundvierzigjährige praktisch keinen Arbeitsweg, denn aktuell lebte er in einem sozialen Wohnkomplex nur wenige Meter direkt daneben.
00:14:02: Am Morgen des siebenundzwanzigsten Juni hatte ein anderer Angestellter der Amoku-Tangstelle Ricky McCormick von seiner Nachtschicht abgelöst.
00:14:11: Dies war der letzte Zeitpunkt, als jemand den einundvierzigjährigen noch lebend gesehen hatte und dies deckte sich auch mit dem errechneten Todeszeitpunkt der Gerichtsmedizin.
00:14:21: McCormack musste am siebenundzwanzigsten Juni nineteenhundertneunundneinzig gestorben sein – und drei Tage neben dem Maisfeld gelegen haben!
00:14:29: Das merkwürdige daran?
00:14:31: McCormicks Bewegungsradius war in den Tagen vor seinem Tod extrem klein gewesen.
00:14:37: Das Maisfeld, wo man ihn auffand, lag fünfzehn Meilen außerhalb der Stadt und war für ihn selbst unerreichbar gewesen.
00:14:45: Auch deswegen behandelten die Ermittler seinen Tod als eine Art verdeckten Mordfall – denn klar war, jemand musste ihn dorthin geschafft haben!
00:14:57: Die Liste an möglichen Verdächtigen war allerdings ernüchternd kurz.
00:15:02: Als eine Möglichkeit erachteten die Ermitter dass McCormick eventuell als naiver Drogenkurier für einen stadtbekannten Dealer im Einsatz gewesen war und das die ablegende Straße in West Orton, womöglich ein Übergabeort gewesen war zu dem man McCormicks gebracht hatte.
00:15:20: Der Name des Dealers war Gregory Lamar Knox.
00:15:24: Dazu passte, dass dieser und McCormic zuletzt im selben Wohnkomplex gelebt und sich entsprechend gekannt haben mussten.
00:15:32: Außerdem als einer der Verdächtigen in den Ermittlungen zumindest vier weiteren Morden sowie zwei Auftragsmorden gelistet.
00:15:41: Der Mann hatte also ein extrem gewaltvolles Profil, nachweisen konnte man ihm mit Blick auf McCormick allerdings nichts.
00:15:52: Ansonsten kamen eigentlich nur noch zwei andere Männer als Verantwortliche für McCormicks Tod infrage – seine Chefs!
00:16:00: Die Tankstelle an der Ricky McCormack gearbeitet hatte wurde von einem palästinensischen Brüderpaar namens Juma und Baha Hamdalla betrieben.
00:16:10: In Sachen Gewalttätigkeit nahmen sich die beiden Männer überhaupt nichts.
00:16:14: Baha-Hamdalla hatte bereits ein Verfahren anhängig, weil er einen anderen Mann mit einem rostigen Hammer verprügelt und mit dessen Tod gedroht hatte.
00:16:24: Zwei Wochen vor dem eigentlichen Verfahren fand man den Kläger erschossen auf – konnte jedoch leider nie beweisen, wer dafür verantwortlich gewesen war.
00:16:35: Juma-Hamdalla hat ein kleineres Vorstrafenregister Rückte während der Ermittlungen, aber durch einen vielsagenen Zwischenfall umso mehr in den Fokus der Polizei.
00:16:45: Im August-Ninzehundertneunundneunzig wenige Wochen nach Merkormix tot schoss er mit einer Schrottflinte auf seinen eigenen Bruder Baha.
00:16:53: Dieser überlebte und erstattete nicht mal Anzeige.
00:16:58: Allein diese Schilderung zeigt welch rohe und marzialische Gewalt von den weiten Brüdern ausging – trotz dessen dass vor allem die Hamdalla-Brüder als mögliche Täter naheliegend erschienen, befanden sich die Ermittler in einem riesigen Dilemma.
00:17:15: Zum einen gab es weder physikalische Beweise am Fundort der Leiche für eine Fremdeinwirkung Es gab keine DNA-Spuren, keine Reifenabdrücke – nichts was irgendwie Rückschlüsse auf die Anwesenheit anderer Menschen zu ließ.
00:17:29: Zum anderen hatte die Polizei mit Blick auf die weiten Brüder nicht mal ein richtiges Motiv herausarbeiten können.
00:17:36: Auch wenn sie höchst gewaltbereit waren war im Zuge der Ermittlungen nicht über einen schwellenden oder offenen Konflikt zwischen ihnen und McCormick ans Licht gekommen.
00:17:46: Das größte Problem blieb jedoch – wegen der starken Verwesung des Leichnahms konnten Polizei- und Rechtsmedizin nicht mal gesichert sagen, dass Ricky McCormack ungebracht worden war so wie Detective Major O'Connor es später zusammenfassen sollte.
