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Schauerstoff Compilation: Anonyme Drohbotschaften

Shownotes

Ein Brief im Kasten. Eine Notiz, die dort nicht sein sollte. Keine Unterschrift, kein Absender – nur die Gewissheit, dass jemand mit euch in Kontakt treten will; oder schlimmer: Dass jemand euch beobachtet und genau weiß, wo ihr wohnt, wen ihr trefft, was ihr tut. Wenn ein zuvor friedlicher Lebensraum solche Botschaften erhält, verwandelt sich Nachbarschaft in Misstrauen, und Alltag in Angst. In dieser Sammelfolge bringen wir zwei wahre Fälle zusammen, in denen ein anonymer Absender eine ganze Gemeinschaft entweder zutiefst verunsichert oder brutal terrorisiert. Zuerst BRIEFE AUS DER HÖLLE und danach LEISE ZEICHEN.

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Zur aktuellen Folge: Die Circleville Letters (Ohio, ab 1977) – die anonymen Drohbriefe, die eine ganze Kleinstadt terrorisierten und bis heute ungeklärt sind und ein realer Kriminalfall aus einer Kirche in Memphis, Tennessee (1981/82) mit mysteriösen Zeichen, deren Auflösung dunkler ist als jede Spukgeschichte.

  • Die Circleville Letters (Ohio, ab 1977) – die anonymen Drohbriefe, die eine ganze Kleinstadt terrorisierten und bis heute ungeklärt sind.
  • Ein realer Kriminalfall aus einer Kirche in Memphis, Tennessee (1981/82) mit mysteriösen Zeichen, deren Auflösung dunkler ist als jede Spukgeschichte.

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Transkript anzeigen

00:00:13: Ein Brief im Kasten, eine Notiz die dort nicht sein sollte.

00:00:18: Keine Unterschrift kein Absender nur die Gewissheit dass jemand mit euch in Kontakt treten will oder schlimmer das jemand euch beobachtet und genau weiß wo ihr wohnt wen ihr trefft was ihr tut.

00:00:36: wenn ein zuvor friedlicher Lebensraum solche Botschaften erhält verwandelt sich Nachbarschaft in Misstrauen In Angst.

00:00:47: In dieser Sammelfolge bringen wir zwei wahre Fälle zusammen, in denen ein anonymer Absender eine ganze Gemeinschaft entweder zutiefst verunsichert oder brutal terrorisiert – zuerst Briefe aus der Hölle danach leise Zeichen!

00:01:05: Im beiden Fällen bleiben Augenzeugen verstört zurück und fragen sich dasselbe Wer von uns ist es?

00:01:13: Der Nachbar, der Freund Ein Mensch Den man jeden Tag arglos zuneckt.

00:01:21: Und was will er oder sie?

00:01:24: Also lehnt euch zurück, genießt diese Compilation und verschließt heute Nacht lieber eure Türen!

00:01:41: Schauerstoff der Gruselpodcast für schlaflose Nächte Briefe aus der Hölle.

00:01:58: Die Temperatur lag nur knapp über dem Gefrierpunkt und Gordon Messi stellte wegen des eisigen Windes den Mantelkragen auf nachdem er seinen Wagen auf dem Parkplatz der Westfall High School geparkt hatte.

00:02:10: Es war der dritte März, und hier in seiner Heimatstadt Cirqueville im US-Bundestadt Ohio würde der Frühling sicherlich noch eine Weile auf sich warten lassen.

00:02:22: Gordon Messi eilte mit langen Schritten über das Schulgelände in Richtung des schnörkelosen Flachbaus.

00:02:28: Er war mal wieder viel zu früh dran – und außer ihm waren noch keine anderen Lehrkräfte oder Schülerinsicht.

00:02:35: Als Schuldirektor stand es ihm eigentlich zu als Letztes an seinem Arbeitsort zu erscheinen.

00:02:40: Doch Gordon Messi war sich um seine Vorbildfunktion bewusst und wollte stets mit gutem Beispiel vorangehen, mal ganz abgesehen davon, dass er sich zu Hause ansonsten eh nur mit seiner nörgelnden Frau und seinem rebellischen Teenagersohn hätte herumschlagen müssen – da verbrachte er im Zweifel lieber mehr Zeit in seinem Büro, als nötig war.

00:03:04: Der Deckel des Briefkastens neben der Eingangstür war nach oben geklappt und enthüllte ein weißes Kuvert das für jedermann gut sichtbar im Briefschlitz hängen geblieben war, dass diese verdammten Eltern die Briefe nicht mal ordentlich einwerfen konnten.

00:03:19: So hätte schließlich jeder Zugriff auf das geschriebene oder womöglich hätte der eisige Wind das Schriftstück noch vor seinem eigenen Eintreffen auf Nimmerwedersehen fortgetragen!

00:03:29: Aber was soll's?

00:03:30: dachte Messi.

00:03:31: Vermutlich handelte es sich ohnehin nur um die x-te Krankschreibung einer seiner Problemschüler, die zu allem Überfluss von ihren vielzufühlsorglichen Eltern gedeckt worden nachdem sie sich mal wieder schulunfähig gekifft oder gesoffen hatten.

00:03:47: Doch umso mehr stutzte der Rektor, als er den Umschlag schließlich aus dem Briefschlitz angelte und sich das Kuvern näher besah.

00:03:55: Der Brief war – wieso ziemlich alle Briefe an die Westfall High School?

00:03:58: – an ihn persönlich als deren Direktor adressiert.

00:04:02: Einen Absender gab es nicht!

00:04:05: Die Krake liege feste Handschrift mit der sämtliche Letter in Großbuchstaben auf den Umschlagnah zu geritzt worden waren verursachte ein ungutes Gefühl in seiner Magengegend, als er langsam den Klebstoff des Gruvers löste.

00:04:20: Auch die Zeilen, die im Innern des Briefes auf ein einzelnes Blatt geschrieben worden waren, drückten sich tief in das dünne Papier – alles war inversalien formuliert, als würde jemand ihn mit dem Schriftstück von Angesicht zu Angesichts anbrüllen wollen!

00:04:36: Die Person, die den Brief geschrieben hatte, schien beim Verfassen sehr wütend gewesen zu sein.

00:04:42: Messi las den Brief in einem Stück.

00:04:45: Direktor Messi, Sie haben meine Freundin mehrmals schamlos angegraben.

00:04:50: Sie haben sich auch an weitere Fahrerinnen des Schulbusses herangemacht wie ich höre.

00:04:54: Das muss aufhören um den guten Ruf der Schule zu wahren.

00:04:58: Wenn sie nicht damit aufhöhren werde ich sie der Schulferwaltung melden und glauben sie mir das wird sehr unangenehm für sie.

00:05:04: Es gehört sich nicht die Frau eines anderen Manns anzubaggern.

00:05:08: Ich schlage vor dass sie sich eine hässliche verpickerte Hure suchen, die zu ihnen passt.

00:05:13: Ich warne sie Lassen Sie meine Mädchen in

00:05:16: Ruhe.".

00:05:18: Fassungslos blickte Messi von dem Schriftstück auf und sah sich auf dem Schulgelände um.

00:05:24: Er war noch immer Mutterseelen allein, das heißt – war er das wirklich?

00:05:33: Bis dato war Circleville mit seinen gerade mal zwölftausend Einwohnern nicht mehr als ein verschlafenes Nest gewesen, in dem sich Fuchs-und Hase gute Nacht sagten.

00:05:42: Man kannte sich, man grüßte sich… Und nachts die Türen abschließen, war in einer derart farblosen und bescheidenen Kleinstadt sowieso überflüssig.

