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Schauerstoff Compilation: Späte Gewissheit

Shownotes

Manche Verbrechen verschwinden in einer Schublade. Die Spuren verblassen, Zeugen vergessen, Ermittler wenden sich neuen Fällen zu – und die Täter altern in Freiheit, während die Hinterbliebenen jeden Morgen mit derselben Frage aufwachen: Wer war der Schuldige? Doch die Zeit arbeitet nicht nur für Mörder. In diesen beiden Fällen bringt die Wissenschaft nach Jahrzehnten ans Licht, was verborgen bleiben sollte – einmal nach 46, einmal nach 23 Jahren. Eine winzige Spur, ein Speichelrest, ein genetischer Zufall aus einem fernen Land. Und plötzlich schließt sich ein Kreis, den niemand mehr für schließbar gehalten hatte. Hört nun die zwei hochspannenden Folgen SPÄTE GERECHTIGKEIT und ARGLOS – zwei einstige Cold Cases, an deren Auflösung lange Zeit niemand mehr geglaubt hatte.

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Zur aktuellen Folge: Der Mordfall Carla Walker (Fort Worth, Texas 1974) und der Fall Leslie Preer (USA, 2001) – zwei Cold Cases, die erst nach vielen Jahrzehnten durch moderne DNA-Ermittlungsarbeit gelöst wurden.

  • Der Mordfall Carla Walker (Fort Worth, Texas 1974) – ein Cold Case, der erst nach über vier Jahrzehnten durch moderne DNA-Technik gelöst wurde.
  • Der Mordfall Leslie Preer (USA, 2001) – ein Cold Case, der erst nach über zwei Jahrzehnten durch moderne DNA-Ermittlungsarbeit gelöst wurde.

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Transkript anzeigen

00:00:10: Manche Verbrechen verschwinden in einer Schublade, die Spuren verblassen, Zeugen vergessen.

00:00:18: Ermittler wenden sich neuen Fällen zu und die Täter altern in Freiheit während die Hinterbliebenen jeden Morgen mit derselben Frage aufmachen – wer war der Schuldiger?

00:00:32: Doch die Zeit arbeitet nicht nur für Mörder!

00:00:36: In den folgenden beiden Fällen bringt die Wissenschaft nach Jahrzehnten ans Licht was verborgen bleiben sollte Einmal nach forty-six, einmal nach twenty-three Jahren.

00:00:48: Eine winzige Spur, ein Speichelrest... ...ein genetischer Zufall aus einem fernen Land.

00:00:55: und plötzlich schließt sich einen Kreis, den niemand mehr für schließlichbar gehalten hatte.

00:01:02: Hört nun die zwei hochspannenden Folgen späte Gerechtigkeit und arg los!

00:01:08: Zwei einstige Cold Cases an deren Auflösung lange Zeit niemand mehr geglaubt hatte Schauerstoff.

00:01:25: Der Grusel-Podcast für schlaflose Nächte.

00:01:32: Späthe Gerechtigkeit.

00:01:37: Wir alle kennen sie, die sogenannten Cold Cases.

00:01:41: Ein schwieriger Kriminalfall wird gründlich untersucht doch wenn sich in einem gewissen Zeitrahmen keine verwertbaren Spuren und Hinweise ergeben landet der Fall irgendwann in einer Schublade.

00:01:54: Zu viel Gewalt erschüttert diese Welt und es gibt leider zu wenig polizeiliche Ressourcen, um wirklich alles aufzuklären.

00:02:01: Kein Wunder also dass selbst die ambitioniertesten Kriminalbeamten sich irgendwann neuen Verbrechen zuwenden müssen auch wenn sich dies alles andere als gerecht gegenüber den Opfern und ihren Hinterbliebenen anfühlt.

00:02:15: Zumal manche Cold Cases niemals aufgeklärt werden denn je mehr Zeit verstreicht umso dünner wird die Beweislage.

00:02:24: Also Warte werden vernichtet, Erinnerung von Zeugen verschwimmen.

00:02:28: Wichtige Spuren verblassen!

00:02:31: Doch zum Glück ist das nicht immer der Fall.

00:02:35: Manchmal werden auch sehr lange zurückliegende Verbrechen noch aufgeklärt – selbst wenn es über vierzig Jahre dauert.

00:02:44: Als Layton Neal Walker und seine Frau Doris am Morgen des siebzehnten Februars nineteenhundertsevierundsiebzig aufstanden, ahnten Sie nicht, dass dieser Tag ihr Leben für immer verändern würde?

00:02:56: Dabei waren die beiden bereits ein leidgeprüftes Paar, das schon einen schlimmen Verlust hatte hinnehmen müssen.

00:03:02: Sie hatten mehrere gemeinsame Kinder – Charles, Cindy, Jim, Petsy, Danny und Carla.

00:03:10: Doch die Walkers hatten bereits ein gemeinsames Kind verloren.

00:03:14: Die kleine Sharon war drei Jahre vor Carlos Geburt im Alter von nur einem Jahr verstorben.

00:03:19: Dass ein weiteres Unglück über die Familie kommen würde, ahnte niemand!

00:03:22: Als die siebzehnjährige Carla an jenem Sonntag ihr Elternhaus verließ und nie mehr zurückkommen sollte.

00:03:31: Carla war ein ungewöhnlich hübsches, beliebtes und charismatisches Mädchen.

00:03:35: Die Highschool-Schülerin mit den langblomnten Haaren war ein erfolgreicher Che-Lieder und ein echter Jungsschwarm.

00:03:41: Doch obwohl so mancher nicht die Augen von ihr abwenden konnte wenn sie den Raum betrat, gehört ihr Herz nur einem... ihrem Highschool Freund Rodney McCoy!

00:03:51: Ihre Liebe schien wie aus einem Hollywood Film.

00:03:54: Auch Karlas Familie war von Rodney begeistert, so sehr dass sie ihn sich sogar als perfekten Schwiegersohn vorstellen konnten.

00:04:02: Rodney war der Quarterback für das Footballteam, daß Carla als Chili der anfeuerte und sie besuchten gemeinsam die Western Hills High School Und da die beiden so glücklich miteinander waren verwundete es natürlich auch nicht ,dass das junge Glück zusammen den Valentinstag verbrachte.

00:04:18: An jenem siebzehnten Februar ging sie zunächst gemeinsam zu einer Tanzveranstaltung ihrer Schule.

00:04:24: Dort verbrachten sie einen romantischen Abend miteinander und beschlossen dann, sich noch gemeinsam mit Freunden an einer Bowlingbahn zu treffen.

00:04:31: Also stiegen sie in Rodnigs Wagen und fuhren zum Richley Bowling Center in ihrer Heimatstadt Fort Worth im US-Bundesstaat Texas.

00:04:38: Dort angekommen lieben sie allerdings noch ein Moment auf dem Parkplatz den Rodnig's Wagen sitzen weil sie noch nicht sofort hineingehen wollten.

