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Vom Leben und Sterben im Paradies

Shownotes

Mitten im australischen Busch hatten Keith und Dianne Blessing sich ihre wunderschöne Altersresidenz geschaffen, um dort ihren goldenen Lebensabend zu verbringen. Jahrelang schien alles perfekt und sie wiegten sich in Vertrauen und Sicherheit, als eines Nachts völlig unvermittelt das Böse in ihre vier Wände drang…

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Zur aktuellen Folge:

Der hochaktuelle Fall Keith und Dianne Blessing aus Torrington, Australien (2026) – ein älteres Ehepaar, das sich im abgelegenen australischen Busch den Traum vom friedlichen Lebensabend erfüllte, bis eine Juninacht dieses Paradies für immer erschütterte.

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Transkript anzeigen

00:00:09: vom Leben und Sterben im Paradies.

00:00:26: Diane konnte ihren Atem in der kalten Abendluft kondensieren sehen, als sie Fröstillen vor die Tür trat und schnell zum Schuppen hinüber lief.

00:00:36: Die Wintermonate von Juni bis August waren hier auf dem australischen Kontinent zwar vergleichsweise mild – doch gerade zu später Stunde!

00:00:45: lagen die Temperaturen oft nur noch im einstelligen Bereich und vielen während der Nacht auch gerne mal unter den Gefrierpunkt.

00:00:53: Diane musste sich beeilen, wenn der Frost ihr kein Strich durch die Rechnung machen sollte.

00:01:01: Das gemeinsame Haus von Diane und ihrem Mann Keith Blessing lag in Torrington – einem winzigen Dorf mit gerade mal rund fiveundachtzig Einwohnern im äußersten Norden von New South Wales hoch oben auf einen Plateau namens Mowl Table Land etwa ein tausend Meter über die Meeresspiegel und nur einen Steinwurf von der Grenze zu Queensland entfernt.

00:01:25: Innerhalb ihrer kleinen Gemeinschaft stand das Haus der Blessings besonders ablegen, und ihr großes Grundstück wurde vollständig vom Buschland umfasst.

00:01:35: Daran stürden sich die Ehleute jedoch überhaupt nicht – sie waren bereits seventy- zweiundvielfünfundsiebzig Jahre alt und hatten sich bewusst für dieses ruhige Fleckchen Erde entschieden, und dem gemeinschaftlichen Großziehn ihrer Töchter, dort ihren goldenen Lebensabend zu verbringen.

00:01:55: Die Gegend war ihnen immer sicher vorgekommen – und sie hatten sich in ihrer großzügigen Altersresidenz stets geborgen gefühlt bis zu jenem verhängnisvollen Abend vom vierten Juni-Zweitausendsechsundzwanzig.

00:02:12: Diane schloss die knarrende Tür zu ihrem Schuppen auf und schaltete das Licht ein.

00:02:17: Hier drinnen war es nur marginal wärmer als draußen!

00:02:21: Aber das Wichtigste war dass ihr alljährliches Geschenk an die Nachbarschaft gut verpackt war.

00:02:27: Jeden Herbst freuten Diane und Keith sich aufs Neue über die reichhaltige Ernte, die ihnen ihre zahlreichen Apfelbäume bescherten.

00:02:35: Und jedes Jahr wie jetzt im Winter stellten sie dann fest, daß sie mit dem Verarbeiten- und Verbrauchen der Früchte schließlich nicht mehr hinterher kamen.

00:02:45: Also hatte Diane es irgendwann zur Tradition gemacht – einen großen Sack voller Äpfel an das Ende ihrer Einfahrt direkt an den großen Turbogen zu stellen!

00:02:54: damit Anwohner oder Vorbeifahrende zugreifen konnten.

00:02:58: Sie verlangten dafür keine Gegenleistung, für Diane und Keith war das einfach ein Symbol für eine starke Gemeinschaft – und eine kleine Geste unter Nachbarn!

00:03:11: Diane hiefte den schweren Nutesack mit beiden Händen aus dem Schuppen und schleifte ihn schwerfällig über den Rasen den Berg hinunter in Richtung ihrer Einfahrt.