00:05:52: Wer Karriere oder das große Geld machen wollte, ging nach Kolambus – die Millionenmetropole und Hauptstadt des Bundesstaates Ohio, die sich nur zwanzig Kilometer nördlich von Zirkelwil befand.

00:06:06: Doch der unheimliche Brief an den Schuldirektor Gordon Messi sollte alles verändern, zumal es nicht nur bei diesem einen anonymen Postelhof blieb.

00:06:15: in den folgenden Tagen, Wochen, Monaten ja sogar Jahren sollten immer wieder unheimliche Briefe bei verschiedenen Bewohnern von Zöckewill eingehen.

00:06:25: Briefer, deren Absender offenbar ihre größten Geheimnisse und Wünsche kannte.

00:06:30: Drohschriften die das einst verschlafener Örtchen in eine Atmosphäre von permanenter Bedrohung und gegenseitige Misstraunhöhte – und die einen Mysterium aufbauten, dass ich bis heute viele Dekaten später noch nicht lösen lassen will!

00:06:50: Zunächst schien sich der anonyme Absender hinter den Drohbriefen allerdings ausschließlich auf Golden Messi zu fokussieren.

00:06:57: Es folgten weitere Schreiben an den Schuldirektor, der deren bedrohlichen Inhalt zunächst tunlichst ignoriert hatte – sich der ganzen Angelegenheit jedoch irgendwann nicht mehr erwehren konnte als der Erpresser schließlich ernst machte.

00:07:11: Der Täter oder die Täterin meldete Messis angebliche Belästigungen und Affären mit weiblichen Kollegen der Schulbehörde sodass er sich verantworten musste.

00:07:21: Messi bestritt nun auch öffentlich, irgendetwas davon begangen zu haben was der mysteriöse Absender ihn zur Last legte Doch der packte noch eine Schippe oben drauf.

00:07:32: Nachdem er zuvor nur unspezifische Anschuldigungen gemacht hatte schickte er nun einen weiteren Brief an die Schulaufsichtsbehörde und schrieb darin Golden Messi habe eine Affäre mit einer bestimmten Busfahrerin deren Schulinterne Personalnummer er sogar wusste.

00:07:46: Ihr Name war Mary Gillespie.

00:07:51: Wer Mary Gillespie kannte, war von dieser Anschuldigung mehr als überrascht.

00:07:56: Die junge Frau war seit einigen Jahren mit ihrem Mann Ron verheiratet und galt als sehr schüchtern-und zurückhaltend.

00:08:03: Wenn sie tatsächlich eine Affäre mit Gordon Messi unterhielt hatte man ihr diese bis dato niemals zugetraut.

00:08:10: Auch Mary war bemüht in der Konfrontation mit der Schulbehörde die anonymen Anschuldigungen als albernes Geräte abzutun.

00:08:17: Begriff jedoch dass auch Sie sich den unheimlichen Attacken nicht entziehen konnte Als wenige Tage später, ein an sie adressierter Umschlag ebenfalls in ihrem Briefkasten wartete.

00:08:29: Halt dich von Messi fern!

00:08:31: Warnte der Absender Sie hier nun mit seiner unverkennbar bedrohlichen Handschrift.

00:08:36: Und lüg gefälligst nicht wenn man dich nach ihm fragt.

00:08:38: Ich weiß wo du wohnst ich habe dich beobachtet und weißt dass du Kinder hast.

00:08:43: glaub mir ich mache keine Witze.

00:08:46: alle die das hier etwas angeht wissen bereits Bescheid.

00:08:51: Obwohl Mary von dem anonymen Brief massiv verunsichert und eingeschüchtert war, behielt sie den Inhalt der Zeilen vorerst für sich.

00:08:58: Noch hoffte sie, der unheimliche Absender würde Sie einfach in Ruhe lassen, wenn sie sich nach außen möglichst Unbeeindruck zeigte.

00:09:06: Doch es blieb bei Laibe nicht bei dem einen Brief.

00:09:09: In den folgenden Wochen gingen immer weitere Schreiben ein mit immer expliziteren Drohungen.

00:09:14: Die Person die die Briefe verschickte wusste sogar wie ihre Kinder hießen oder wann ihr Mann für gewöhnlich nach Hause kam und schien irgendwann zu realisieren, dass sie bei Mary trotz aller Drohungen auf Granit bis.

00:09:29: Also schickte der Täter einen Brief an ihren Ehemann Ronn zugestellt direkt an seinen Arbeitsplatz in Columbus – der Ort wo im Übrigen alle Briefe sofort immer abgestempelt worden waren die einzige Spur, die man bis dato mit Blick auf den Absender hatte.

00:09:45: In dem Brief berichtete der anonyme Schreiber nun direkt an Ronnen Mary habe eine Affäre mit dem Schuldirektor Gordon Messy.

00:09:52: Er empfahl Ron außerdem, dass er sowohl Mary als auch den Rektor umbringen solle oder ansonsten würde er es einfach selbst tun.

00:10:01: Ron, der durch diesen Brief wie aus allen Wolken fiel konfrontierte natürlich seine Frau mit diesen heftigen Anschuldigungen.

00:10:09: doch Mary stritt vehement ab jemals Gordon Messie irgendwie näher gekommen zu sein wenn gleich sie zugab das die derartige Drohbriefe bereits seit einigen Wochen erhebt.

00:10:19: Die Ehreleute verständigten sich darauf, dass sie gemeinsam die unheimlichen Briefe ignorieren würden.

00:10:25: Irgendwann würde dieser Verrückte stießlich aufgeben – oder etwa nicht?

00:10:33: Es dauerte nur etwa vierzehn Tage, bis Ron Gillespie einen weiteren Brief von dem anonymen Täter erhielt.

00:10:40: Offenbar hatte dieser mittlerweile seine Meinung zu Ron geändert und war verärgert, daß diese als angeblich gehörnter Ehemann keine Konsequenzen ziehen wollte.

00:10:50: Er verstärkte den Druck auf das Ehepaar in dem er androhte Er würde bald überall öffentlich auf der Straße Schilder auffängen, um die gesamte Circle-Wilbevölkerung über Marys angebliche Affäre zu informieren.

00:11:02: Außerdem erwähnte der oder die Täterin, die pikante Information per CB-Funk zu verbreiten.

00:11:09: Diese Funktechnik wurde zur damaligen Zeit zum Beispiel auch von dem Buspersonal der High School genutzt – also jene Berufsgruppe, der auch Mary Gillespie angehörte.

00:11:19: Sollten nun all ihre Kolleginnen und Kollegen von dem übeln Gerücht erfahren.

00:11:27: Doch der mysteriöse Erpresser ging noch einen Schritt weiter.

00:11:30: Mittlerweile erhielt das Ehepaar die Drohungen sogar am Telefon, mehrmals am Tag stellte der Apparat und sowohl Mary als auch Ronn wurden bei jedem Abnehmen des Hörers aufs Übelste beschimpft, beleidigt und bedroht.

00:11:44: Am unheimlichsten war nach wie vor, wie viel die unbekannte Person über ihre gesamte Familie zu Wissen schien – sie kannte jeweils Rons- und Marys Arbeitsplätze, die Namen ihrer Kinder wusste, welche Autos die Eheleute fuhren und wann und wo sie sich zuletzt aufgehalten hatten.

00:12:03: Seltermalweise meldete die Familie Gillespie die Drohungen und Belästigung zunächst nicht der Polizei – womöglich weil sie sich von offizieller Seite wenig Unterstützung erhoffte.

00:12:15: Stattdessen wandten sich Ron und Mary an Dimensionen denen Sie am meisten trauten Anrons Schwester Karen und ihren Ehemann Paul Freshour Eine Entscheidung die vor allem Mary später noch massiv bereuen sollte.

