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Schauerstoff Compilation: Berliner Abgründe

Shownotes

Berlin ist eine Stadt voller Geschichten – und manche davon erzählen, wie nah Liebe und Gewalt beieinanderliegen können. In dieser Compilation geht es um zwei Männer, die von Verlust, Zurückweisung und Verbitterung geprägt wurden. Der erste Fall führt ins Berlin des Jahres 2016, zu einem Politiker, dessen unerwiderte Gefühle in Besessenheit umschlugen – mit grausamen Folgen. Danach reisen wir viele Jahrhunderte zurück, in ein Franziskanerkloster im mittelalterlichen Berlin. Dort soll ein hinkender Mönch ein dunkles Geheimnis gehütet haben. Zwei Geschichten über Sehnsucht, Hass und Schuld – und über Gefühle, die so mächtig werden, dass sie am Ende alles zerstören.

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Zur aktuellen Folge:

Berlin 2016 – der True-Crime-Fall DER MANN, DEN NIEMAND LIEBTE um den Piratenpolitiker Gerwald Claus-Brunner, seine obsessive Fixierung auf den 29-jährigen Jan Mirko L., Stalking und eine schreckliche Tragödie. Im Anschluss: Berlin im 14. Jahrhundert – die düstere Legende vom HINKENDEN MÖNCH Roderich, einem Franziskanerkloster, Tempelrittern und einem tödlichen Geheimnis, das erst durch einen Brief ans Licht kommt.

  • Berlin 2016 – der True-Crime-Fall DER MANN, DEN NIEMAND LIEBTE um den Piratenpolitiker Gerwald Claus-Brunner, seine obsessive Fixierung auf den 29-jährigen Jan Mirko L., Stalking und eine schreckliche Tragödie
  • Berlin im 14. Jahrhundert – die düstere Legende vom HINKENDEN MÖNCH Roderich, einem Franziskanerkloster, Tempelrittern und einem tödlichen Geheimnis, das erst durch einen Brief ans Licht kommt

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Transkript anzeigen

00:00:10: Berlin ist eine Stadt voller Geschichten und manche davon erzählen, wie nah Liebe und Gewalt beieinander liegen können.

00:00:19: In dieser Compilation geht es um zwei Männer die von Verlust zur Rückweisung und Verbitterungen geprägt wurden.

00:00:28: Der erste Fall führt ins Berlin des Jahres two-tausendsechzehn zu einem Politiker dessen unerwiderte Gefühle in Besessenheit umschlugen mit grausamen Folgen.

00:00:41: Danach reisen wir viele Jahrhunderte zurück in ein Franziskana-Ploster im mittelalterlichen Berlin.

00:00:49: Dort soll ein hinkender Mönch, ein dunkles Geheimnis gehütet haben.

00:00:54: zwei Geschichten über Sehnsucht Hass und Schuld Und über Gefühle die so mächtig werden dass sie am Ende alles zerstören.

00:01:13: Schauerstoff der Gruselpodcast für schlaflose Nächte

00:01:24: Der Mann den niemand liebte.

00:01:31: Wenn bisher unbescholtene Menschen aus der Mitte der Gesellschaft plötzlich furchtbare Verbrechen begehen, lässt sich dies häufig auf psychologische und soziale Faktoren zurückführen die für Außenstehende zuvor nur kaum oder gar nicht erkennbar waren.

00:01:49: Oft verbirgt sich hinter einer Fassade der Normalität eine komplexe innere Welt in der unterdrückte Aggressionen unbewältigter Traumata oder psychische Störungen schlimmern.

00:02:02: Stress, beruflicher Druck oder persönliche Krisen können latente Gewaltbereitschaft auslösen.

00:02:09: Das Verlangen einem bestimmten Bild zu entsprechen oder einen heimlich gehegten Wunsch endlich erfüllt zu bekommen führt oft dazu dass innere Konflikte und Frustration lange Zeit unbemerkt bleiben.

00:02:24: wenn diese schließlich eskalieren kennen sie in extremer Handlungen münden Und als vor einigen Jahren zwei Menschen in Berlin auf grausame Weise ums Leben kamen, war genau das passiert.