00:03:20: Noch vor ein paar Jahren hatte sie ihn über die Schulter werfen und deutlich bequemer transportieren können Doch das Alter machte ihr immer mehr zu schaffen, und Keith brauchte sie gar nicht erst zu fragen.

00:03:32: Der war mit seinen seventy-fünf Jahren und zwei überstandenen Bandscheibenvorfällen erst recht nicht der richtige Ansprechpartner dafür.

00:03:39: Hoffentlich würden Sie noch lange einigermaßen unabhängig – und selbstbestimmt leben können!

00:03:47: Leise fluchend und nur langsam vorwärts kommt, mühte Dajen sich mit dem Sack voller Äpfel ab, während sie allmählich auf die Einfahrt zusteuerte.

00:03:57: Anders als auf den Nordhalbkugeln wurde es um diese Jahreszeit im australischen Hochland bereits am späten Nachmittag dunkel.

00:04:04: Und als ihr gegen zwanzig Uhr eingefallen war, dass sie unbedingt noch die Äpfel vor das Tor hatte stellen wollen, war's bereits tiefschwarze Nacht hier am Rande des Outbacks.

00:04:15: Entsprechend erleichtert Wadajenn, als sie sich schließlich dem offenen Torbogen ihrer Grundstückseinfahrt mehrte und das Licht des Bewegungsmelders ansprang.

00:04:25: Sie ging hindurch und stellte den Jutesack schließlich vor einem der beiden steinernen Posten ab.

00:04:31: Dann griff sie in die Tasche ihrer Kashmir-Strekjacke und zog einen dicken Filzstift hervor, mit dem Sie in großen Lettern «for free», also umsonst auf den groben Stoff schrieb.

00:04:44: Zufrieden betrachtete sie einen Augenblick lang ihr Werk als plötzlich ein merkwürdiges Geräusch –die winterliche Stille durchbrach–und an ihr Ohrdrang.

00:04:54: Es war so leise dass es einer anderen hochbetagten Dame unmöglich gar nicht aufgefallen wäre.

00:05:00: Doch Dayens Ohrn funktionierten trotz ihrer seventy-Jahre, immer noch erstaunlich gut.

00:05:06: Und sie konnte im Bruchteil einer Sekunde auch sofort identifizieren was für ein Geräusch das gewesen war.

00:05:13: Jemand hatte den elektrischen Fensterheber seines Wagens betätigt.

00:05:20: Sofort fuhr sie herum und starte in die Dunkelheit rechts und links der Toreinfahrt.

00:05:25: Hier gab es keine unmittelbaren Nachbarn – und das kleine Lämpchen des Bewegungsmelders brachte nur einen Lichtkegel von etwa acht Metern Radius zustande!

00:05:34: Alles, was darüber hinausging versank in tiefschwarzer Dunkelheit.

00:05:39: Dahin spürte wie ihr unwähkürlich ein kleiner Schauer über den Rücken kroch.

00:05:44: Aber sie besannen sich sofort und schüttelte das ungute Gefühl wieder ab – wie lächerlich das doch war!

00:05:52: Keith und Sie hatten hier schon so viele glückliche Jahre verbracht Und nun begann sie auf ihre alten Tage plötzlich hinter jedem Schatten und jedem kleinen Geräusch irgendwelches Unheil zu vermuten.

00:06:04: Auf einmal war sie sich gar nicht mehr so sicher, ob sie sich das Geräusch nicht vielleicht doch eingebildet hatte oder ob es womöglich von einem wilden Tier stammte.

00:06:13: Hier in der australischen Wildnis lebten die exotischsten Kreaturen der Welt und die konnten zuweilen skurrile Lauter von sich geben – das hatte sie mehrere Male bezeugend dürfen.

00:06:25: Schnell normalisierte sich Dajens Herzschlag wieder.

00:06:28: Sie strafte die Schultern, wandte sich dem hell erleuchteten Haus an der Spitze ihres Kunststückshügels zu Und ging zügigen Schritte, die aufhat wieder nach oben.

00:06:38: Gleich würden die zwanzig Uhr Nachrichten beginnen.