00:12:32: Die beiden Paare setzten sich jedoch zunächst zusammen und erstellten eine Liste an möglichen Verdächtigen.

00:12:38: Eine Person stand dabei ganz oben, ein anderer Schulbusfahrer namens David Longbury.

00:12:44: Er hatte Mary in der Vergangenheit mehrmals awancen gemacht, die Mary jedoch freundlich aber bestimmt abgelehnt hatte.

00:12:52: Nun vermutete sie er könne rachsüchtig geworden sein und versuchte nun mit der erfundenen Affäre zum Schuldirektor ihrer öffentlichen Reputation zu schaden.

00:13:03: Daraufhin, schrieb ihr schwager Paul also einen Brief an den verdächtigen Busfahrer und Drohte, sollte er das Paar weiter belästigen, werde man die Polizei verständigen.

00:13:13: Eine Weile atmete die Familie Gillespie tatsächlich auf, denn unmittelbar nach dem Long-Berry den Brief erhalten haben musste, hörten die schriftlichen und telefonischen Drohungen urplötzlich auf – allerdings nicht für lange!

00:13:30: Im August Also fünf Monate, nachdem die ersten Drohbriefe versendet worden waren tauchten plötzlich die bereits angekündigten Schilder überall in der Stadt Circleville auf.

00:13:43: In Krake legen Großbuchstaben verkündete der anonyme Verfasser Abramals Mary Harbour eine Affäre mit dem Schulrektor Gordon Messy und er ging sogar noch einen Schritt weiter.

00:13:54: Auf den Schildern wurde nun behauptet Der Rektor habe sich auch an der Tochter der Gillespis vergangen ein damals gerade mal zwölfjähriges Mädchen.

00:14:04: In seiner Verzweiflung fuhr Ron Gillespie jeden Morgen vor der Arbeit quer durch die Stadt, um die rufschädigenden und vulgären Schilder zu entfernen.

00:14:12: Bevor seine eigene Familie und die gesamte Bevölkerung von Cirqueville sie später zu Gesicht bekäme.

00:14:21: Die Situation eskalierte leider vollends am neunzehnten August.

00:14:26: Es war ein Freitagabend – und Mary hatte die Stadt verlassen, um den Psychotheror der letzten Monate für einen Wochenende hinter sich zu lassen und mit ihrer besten Freundin eine unbeschwerde Zeit zu genießen.

00:14:38: Ron war alleine zu Hause, mit den gemeinsamen Kindern – als plötzlich wieder das Telefon klingelte.

00:14:45: Die Stimme des Anrufers war verzerrt und unkenntlich gemacht worden.

00:14:48: Doch Ron brauchte nicht eins und eins zusammenzuzählen um zu wissen, dass es sich wiederum den Drobriefsschreiber handelte!

00:14:56: Der Anrufer behauptete er würde Ron und seine Kinder beobachten und konnte akkurat diverse Details aus ihrem häuslichen Umfeld beschreiben.

00:15:06: Ron Gillespie hatte genug.

00:15:08: Wütend beförderte er den Hörer zurück auf die Gabel, holte seine Pistole aus einer Schublade und lief hinaus zu seinem Wagen.

00:15:16: Er war fest entschlossen dem Verbrecher der seine Familie nun seit Monaten quälte ein für alle mal das Handwerk zu legen doch leider sollte er nie mehr nach Hause zurückkehren.

00:15:30: Gegen zwei Uhr zwanzig nur wenige Minuten nachdem Ron das Haus verlassen hat und hinaus in die Dunkelheit gefahren gegen einen Notruf in der Leitzentrale von Zirkewill ein.

00:15:41: Einem vorbeifahrenden Zeugen war Ron Gillespie's rot-weißer Pickup Truck aufgefallen, der offenbar mit überhüter Geschwindigkeit auf einer Landstraße gegen einem Baum gekracht war.

00:15:52: Man barkt den schwer verletzten Familienvater, der jedoch auf dem Weg ins Krankenhaus leider verstarb.

00:16:01: Bei der Untersuchung des Unfallortes stellte die Polizei etwas sehr Seltsames fest.

00:16:07: Offenbar hatte Ron kurz vor der Kollision einen Schuss mit seiner Pistole abgefeuert.

00:16:12: Allerdings fand man trotz umfangreicher Suche nie die dazugehörige Patrone.

00:16:17: Die Familie des Opfers war daher überzeugt, dass Ron kurz vor dem Unfall dort draußen auf den anonymen Erpresser getroffen sein musste, der den Pickup vermutlich von der Straße gedrängt hatte.

00:16:28: Die Angehörigen insistierten darauf, das man den Fall näher untersuchte – doch der verantwortliche Sheriff blieb beharlich bei seiner Überzeugung, daß es sich lediglich um einen tragischen Unfall handelte!

00:16:40: Vor dem Hintergrund verwunderte es auch, dass der Unfallwagen von Ron Gillespie nur wenige Tage nach dessen Tod verschrottet wurde ohne das man ihn noch genauer untersucht hätte.

00:16:50: Außerdem wurde gemunkelt, daß die Polizei entgegen ihrer öffentlichen Darstellung doch einen Verdächtigen festgenommen hatte – David Longbury!

00:17:00: Der Mann, den Mary Gillespy mehrmals angebargert hat und er sich nach einer gemeinsamen Intervention mit ihrem Schwager Paul Freshower danach Monate lang ruhig verhalten hatte.

00:17:12: Doch Longbury hatte, so berodelte es in der Gerüchteküche von Suckleville einen Lügendetektortest offenbar ohne Auffälligkeiten bestanden und war entsprechend schnell wieder auf freiem Fuß.

00:17:24: Dennoch hinterließen die schlampigen Ermittlungen zum Tod von Ron Gillespie einen Faden Beigeschmack in der städtischen Gemeinschaft.

00:17:31: Nicht nur war der unbekannte Drobriefeschreiber noch immer nicht gefasst – Die Frage war auch, versuchte die Polizei hier womöglich etwas zu vertuschen?

00:17:44: Denn selbst der tragische Tod von Ron Gillespie, der nie die eigentliche Zielscheibe des Täters gewesen war, sorgte nicht für ein Ende des mittlerweile monateandauernden Psychoterror durch die Briefe.

00:17:56: In den Schriftstücken Die Mary und ihr Schwager Paul Freshower zusammen mit seiner Frau Karen nun erhielten machte sich der Absender über die inkompetente Polizei lustig – und deutete ebenso stellenweise an man wolle von offizieller Seite irgendetwas verbergen!

00:18:14: Da der Täter auch nach Rons tödlich im Unfall, vor allem Mary weiterhin mit den Briefen terrorisierte, entschied sie sich neunzehntneunundsiebzig zwei Jahre nach dem Tod ihres Mannes zu einem drastischen Schritt.

00:18:26: Sie bekannte sich schlussendlich öffentlich dazu ein Verhältnis mit dem Schuldirektor Golden Messi zu haben.

00:18:32: Allerdings fügte sie hinzu dass ihre Romance erst nach Ronds tot begonnen habe und die schrecklichen Ereignisse sie einander näher gebracht hätten.

00:18:42: Zwei Hoffnungen die Mary mit diesem Geständnis verbunden hatte, erfüllten sich jedoch leider nicht.

00:18:48: Zum einen fanden die Menschen in Circleville es natürlich äußerst fragwürdig, dass Mary die Liaison mit Gordon Messi erst als Witwe begonnen haben wollte.

00:18:58: Zum anderen hatte sie natürlich inständig gehofft, dass ihre Öffentlichmachung der Beziehung dem Briefeschreiber endgültig das Futter für weitere Drohungen und Intrigen entziehen würde – doch falsch gedacht!