00:04:45: Rodney sollte später aussagen Sie hätten dort ein bisschen geknutscht und das getan was Teenager ebenso tun doch mit einem mal war das vorbei.

00:04:55: Wenige Stunden später klingelt es an der Tür der Familie Walker.

00:04:59: Natürlich hatten die Eltern schon sehnsüchtig auf Carla gewartet und öffneten die Tür, doch der Schock war groß als nicht Carla sondern Rodney mit einer schweren Kopfwunde vor ihrer Tür stand.

00:05:08: Der siebzehnjährige sah furchtbar aus, Blut verklebte sein Gesicht.

00:05:13: Nach und nach erzählte der junge Mann seinen schwieger Eltern was er gerade Furchtbares erlebt hatte, während er mit Carla zusammen in seinem Auto gesessen hatte wurde auf einmal die Beifahrer-Tür aufgerissen.

00:05:25: Ein vermummter Mann stand plötzlich vor ihn, in der einen Hand eine Waffe.

00:05:29: Er griff nach Carla, hielt die Waffe auf Rodney gerichtet und drückte ab.

00:05:33: Nachdem zu dessen Glück während des Gerangels das Magazin aus der Pistole gefallen war.

00:05:37: Da der Täter sie nun nicht mehr als Schusswaffe verwenden konnte, schlug er stattdessen mit der Pistele auf Rodneys Kopf ein.

00:05:44: »Ich werde dich umbringen!« brüllte der Fremde den High School Schüler an.

00:05:47: Carla schrie und weinte – und sie flehte den Mann an.

00:05:50: »Hör auf ihn zu schlagen!

00:05:52: Rodney war verangst wie gelähmt und konnte sich nicht gegen die Angriffe wehren.

00:05:56: Schließlich gab Carla auf und rief, lass ihnen Ruhe ich komme mit!

00:06:01: Daraufhin ließ der Täter von Rodney ab und riskala mit sich aus dem Auto.

00:06:05: Rodney War kurz davor sein Bewusstsein zu verlieren als Carla ihm noch zurief, Rodney geholt meinen Vater.

00:06:11: dann verschwand Carla mit dem Fremden und Rodney wurde schwarz vor Augen.

00:06:16: Als er wieder zu sich kam tat er genau das was Carla ihm aufgetragen hatte und er eilte zu ihrem Elternhaus.

00:06:22: Karlas Eltern riefe sofort die Polizei.

00:06:25: Die Beamten begannen ohne Verzögerung mit der Suche nach den siebzehnjährigen und man mobilisierte unzählige Kräfte für den Großeinsatz.

00:06:32: Auf dem Parkplatz des Bowling Centers fand man leider nur noch Karlas Handtasche und das Magazin aus der Waffe, mit der Rod nicht verletzt worden war Immerhin ein erster Anhaltspunkt zum Täter.

00:06:41: Ansonsten gab es allerdings keine Spuren.

00:06:45: Drei Tage lang suchte die Polizei pausenlos nach Carla.

00:06:48: Man durchkämpfte die gesamte Umgebung des Parkplatzes, befragte Freunde, Familie und diverse mögliche Augenzeugen.

00:06:55: Ging jedem noch so kleinen Hinweis nach und kam doch nicht ein Stück weiter.

00:07:00: Und auch wenn alle Beteiligten bis zum Schluss auf ein glückliches Ende gehofft hatten, so fürchteten sie doch die grausame Wahrheit, die schließlich am zwanzigsten Februar nineteenhundertsehntvierzig enthüllt wurde.

00:07:11: Drei Tage nach Carlos verschwinden fand man ihren leblosen Körper in einem Unterführungs-Tunnel an Ben Brocksee.

00:07:18: Ungefähr zwanzig Minuten Autofahrt von dem Parkplatz entfernt, wo jemand Carla völlig unvermittelt aus Rodnigswagen entführt hatte wurde ihr Schicksal gewissheit.

00:07:27: Die Untersuchung ergaben das Carla noch zwei Tage in Gefangenschaft gelebt hatte er der Mörder sie erwirkte.

00:07:33: Davor hat er sich offenbar auch an ihr vergangen.

00:07:36: die Familie war am Boden zerstört und fortan konzentrierten sich die Ermittlungen nur noch auf eine einzige Frage wer hatte Carla das angetan?

00:07:45: Die Polizei nahm mehrere Verdächtige unter die Lupe, die sich an jenem Abend in der Nähe des Parkplatzes aufgehalten hatten.

00:07:52: Und das waren einige!

00:07:54: Außerdem hatte die Polizei mittlerweile erfahren, dass viele junge Männer in Karlas Umfeld ein Auge auf die siebzenjährigen Schülerinnen geworfen hatten.

00:08:02: War an jenen Abend etwa ein heimlicher Verehrer von Carla vor Ort gewesen, der das Mädchen zusammen mit Rodney im Wagen überrascht hatte.

00:08:09: Einer, der es nicht hatte ertragen können, dass Karlas Herz einem anderen Jungen gehörte.

00:08:15: Wenn man sich Rodney Schilderungen der Tat zur Anhörte, sprach einiges dafür.

00:08:19: Der Angreifer hatte Rodney erschießen wollen und als dies nicht gelangt hätte ihn ebenso gut mit der Pistole zu Tode geprügelt wenn Carla nicht eingegriffen hätte.

00:08:27: Man konnte also davon ausgehen dass Täter und Opfer sich wohl möglich kannten.

00:08:31: Dennoch gestaltete sich die Arbeit der Polizei schwierig was nicht zuletzt an den primitiveren Ermittlungsmethoden der neunzehnhundertsiebziger Jahre lag.

00:08:40: Zwar hatte man beispielsweise Karlas Kleidung gefunden, an der offenbar auch fremde Körperflüssigkeiten sichergestellt werden konnten.

00:08:47: Doch weil die Technologie zu DNA-Tests erst zehn Jahre später erfunden werden sollte, konnte man mit diesem Fund zunächst nichts anfangen – es mussten dringend Beweise her, die eindeutiger waren und den Täter überführend konnten.

00:08:59: Polizei widmete sich daher dem Magazin der Pistole, mit der Rodney verletzt worden war….

00:09:04: …und sie konnten tatsächlich herausfinden wie der Besitzer der Waffe!

00:09:07: Eine Zweizwanziger Luger Pistole hieß.

00:09:10: Es handelte sich um einen dreißigjährigen Lkw-Fahrer namens Glenn McCurley.

00:09:16: McCurly war wegen kleinerer Diebstähle bereits Polizei bekannt, seit seiner Kindheit war er einer der immer wieder Ärger machte weshalb seine Eltern ihn schon mehrmals in ein Erziehungskämpter Kirche gesteckt hatten.