00:06:41: Ihr geliebtes abendliches Ritual mit Keith Das war gerade nochmal gut gegangen.

00:06:52: Schweigend und stocksteif saß er in der Dunkelheit und hörte wie das Blut durch seine Venen rauschte.

00:06:58: Als er spürte, wie sich sein Puls allmählich wieder beruhigte löste er sich schließlich aus seiner Schockstarre Verdammt!

00:07:06: Warum war ihm nur so ein idiotischer Fehler unterlaufen?

00:07:10: Spätestens, als das Licht des Bewegungsmählers angesprungen war, hatte er doch gewusst, dass er sich jetzt absolut ruhig verhalten musste.

00:07:18: Aber dann war diese alte Frau so beschäftigt mit ihrem Beutel und ihrem Stift gewesen, daß sie sich für einen Moment wohl zu unbeobachtet und entspannt gefühlt hatte.

00:07:28: Er hatte die Hand auf der Fahrradtür abgelegt – und war ungeschickt gegen den Fensterheber gekommen!

00:07:34: Das Fenster war zum Glück nur ein Spaltbreit geöffnet gewesen Damit er den Qualm seiner brennenden Zigarette hatte hinaus posten können, die er kurz zuvor noch geraucht hatte.

00:07:45: Entsprechend kurz war das charakteristische Sohren gewesen, als er es versehentlich schloss und dennoch hatte die Frau überrascht innegehalten sich nervös umgeschaut und schien plötzlich nicht länger arglos zu sein.

00:07:59: Immerhin dauerte der Moment nicht lange Und sie ging wieder direkt zurück zum Haus.

00:08:05: Hätte sie nur ein paar Schritte hinein in die Dunkelheit gemacht hätte sie seinen silbernen Wagen schließlich irgendwann ausmachen können.

00:08:12: Und dann wäre sein Genialer, abgründiger Plan ein für allemal Ruinette gewesen.

00:08:22: Keith saß in seinem Lieblingssessel und fummelte frustriert mit zwei verschiedenen Brillen herum die gleichzeitig an zwei unterschiedlichen Ketten um seinen Halsbaumelten.

00:08:32: immer wieder setzte er sie abwechselnd auf knifft die Lieder zusammen starte auf den Fernseher und fluchte dabei leise.

00:08:40: Diane trat schließlich in die Wohnstube und verdrehte beim Anblick ihres Mannes die Augen, rang sich dann jedoch ein verständnisvolles Lächeln ab.

00:08:50: Warum nimmst du nicht die neue Gleitsichtbrille?

00:08:53: fragte sie betont unbedarft um ihn noch nicht zusätzlich zu reizen!

00:08:58: Sie liegt da drüben in der Kommode.

00:09:00: ich bringe sie dir gerne.

00:09:03: Ach mit diesem neuen Ding komme ich noch weniger zurecht gab Keith unwirsch zurück und verglich zum unzähligsten Mal die verschiedenen Seestärken Bevor er schließlich resignierte und säufzte, nahe gib schon her.

00:09:17: Wieder lächelte Diane und fühlte sich insgeheim bestätigt als sie zur Komode hinüber ging und die oberste Schublade aufzog.

00:09:25: Nach bald fünfzig Jahren Ehe wusste sie einfach immer was das Beste für ihn war – und eher wiederum wusste das zu schätzen.

00:09:33: einer der vielen Gründe warum sie gemeinsam die vielen Höhen- und Tiefen ihrer Beziehung gemeistert hatten und noch immer zufrieden mit ihrer Partnerschaft waren.

00:09:43: Keith wiederum hatte immer zu ihr gestanden und sie verteidigt, wenn es ein Problem gegeben hatte.

00:09:49: Er war nie aktiv auf der Suche nach Ärger gewesen – dafür war er stets zu sanftmütig und introvertiert.

00:09:56: Doch er hat einen ausgeprägten Beschützerinstinkt und eine starke Schulter auch, wenn seine tatsächliche physische Kraft in den letzten Jahren deutlich nachgelassen hatte.

00:10:09: und ließ sich neben ihm auf Sofa fallen, als im selben Moment der Nachrichtengong ertönte – und wie gewohnt die zwanzig Uhr-Nachrichten über den Bildschirm flimmerten.