00:18:03: Wir konnten nicht nur nicht beweisen das es Mord war wir fanden nicht einmal ein Motiv Warum dieser Mann hatte sterben müssen?
00:18:13: Im Dezember, der Fall dann schließlich aufgrund stagnierender Ermittlungen in Missouri zu den Akten gelegt.
00:18:21: Als einzige Spur blieb damit nur noch der kryptische Code übrig, den man anstelle eines Ausweises in den Taschen des Opfers gefunden hatte.
00:18:30: Da die Ermittler vor Ort mit dessen Entschlüsselung nicht weiter kam, übergab man den Case mit Beginn des neuen Jahrtausends schließlich dem FBI.
00:18:40: Nun schauten erstmals verschiedene Experten auf das mysteriöse Gemisch aus Großbuchstaben und Zahlen.
00:18:46: Die zwei Seiten waren mit insgesamt dreißig Zeilen beschrieben, zusätzlich zu den Lettern und Nummern entdeckte man außerdem ein paar Klammern, Windestriche, Pluszeichen oder geometrische Symbole.
00:18:58: Das Entscheidende daran – das Muster hinter all diesen Zeichen schien nicht zufällig!
00:19:04: Bestimmte Buchstabenkombinationen wiederholten sich Und die Klammern schienen als strukturgebende Elemente innerhalb eines Satzes eingesetzt worden zu sein.
00:19:16: Um dem Code auf die Spur zu kommen, wandte das FBI ein bekanntes und für gewöhnlich zum Erfolg führenden System an.
00:19:24: Im ersten Schritt bestimmte man die Sprache in der der Code verfasst wurden war – und legte sich auf Englisch fest, weil dies in Anbetracht der Umstände das Nahelinkste war.
00:19:35: Im zweiten Schritt wollte man das System der Kodierung bestimmen also nach welchen Prinzipien sich der Code aufbaute.
00:19:42: Hier scheiterten die Experten bereits, weshalb sie im Anschluss auch nicht die einzelnen Zeichen entschlüsseln konnten.
00:19:48: Sie kamen lediglich zu der Annahme, dass der Code vermutlich keine Nachricht an eine andere Person war sondern viel mehr wie ein persönlicher Notizzettel interpretiert werden musste.
00:20:00: Zehn Jahre lang lag der Code anschließend beim FBI in einer Schublade Bis man zehntausend elf beschloss ihn der Öffentlichkeit zugänglich zumachen und so vielleicht doch noch eine Entschlüsselung zu erreichen.
00:20:13: Tausende Menschen beteiligten sich daraufhin an dem kollektiven Rätselraten, und – das ist leider die ernüchternde Auflösung – scheiterten.
00:20:23: Zumindest bisher!
00:20:27: Denn das Interesse an dem Code ist nach wie vor ungebrochen Und auch die Art, wie man ihn entschlüsseln könnte hat sich über die Zeit in verschiedenen Theorien niedergeschlagen.
00:20:37: In Reddit unterfohren Argumentieren verschiedene Nutzer, dass man den Code womöglich gar nicht mathematisch knacken könne.
00:20:47: Da er überhaupt nicht dazu bestimmt sei!
00:20:49: Dass es sich viel mehr um das persönliche Notizsystem eines Menschen mit einer neurodivergenten Denkstruktur handelte – ausschließlich dafür designt seine eigenen Gedanken zu ordnen, zu filtern und zu bewerten – und damit für ein neurotypisches Gehirn überhaupt nicht lesbaren.
00:21:09: Wer McCormick's kryptische Notizen selbst in Augenschein nehmen möchte, kann diese übrigens im englischsprachigen Wikipedia aufrufen.
00:21:17: Vielleicht findet sich nach über fünfundzwanzig Jahren ja doch noch jemand der es versteht die Buchstaben und Zahlen so zu lesen umzuordnen dass sie für den Rest der Welt plötzlich Sinn ergeben.
00:21:31: Mit der Frage konfrontiert ob Ricky McCormack sich für verschlüsselte Botschaften interessiert habe sagte seine Familie übrigens damals Er habe gerade mal seinen eigenen Namen schreiben können.
00:21:43: Sie hielten es für extrem unwahrscheinlich, dass er den Code überhaupt selbst geschrieben hatte.
00:21:51: Ohne nachweisbare Todesursache gibt es keinen Mord.
00:21:55: Ohnem Mord gibt es kein Mörder und ohne Schlüssel gibt es vielleicht auch gar keinen Code oder zumindest keinen der irgendwie Aufschluss darüber geben könnte was genau mit seinem Besitzer damals an einem heißen Hochsommertag im Jahr, wirklich passiert ist.
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