00:02:39: Heftige Emotionen wie Verzweiflung, Angst und unbändige Sehnsucht waren für den Rest der Welt zu lange unsichtbar geblieben.

00:02:49: Doch nun musste man hinsehen und sich fragen, hätte dieses Verbrechen verhindert werden können?

00:03:00: Der neunzehnte September, two-tausendsechzehn, war in Berlin ein angenehmer Spätsommertag.

00:03:06: Für die meisten Menschen, die in der deutschen Hauptstadt an diesem Morgen aufstanden und zur Arbeit gingen, war es ein völlig gewöhnlicher Montag.

00:03:14: Doch für die Mitarbeitenden eines Wahlkreisbüros – der sogenannten Piratenpartei in Berlin Steglitz – wurde die tägliche Routine mit einem Blick in die eingetroffene Post schlagartig beendet.

00:03:27: Es war ein Brief eingegangen, verfasst von einem bekannten wichtigen Mitglied das in den Berliner Abgeordnetenhaus gewählt worden war.

00:03:38: Der Name dieses Mitglieds lautete Gerwald Klaus Brunner und der Inhalt seines Briefes schockierte seine Parteifreunde so sehr, dass die Polizei sofort informiert wurde – denn es handelte sich offenbar um eine Art Abschiedsbrief.

00:03:58: Sofort wurde ein Streifenwagen zur Adresse des Absenders geschickt die sich ebenfalls in Berlin Steglitz und damit nur wenige Autominuten vom Wahlkreisbüro entfernt befand.

00:04:09: Als die Beamten die Wohnung des Politikers betraten, fanden sie dort eine grauenvolle Szene vor.

00:04:15: Zwei Männer lagen leblos in zwei verschiedenen Zimmern – für beide kam jede Hilfe zu spät!

00:04:21: Einer der Verstorbenen konnte schnell als Gerwald Klaus Brunner identifiziert werden.

00:04:27: Doch wer war der andere deutlich jüngere Mann?

00:04:30: Und wie kam es dazu?

00:04:32: dass ihr beider Leben offenbar viel zu früh beendet wurde.

00:04:38: Um zu verstehen, wie es zu der schrecklichen Szenerie kommen konnte – die sich den Polizisten am Morgen des neunzehnten September-Zwusen-Sechzehn bot – müssen wir einige Jahre in die Vergangenheit zurückgehen.

00:04:51: Gerwald Klaus wurde im niedersächsischen Dissen am Teutoburger Wald geboren.

00:04:58: Er wuchs mit vier weiteren Geschwistern auf einem Bauernhof auf.

00:05:02: Insgesamt waren es drei Brüder eine Schwester und die Eltern.

00:05:07: Was hier zunächst nach einer idyllischen und perfekten Kindheit auf dem Lande klingt, warf im Falle von Gerwald Klaus jedoch Zeit seines Lebens einen dunklen Schatten auf seine Persönlichkeit.

00:05:19: Dass er sich eines Tages in einer demokratischen Partei engagieren würde, war während seiner jungen Jahre kaum abzusehen wenn man bedenkt unter welchen Einflüssen der spätere Politiker groß wurde.

00:05:30: Denn Gerwals Kindheit war – so schilderte es sein Bruder Dietwald später massiv geprägt von Gewalt, die sich wie ein roter Faden durch sein Leben gezogen habe.

00:05:40: Die sechsköpfige Familie Klaus bekannte sich als Teil der als antisemitisch und rechtsextremistisch eingestuften Ludendorfjana einem secktenartigen Verein der neugermanischen Szene.

00:05:55: Immer wieder kam es vor dass die Polizei das Zuhause der Familie wegen Volksverhetzung und Rechtsextremystischen Äußerungen durchsuchte.

00:06:03: Diese radikalisierte Weltsicht die den Kindern durch die Erziehung der Eltern auferlegt wurde, habe den späteren Piratenpartei-Politiker Gerwald Klaus laut seinem Bruder schwer geprägt.