00:19:09: In den nächsten vier Jahren erhielt sie insgesamt weitere vierzig Briefe die ihr ihren Fehltritt noch immer zur Last legten.

00:19:16: Sie vulgär beschimpften, und in denen ihr regelmäßig angedroht wurde – sie selbst oder ihre Kinder würden dafür mit dem eigenen Leben bezahlen müssen.

00:19:26: Ebenso tauchten Abermals Schilder mit jenen unheilvollen Drohungen im Ganz Schöckelwil auf, vorzugsweise dort wo Marys Rute für ihren Schulbus entlangführte.

00:19:39: Im März, three-and-a-achtzig eskalierte diese Situation Abermals.

00:19:44: Mary fuhr ihrer übliche Route mit dem Schulbus als ihr Blick an einem Schild neben der Straße hängen blieb.

00:19:50: Sie erkannte sofort wieder die kraglichen, bedrohlichen Großbuchstaben und obwohl sie diese Handschrift schon viele Male gesehen hatte, lief ihr abermals ein Schauer über den Rücken.

00:20:00: Was auf dem Schild zu lesen war, ließ sie jedoch im nächsten Moment vor Wut schäumen.

00:20:06: Der unbekannte Täter behauptete erneut Gordon Messi unterhalte parallel ein Verhältnis mit Marys mittlerweile siebzehnjähriger Tochter.

00:20:16: Mary platzte nun endgültig der Kragen.

00:20:19: Sie trat auf die Bremse und öffnete die Einstiegstür ihres Buses.

00:20:23: Fluchend stieg sie die Stufen hinunter, und stapfte auf das Schild zu.

00:20:28: Sie war gerade im Begriff, das Stück Karton mit der Schmährede zu entfernen als ihr im letzten Moment etwas auffiel.

00:20:35: An dem Schild war ein dünnes Seil befestigt worden, dass zu einem Schuhkarton führte den jemand dort offenbar absichtlich trappiert hatte.

00:20:43: Instinktiv begriff Mary, daß sie es mit einer gefährlichen Falle zu tun hatte was ihr die herbeigerufene Polizei schließlich genauso bestätigte.

00:20:53: In dem Schuhkarton befand sich eine Waffe, deren Abzug mit den Bindfaden verbunden war.

00:20:58: Hätte Mary das Schild eigenhändig entfernt hätte sie versientlich den Auslöser betätigt und die Kugel hätte sie vermutlich tödlich getroffen.

00:21:08: Mit der Bergung der Waffe nach dem gescheiterten Attentat kam zumindest endlich wieder etwas Bewegungen in den Fall.

00:21:15: Die Kriminaltechnik konnte die weggefeilte Registrierungsnummer rekonstruieren und so den Besitzer der Pistole ausfindig machen.

00:21:23: Sein Name war Wes Wesley, und er lebte in der nahegelegenen Großstadt Columbus – der Ort von wo aus die Briefe stets abgeschickt worden waren.

00:21:36: Bei seiner Vernehmung bestätigte Wes Wesley unumwunden, dass die Tatwaffe einst seine Pistolen gewesen war.

00:21:43: Zwischenzeitlich hatte er sie allerdings an seinen Vorgesetzten verkauft.

00:21:47: Paul Freshauer, Mary Gillespies Schwager, der zu ihren Ängsten Vertrauten gezählt und er von Anfang an über die unheimlichen Drohbriefe Bescheid gewusst hatte.

00:21:56: War er am Ende die ganze Zeit der Schuldige gewesen, der Mary über Jahre hinweg terrorisierte und sogar seinen eigenen schwarger Ronn auf dem Gewissen hatte?

00:22:10: Die Polizei- und Staatsanwaltschaft waren jedenfalls davon überzeugt, dass Paul Freshauer der gesuchte Drohrbriefsschreiber sein musste – obwohl er immer wieder seine Unschuld beteuerte und behauptete «der wirkliche Täter wolle ihm die Tat anhängen».

00:22:25: Paul Freshauer wurde in seinem Prozess für schuldig befunden und zu twenty-fünf Jahren Haft verurteilt.

00:22:31: Also Ende gut, alles gut?

00:22:33: Nein!

00:22:34: Denn während Freshauer in Haft saß, hörten die Briefe nicht auf.

00:22:40: Doch nun galten sie nicht länger nur Mary Gillespie – auch wichtige Akteure innerhalb des Prozesses um Freshauer wie etwa der Anklagen der Staatsanwalt oder der Gerichtsmediziner, Sie waren weiterhin von Kolumbus aus abgestempelt und konnten unmöglich von Paul Freshauer selbst aus dem Gefängnis versendet worden sein.

00:23:04: Freshauer erhielt in den Krake liegen Zeilen über ihn lustig machte, als dessen Bewährungsersuch abgelehnt wurde.

00:23:16: Zu diesem Zeitpunkt hatte Freshauer bereits sieben Jahre im Gefängnis gesessen.

00:23:21: Interessanterweise beinhaltete der Brief jedoch eine besondere Formulierung.

00:23:26: Ich hatte es dir damals gesagt.

00:23:28: Wenn wir Ihnen diese Falle stellen, kommen Sie da nie wieder

00:23:31: raus.".

00:23:35: Was genau der anonyme Briefe-Schreiber damit andeutete blieb unklar.

00:23:40: Doch der Satz machte zumindest deutlich, dass Paul Freshauer den eigentlichen Täter offenbar kannte und womöglich zumindest zeitweise mit ihm gemeinsame Sache gemacht hatte.

00:24:01: Und seltsamerweise hörten mit jenem Moment die mörderischen Briefe, die eine ganze Kleinstadt ganz zu sechzehn Jahre lang in Atem gehalten hatte – ein für alle mal auf.

00:24:12: Paul Freshauer schwor bis zu seinem Tod im Jahr zwölf, dass er weder die Briefer noch den Tod von Ron Gillespie zu verantworten hatte.

00:24:21: und während einige glauben das Freshauer trotz seiner Zeit in Haft der wirkliche Täter war gibt es bis heute jedoch noch viele weitere Spekulation zu dem möglichen Absender der Circle-Wilbriefe.

00:24:34: Nicht wenige vermuten, dass die eigentliche Strippenzieherin nicht Paul selbst sondern seine Frau Karen Freshower gewesen war.

00:24:42: Schließlich hatte sie gleich mehrere starke Motive.

00:24:45: als Schwester des verstorbenen Ronn hatte sie es vermutlich ganz und gar nicht gerne gesehen das dessen Frau Mary eine Affäre mit dem örtlichen Schuldirektor unterhielt.

00:24:55: zugleich durchlebte sie mit Paul seit den späten einen hässlichen Rosenkrieg und machte keinen Held daraus, wie sehr sie ihren eigenen Ehemann mittlerweile hasste.

00:25:07: Ihm die Briefe und den Tod ihres Bruders anzuhängen spielte ihr also durchaus in die Karten – zumal seine Verurteilung auch zahlreiche finanzielle Vorteile für sie bedeutete.

00:25:19: Doch auch dies bleibt nur eine verlockende Erklärung der Ereignisse, die nicht abschließend bewiesen ist.

00:25:26: Der Fall Circle Will Letters wurde mit Paul Fresh Ours Entlassungen Anfang der als Cold Case zu den Akten gelegt.

00:25:35: Doch bis heute übt diese Geschichte noch eine große Anziehungskraft auf all jene aus, die endlich die Wahrheit erfahren möchten – die eine Antwort auf die Frage suchen, wer in diesem Kleinstadtmysterium einst skrupellos diese zerstörerische Kette von Ereignissen in Gang gesetzt hatte und wer innerhalb dieser verworrenen Geschichte eigentlich Täter oder Opfer war?