00:09:27: doch auch als junge Erwachsener geriet er mehr und mehr auf die schiefe Bahn.

00:09:32: Immer wieder wurde er dabei erwischt wer Autostahl?

00:09:35: Dafür bekam er schließlich sogar eine zweijährige Haftstrafe, aus der er mit neunzen Jahren entlassen wurde.

00:09:40: War eher etwa der Täter den die Polizei suchte?

00:09:43: Konnte der Fall doch so schnell aufgeklärt werden?

00:09:47: Als sie beambten ihn verhörten erklärte McCurley die besagte Waffe sah ihm aus dem Auto gestohlen worden.

00:09:52: schon sechs Wochen bevor Carla entführt wurden war und außerdem so versicherte er hatte er sein Leben grundsätzlich geändert seitdem er aus dem Gefängnis entlassen worden.

00:10:02: Er hatte geheiratet und mit seiner Partnerin zwei Söhne bekommen, ging zuverlässig seine Arbeit als Lkw-Fahrer nach.

00:10:08: Ein verantwortungsbewusster Familienvater war aus ihm geworden.

00:10:12: Als die Polizei das zu hören bekam, war sie natürlich zunächst erst mal skeptisch.

00:10:16: Lebte dieser Mann tatsächlich das Vorzeigeleben, dass er beschrieb?

00:10:20: Doch wie sich herausstellte, hatte die Verdächtige offenbar die Wahrheit gesagt... Mac Curley und seine Frau waren eng in die Kirchengemeinschaft eingebunden, und der dreißigjährige Genoss einen guten Ruf in seiner Gemeinde.

00:10:32: Er verhielt sich nie unpassend gegenüber Frauen – auch die Nachbarnung bekannten er.

00:10:37: ihr Leute wussten nichts Schlechtes zu berichten!

00:10:40: Die Beamten wollte sich mit diesem Ergebnis dennoch nicht zufrieden geben und unterzogen Mac Curly einem Lügendetektortest.

00:10:46: Vielleicht weil sie wirklich der Meinung war, dass der Lkw-Fahrer ihnen nicht die Wahrheit sagte?

00:10:51: Vielleicht aber auch, weil sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen anderen Verdächtigen hatten, zu dem Sie hätten ermitteln können.

00:10:57: Entsprechend ernüchtert war die Polizei, als sie das Ergebnis der Befragung erhielt – mit Curly sprach laut lügende Technotests die Wahrheit.

00:11:05: Frustriert schickten sie den Zwei- und Dreißigjährigen wieder nach Hause und standen wieder ganz am Anfang ihrer Ermittlungen.

00:11:11: Die Zeit verging, ohne dass sich neue Spuren oder Hinweise bei der Ermittlungsarbeit der Polizei ergaben.

00:11:17: Die einst hitzige Jagd nach dem Täter flaute immer mehr ab Bis der Fall Carla Walker schließlich ein weiterer trauriger Cold Case wurde.

00:11:26: In der Öffentlichkeit geriet er fall mehr und mehr in Vergessenheit, doch der Familie Walker stellte sich die Frage wer hinter dem brutalen Mord an Carla steckte jeden Tag aufs Neue?

00:11:37: Mutter Doris warnt jahrelang jeden Morgen unter der Dusche.

00:11:41: Vater Layton lächelte nicht mehr und auch die Geschwister litten sehr unter dem Verlust ihrer Schwester.

00:11:47: Schließlich begann Layton und sein Sohn Jimmy sogar eigenständig nach dem Mörder zu suchen.

00:11:52: Leider ohne Erfolg!

00:11:54: Derweil musste die Familie sich im eigenen Umfeld immer wieder anhören, dass sie doch nicht weit suchen müssten, denn der Mörde ihrer Tochter könnte ganz nahe sein.

00:12:03: Viele Menschen richteten unverholen den Zeigefinger auf Rodney – Sie glaubten dem Freund von Carla nicht, das er wirklich überfallen worden war?

00:12:11: Hätte sich die Verletzung nicht selbstzufügen können?

00:12:14: hätte sich als Quarterback nicht gut gegen einen Fremden zur Wehr setzen?

00:12:18: Warum war er zuerst zur Kalas Familie gefahren und nicht zur Polizei?

00:12:22: Doch von all diesen Spekulationen wollten die Walkers nichts hören.

00:12:26: Sie trauten gemeinsam mit Rodney um ihre Tochter.

00:12:29: Trotz ihrer eigenen Suche nach dem Mörder erfohren Doris und Layton Walker nie, wer ihnen ihr kleines Mädchen genommen hatte.

00:12:37: Layton starb am sechzehnten Februar nineteen hundred siebenund achtzig, treizend Jahre nach Kalas verschwinden.

00:12:43: Doris folgte ihm am elften September zweitausund fünfzehn Und mit ihnen schlafen für die meisten die Hoffnung darauf, jemals die Wahrheit über Carlos Tod zu erfahren.

00:12:53: Doch im einundzwanzigsten September, zwei-tausend zwanzig – ganze sechsenvierzig Jahre nach Carlos Tod – plinnte die Polizei wieder an einem Haus in Fort Worth.

00:13:03: Als die Tür sich öffnete, schaut er einen Ehepaar geschockt in die Gesichter der Beamten.

00:13:08: Die Bewohner des Hauses Glenn und Judy McCurley beide fast achtzig Jahre alt hatten gedacht dass sie nie wieder über den Fall Carla Walker reden mussten Doch sie lagen falsch.

00:13:20: Denn an diesem Tag hatte die Polizei, die den Fall two-tausendachzehn wieder aufgewollt hatte, jene bahnbrechenden Ergebnisse erhalten, auf die sie mehrere Dekaden hatte warten müssen.

00:13:31: DNA-Proben aus dem Müll der Mac Curlys bestätigten, dass die Körperflüssigkeiten auf Karlas Kleidung, die am Tatort gefunden wurde von Glenn McCurley stammten.

00:13:40: Der mittlerweile seventy achtjährige wurde daraufhin festgenommen und seine DNA wurde mittels Speicheltester neu überprüft.

00:13:48: Wieder war das Ergebnis eindeutig.

00:13:50: Endlich hatte die Polizei einen handfesten Beweis, mit dem sie Anklage gegen Karlas mutmaßlichen Mörder wagen konnte.

00:13:57: Außerdem fanden Sie bei der anschließenden Hausdurchsuchung bei den Mac Curleys auch noch ein anderes Beweismittel, dass für immer verloren geglaubt wurde.

00:14:04: Die Pistole, die Mac Curley angeblich gestohlen worden war und mit der Rodney Schwere Verletzung zugefügt wurden waren, lag noch immer versteckt im Haus von Glenn & Julie McCurley.

00:14:14: Nach über forty-fünf Jahren hatte er es nicht mehr für nötig, bevor dieses massiv belastende Beweistück zu entsorgen.