00:10:24: Im Anschluss würden sie noch einen krimi gemeinsam anschauen.

00:10:28: Diane hatte sich die ganze Woche darauf gefreut, aber urplötzlich war sie nicht mehr in Stimmung!

00:10:34: Das seltsame Geräusch, das sie kurz zuvor noch an der Einfahrt ihres Hauses vernommen hatte, spugte durch ihr Unterbewusstsein, wenn sie wenigstens mit absoluter Gewissheit wüsste, was sie da gehört Vielleicht hätte sie einfach die Passchritte raus aus dem Lichtkegel und hinein in die Dunkelheit wagen sollen.

00:10:53: Wahrscheinlich war es wirklich nur ein Tier gewesen oder das Geräusch gehörte zu den Wagen eines ortsfremden Touristen, der nur auf der Durchreise war und eine ältere Dame wie sie nicht erschrecken wollte.

00:11:06: Aber was wenn nicht?

00:11:08: Was wenn nicht etwa ihre Gedanken ohne jedweder Ratio ihre Paraneuer fütterten sondern wenn sich stattdessen ihr Bauchgefühl meldete?

00:11:16: War da draußen jemand, der ihnen schaden wollte?

00:11:23: Nachdenklich sah sie Keith von der Seite an.

00:11:26: Der interessierte die Nachrichten verfolgte und heimlich zu Verwergen schien wie zufrieden ihn sein Seherlebnis mit der neuen Brille machte.

00:11:35: Würde er Sie immer noch verteidigen können, wenn es hart auf hart käme?

00:11:41: Was ist?

00:11:42: wandte er den Blick schließlich irritiert vom Fernseher ab und sah sie direkt an.

00:11:47: Dajens Gedanken schnellten unvermittelt zurück in die Gegenwart!

00:11:51: Wieder rief sie sich innerlich zur Ordnung und ermahnte sich, nicht länger den Teufel an die Wand zu malen.

00:11:57: Sie hatte sich stets sicher hier gefühlt – Hier in diesem wunderschönen Haus in Torrington, einem ablegenden kleinen Ort der für sie stets das Paradies auf Erden bedeutet hatte.

00:12:09: Und egal wie sehr sie sich nun in dieses ungute Gefühl hineinsteigerte Ändern konnte sie für den Moment eh nichts.

00:12:19: Deine neue Brille steht dir gut sagte sie schließlich und zwingerte ihn zu.

00:12:25: Ich mache uns noch schnell etwas Popcorn, bevor der Film anfängt.

00:12:34: Er schaute auf die Uhr im Armaturenbrett und dann hinüber zum Haus – und wieder auf die Uhe!

00:12:40: Und wieder herüber.

00:12:42: Dreiundzwanzig Uhr zwang dreißig.

00:12:45: Seit etwa eine halben Stunde war in dem hübschen Bungalow auf dem Hügel alles dunkel.

00:12:51: Sein Moment war gekommen.

00:12:54: Geräuschlos öffnete er die Fahrertür und stieg in einer einzigen geschmeidigen Bewegung aus.

00:13:00: Er entschied sich, die Tür nur angelehnt zu lassen – und nicht mit dem typischen satten Geräusch zuzuwerfen!

00:13:07: Hier unten war er zwar noch gut einhundert Meter von seinem Ziel entfernt, doch die Windstille- und Sternenklare Nacht würde den Schalen nicht gut verschlucken.

00:13:16: Und er hatte schließlich erst vor wenigen Stunden gelernt, dass einer von beiden offenbar noch sehr gute Ohren hatte.

00:13:24: Laut Losschlächer über den steinharten Lehenboden und näherte sich der Einfahrt.

00:13:29: Die Klinge seines Messers, welches er mit festem Griff in der Hand trug, reflektierte in dem schwachen Mondlicht, das ich gerade durch die Wolken brach.

00:13:39: Wieder sah er nach oben zum Haus – immer noch alles dunkel!

00:13:44: Dann begann er den Anstieg.

00:13:50: Diane warf sich unruhig hin und her und schüttelte ihr Kissen zur mittlerweile fünften Mahl auf.