00:06:16: Gerwald sei je zornig gewesen und war immer wieder durch mangelnde Impulskontrolle auffällig geworden – in der Schule habe er Türen eingetreten auf dem Hof der Eltern sogar Tiere gequält!

00:06:29: Und auch wenn es um die ersten Gefühle zugleich altrigen Mädchen ging, war dem Jungen aus dem Teutoburger Wald die Gewalt als Mittelrecht.

00:06:37: Wenn er während seiner Teenagerzeit von einem Mädchen abgewiesen wurde, habe er Steine an dessen Hauswand geworfen.

00:06:43: Erinnerte sich Dietwald später.

00:06:46: Außerdem mussten die beiden Brüder als junge Erwachsene schreckliche Schicksalsschläge verkraften.

00:06:51: Ihr dritter Bruder nahm sich das Leben – ihre Schwester starb bei einem Autounfall!

00:06:59: Doch Gerwald beschloss?

00:07:01: Es musste doch irgendwie weitergehen mit dem Leben.

00:07:05: Nach seinem Realschulabschluss und einer Ausbildung zum Fernmelde-Techniker beschloss er, in two-hundert-zweiundneinzig Berufssoldat zu werden.

00:07:13: Doch auch hier sollten ihm nach drei Jahren sein Jezorn und seinen Hang zur Gewalt zum Verhängnis werden.

00:07:19: Während seiner Zeit in der Armee verliebte er sich in einen Vorgesetzten – dieser wies ihn jedoch zurück und beleidigte den jungen Mann heftig aufgrund seiner Avancen!

00:07:29: Gerwalds Reaktion darauf lautete leider wie so oft «Gewalt».

00:07:33: Er schlug den Mann zusammen.

00:07:36: Schon bald musste er für sein Verhalten die Konsequenzen tragen und wurde unehrenhaft aus der Bundeswehr entlassen.

00:07:45: Bei seiner Familie fand Gerwald keinen Rückhalt, seine Bisexualität war für die Eltern völlig inakzeptabel – und später wanderten sie mit seinem Bruder Dietwald außerdem nach Kanada aus.

00:07:57: Der Kontakt brach ab!

00:07:59: Und so war Gerwald allein.

00:08:01: Er entschloss sich im Jahr nineteenhundertsehnundneunzig nach Berlin zu ziehen.

00:08:05: Es sollte der Ort werden, der sein Leben für immer verändern würde.

00:08:10: Hier würde er endlich positiv auf sich und andere wirken können und den größten Fehler seines Lebens begehen.

00:08:20: Im Wiedervereinigten Berlin stand jungen Menschen in den neunziger Jahren die Welt offen, und auch Gerwald wollte dort offenbar die schmerzhaften Erinnerung aus seiner Vergangenheit hinter sich lassen.

00:08:30: Der wollte sich politisch engagieren – die eigene Stadt und ein bisschen auch die Welt verbessern!

00:08:36: Und den Weg dorthin sah er in der Politik, auch wenn ihm nicht die klassische Karriere als Abgeordneter vorschwebte.

00:08:43: Bereits im Jahr Beteiligte sich Gerwald nach eigenen Angaben an dem Projekt Absolute Mehrheit, indem er für etwa zwei Monate in die FDP Berlin eintrat um dort gemeinsam mit dreitausend Studierenden die Partei zu unterwandern.

00:08:58: Nach dem Motto rein in die Organisation und von innen aufmischen.

00:09:03: So richtig klappte das jedoch dann nicht mit der Revolution.

00:09:08: Einige Jahre später wandte sich Gewalt dann einem anderen Projekt zu, dass deutlich erfolgreicher sein sollte.

00:09:14: Zwei-tausendneun wurde er Mitglied in der Partei Die Piraten und begann eine steile Karriere im Berliner Landesverband.

00:09:22: Er nannte sich nun mit Nachnamen Klaus Brunner, am achtzehnten September zwei tausend elf trat er bei der Abgeordneten Hauswahl Im Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf an und schaffte es ins berliner Abgeordnetenhaus.