00:14:21: Doch den mutmaßlichen Täter stritt immer noch ab Karl etwas angetan zu haben.

00:14:25: Mehr noch behauptete er nicht mehr zu wissen wer das Mädchen war als man ihm ein neugter Foto von ihr zeigte.

00:14:31: Doch dann nach einem stundenlangen Verhör begann Merkeulich schlüssig doch noch zu erzählen und servierte ihn ermittelt.

00:14:38: zunächst eine völlig haarsträubende Geschichte.

00:14:41: Der ehemalige Lkw-Fahrer gab zu, am Abend des siebzehnten Februar nineteenhundertvierzig tatsächlich auf dem Parkplatz des Bowling Centers gewesen zu sein.

00:14:51: Er war angetrunken und hatte irgendwann Rodney und Carla im Auto sitzen sehen.

00:14:56: Sie hätten sich aber nicht leidenschaftlich geküsst wie Rodney zum Protokoll gegeben hatte sondern heftig gestritten.

00:15:02: Daraufhin sei Mac Curley zum Wagen gegangen um Carla zu helfen falls Rodney ihr Gewalt antun wollte.

00:15:08: Er habe Rodney niedergeschlagen, um Carla aus dem Auto zu befreien und sei mit ihr in seinem Wagen dann geflohen.

00:15:14: Auf einem anderen Parkplatz habe er sie dann aussteigen lassen.

00:15:17: Carla sei ihm so dankbar gewesen, dass sie sich erkennlich zeigen wollte – weshalb die beiden dann in seinem wagen miteinander intim geworden seien.

00:15:25: Einvernehmlich wie der mittlerweile seventy- achtjährige betonte.

00:15:28: Dann sei Carla aus seinem Auto gestiegen und in die Nacht verschwunden.

00:15:32: Dies würde, laut McCurley auch erklären warum bei den Ermittlungen seine DNA auf Carlos Unterwäsche gefunden wurde.

00:15:40: Einen Moment lang brachte McCurllys Erzählung die Beamten tatsächlich ins Zweifel.

00:15:44: Konnte das sein?

00:15:46: Hatten sie jahrelang ein falsches Bild von dem Tartehergang gehabt?

00:15:49: Doch etwas war von vornherein nicht stimmig in der Erzählung!

00:15:53: Es gab nämlich Beweise dafür dass Carla vor McCurlly noch nie mit jemandem intim gewesen waren.

00:15:59: Sie hatte sich für die Ehe auch sparen wollen... Warum hätte sie sich also freiwillig einen wildfremden Mann hingeben sollen?

00:16:06: Auf weiteres Nachfragen gestand der seventy- acht jährige schließlich außerdem, Carla gewirkt zu haben.

00:16:12: Doch er betonte, sie sei lebendig gewesen als er sie zurückgelassen habe.

00:16:17: Je weiter die Befragung voranschritt umso mehr wurde der Polizei klar.

00:16:21: Der verdächtige Lob wie gedruckt und versuchte verzweifelt seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

00:16:27: Dabei redet er sich im Kopf von Kragen verstrickte sich in seinen eigenen Angaben, und die Beamten waren sich schlussendlich vollkommen sicher.

00:16:35: Sie hatten nach fast einem halben Jahrhundert endlich Karlas Mörder gefasst.

00:16:39: Doch wie würde das Gericht erteilen wenn McCurley die Tat weiterhin abstritt?

00:16:44: Im Jahr twenty-einundzwanzig wurde der Fall Carla Walker vor Gericht verhandelt – und bevor die Geschworenen ebenfalls zu einem Urteil kommen konnten, machte Glenn McCurly endlich reinen Tisch.

00:16:56: Er gestand die Entführung sowie den Mord an Carla und räumte auch ein, dass nichts in jener Nacht freiwillig von der siebzenjährigen ausgegangen war.

00:17:05: Nach all dieser Zeit wurde so die Wahrheit zur Realität – und das dunkle Geheimnis, das McCurley jahrzehntelang hatte verbergen können, wurde enthüllt.

00:17:15: Und auch wenn die Wahrhalt die Tat nicht tilgen kann, so konnten doch wenigstens Karlas Angehörige nun mit Gewissheitssagen wie des lebende siebzehnjährigen damals vor sechsenvierzig Jahren einen Ende genommen.

00:17:28: Vorbei waren die Spekulationen, die Suche und die Fragen.

00:17:32: Auch Rodney musste sich ab jetzt nicht mehr fürchten falsch beschuldigt zu werden, denn nun wurde der wirkliche Mörder zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt – und die Akte Carla Walker konnte ein für alle mal geschlossen werden!

00:17:45: Und doch bleibt am Ende jene schmerzliche Erkenntnis.

00:17:49: Glenn MacCurley konnte den Großteil seines Lebens unbehelligt verbringen, während sein Opfer durch seine Hand viel zu früh hatte sterben müssen….

00:17:57: Er konnte seine Kinder aufwachsen sehen, hatte erfüllende Momente mit seinen Liebsten und musste erst als Altermann für das gerade stehen was er ins getan hatte.

00:18:08: Carlos.

00:18:08: Angehörige mussten hingegen jeden Tag mit dem niemals versiegenden Schmerz bestreiten dass die siebzenjährige gewaltvoll aus ihrer Mitte gerissen hat.

00:18:19: Es bleibt den Hinterbliebenen nur von Herzen zu wünschen endlich ein Schlussstrich unter ihr Jahrzehntelanges Leiden ziehen konnte, dass der seventy- acht Jährige nun endlich hinter Gittern sitzt, bringt Carla nicht zurück.

00:18:33: Aber es bleibt zumindest der Trost, das der jungen Frau nach über vierzig Jahren doch noch Gerechtigkeit widerfahren

00:18:41: ist.".

00:18:51: Aus Texas führt uns der nächste Fall in einen Vorort von Washington.

00:18:57: auch hier bleibt ein Mord jahrelang ungelöst und ungesühmt bis zwei Ermittlerinnen auf eine geradezu geniale Idee kommen und eine leere Wasserflasche zum entscheidenden Beweisstück wird.

00:19:38: Er schob die Jalousie seines Bullauges nach oben und blinzelte müde nach draußen.

00:19:54: Tatsächlich erkannte den Tower vom Washington Dales Airport in einiger Entfernung.

00:20:01: Es war bereits zwanzig Uhr dreißig Ortszeit, doch um diese Jahreszeit war es draußen noch hell.

00:20:08: Hoffentlich würde das seinen Biorhythmus nicht allzu sehr durcheinander bringen.

00:20:15: Eigentlich liebte er sein Job als Außendienstler für eine große Sicherheitsfirma.

00:20:20: Er hatte keine Frau und keine Kinder.

00:20:23: Und das regelmäßige um die Welt jetten machte ihm Spaß, denn so kam er herum – und es wurde nie langweilig!