00:26:07: Ein anonymer Schreiber der eine ganze kirchliche Gemeinschaft in Atem hält.

00:26:13: Auch in der folgenden Geschichte tauchen plötzlich unheimliche Notizen auf, erst harmlos wirkend, dann immer verstörender.

00:26:22: Manch einer denkt an einen dummen Streich – doch die Wahrheit ist weitaus dunkler!

00:26:34: Leise Zeichen.

00:26:41: Billy Drash saß auf einer der hinteren Kirchenbänke und unterdrückte ein Gähnen.

00:26:48: Vorne auf der Kanzel predigte der Pfarrer seine übliche Sonntagsrede in einem derart monotonen Sing-Sang, das der zwölfjährige sich ernsthaft zusammenreißen musste nicht einfach wegzunicken.

00:27:01: Gerade er durfte sich das nun wirklich nicht erlauben.

00:27:04: Sein Vater Samuel Drash war ein hohes Tier in der Kirchenverwaltung und würde es ihm unter Garantie nicht durchgehen lassen wenn Billy öffentlich seinen guten Ruf in den Schmutz zog.

00:27:18: doch so sehr er sich auch bemühte Er blieb einfach nicht an den Frommeworten des Pfarrers hängen, die ohne jeglichen Pathos in dem hohen Kirchenbau wiederhalten.

00:27:29: Vielleicht lag es auch daran, dass etwas anderes mittlerweile seine Aufmerksamkeit auf sich gelenkt hatte.

00:27:37: In der Reihe vor ihm saßen ein paar Mitschüler von ihm – sie kicherten und tuschelten heftig!

00:27:44: Allen voran Tiffany, die ihn mit ihrem schrillen Gluchsen schon immer gehörig auf dem Wecker ging Auch wenn er sich das vielleicht nur einredete, weil er sie ins Geheim mehr mochte als ihm lieb war.

00:27:58: Als Sohn eines angesehenen Kirchenbediensteten erschien es ihm dennoch als seine Pflicht bei den präpobertären Albernheiten vor ihm nicht auch noch mitzumischen.

00:28:09: Manchmal hasste er seine Rolle als Anstandswaubau und dennoch kam er nicht umhin Forsch gegen die Lene vor ihm zu treten, zischte er grantig, um seine Mitschüler zur Ordnung zu rufen.

00:28:26: Tiffany drehte sich darauf hin zu ihm um und lächelte.

00:28:30: Er errötete und hoffte ihn ständig, sie würde es wegen der schummigen Kirchenbeleuchtung nicht bemerken.

00:28:37: Tiffany streckte die Hand aus und hielt ihm einen Zettel hin – nun klopfte Billy das Herz bis zum Hals!

00:28:44: Er sah nach links zu seinem Vater, der hochkonzentriert mit geschlossenen Augen dem Gebet des Pfarrers lauschte.

00:28:52: Schnell griff er nach dem Zettl und riss ihn Tiffany förmlich aus der Hand.

00:28:57: Er konnte und wollte nicht mal abwarten, bis er an einem ungestörten Ort war um ihn zu lesen.

00:29:04: Vielleicht stand ja etwas darin was er sich heimlich wünschte?

00:29:10: Noch einmal musterte er seinen Vater von der Seite, der immer noch ganz versunken betete.

00:29:16: Belly betrachtete den Zettel – es war vielmehr eine Papierservietter!

00:29:21: So eine wie sie in den Spendern in den Waschräumen der Kirche auslagen.

00:29:27: Vorsichtig entfaltete Belly das fragile Material Doch anstelle einer Nachricht von Tiffany stand auf dem Zettel etwas ganz anderes.

00:29:36: Etwas, was er erst viel später verstehen sollte – was ihm aber schon jetzt einen Schauer über den Rücken jagte!

00:29:45: Leslie Gattis lebt!

00:29:50: Was tust du da?

00:29:52: fauchte sein Vater ihn von der Seite an und riss ihn aus seinen Gedanken.

00:29:57: Nichts gab Belly Kleinlaut zurück und steckte schnell den Zettl in die Hosentasche.

00:30:03: Ihm war so als wüsste er nun von einem wichtigen Geheimnis, dass er allerdings selbst kaum in seiner Tragweite Begriff und deshalb vorerst auch mit niemandem teilen konnte.

00:30:20: Einige Wochen später im Februar twohneunzehntzweiundachtzig fand Sam Drash sich an seinem Schreibtisch wieder.

00:30:28: Er haderte mal wieder mit den verschiedenen Nebenkostenabrechnungen der Kirche – und das machte ihn wahnsinnig!

00:30:33: Denn die vereinte methodistische Kirche war viel mehr als nur ein einfaches Gotteshaus.

00:30:42: Zu seinen heiligen Hallen gehörten zugleich eine Grundschule, einen Sportraum und sogar eine Cafeteria mit hauseigener Küche die die Schüler Tag ein, Tag aus verpflegte.

00:30:53: Viel Infrastruktur hing an dem Kirchenapparat Und genau das machte leidige Abrechnungsaufgaben umso komplizierter.

00:31:05: Sam säufste Zeit für etwas Nervennahrung.

00:31:09: Ohne den Blick von dem Stapel Rechnungen vor sich zu lösen tastete er nach der oberen Schublade seines Rollkontainers unter dem Schreibtisch.

00:31:18: Hier bewahrte er gewohnheitsgemäß eine Schüssel mit Knabbereien auf, die ihm immer dann zu Hilfe kamen wenn sein Gehirn mal wieder Überstunden leisten musste.

00:31:27: Seine tastenden Finger fanden sofort die kleine Kunststoffschale doch zu seiner Überraschung griffen sie direkt ins Leere.

00:31:36: Eritiert zog Sam die Schublada vollends heraus und starte auf die leere Schüssel in der lediglich ein paar Krümel des letzten Mixs aus Nüssen und Trockenfrüchten kleben geblieben waren.

00:31:47: Ärger zeichnete sich auf seinem Gesicht ab!

00:31:50: Er war hundertprozentig sicher gewesen, dass er die Schüssel erst gestern wieder auffüllt hatte – und nun hatte sie offenbar jemand von seinen Kollegen nicht nur leer gefuttert, sondern war sogar soweit gegangen seine persönlichen Schubladen dafür zu öffnen.

00:32:06: Dabei hatte er die Schlüssel ja extra in den Rollschrank gestellt um zu vermeiden das Mitarbeiter, die an seinem Büro vorbei kam sich einfach so daran bedienten.

00:32:17: Keine Frage, dass.

00:32:18: sie würde auf jeden Fall ein Nachspiel

00:32:20: haben.".

00:32:24: Gereizt erhob sich der Achtunddreißigjährige aus seinem Büro Stuhl und ging mit der leeren Plastikschüssel in Richtung der Gemeinschaftsküche.

00:32:32: Dort fand er den Koch vor, der gerade an der Arbeitsplatte stand und etwas Gemüse für das kommende Mittagessen der Schüler schnibbelte.

00:32:40: Die Männer grüsten sich knapp – und Sam steuerte direkt auf den großen Vorratsschrank zu von dem Erwuster dass er normalerweise randvoll mit allerlei Snacks war.

00:32:51: Doch ein weiteres Mal wurde der Verwaltungsangestellte beim Öffnen des Schrank enttäuscht, denn nicht nur fehlte eine große Vorratspackung von dem Nuss-Mix, mit dem Sam seine Schale hatte auffüllen wollen.

00:33:04: Er sah auch auf einen Blick, daß die Auswahl an Naschereien, Keksen und Crackern sich seit seinem letzten Besuch deutlich dezimiert hatte.