00:09:37: Als Abgeordneter fiel Gerwald schnell auf.

00:09:40: Er war bekannt für seine bodenständige Bürger- und Basisnahe Art die oft auch kompromisslos wirkte.

00:09:47: Da er ein sehr großer Mann war, der immer mit einem Kopftuch, meist einem Palästinensertuch und einer Latshose bekleidet war, erinnerte er viele Wähler an einen klassischen Piraten und wurde so schnell zu einem bekannten Gesicht der Partei – auch über die Grenzen Berlins hinweg!

00:10:05: Doch trotz dieser positiven Außenwirkung isolierte er sich immer mehr innerhalb seiner Fraktion und die Person Gerwald Klaus Brunner wurde zunehmend umstritten.

00:10:15: Parteikollegen berichteten von verbalen Gewaltausbrüchen und Ausrastern, gegenüber anderen Mitgliedern und Mitarbeitern.

00:10:22: Obwohl Gerwald bei der Wahl-Kolizistin vermutlich erneut ins Abgeordnetenhaus gewählt worden wäre, stand allerdings nicht nur seine Karriere wegen seiner politischen Kontroversen unter keinem guten Stern.

00:10:36: Auch persönlich schien der inzwischen vierundvierzigjährige eine schwierige Zeit durchzumachen – zumindest kommunizierte er dies so nach außen!

00:10:44: Bei seiner letzten Plenarrede im Juni-Kollektion wandte sich Gerwald an die anderen Abgeordneten und sagte wortwörtlich, sie würden für ihn Zitat in der laufenden Legislatur am Anfang irgendeiner Plenarsitzung mal aufstehen dürfen und eine Minute stillschweigen.

00:11:01: Bruno Kramm – Der damalige Vorsitzende der Piratenpartei Berlin – sollte sich später erinnern, Gerwald habe ihm einmal vertraulich mitgeteilt, dass er an einer schweren chronischen Krankheit leide, die zu Organversagen führe.

00:11:15: Laut Pognose eines Arztes habe er nur noch ein Jahr zu leben.

00:11:20: Und doch ahnte damals kaum jemand von den Menschen, die Gerwald Klaus Brunner jeden Tag sahen und viel Zeit mit ihm verbrachte seines Parteikollegen, Wähler oder Bekannte was in dem Mann mit dem Piraten Outfit wirklich vorging – obwohl die Anzeichen dafür bei näherem hinsehen rückblickend kaum zu ignorieren waren.

00:11:44: Denn er hatte kurz nach seinem Eintritt in die Partei einen besonderen Mann kennengelernt.

00:11:50: der sich schon seit vielen Jahren als bisexuell verortet hatte, war sicher.

00:11:55: Das ist es!

00:11:56: Das ist

00:11:57: Liebe!".

00:11:59: Der besondere Mann hieß Jan Mirko Ell.

00:12:02: Er war fünfzehn Jahre jünger als Gerwald und arbeitete zeitweise für ihn im Wahlkreisbüro.

00:12:08: Ursprünglich war er sehr froh gewesen, dass Gerwald ihn mit dieser Stelle als persönlicher Mitarbeiter betraut hatte.

00:12:14: Jan Mirco Ell hatte die Schule geschmissen – eine Lehre abgebrochen und konnte auch mit Ende zwanzig überhaupt keine Berufserfahrung vorweisen.

00:12:24: Auch privat wurde Gerwald schnell ein Freund, denn er half Jan Mirko beim Umzug, baute Möbel für ihn zusammen oder schenkte ihm Kleidung – die beiden verreisten sogar mal gemeinsam!

00:12:36: Man sah sie hin- und wieder zusammen in der Öffentlichkeit.

00:12:40: Rückblickend konnten Außenstehende das Verhältnis nicht ganz eindeutig einsortieren.

00:12:45: War es für Jan Mircoell jemals mehr als nur eine lockere Freundschaft unter Parteikollegen gewesen?

00:12:51: Seine eigene heterosexuelle Orientierung legte jedoch schon damals nahe.