00:20:32: Gleichzeitig – und das spürte er nun in seinen müden Knochen- und Gelenken – war er auch nicht mehr der Jüngste.

00:20:40: Er war vor einigen Wochen bereits fortyfünf Jahre alt geworden.

00:20:44: Ewig würde er diesen Job nicht mehr machen können.

00:20:51: Als das Anschnellzeichen erloscht Er hob er sich noch etwas steif von seinem Business Class Sitz und holte seinen kleinen Rollkoffer aus der Gepäckablage.

00:21:01: Immerhin würde er als einer der ersten aussteigen können, und käme hoffentlich schneller aus dem Flughafengebäude um ins nächste Taxi nach Hause zu springen.

00:21:10: Er müsste sich unterwegs nur noch schnell eine Flasche Wasser gegen dieses ausgetrocknete Gefühl besorgen – aber die konnte er sich ebenso gut aus einem der Automaten in der Ankunftszahle ziehen!

00:21:24: Die Schlange am Zoll war um diese Zeit glücklicherweise auch überschaubar, und er selbst hatte wie üblich keine Waren importiert.

00:21:33: Als er an der Reihe war und brav hinter der Glasscheibe wartete, studierte der Zollbeamte gewissenhaft seinen Pass und fragte ohne den Blick zu heben ob er irgendetwas anzumelden hätte.

00:21:45: Nein!

00:21:46: gab er zurück.

00:21:49: Der Beamte richtete nun seine Aufmerksamkeit auf sein Monitor und klickte ein paar Mal desinteressiert herum.

00:21:56: Dann klappte er den Pass zu, gab ihn zurück und sagte – Sir folgen Sie mir bitte.

00:22:04: Ist das ein Scherz?

00:22:06: Ich bin amerikanischer Staatsbürger!

00:22:09: Außerdem habe ich nichts anzumelden, das habe ich Ihnen noch gerade gesagt.

00:22:15: Keine Sorge sir, das ist reine Routine.

00:22:17: Wir sind verpflichtet ab und zu Stichproben zu machen.

00:22:22: Gab der Zollbeamter gelassen zurück.

00:22:24: Sie waren nur ein paar Schritte gelaufen.

00:22:27: Dann schloss er eine stehlerne Tür zu einem kleinen Nebenraum auf.

00:22:31: Er ließ den Fluggast eintreten, dieser mummelte ein kaum hörbares Shit und ließ sich in dem Kagen-Raum auf einen der Plastikstühle plumpsen.

00:22:42: «Bitte warten Sie hier einen Moment», sagte der Beamte und schlass die Tür.

00:22:46: – nun war er allein!

00:22:50: Auf dem weiß beschichteten Büro-Tisch vor ihm hatte jemand ein paar Wasserflaschen zu je einem halben Liter aufgebaut.

00:22:57: Ein bisschen Mitgefühl hatten sie mit Leuten wie ihm, die gerade einen Interkontinentalflug hinter sich hatten.

00:23:03: Also doch!

00:23:05: Zumal seine Kehle noch immer Quellen trocken war.

00:23:09: Ergriff sich eine der Flaschen, trank sie in einem Zug leer und stellte sie zurück auf den Tisch – schon besser.

00:23:19: Unmittelbar darauf öffnete sich die Tür erneut.

00:23:23: Der Zollbeamt detrat mit einem Kollegen ein.

00:23:26: Beide lächelten und waren betonfreundlich.

00:23:30: Also dann, wir wollen sie nicht länger als nötig aufhalten.

00:23:33: Dürfen wir einmal kurz in ihr Gepäck schauen?

00:23:37: Tja, durften

00:23:38: Sie?".

00:23:40: Er hatte nun wahrlich keine Lust diesen Heinys vom Zoll seine schwitzigen Hemden und getragenen Unterhosen zu zeigen.

00:23:47: Gleichzeitig wusste er, dass diese Frage rein rhetorisch war – und er gar keine Wahl hatte, sie abzulehnen!

00:23:54: Also öffnete er Wortlust den Reißverschluss seines Rollkoffers und klappte den Deckel um.

00:24:00: Die beiden Beamten wühlten mit ihren hautengen Latexhandschuhen eine Weile darin herum und schien schlussendlich zufrieden, nichts Ungewöhnliches gefunden zu haben.

00:24:10: »Prima!« sagte der Ältere schließlich.

00:24:13: Das war es schon – sie können gehen.

00:24:17: Er leichtert zog er den Reißverschluss wieder zu, nahm den Koffer vom Tisch und rollte ihn mit rausgefahrenem Griff aus dem Raum.

00:24:26: Danke, dass das so schnell ging.

00:24:28: Einen schönen Abend noch….

00:24:31: die Beamten nickten abermals freundlich und sahen dem Fluggast nach, der mit seinem Koffer zügig in Richtung Ankunftshalle davon ratterte.

00:24:41: Einen Augenblick lang geschah gar nichts!

00:24:44: Dann öffnete sich im kleinen Kontrollzimmer eine weitere Tür zu einem offenbar angrenzenden Raum.

00:24:51: Zwei seriös gekleidete Frauen circa Mitte dreißig traten zu den Beamten – sie drogen ebenfalls Latexhandschuhe.

00:24:59: Die Eine öffnete geschickt einen Sipplockbeutel Die andere nahm vorsichtig die leer getrunkene Wasserflasche vom Tisch und beförderte sie hinein, bevor sie die Tüte luftig verschloss.

00:25:12: Die vier Leute im Raum sahen sich zufrieden an.

00:25:21: Zweiter Mai, zwei Tausend Eins.

00:25:26: Das moderne Schnurlus-Telefon auf seinem Schreibtisch stellte zweimal charakteristisch, bevor er abnahm.

00:25:34: Priya & Friends Marketing GmbH – hier ist Sandy – trellerte er fröhlich während der den Hörer ans Ohrpresse.

00:25:43: Hallo Sandy, hier ist Bob.

00:25:45: Sag mal wo ist deine Frau?

00:25:47: fragte jemand.

00:25:48: am anderen Ende errunzelte irritiert die Stirn.

00:25:51: das war nun wirklich kein Anruf mit dem er gerechnet hatte.

00:25:56: als Chef seiner eigenen Marketingagentur hat es Sandy Priya viel mehr den ganzen Vormittag darauf gelauert dass ein wichtiger Kunde sich endlich zurück melden wollte doch der Anruft des vorgesetzten seiner Frau schien irgendwie dringlich.

00:26:12: was Leslie gab er nun erstaunt zurück.

00:26:15: Die müsste doch bei dir im Büro sein.

00:26:18: Als ich vorhin von zu Hause losgefahren bin, war sie gerade dabei sich fertigzumachen.

00:26:23: Sie müsste etwa eine halbe Stunde nach mehr das Haus verlassen haben und zur Arbeit gefahren

00:26:27: sein.".