00:33:13: Der Schrank war beinahe leer – sag mal sprach er den Koch nun an!

00:33:20: Der gerade sorgsam ein paar Karottenschälte.

00:33:23: Kann es sein, dass hier irgendjemand Essen klaut?

00:33:27: In meinem Büro hat jemand definitiv meine Nüsse weggefuttert und der Vorratschrank hier sieht grade zu geplündert aus!

00:33:37: Der Koch legte seinen Schellmesser weg und sah Sam erleichtert an.

00:33:41: Ich bin froh das es dir offenbar auch aufgefallen ist Das heißt ich bin nicht verrückt Hier schau dir das an.

00:33:50: Er machte ein paar lange Schritte zu dem großen doppeltürigen Kühlschrank am anderen Ende der Küche.

00:33:56: Sam stellte verwundert fest, dass der Koch ihn offenbar mit einem Vorhänge-Schloss gesichert hatte.

00:34:02: Dieser krammte in seiner Hosentasche nun nach dem Schlüssel und Schloss auf.

00:34:07: Nachdem er die Kette entfernt und eine der Flügeltüren geöffnet hatte, zeigte er auf einer bestimmten Stelle im obersten Kühlfach und sagte Bedeutungsschwanger – da!

00:34:17: Sam verstand einen Moment lang nicht und starte den Koch erwartungsvoll an.

00:34:22: Der fuhr fort.

00:34:24: Da lag gestern noch ein riesiges Stück Schinken.

00:34:28: Vorher ich das weiß, weil ich es selbst hineingelegt hatte.

00:34:32: Jetzt ist es weg!

00:34:34: Und weißt du was das Verrückte daran ist?

00:34:38: Auch diese Frage beantwortete der Koch lieber selbst.

00:34:42: Ich habe auch dieses Vorhänge-Schloss gekauft damit genau das nicht passiert Denn das hier ist bei Weitem nicht das erste Mal.

00:34:49: Das Lebensmittel verschwinden.

00:34:52: Ach nein hakt es Semmeln überrascht ein.

00:34:56: Der Koch fuhr fort.

00:34:58: Schon seit einigen Monaten verschwindet hier ständig irgendwelches Essen.

00:35:02: Am Anfang waren es noch sehr geringe Mengen, sodass ich mir noch sagte – das sei sicherlich nur meine Einbildung!

00:35:09: Aber mittlerweile lässt sich das wohl kaum noch ignorieren.

00:35:12: Wenn das so weitergeht kann ich den Kindern bald nichts mehr zu essen auftischen.

00:35:19: Der Koch hatte sich regelrecht in Rage geredet, so sehr war er über den Lebensmitteldiebstahl an seinem Arbeitsplatz verärgert.

00:35:27: Aber Sim verstand ihn….

00:35:28: Während er so zuhörte, kam der Buchhalter und Prokurist in ihm durch, der Kosten sparen und wirtschaftlich agieren wollte.

00:35:36: Die letzten Jahre waren auch für die Kirche – im ökonomischer Hinsicht – nicht gerade golden gewesen.

00:35:43: Sie konnten es sich schlichtweg nicht erlauben, doppelt- und dreifach für bestuhlende Lebensmittel aufzukommen.

00:35:49: Mal ganz abgesehen von dem moralischen und öffentlichen Schaden, den das Ansehen des Gotteshauses dadurch erlitt, sollte der Sachverhalt publik werden!

00:35:58: Wer war schon so gewissenlos und bestahl eine Kirche?

00:36:03: Für den Moment blieb ihn nur eine Sache zu tun.

00:36:06: Sie würden das Vorhängeschloss am Kühlschrank noch einmal tauschen, Und einen geheimen Verwahrungsort für den Schlüssel ausmachen.

00:36:13: Das brachte Sam zwar seinen heiß geliebten Nussmix nicht zurück Aber zumindest wäre bis auf weiteres die Schulspeisung wieder gesichert.

00:36:23: Gesagt getan Dass Sam in den folgenden Tagen nichts von dem Koch hörte Und dieser offenbar wie gewohnt seiner Arbeit nachgehen konnte Schien das Problem vorerst gelöst.

00:36:35: Doch schon bald darauf, am dritten März twondenhundertzehnundachtzig, zog der Koch den Sachbearbeiter erneut ins Vertrauen.

00:36:44: Hier schimpfte er Erboost und deutete wieder auf eine leere Stelle im Kühlschrank als könne Sam vor seinem inneren Auge ein Hologramm von jenem Lebensmittel heraufbeschwören dass dort eins gestanden haben musste.

00:36:57: Limonade!

00:36:59: setzte der kochen- und sammsfragenden Blick entgegen.

00:37:03: Doch auch der erschien sich bereits das Hirn über das nächste Rätsel zu zermatern.

00:37:08: Sie hatten extra das Schloss getauscht!

00:37:10: Abgesehen von dem Koch und ihm selbst wussten nur noch zwei weitere, in Sam's Augen sehr loyale Mitarbeiter, wo der neue Schlüssel aufbewahrt wurde – sie hatten sich sorgsam nach einem guten Versteck umgesehen.

00:37:23: Wie konnte das sein?

00:37:27: Doch der Koch war nicht fertig mit seiner Beschwerde, denn neben den verschwundenen Lebensmitteln schien sich neuerdings jemand auch einen Spaß daraus zu machen, ihn persönlich zu ärgern.

00:37:38: So war es bereits einige Male vorgekommen, dass seine Arbeitsschuhe und seine Schürze nicht an dem gewohnten Platz waren, sondern das jemand sie irgendwo in der Küche versteckte und der Koch bei Schicht beginnen erst mal mühsam danach suchen musste, bevor er sich an die Arbeit machen konnte.

00:37:58: Sam verstand, daß das sicherlich lästig für den Koch sein mußte.

00:38:03: Tatdessen bericht allerdings vorerst als das Werk einiger gelangweilter Grundschüler ab.

00:38:09: Die würden schon wieder damit aufhören, oder man erwischte sie früher oder später.

00:38:14: Die verschwundenen Lebensmittel waren jedoch eine andere Sache!

00:38:18: Er würde das Kirchenoberhaupt dem Pfarrer informieren müssen.

00:38:22: Dazu brauchte es einen schriftlichen Bericht.

00:38:26: Entschlossen stapfte Sam über den Flur zurück zu seinem Büro.

00:38:30: Doch etwas ließ ihn beim Betreten des kleinen Raumes unmittelbar auf der Schwelle erstahlen – da laget was auf seinem Schreibtisch.

00:38:41: Sam trat näher und erkannte schnell, um was es sich handelte.

00:38:46: Ein Papierhandtuch!

00:38:48: Eines von den Tüchern mit denen die Reinigungskräfte die Spender der Gebäudetoletten ausstatteten.

00:38:54: Es war noch unbenutzt und einigermaßen faltenfrei.

00:38:58: Allerdings hatte jemand etwas darauf geschrieben.

00:39:01: Die Schrift war farig und kackelig Und der Stift war mehrmals auf dem aufgerauten Papier hängen geblieben So als hätte jemand die Notiz in großer Eile verfasst.

00:39:12: Es standen nur zwei kurze Sätze auf der Serviette.

00:39:14: – Helft mir, ich bin auf dem Dachboden!

00:39:22: Der Kirchenangestellte legte die Notiz nieder und stützte den Kopf in die Hände.

00:39:28: Sein Kiefer meinte, weil zu viele Gedanken gleichzeitig auf ihn einprasselten.

00:39:34: Wer bitte schön war dieser Witzbold, der ihm solche Nachrichten auf dem Schreibtisch hinterließ?

00:39:40: Vielleicht derselbe, der auch die Vorräter aus der Küche gestohlen hatte?