00:12:56: Jan Mirkoell war zu keinem Zeitpunkt romantisch an Gerwald interessiert gewesen.

00:13:03: Währenddessen übte sich der forty-jährige jedoch offenbar darin, die nicht vorhandenen Gefühle seines jüngeren Freundes auszublenden.

00:13:11: Auf Social Media postete er Bilder von Jan Mirco, nannte ihn liebevoll Wuschelkopf und schrieb immer wieder von ihm in einer Art und Weise so dass man als Leser davon ausgehen konnte dass die zwei eine Beziehung führten.

00:13:26: Irgendwann ertrug Jan Mirko, die Anhörungsversuche von Gerwald – der zugleich immer auch sein Vorgesetzter innerhalb der Partei gewesen war – nicht mehr und blockte sie unmissverständlich ab.

00:13:37: Er kündigte sein Arbeitsverhältnis als ihm klar wurde, das Gerwald in ihn verliebt war und sich eine Beziehen wünschte.

00:13:44: Doch für den Abgeordneten reichte auch das nicht aus um von dem neunundzwanzigjährigen abzulassen.

00:13:50: wie bereits damals.

00:13:51: als Jugendlicher konnte Gerwald nicht mit emotionaler Zurückweisung umgehen.

00:13:56: Also begann er, das Opfer seiner Begierde zu stalken.

00:14:01: Mit Anrufen, SMS und WhatsApp-Nachrichten bombardierte er seinen ehemaligen Angestellten.

00:14:08: Als er damit keine Erfolge erzielte legte er ein Facebook-Profil unter dem Namen seines Stalkingopfers an und kontaktierte dessen Freunde, um Informationen über seine unerwiderte Liebe zu sammeln.

00:14:19: Nun bekam Jan Mirko L es mit der Angst zu tun!

00:14:23: Und weil er sich nicht anders zu helfen wusste, erstattete er schließlich Anzeige wegen Stalking.

00:14:30: Einem Polizisten berichtete Jan Mirko im Juni-Zweißen-Sechzehn davon wie sehr er unter der Besessenheit von Gerwald Glitt.

00:14:37: Der prominente Piratenabgeordnete hatte ihn auch schon vor seiner Wohnungstür abgepasst.

00:14:43: Er fühlte sich – so hieß es in der Anzeigen – erheblich in seiner Lebensqualität eingeschränkt und erfüchtete dass die Situation eskalieren könne da er dem tatverdächtigen körperlich unterlegen war.

00:14:57: Dass Gerwald Klaus Brunner ein stemmiger Zweimetermann war, machte ihn per se natürlich nicht zum Schläger – allerdings hatte er zugleich wie bereits erwähnt eine gewalttätige Vergangenheit von der weder Jan Mirkoell noch die Berliner Polizei etwas wussten.

00:15:11: Hätte man davon Kenntnis gehabt?

00:15:14: So hätten die Behörden Klaus-Brunners Belästigung womöglich ernster genommen!

00:15:18: Denn so konnte der Betroffene selbst kaum absehen wozu sein ehemaliger Freund fähig war.

00:15:24: Mehrfach hatte er Gerwald gebeten, ihn in Ruhe zu lassen.

00:15:28: Dieser habe daraufhin allerdings gedroht, er werde richtigen Terror veranstalten.

00:15:36: Nachdem Jan Mirko den Abgeordneten angezeigt hatte, nahm das Verfahren allerdings nicht wirklich Fahrt auf.

00:15:42: Eigentlich ist es üblich, dem Geschädigten gleich beim Erstatten der Anzeige zu fragen ob er oder sie Strafantrag stellen will – doch das geschah in diesem Fall nicht!

00:15:52: Folglich wurde Gerwald von der Polizei nie vorgeladen und zu den Vorwürfen befragt.

00:15:58: Als es schließlich zu spät war, ließ das Kommissariat mitteilen – es hätte zum damaligen Zeitpunkt keine Hinweise darauf gegeben -, dass Jan Mirko unmittelbar gefährdet gewesen sei.