00:26:29: »Naja hier ist die nicht!« versicherte Bob am anderen Ende.

00:26:34: Und ich fange langsam an mir Sorgen zu machen.

00:26:37: Deine Frau ist sonst wahnsinnig zuverlässig.

00:26:39: Das passt einfach nicht zu ihr.

00:26:43: »Hast du es mal bei uns Zuhause versucht?« haagte Sandy nun nach.

00:26:49: Klar doch, antwortete Bob schon fast beleidigt und schob hinterher.

00:26:53: Deswegen rufe ich dich jetzt an!

00:26:55: Wir sollten vielleicht mal nach ihr sehen.

00:26:58: Möglicherweise hatte sie einen Unfall und braucht dringend Hilfe.

00:27:04: Jetzt war es an Sandy beinahe beleidig zu sein.

00:27:07: Er war ein vielsorglicher Ehemann und konnte selbst bei seiner Frau nach dem Rechten sehen – da brauchte er keine Belierungen von deren Boss.

00:27:15: Andererseits hatte Bob ihn gerade erst darauf gebracht, dass mit Leslie etwas nicht stimmen

00:27:20: könnte.".

00:27:21: Also schlugte er seinen Ärger lieber herunter.

00:27:26: »Okay, Bob, danke dass du anrufst und Bescheid sagst« sprach er schließlich in den Hörer.

00:27:30: »Wir treffen uns in zehn Minuten vor meinem Haus.

00:27:34: Dann legte er auf.

00:27:40: Gegen zwölf uf im Wundvierzig trafen sich die beiden Männer vor dem imposanten Einfamilienhaus der Familie Priya in der Drum and Avenue in Chevy Chase, Maryland – einem Vorort von Washington D.C.. Lesleys Wagen stand noch immer in der Einfahrt Was Sandy sofort besorgt auffiel.

00:27:59: Auch Bob reagierte beunruhigt.

00:28:02: Irgendetwas Schlimmes musste hier passiert sein.

00:28:06: Die Situation wurde nicht besser, als sie die nur angelehnte Haustür öffneten.

00:28:12: Im Eingangsbereich lag ein umgeworfener Tisch.

00:28:15: Der lange Läufer aus Siesal lag schief zusammengeschoben in einer Ecke.

00:28:20: Bei näherem Hinseen mit dunklen Punkten besprengkelt Dann der Blick an die Wand.

00:28:26: Noch mehr Blut.

00:28:31: Leslie Riefen die beiden Männer nun alarmiert.

00:28:34: Da die Vermisste nicht im Erdgeschoss zu sein schien, hächteten sie gemeinsam schnell die Stufen hoch ins erste Obergeschoss.

00:28:42: Sandy registrierte im Verbeilaufen noch mehr Blut auf den Stufen und auch auf dem Korridorboden in der oberen Etage.

00:28:50: Im Familienbadezimmer eröffnete sich ihnen schließlich das Grauen.

00:28:54: In der Badewanne lag Leslie Prier tot.

00:28:58: Durch die schweren Verletzungen an ihrem Kopf war ihre Kleidung über- und über mit Blut besudelt Denn die neunundvierzigjährige war nicht hier gestorben.

00:29:08: Jemand hatte sie offenbar im Flur überwältigt und ihre Leiche anschließend hier oben zurückgelassen.

00:29:15: Sandy brach schluchzend über seiner Frau zusammen, während Bob ebenfalls sichtlich unter Schock zitternd zurück ins Erdgeschoss lief um den Notruf zu wählen.

00:29:40: an dem er sich in den letzten Stunden mit seinen knibbelnden Fingernägeln abgearbeitet hatte.

00:29:49: Wie lange war er bereits hier?

00:29:51: Er hatte jedes Zeitgefühl verloren, offenbar lange genug so daß die Ermittler ihn in wechselndem Schichten in die Mangel nahmen, ihn weich klopften, damit er endlich gestand, damit sie endlich Feierabend machen und ihm zurück in seine Zelle sperren würden – aber diesen Gefallen würde er ihnen nicht tun!

00:30:12: Oh nein, mit Sicherheit nicht!

00:30:17: Siema ist Sandy setzte der Ermittler mit Stirnglatze nun wieder in verschwörerischem Ton an, wir die Polizei aber auch alle eure Freunde verwandten.

00:30:29: Nachbarn!

00:30:31: Wir wissen doch was hier vor sich geht worauf es schlussendlich hinausläuft.

00:30:36: Dazu muss man nun wirklich kein Raketen- wissenschaftler sein.

00:30:39: Es ist ganz offensichtlich was hier passiert ist.

00:30:43: also bringe es endlich hinter dich und fang an zu reden.

00:30:50: Sandy merkte wie steif sich sein Oberkörper von der langen Sitzerei anfühlte.

00:30:55: Instinktiv griff er sich mit ihr jeweils gegenüberliegenden Hand an die Schulterblätter, um seinen Rücken zumindest ein bisschen zu dehnen und zu entlasten.

00:31:04: Die Kriminalisten sahen ihn erwartungsvoll an – lasst mich nur eines sagen!

00:31:11: setzte Sandy schließlich an und zerknüllte mit einer abschließenden Geste seinen Pappbecher.

00:31:18: Ich bleibe gerne die ganze Nacht hier und höre euch beim Reden zu, aber ich wiederhole es noch einmal

00:31:23: deutlich.".

00:31:25: Ohne meinen Anwalt sage ich gar nichts.

00:31:34: Siemter März, twenty-dreiundzwanzig.

00:31:40: Lauren Priar reite sich brav in die Schlange des beliebten Fastfood Restaurants ein, während sie die Menütafel studierte, die über dem Counter hingen und den knalligen Farben die aktuellen Angebote bewahben.

00:31:54: Ihre Managerposition bei einer Catering Firma gestand ihr nur eine kurze Mittagspause zu Und oft genug begnügte Lauren sich mit übrig gebliebenen Cannapés oder Käsespießen, die ihr Unternehmen an Hochzeiten- oder Firmentagungen ausgeliefert hatte und die zurückgeschickt wurden.

00:32:12: Aber heute musste sie mal raus – und brauchte zumindest einen kleinen Tapetenwechsel!

00:32:17: Sie hatte Lust auf ein Hähnchenrap und würde einem Milchshake dazunehmen.

00:32:25: Während sie wartete, schweifte ihr Blick über die Schlange vor ihr und blieb in einem Schopf dunkler leicht gelockter Haare hängen.

00:32:34: Sie gehörten zu einem Mann in ihrem Alter, mittelgroß-athletisch.

00:32:40: Und sie konnte seine Brille sehen, wenn er sich etwas ins Profil drehte.

00:32:45: Ihr Herz begann schneller zu klopfen – doch das war tatsächlich eher!