00:39:44: Eine Gruppe von Schülern, die hier ihr Unwesentrieb und alberne Streicher ausheckte, um den Mitarbeitern das Leben schwer zu machen.

00:39:53: Doch während Sam sich immer mehr an seinem Ärger aufspulte, funkte ein anderer Gedanke dazwischen – was wenn zumindest die Notiz doch kein schlechter Scherz war?

00:40:05: So unwahrscheinlich ihm der Gedankel auch vorkam!

00:40:08: Was, wenn tatsächlich jemand auf dem Dachboden in Not war?

00:40:14: Nun, das ließ ich zumindest leicht überprüfen.

00:40:18: Wieder erhob sich der thirty- achtierige von seinem Schreibtisch nahm seinen Schlüsselbund und ging mit Forschenschritten zum Treppenhaus, wo er die Stufen bis in den dritten Stock des Gebäudes nach oben stieg.

00:40:29: Die Methodistische Kirche von Memphis war kein klassischer Sakraler Bau mit hohen Decken aus Rundbögen wie man es typischerweise aus Europa kennt.

00:40:37: Das Gebäude war deutlich moderner und mit einem ganz gewöhnlichen Dachstuhl ausgestattet.

00:40:45: Sam holte den Schlüssel mit der Aufschrift Boden hervor steckte ihn ins Schloss und sperrte die Tür auf.

00:40:52: Mit einem unangenehmen Quetschen schleifte die alte Metalltür über den Beton.

00:40:58: Sam starte einen Moment lang in die Dunkelheit, wo Feuer nach dem Lichtschalter tastete.

00:41:04: Als schließlich die staubigen Neonröhren an der Decke flackernd und so rund ansprang, sah er vor sich absolut nichts!

00:41:12: Der Dachboden war leer – hier verbargen sich nicht mal das übliche Samusurium an aussortierten Möbeln oder alten Büchern.

00:41:20: Abgesehen von einem Haufen Dämmmaterial, das noch empackt werden musste Gab es hier oben wirklich nichts zu sehen.

00:41:26: Bei einer Erleichter hat schloss der Sachbearbeiter wieder die Dachbodentür, dieser Zettel war absoluter Humbug gewesen.

00:41:36: Gleichzeitig war er in der Angelegenheit noch keine Schritt weiter gekommen – doch da kam ihm eine Idee!

00:41:44: Es gab dadurch auch noch jemanden den er fragen konnte und der ihn bei seiner Suche nach dem unbekannten Gaunern sicherlich behilflich sein würde….

00:41:58: Geband verfolgte Billy eine Mittwoch-Nachmittagsquiz Show im Fernsehen, als er plötzlich hörte wie jemand die Haustür aufschloss.

00:42:06: Mist!

00:42:06: Es war bereits sechs Uhr dreißig und sein Vater war mal wieder überpünktlich zu Hause.

00:42:12: Schnell griff er nach der Fernbedienung und schaltete das Gerät ab.

00:42:16: Er wusste genau dass er jetzt eigentlich über seinen Hausaufgaben sitzen sollte.

00:42:21: Um seinen alten Herrn nicht noch mehr zu verärgern eilte er direkt in die Diele um ihn zu begrüßen.

00:42:29: Sam Drash schien bereits ohnehin ein ernstes Thema auf der Agenda zu haben.

00:42:35: Billy, mein Junge, begrüßte er den zwölfjährigen und ließ sich aus dem Mantel helfen.

00:42:40: Wir müssen reden!

00:42:43: Oh-oh, dachte der Schüler.

00:42:46: Habe ich vielleicht wieder irgendetwas ausgefressen?

00:42:49: Doch die ernste Mine des Vaters schien sich nicht gegen ihn persönlich zu richten als die beiden einander zugewandt im Wohnzimmer Platz nahmen.

00:42:58: Sam Drashes erkannte die Nervosität seines Sohnes und lächelte.

00:43:04: sprach er nun freundlich.

00:43:05: – Ich mache mir Sorgen!

00:43:08: In der Küche unserer Gemeinde verschwinden ständig Lebensmittel, ich befürchte, dass ein paar Schüler sich einen Streich erlauben und heimlich die Vorräte plündern.

00:43:18: Du kennst doch die üblichen Verdächtigen an der Schule, die so etwas törichtes tun würden?

00:43:24: Weißt du etwas

00:43:24: darüber?".

00:43:29: Billy blickte irritiert auf.

00:43:32: Dann legte er die Stirn in Falten und schüttelte nachdrücklich den Kopf.

00:43:36: Davon hatte er wirklich noch nie etwas gehört.

00:43:41: »Nun gut« legte der Vater nun nach, »du weißt also nichts!

00:43:46: Aber vielleicht kannst du mir hierzu etwas sagen?

00:43:50: Sam Drash fasste in die Brusttasche seines akkurat weißen und faltenfreien Hemdes und zog die Papierservietter hervor, welche er am Vormittag auf seinem Schreibtisch gefunden hatte.

00:44:01: Er faltete sie vorsichtig auseinander und legte die aufgeklappte Notiz so auf den Couch-Tisch das Billy sie lesen konnte.

00:44:10: Dessen Augen weiteten sich sofort bei dem Anblick des Schriftstücks, was auch Sam Drash nicht entging.

00:44:17: »Sagt dir diese Notiz etwas?« hakte der Vater nun nach.

00:44:21: Billy starte noch immer wie gebannt auf das Papiertuch.

00:44:25: Einige Sekunden verharten sie so in Schweigen – dann sah der zwölfjährige seinen Vater an!

00:44:32: Doch anstatt etwas zu sagen, nickte er nur entschlossen und griff in seine eigene Hosentasche.

00:44:39: Er zog eine identische Papierservierte hervor die allerdings schon deutlich zacknitterter war als das Exemplar des Vaters.

00:44:47: Billy legte seine Serviette neben die von Sam, Leslie Gettys lebt und helft mir!

00:44:57: Ich bin auf dem Dachboden, stand auf den beiden Papiertüchern in jeweils derselben Schrift.

00:45:03: Vater und Sohn sahen sich entgeistert an.

00:45:12: Leslie Gethys war ein fünfzehnjähriges Mädchen, dass seit dem achtzehnten November nineteen hundertundachtzig in Memphis, Tennessee vermisst wurde.

00:45:22: Offenbar war ein unbekannter Täter in jener Nacht in ihr Wohnhaus eingedrungen und hatte die Jugendliche entführt.

00:45:29: Da Leslie aus gut betuchten Verhältnissen kam und die Familie sehr wohlhabend war behandelte die Polizei den Fall von vornherein als Entführung – und glaubte nicht daran dass das Mädchen freiwillig weggelaufen sein konnte auch wenn man keine Einbruch oder Kampfspuren im Haus gefunden.

00:45:47: Da die fünfzehnjährige mittlerweile allerdings seit bald vier Monaten spurlos verschwunden war und seit ihrem Verschwinden nie eine Lösegeldforderung bei ihrer Familie eingegangen war, gingen die Ermittler inzwischen leider davon aus, dass Leslie nicht mehr am Leben sein konnte.

00:46:06: Die seltsamen Notizen, die in der vereinten methodistischen Kirche von Memphis aufgetaucht waren, warfen nun ein anderes Licht auf den Fall – und schürten die Hoffnung, daß man das Mädchen vielleicht doch noch lebendig wiederfinden würde!

00:46:20: Auch wenn die von Sam Dresch nun herbeigerufene Polizei diese Hoffnung erst mal wieder zunichte machte.

00:46:27: Man durchkämmte das gesamte Gebäude, stellte vom Keller bis natürlich zum Dachboden alles auf den Kopf, drehte auf dem Grundstück jeden Stein um und fand abermals nichts!