00:16:11: Doch währenddessen drehte sich die Abwärtsspirale in Gerwalds Gedanken immer schneller.

00:16:17: Während dieser noch nicht über seine unerwiderten Gefühle hinweggekommen war, bemühte Jan Mirkow sich darum, sein Leben trotz der Übergriffe seines ehemaligen Vorgesetzten so normal wie möglich zu gestalten!

00:16:28: Er hatte auf einem Festival eine Frau kennengelernt, mit der er eine liebevolle Beziehung angefangen hatte.

00:16:34: Außerdem kümmerte er sich um seine Großmutter und half einer afghanischen Familie bei der Kinderbetreuung.

00:16:41: Sein Leben war erfüllt – und er wäre wahrscheinlich rundum zufrieden gewesen, wenn sich nicht ständig der unangenehme Gedanke in seinen Kopf gedrängt hätte, dass er verfolgt wurde.

00:16:54: Am Donnerstag den fünftzehnten September zwei Tausendsechzehn konnte Gerwald nicht länger seine Wut über die Zurückweisung und seinen Hang zur Gewalt, der ihn seit Kindertagen begleitete unterdrücken.

00:17:07: Erneut tauchte er vor der Wohnung von Jan Mirko auf.

00:17:11: In seine Rucksack trug er eine Keule bei sich – wie fast immer!

00:17:14: Denn der Zweimetermann hatte stets die Angst, von politischen Gegnern überfallen zu werden.

00:17:20: Doch an diesem Tag hatte er etwas anderes mit dem Knüppel vor.

00:17:25: Mit einem heimlich angefertigten Schlüssel verschaffte er sich Zutritt zu Jan Mirkus Wohnung.

00:17:30: Dieser war Zuhause und wurde von dem Angriff aus dem Hinterhalt überrascht.

00:17:35: Gerwald-Klaus Brunner prügelte und wirkte sein Opfer bis zum Tod.

00:17:40: Anschließend zog er es aus, püllte es in eine weiße Decke und transportierte Jan Mürkoel in einer Kiste, die er auf eine Sackkarre gespannt hatte – aus dem Haus – und einmal quer durch Berlin.

00:17:53: Die Kiste hat er zuvor mitgebracht, was ein definitiver Hinweis darauf ist, dass er den tödlichen Angriff geplant hatte!

00:18:02: Überwachungskameras aus der Gegend dokumentierten anschließend, wie der Mörder in aller Ruhe mit der Kiste durch Berlin lief und unterwegs beispielsweise bei einem Kiosk einkaufte.

00:18:13: Ohne Hass als hätte er alle Zeit der Welt!

00:18:16: Niemand dem er begegnete, mit dem er sich auf den Weg unterhielt, ahnte das der politische Mandatsträger zum Mörter geworden war – und dass sein Opfer sich in der Kisten befand, die er wie selbstverständlich durch die Gegenzug.

00:18:32: Schließlich brachte er den toten Körper zu sich nach Hause.

00:18:35: In eine kleine Wohnung in einem vierstöckigen Neubau, der schöne Bergerstraße in Berlin-Steglitz.

00:18:42: Dort holte er Jan Mirkus Leichnam aus der Kiste und legte ihn auf eine Matratze.

00:18:47: Dann bereitete sich Gerwald auf seinen eigenen Tod vor.

00:18:50: Er schrieb den Abschiedsbrief an sein Wahlkreisbüro.

00:18:54: Seine letzten Worte darin lauteten … Wenn ihr das hier lest, bin ich

00:18:58: tot!

00:19:00: Bitte informiert die Polizei und gebt ihr den Wohnungsschlüssel, den ich beigelegt habe.

00:19:07: Am Freitag, den sechzehnten September, zwei Nachrichten sprangen im Nachhinein besonders ins Auge.

00:19:21: Die erste lautete?

00:19:23: Echter Kacktag heute!

00:19:25: Übertrifft sämtliche schlechten Tage, die ich je erlebt hatte bisher.

00:19:29: Hoffe das Wochenende macht's

00:19:30: besser!".

00:19:33: Die zweite Nachricht fiel deutlich sentimentaler aus.