00:32:51: Wie lange hatten sie sich schon nicht mehr gesehen?

00:32:55: Beinahe von zwanzig Jahren?

00:33:00: Der Mann war nun an der Reihe und bestellte offenbar einen Cheeseburger.

00:33:04: Dann nahm er sein Tablett und steuerte auf einen freien Tisch mit zwei Stühlen im Gastraum zu.

00:33:11: Er setzte sich mit dem Rücken zur Verkaufsschlange.

00:33:14: Noch hatte er sie nicht bemerkt, Sie könnte ihren Rap einfach zum Mitnehmen ordern, diskret das Restaurant verlassen und er würde niemals wissen, dass ihre Wege sich nach all der Zeit noch einmal gekreuzt hatten Doch Ihre Neugierde überwog!

00:33:30: Sie wollte wissen was aus ihm geworden war Und vielleicht auch ein bisschen damit kokettieren Dass sie es trotz der verheerenden Schicksalsschläge in ihrem Leben durchaus zu etwas gebracht hatte.

00:33:45: Mit dem Wrap und dem Shake auf ihrem Tablett näherte sie sich langsam seinem Tisch.

00:33:51: Er saß noch immer mit dem Rücken zu ihr, schien jedoch als sie etwa einen Meter hinter ihm zum Stehen kam ihre Präsenz zu bemerken.

00:34:00: Er setzte seinen Softdrink ab und drehte den Kopf über die Schulter.

00:34:06: Ach sag bloß!

00:34:07: Bist du das?

00:34:09: Lauren?

00:34:11: Lauren Priya?

00:34:14: Hallo Eugene gab sie zurück und lächelte.

00:34:19: Lauren blieb einen Augenblick lang und schlüssig stehen, doch dann schob er mit dem Fuß den gegenüberstehenden Stuhl zurück und signalisierte ihr lächelnd Platz zu nehmen.

00:34:34: Sie stellte ihr Tablett ab und setzte sich ihm gegenüber – er sah gut aus!

00:34:39: Natürlich viel reifer als in ihren gemeinsamen High School-Jahren.

00:34:44: Zwischen den immer noch dichten Schwarzen Wellen blitzten ein paar graue Stränen und um seine Augen erkannte sie feine Lachfältchen Doch insgesamt hatte er sich sehr gut gehalten.

00:34:56: Er war athletisch und schien sehr auf sich zu achten.

00:35:00: Einen Moment lang fühlte sie sich davon verunsichert, und bereute ihre Entscheidung, sich zu erkennen gegeben zu haben.

00:35:07: Sie selbst hatte in den vergangenen Jahren ein Popfund zugelegt – und der Stress im Job hatte sein übriges getan!

00:35:15: Aber sie hatte ihn ja nicht angesprochen um zu flirten oder etwas längst vergangenes wiederaufzuwärmen.

00:35:21: Sie hatte gute Gründe gehabt als sie sich damals von Eugene Gligor trennte.

00:35:26: Sie waren von Mitte bis Ende der Neunzenhundertneunziger in der Schule ein Paar gewesen, sogenannte High School Sweethearts.

00:35:35: Dann war Lauren etwas früher als Eugene ans College gewechselt – da sie ein Jahr älter war als er!

00:35:40: Mit den coolen Jungs auf dem College konnte Eugene natürlich nicht mithalten aber auch so hatte sich ihre Beziehung nach fast fünf Jahren nach einer Sackgasse angefühlt Zumal sie sich noch gut an seine Alkohol und Drogeneskapaden erinnerte.

00:35:57: Etwas, was er zwischenzeitlich offenbar in den Griff bekommen hatte – das Gespräch lief stockend und ein wenig verklemmt!

00:36:08: Obwohl beide immer in dieser Gegend nördlich von Washington DC gelebt hatten, waren sie sich in all der Zeit schließlich nie begegnet.

00:36:17: Und nach dem Mord an ihrer Mutter Leslie im Jahr two-thousandeins war Lauren ohnehin nicht mehr daran interessiert gewesen… an den Kontakten vor der schrecklichen Tat festzuhalten, da sie sie zu sehr an ihr altes Leben erinnerten als noch alles in Ordnung war.

00:36:34: Eugene war lange Zeit ein fester Teil ihrer Familie gewesen – er war sehr oft bei ihnen zu Hause und vor allem ihre Mutter hatte ihn absolut ins Herz geschlossen.

00:36:44: Nur ihr Vater Sandy mochte ihm nie so besonders was scheinbar auf Gegenseitigkeit beruhte.

00:36:51: Sandy hatte immer betont dass er ihren Freund irgendwie schräg fand.

00:36:59: Als könne Eugene Gedanken lesen, fragte er sie nun.

00:37:03: Wie geht's deinem Vater?

00:37:06: Lauren sah von ihrem Wrap auf und sagte nüchtern.

00:37:08: – Interessant, dass du das wissen willst!

00:37:12: Ihr zwei ward schließlich nie die engsten Kumpel.

00:37:15: Aber um ehrlich zu sein… nicht so gut.

00:37:19: Er ist tot.

00:37:19: –

00:37:21: Oh,

00:37:22: das tut mir leid, gab Eugene beschämt zurück.

00:37:25: Was ist passiert wenn ich fragen darf?

00:37:30: Schon in Ordnung, entgegnete Lauren nun mit volle Mund was dem Thema einen unfreiwillig belanglosen Anstrich gab.

00:37:38: Er hatte eine schwere Sepsis nach einer OP, die Blutvergiftung wurde damals leider zu spät bemerkt.

00:37:44: Erst fiel er ins Koma.

00:37:46: ein paar Tage später war er dann tot.

00:37:49: Das war zwei tausend siebzehn.

00:37:53: Oh wow!

00:37:54: das muss wirklich schlimm für dich gewesen sein.

00:37:58: Eugene schien ehrlich Anteilnahme zu empfinden.

00:38:02: Ja...das war es Fügte Lauren nun ungeschönt hinzu.

00:38:06: Aber um ehrlich zu sein Die Jahre davor waren auch nicht gerade rosig.

00:38:11: Nachmalms Tod!

00:38:13: Er hatte sich nie davon erholt, dass die Polizei ihn des Mordes an ihr verdächtigt hatte – auch nicht als sie ihn schließlich aus Mangel an Beweisen endlich zufrieden ließen.

00:38:23: Zumal der eigentliche Täter Janie gefasst wurde.

00:38:27: Der läuft bis heute als freier Mensch herum und hat wohl nichts mehr zu befürchten.

00:38:33: Sie soge an ihrem Milkshake Strohhalm und liest die Luft darin blubbern.

00:38:38: Ihre Blicke trafen sich.

00:38:40: Eugene knifft die Augenschmerz erfüllt zusammen und für einen Moment schien es so, als blicke er direkt in ihre Seele.

00:38:48: »Es tut mir so leid, Lauren!« sagte er leise.