00:13:56: Es war zwecklos — sie war einfach zu unruhmig um einzuschlafen.

00:14:00: Und es lag nicht nur daran dass Keith neben ihr längst ins Land der Träume geglitten war und seelig schnarchte.

00:14:07: Zwar ging es ihr oft gehörig auf die Nerven, das ihr Ehemann jeden Abend im Schlaf kanadische Wälder abholzte.

00:14:15: Aber dennoch hatte sie es nie über sich gebracht, daß sie deswegen in getrennten Schlafzimmern schliefen.

00:14:21: Das war so eine neumodische Anwandlung der jüngeren Generationen.

00:14:25: Sie hingegen hatte irgendwann gelernt damit zu leben Und irgendwo gaben ihr die lauten Atmgeräusche ja auch Sicherheit.

00:14:35: Aber heute lag es nicht einmal an Keith lautem Schnarchen, daß sie ewig nichts zur Ruhe kam.

00:14:41: Auf der Seite liegend konnte sie ihren eigenen Puls im Ohr rauschen hören – der unentwegt gegen ihr Kopfkissen hemmerte!

00:14:48: Sie war nervös, aufgebracht, ängstlich und so sehr sie es wieder vor sich selbst leugnen wollte.

00:14:56: Wusste sie insgeheim längst?

00:14:58: Warum?

00:15:02: Endlich hatte er das Haus auf dem Hügel erreicht.

00:15:06: Der Anstieg war überraschend steil und anstrengend gewesen sodass er kurz die Hände auf die Knie hatte stützen und Luft holen müssen.

00:15:14: Er musste dringend seine Atmung wieder runterfahren, bevor er seinen Plan in die Tat umsetzte.

00:15:20: Das Adrenalin würde ihn schon noch genug aufputschen.

00:15:27: Immer noch lag Dahyen wach da und starte in die Dunkelheit.

00:15:31: Sie begriff plötzlich, dass all ihre Sinne bis zum Anschlag hochgefahren waren – während ihr Herzschlag unter der Decke jedes verdächtige Geräusch zu über Tönen drohte!

00:15:42: Und trotzdem entging ihr etwas nicht.

00:15:45: Aus der Küche, die zugleich der Eingangsbereich ihres großzügige Schnitten im Bungalows war, drang etwas an ihr Ohr.

00:15:53: Es klang irgendwie wie langsam splitterndes Holz.

00:15:57: Ihre Eingangstür war aus Holz gefertigt.

00:16:01: Gerade wollte Dajen sich zu Keith umdrehen und ihn wecken als sie noch einmal am gestrenkt lauschte.

00:16:07: Es war wieder toten still.

00:16:09: Verlore Sie mit einem Mal etwa den Verstand?

00:16:13: Gehörte das zu den üblichen Alterserscheinungen oder waren es Vorzeichen einer Demenz, dass sie plötzlich Dinge wahrnahm und nicht mehr klar sagen konnte ob Sie real waren oder nur in Ihrem Kopf existierten?

00:16:27: Immer noch lag Dajen auf dem Rücken und rührte sich nicht.

00:16:31: Sie hätte natürlich auch einfach aufstehen und nachsehen können um ihr schlechtes Gefühl zu beruhigen Aber was wenn sich tatsächlich jemand Fremdes im Haus befand?

00:16:41: Dann würde sie dem Eindringling direkt in die Arme laufen.

00:16:47: Während sie noch im Geiste mit sich selbst darüber verhandelte, was sie nun tun solle lieferten ihr leise Schritte auf dem Flur schließlich die Antwort.

00:16:57: Doch es war bereits zu spät.

00:16:59: Dajen schreckte instinktiv hoch und setzte sich im Bett auf als eine dunkle Gestalt im Türrahmen ihrer geöffneten Schlafzimmertür erschien.

00:17:09: Sie hörte sich selbst gählen Schreien als die Person mit einem großen Messer in der Hand auf sie zustürmte.

00:17:16: Die Klinge traf sie frontal direkt durch die Brust Einmal, zweimal und noch einmal.