00:19:36: Klaus Brunner schrieb, meine Liebe mein Leben für dich lieber Wuschelkopf!

00:19:43: Für immer und ewig.

00:19:45: Dazu postete er ein Foto von Jan Murkoell.

00:19:49: Irgendwann zwischen dieser Nachricht und den nächsten zwei Tagen nahm sich Gerwald Klaus-Brunner das Leben.

00:19:56: Am Montag darauf wurden schließlich die Leichen des Mörders und seines Opfers gefunden.

00:20:02: Die Piratenpartei veröffentlichte zunächst einen Nachruf mit dem Hinweis darauf, dass die Selbsttötung möglicherweise seiner tödlichen Erkrankung vorgreifen sollte.

00:20:12: Später distanzierten sich viele Parteimitglieder jedoch von einer Anteilnahme an Klaus Brunners Tod, den die Obduktion offenbarte schnell ... dass der ehemalige Politiker zu Lebzeiten sein Opfer gestorgt und belästigt hatte, bevor er es schließlich kaltblütig ermordete, reagierten viele nun mit Schock-,

00:20:42: Wut-und

00:20:43: Unverständnis.

00:20:45: Insbesondere die Menschen aus seinem direkten Umfeld konnten es einfach nicht fassen, daß der Mann mit der Lazzose und dem Kopftuch in Wahrheit ein großerer Mörder gewesen seien sollte.

00:20:58: Am schmerzhaftesten blieb die Erkenntnis, das man Jan Mirkoel sicher hätte helfen können Sofern die Polizei und vielleicht auch das Partei umfällt, dessen Anschuldigungen gegenüber Gerhard Klaus Brunner ernster genommen hätte.

00:21:12: Denn im Grunde hätte man eigentlich nur die Vergangenheit des Täters ausgraben müssen – um zu verstehen was bei diesem Mann unter der Oberfläche brodelte!

00:21:22: Und natürlich muss an dieser Stelle gesagt werden, Klaus Bruno selbst war nicht per se als Mörder geboren, auch wenn er allein und vollumfänglich für den Tod von Jan Mirko L verantwortlich ist….

00:21:35: Bis zu einem gewissen Grad war auch er Opfer.

00:21:38: Opfer von häuslicher Gewalt und politischem Extremismus während seiner Kindheit und Jugend.

00:21:44: Seine persönliche Geschichte hatte ihn zudem gemacht, der er war – ein Mann, der zu Gewaltausbrüchen neigte.

00:21:52: Ein Mann, wer vor allem bei Zurückweisung eskalierte.

00:21:56: Ein Mann, der tief drin vermutlich sehr einsam war, weil er schon von Kindesbeinen an gelernt hatte, dass niemand sich um ihn schernte!

00:22:06: Ein trauriges Schicksal, auch wenn es – und das muss klar so gesagt werden – niemals als Rechtfertigung dienen darf.

00:22:14: Was Jan Mirkoel in den Monaten, Wochen, Tagen, Stunden, Minuten und Sekunden bis zu seinem Tod erdulden musste.

00:22:35: Von Berlin des Jahres zwei Tausendsechzehn führt uns die zweite Geschichte viele Jahrhunderte zurück.

00:22:41: Hinter den Mauern eines Franziskörnerklusters soll ein Mann an verlorener Liebe, Verbitterung und Hass zerbrochen sein.

00:22:51: Sein Name war Roderich doch die Berliner Legende kennt ihn bis heute unter einem anderen Namen der hinkenden Mönch

00:23:08: Der hinkende Mönche.

00:23:11: mitten im Herzen Berlins verborgen zwischen modernem Trubel- und historischem Pflaster ragt sie empor oder besser gesagt sie ruht schweigt wartet Die Ruine der Franziskana Klosterkirche in Berlin-Mitte.

00:23:26: Wer heute an ihr vorbeigeht, ahnt kaum dass sich hier ein Tor zu einer längst vergangenen Welt öffnet.