00:38:53: Die Welt kann manchmal ein grauenhafter Ort sein.

00:38:58: Lauren schoß unvermittelt die Röte ins Gesicht.

00:39:02: Auf eine Art war ihr sein Mitgefühl irgendwie unangenehm – sie hatten sich schließlich seit über zwanzig Jahren nicht gesehen und der jeweilige Tod ihrer beiden Eltern hatte sich erst lange Zeit nach ihrer Trennung ereignet.

00:39:16: Trotzdem hat er Eugene einmal im Grunde zu ihrer Familie gehört, und es war schön, dass er das offenbar genauso empfand – und sie ihm, nach all dieser Zeit, anscheinend immer noch vertrauen konnte.

00:39:28: Achtzehnte Juni, zwei Tausend vierundzwanzig.

00:39:41: Es war ein sonniger Dienstagmorgen Als Eugene Glieger, sich mit seinem Kaffee und seinem Smartphone auf die Vortreppe zu seinem Duplex-Apartment setzte und ein bisschen durch die Nachrichtenskrollte.

00:39:53: Später am Vormittag würde er noch seine Tasche für seine nächste Dienstreise packen, was den forty-fünfzigjährigen nicht gerade mit Begeisterung erfüllte.

00:40:02: Sein letzter Flug nach London war grade mal gut zwei Wochen her – und er war den mitgebrachten Jetlag gerade erst vor ein paar Tagen wieder los geworden!

00:40:12: Wie würde das wohl bei seiner kommenden Reise nach Tokio werden?

00:40:17: Doch darüber würde er sich keine Gedanken mehr machen müssen….

00:40:21: Denn er hatte die vier schwarzen SUVs vor seinem Haus, aus denen plötzlich achtmassige Typen in Uniform stiegen – noch gar nicht bemerkt.

00:40:31: Eugene Gligor brüllte einer von ihnen und stürmte mit gezogener Waffe auf ihn zu.

00:40:38: Dann hörte er die Handschellen auf seinem Rücken klicken.

00:40:45: Zwei Stunden später fand Eugene sich in einem Vernehmungsraum auf eine Polizeistation in Washington DC wieder.

00:40:52: Man hatte ihm ein Sandwich- und ein Sodawasser gebracht!

00:40:55: Und er hatte beides schnell verzehrt, um nicht den Eindruck zu geben, er wäre wegen irgendetwas nervös.

00:41:02: Ach was!

00:41:03: Was hatte er schon so befürchten?

00:41:07: Bald darauf traten zwei Ermittlerinnen ein.

00:41:10: Sie stellten sich als Terror Augustine und Ellison du Poir vor – und kam relativ zügig zur Sache.

00:41:17: Ob er sich an Leslie Priya die Mutter seiner Highschool-Freundin Lauren erinnere?

00:41:23: Ja natürlich, antwortete Eugene Liga.

00:41:26: Sie wurde ermordet.

00:41:28: Detective Augustine führte nun aus, damals im Jahr two-thausend eins wurde eine zweite DNA Spur neben der von Leslie selbst am Tatort gefunden.

00:41:39: Diese wurden natürlich in unsere nationale DNA Datenbank CODIS eingespeist und wir hatten all die Jahre nie einen Treffer.

00:41:48: Die Datenbank ist allerdings global an viele weitere Register angedockt zum Beispiel von Unternehmen, die Ahnenforschung per DNA Test als private Dienstleistungen anbieten.

00:42:00: Vor einer Weile haben zufällig zwei Schwestern aus dem weit entfernten Rumänien ihr DNA-Profil eingesendet, und daraufhin ergab sich eine relevante Überschneidung mit dem unbekannten DNA-Profil vom Tatort.

00:42:14: Diese Frauen aus Rumänian tragen übrigens auch den Nachname Gligor – so wie sie!

00:42:22: Ich

00:42:22: verstehe nicht", stammelte Eugene leiser.

00:42:27: Also half Detective Augustine ihm auf die Sprünge.

00:42:30: Ihr Nachname Gligor Tauchte schon damals in Leslie Priers Akte auf.

00:42:35: Allerdings hatte man sie nie vernommen, da sie zum Zeitpunkt des Mordes ja schon lange nicht mehr mit der Tochter Lauren zusammen waren – ein Nachbar hatte damals bei den Zeugenbefragungen aber ihren Namen zu Protokoll gegeben.

00:42:49: Das war für uns jedenfalls Grund genug um sie näher unter die Lupe zu nehmen und ihre DNA mit der vom Tater zu vergleichen.

00:42:59: Ich habe ihnen aber nie eine DNA-Probe gegeben, holte Eugene nun Wütten zum Gegenschlag aus Und nur weil irgendwelche Frauen in Rumänien so einen Test gemacht haben, doch Detective Du Poir unterbrach ihn.

00:43:14: Es stimmt, dass sie uns keine DNA-Probe freiwillig zur Verfügung gestellt haben – das hatten wir bereits vermutet und sie uns deshalb auf anderem Wege besorgt!

00:43:24: Als Sie vor zwei Wochen am Flughafen gelandet sind, haben wir die Wasserflasche aus der Sie getrunken haben im Anschluss eingesammelt und Ihre Probe auswerten lassen.

00:43:35: zu der DNA-Spur am Tatort.

00:43:41: Ich möchte einen Anwalt", presste Eugene aufgebracht hervor, für den Rest der Vernehmung schwieg er.

00:43:53: Eugene Liga wurde im August twenty-fünfundzwanzig des Mordes angeplagt und die Staatsanwaltschaft forderte die Höchststrafe von dreißig Jahren Haft für den viertunvierzigjährigen.

00:44:05: In einer Art Playdeal bekannte sich der Täter zumindest zum Totschlag an Leslie Pryor und bekam dafür zweiundzwanzig Jahre im Gefängnis.

00:44:15: Die Anklage hatte sich auf den Deal eingelassen, da das Gericht womöglich nicht die konfizierte Wasserflasche als entscheidendes Beweisstück anerkannt hätte – da man die darin enthaltene DNA-Probe heimlich und ohne dessen Einverständnis von dem Tatverdächtigen genommen hatte.

00:44:33: Gligor entschuldigte sich wort- und tränenreich bei Leslie Priers Familie Er sei damals schwer alkohol- und drogenabhängig gewesen, und habe keine wirkliche Erinnerung an das was geschehen war.

00:44:49: Deshalb bleibt er ihnen auch bis heute eine Erklärung schuldig, warum er das Opfer damals so brutal aus dem Leben gerissen hatte.

00:44:57: Eine Frage die insbesondere Tochter Lauren sicherlich noch viele Nächte nach dem Prozess wachgehalten hat – zusammen mit der bitteren Erkenntnis wie sehr sie sich in einer Person getäuscht die ihr einst mal so nah bestanden hatte.

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