00:17:24: Als der Täter ein viertes Mal zustechen wollte, rampte Keith ihn plötzlich von der Seite und er fiel vom Bett.

00:17:32: Dahin spürte wie das warme Blut aus ihren tiefen Wunden trat und ihr Nachthemd durchtränkte.

00:17:38: Instinktiv presste sie ihre Hände gegen ihren Brustkorb, während sie mit ansehen musste, wie Keith todesmutig mit dem Angreifer im Halbnunkel ihres Schlafzimmers rangelte.

00:17:48: Als sie glaubte dieser Albtraum könne nicht mehr schlimmer werden Zückte die dunkle Gestalt erneut ihr Messer und schlitzte Keith in einer einzigen, waagerechten Bewegung den Bauch auf.

00:18:00: Erneut entfuhr Dajen ein Schrei als sie ihren Mann rückwärts taumeln sah und glaubte, er würde jeden Moment zusammenbrechen.

00:18:08: Doch dann geschah etwas Merkwilliges!

00:18:12: Für nur einen kurzen Augenblick trafen sich die Blicke des alten Ehepaares in der Dunkelheit.

00:18:18: In Dajens Augen spiegelte sich der Ausdruck von Verzweiflung Panik-und nackter Todesangst.

00:18:24: In Keith schmerzverzerrten Blick, ob der schrecklichen Wunder am Bauch, lag jedoch noch etwas anderes.

00:18:30: Ein Ausdruck, der ihr zu sagen schien, macht dir keine Sorgen – wir schaffen das!

00:18:38: Dann wandte er den Blick ab, nahm Anlauf und rampte sich wieder mit seinem gesamten Gewicht gegen den Angreifer, so dass dieser überrascht zur Boden fiel.

00:18:47: Bevor er sich weder barappeln konnte, beförderte Keith ihn mit gezielten Tritten aus dem Schlafzimmer.

00:18:53: Blutüberström taumelte da Jennen ihnen auf dem Flur hinterher und bezeugte unglaublich diesen ungleichen Schaukampf.

00:19:01: Im fahlen Licht aus der Küche sah sie nun ihren Angreifer.

00:19:04: etwas genauer, Der Mann, der sie so brutal im Schlafzimmer attackiert hatte war gut und gerne vierzig Jahre jünger als Keith Und dennoch hatte ihr tapferer Ehemann den Täter mit Schlägen und Tritten inzwischen zurück bis in die Küche gedrängt – und es war ihm derweil sogar gelungen sich ein eigenes Messer aus dem Block auf der Arbeitsplatte zu ziehen.

00:19:25: Mit einer Kraft, von der Dayen keine Ahnung hatte, dass sie noch immer in Keith's schlummerte, hob er das Messer und starck auf den Angreifer ein.

00:19:35: Dieser heulte auf wie ein getroffener Hund und floh schließlich durch die Haustür nach draußen.

00:19:41: Da das Schluss durch das vorherige Gewaltvolle Einbrechen zerstört worden war, schob Keith einen Stuhl unter die Klinke und sah durch die Glasscheibe hinaus auf Leveranda.

00:19:52: Verdammt, er ist immer noch da!

00:19:54: murmelte er aufgebracht und richtete dann den Blick auf Dayen.

00:19:58: Die zitternd mit ihrem blutgetränkten Nachthemd an der Arbeitsschläche lehnte.

00:20:03: Er umfasste ihre Schultern und sah sie fest an.

00:20:07: Ich rufe den Rettungsdienst und die Polizei.

00:20:10: Leg dich wieder ins Bett – du musst dich

00:20:12: ausruhen!".

00:20:14: Für den Bruchteil einer Sekunde sa Kieth anschließend an sich selbst herab und musste wohl feststellen, dass auch er durch die große Bauchwunde Mittlerweile eine nicht gerade unerhebliche Menge an Blut verloren hatte.

00:20:27: Doch er richtete schnell den Blick wieder geradeaus, so als würde die schwere Verletzung nicht existieren, solange er sich nur nicht darauf konzentrierte.

00:20:37: Er lief zurück ins Schlafzimmer, nahm sein Handy vom Nachtisch und wählte mit zittrigen Händen den Notruf.