00:46:38: Keinerlei Hinweis, dass Leslie Gettys sich auf dem Gelände irgendwie aufgehalten hatte – abgesehen von den mysteriösen Notizen, die die Polizei als makaberen Schülerstreich abtat.

00:46:53: Doch Sam Drash und mittlerweile auch ein paar weitere Kirchenmitarbeiter wollten sich damit nicht zufrieden geben.

00:47:00: Also heckten sie einen ganz eigenen Plan aus!

00:47:03: In der Nacht zum achtzehnten März, nineteenhundert zweiundachtzig sollten einige Mitarbeiter nicht wie üblich nach Hause gehen sondern in wechselnden Schichten das Gebäude patrouillieren.

00:47:14: Nur so würden Sie endlich verstehen was im diesen Heiligen Hallen nun schon seit Monaten mysteriöserweise vor sich ging.

00:47:25: Vier Mitarbeiter einschließlich Sam waren in jener Nacht in der Kirche geblieben und hielten sich versteckt.

00:47:32: Und tatsächlich mussten sie nicht allzu lange warten, bis plötzlich unerwartete Geräusche und Bewegungen zu vernehmen waren.

00:47:40: Im Erdgeschoss bemerkte gegen dreiundzwanzig Uhr einer der Mitarbeiter wie auf einmal das Licht in die Küche angehen.

00:47:48: Volltreffer dachte er und schlich langsam den dunklen Flur entlang – und als er um die Ecke bog, traute er seinen Augen kaum!

00:47:58: Dort stand ein jugendliches Mädchen mit lang verfilzten Haaren, einem verquollenen Gesicht und schmutziger zerschlissener Kleidung.

00:48:07: Neben ihr einen Mann mittleren Alters ebenfalls mit verwahrlustem Erscheinungsbild und einem unglaubigen Gesichtsausdruck.

00:48:15: Das Mädchen stürzte sofort auf den überforderten Mitarbeiter zu und fiel ihm schluftsend in die Arme.

00:48:22: Es war Leslie Gattes Sie lebte.

00:48:30: Sein Name war Ernest Earl Stubblefield.

00:48:34: Er war forty-Jahre alt, allein stehend und hatte offenbar schon länger einen Hang dazu gehabt sich unerlaubterweise in Kirchen und Schulgebäuden versteckt zu halten.

00:48:45: Wahrscheinlich war das auch der Grund gewesen warum sein Versteck in der vereinten methodistischen Kirche von Memphis so lange unentdeckt geblieben war denn Leslie die er in der Nacht des achtzehnten Novembers neunzehnhundertundachtzig entführt hatte hatte mit ihrem schriftlichen Hilferuf recht behalten.

00:49:04: Er war mit ihr in die Kirche geflüchtet und hatte sie fortan auf dem Dachboden gefangen gehalten.

00:49:09: Allerdings nicht dort, wo Sam Drash und später auch die Polizeibeamten nachgesehen hatten.

00:49:16: Das wirkliche Versteck von dem Täter und seinem Entführungsopfer fand sich stattdessen in einem sogenannten Crawl Space – also einem Zwischenboden zwischen Obergeschoss und Dachboden.

00:49:28: Solche Zwischengeschosse dienten in erster Linie als Stauraum und waren für gewöhnlich nicht höher als sechszig Zentimeter.

00:49:37: Stubblefield hatte Leslie hier ganze einhundert neunzehn Tage festgehalten.

00:49:46: Nur in der Nacht war es ihr erlaubt gewesen, mit ihm gemeinsam das Versteck zu verlassen und in die Küche auf Nahrungssuche zu gehen.

00:49:54: Dabei nahm Leslie zuletzt deutlich mehr Lebensmittel mit, als sie verbrauchen konnten um die Mitarbeiter der Kirche darauf aufmerksam zu machen dass hier irgendetwas nichts stimmte.

00:50:05: Als das nicht half riskierte sie einige Male ihr Leben, um die Hilferufe auf die Papierservietten zu schreiben und in dem Gebäude zu deponieren.

00:50:15: Wenn Stubblefield gerade nicht hin sah – der Täter hatte ihr einige Male versprochen!

00:50:21: Er hätte eine Lösegeldforderung an ihre Eltern geschickt nach deren Zahlung er sie wieder freilassen würde.

00:50:28: Doch mittlerweile glaubte die Fünfzehnjährige nicht mehr daran.

00:50:32: Stubbblefield hatte offenbar vor, Sie für immer gefangen zu halten oder irgendwann einfach zu beseitigen Doch Leslie war klug und sie hatte einen ungeheuren Überlebenswellen, was schließlich zur Entdeckung der beiden führte.

00:50:51: Zur Erleichterung aller hat es doublefield sich nicht an dem Mädchen vergangen – und doch hatte er noch umso mehr Abscheuligkeiten im Schild geführt, wovon man ihm zum Glück das Handwerk legte.

00:51:02: Als man ihn und Leslie in der Kirche aufgriff, gelang ihm zunächst die Flucht.

00:51:07: Doch drei Wochen später und nach intensiver Fahndung fand man den einundvierzigjährigen in dem Treppenholraum einer anderen Kirche, unter welchem er sich versteckt gehalten hatte.

00:51:19: Zu seinen überschaubaren persönlichen Sachen zählte ein Notizbuch.

00:51:23: Darin hatte er die Namen und Adressen von etwa viertausend weiteren Mädchen festgehalten – wie zwischen dreizehn-und fünfzehn Jahren alt waren.

00:51:33: In einigen Fällen besaß er sogar deren Haustürstüssel.

00:51:39: Ernest Doublefield bekam dreißig Jahre im Gefängnis ohne Aussicht auf Bewährung.

00:51:45: Seine Ex-Frau sagte einmal aus, dass Doublefield das Mädchen vermutlich als eine Art Kompensation für die Entfremdung von seiner eigenen Tochter, die ähnlich alt war wie Leslie entführt hatte.

00:51:58: Nach der Scheidung war der Ex-Vorders alleinige sorggerecht zugesprochen worden und Doublefield hatte bereits erfolglos versucht seine eigene Tochter zu entführen.

00:52:10: Und Leslie Gettys hat sie viele Jahre gebraucht um mittels Therapien ihrem Trauma zu entwachsen Und das, was ihr peiniger ihr angetan hatte hinter sich zu lassen?

00:52:23: Natürlich.

00:52:24: Und sie hat es schlussendlich geschafft!

00:52:27: Aber sie hatte schon damals mit gerade mal fünfzehn Jahren eine wichtige Entscheidung für sich getroffen.

00:52:34: In der Auseinandersetzung mit dem Täter hatte sie sich nie ihre Angst anmerken lassen – Sie war ihm immer taff gegenübergetreten.

00:52:42: Denn wer sich nach außen mutig gibt ist kein einfaches Opfer mehr.

00:52:48: Diesen Pfad hat sie nie verlassen Und so ist Leslie in ihrem späteren Leben an Welten geworden.

00:52:57: Sie hat sich auf Familienrecht spezialisiert und engagiert sich vor allem für Kinder aus zerrütteten Familien, in denen erbitterte Sorgerechtskämpfe ausgeforchten werden – eine Mission die sicherlich auch Stubble fehlt und seiner familiären Vergangenheit zuträglich gewesen wäre….

00:53:16: …und die Leslie vielleicht dabei geholfen hat zu verstehen warum ihr im Führer ihr einst so etwas angetan hatte!

00:53:24: nicht um ihn von seiner lebenslangen Schuld zu entbinden, sondern um sich selbst ein für alle Mal aus ihrer eigenen Vergangenheit zu befreien und nicht länger Opfer sein zu müssen.

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