00:20:43: Während er dem Dispatcher am anderen Ende in möglichst gefasstem Tonfall die jüngsten Geschehnisse erklärte, ging er mit dem Telefon am Ohr ins Wohnzimmer wo er sein Gewehr aufbewahrte.

00:20:57: Vor langer Zeit hatte er einmal einen Waffenschein gemacht, um sich und Dayen notfalls vor wilden Tieren hier im australischen Busch verteidigen zu können – dass er sein Langgewehr in einer solchen Ausnahmesituation jemals benötigen würde, wäre ihm in seinen schlimmsten Albträumen nicht eingefallen.

00:21:17: Und wie sich herausstellte, hatte er instinktiv die richtige Entscheidung getroffen.

00:21:23: Kaum hatte er die Waffe mit Patronen bestückt, hörte er Dayen die offenbar nicht seinem Rat gefolgt war, panisch nach ihm schreien.

00:21:31: Mit schnellen Schritten stirbte er zurück in die Küche und kam gerade rechtzeitig als der Angreifer erneut ins Haus eindringen wollte.

00:21:39: Keith legte seine Waffe an, zielte auf die Eingangstür – und in jenem Augenblick, als der Täter diese vollends aufgestoßen hatte, drückte er ab!

00:21:50: Ein Moment unglaubiger Stille durchfuhr alle drei Parteien.

00:21:55: Dann fiel der Eindringling stöhnen zu Boden.

00:21:59: Es war endlich vorbei.

00:22:04: Die Ankunft von Polizei und Rettungskräften schien ewig auf sich warten zu lassen.

00:22:09: Aufgrund der abgeschiedenen Lage des Hauses hatte man immerhin einen Rettungshubschrauber geschickt, der deutlich schneller am Tatort eintraf als alle anderen Ersthelfer und Ermittler.

00:22:20: Alle drei Beteiligten wurden ins Krankenhaus gebracht.

00:22:23: Während das Ehepaar sich glücklicherweise von den schlimmen Verletzungen schnell wieder erholte wurde der Täter ins künstliche Koma versetzt Bevor man ihn wegen der Schusswunde operieren konnte.

00:22:34: Auch er überlebte die grauenvolle Nacht zum vierten Juni, zwanzigzehntsechsundzwanzig.

00:22:42: Joshua Dylan Trathaway war ein dreißigjähriger Mann aus Diebwater – einer Kleinstadt etwa dreizig Kilometer von Torrington entfernt.

00:22:51: Er war Schlosser von Beruf und Außenstehende beschrieben ihn als seltsamen Einzelgänger.

00:22:57: In den Wochen- und Monaten vor seinem Angriff auf die Blessings war er immer wieder teilweise mehrmals täglich an ihrem Haus vorbeigefahren, um offenbar einem zwanghaften Impuls zu folgen.

00:23:09: Immer wenn er in Torrington ankam, ging er zu dem dortigen öffentlichen Münstelefon, um einfach nur kurz den Hörer zu berühren und anschließend wiederzufahren.

00:23:21: Warum er das tat?

00:23:22: Und in welchem Zusammenhang dies mit seinem Angriff auf das ältere Ehepaar stand ist bis dato ungeklärt.

00:23:29: Fest steht nur des Täter- und Opfer sich zuvor nicht mal ansatzweise gekannt hatten, bis zum aktuell noch ausstehenden Prozess bleibt sein Motiv ein absolutes Rätsel.

00:23:43: Für Diane und Keith Blessing bedeutete der schreckliche Angriff auf ihr Leib-und-Leben in jener Juni Nacht das das tiefe Vertrauen dass sie eins diesem friedlichen Ort gegenüber empfunden hat einen für alle Mal zerstört ist.

00:23:58: doch zugleich haben sie eine unendlich wertvolle Erkenntnis aus dem gewaltvollen Trauma ziehen können, das der Täter ihnen zugefügt hatte.

00:24:07: Ihre Lust am Leben ist weiterhin ungebrochen und ihre Liebe und Fürsorge füreinander wird bis zu ihrem letzten Atemzug unerschütterlich

00:24:18: sein.".

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