00:23:32: ins Jahr twölfhundertfünfzig eine Zeit in der Mönche in trauen Kutten durch die Gänge schritten In der Gebete wie flüstern der Schatten durch das Gemäuer halten.

00:23:43: Was davon geblieben ist sind nur die ehrwürdigen Außenmauern der Kirche Ein Meisterwerk der Backsteingotik dass sich wie ein stummer Zeuge gegen das Vergessen stemmt.

00:23:53: Wenn Gebäude sprechen könnten, hätten diese alten Mauern wohl viel zu berichten Denn sie erlebten und bezeugten Revolutionen Verbrechen Kriege Und auch ein besonders dunkles Geheimnis.

00:24:09: Eine Geschichte die sich im vierzehnten Jahrhundert ereignet haben soll so schrecklich und unfassbar Dass man Sie sich bis heute erzählt.

00:24:18: Ein junger Mönch starb hier einen qualvollen Tod Und ausgerechnet der Mann, der als sein Mörder bekannt wurde soll bis heute um ihn weinen.

00:24:29: Es war einmal ein Ritter jung stolz und voller Ambitionen.

00:24:33: Sein Name war Roderich Ein junger Edelmann Der eine verheißungsvolle Zukunft vor sich gehabt hätte.

00:24:40: Doch dann kam alles anders.

00:24:43: Roderig fand eine Frau die er liebte und mit der er sein Leben teilen wollte Im damaligen düsteren Mittelalter eine wahre Seltenheit.

00:24:53: Doch nachdem Roderich das erste Mal, dass Antlitz eines bestimmten Blut jungen Burgfräuleins gesehen hatte, wusste er sofort, dass er sein Leben lang nur dieses eine Mädchen lieben würde.

00:25:06: Er vergaß alle Pflichten und Tugenden die ihm seinen Ritterstand von Hause aus aufzwang... ...und warb um diese besondere Frau, die sein Herz mit einem einzigen schüchternen Blick gestohlen hatte.

00:25:19: Er zog sämtliche Registern und umgarnte das Burg Fräulein so lange bis es auch um sie geschehen war und die beiden rettungslos ineinander verliebt waren.

00:25:29: Weltvergessen verlebte das Paar einige glückliche Wochen, bis es die schmerzhafte Realität nicht länger ignorieren konnte Denn zu Zeiten des ritterlichen Hochadels war die Ehe bei Leiber keine Verbindung, die nur zwischen liebenden herrschen sollte.

00:25:46: Ritter mussten standesgemäß heiraten.

00:25:49: Die Wahl der Ehepartnerinnen war meist durch die Familie arrangiert wobei wirtschaftliche und soziale Vorteile im Vordergrund standen.

00:25:58: Reiche Erbenen oder Witwin mit Mitgift waren besonders begehrt, die Verlobung war ein rechtsgültiger Vertrag zwischen den Familien oft begleitet von Geschenken und einem Schwur.

00:26:11: Die Ritter selbst lebten oft nach dem Ideal der höfischen Liebe das Tugend-und Ritterlichkeit betonte.

00:26:20: Die romantische Liebe war demgegenüber jedoch längst nicht immer mit der Ehepartnerin verbunden und richtete sich stattdessen oft auf unerreichbare Damen aus dem höfischen Umfeld.

00:26:32: Und so musste die Beziehung zwischen Roderich und seiner geliebten Geheim bleiben.

00:26:37: Einige Zeit schafften sie es, sich heimlich zu treffen.

00:26:42: Doch schließlich konnten sie das verräterische Zeichen ihrer gegenseitigen Zuneigung nicht länger verstecken.

00:26:49: Das junge Mädchen wurde schwanger und bald wussten alle am Hof, dass Roderich der Vater des ungeborenen Kindes sein musste.

00:26:58: Der Vater des Burg Frohleins schäumte vor Wut.

00:27:01: Für ihn war Roderick ein lüsterner Geselle, der Schande über seine Tochter gebracht hatte.

00:27:07: Er wollte den jungen Edelmann für seine Taten bezahlen lassen.

00:27:11: Folter und ein langsamer Tod waren in den Augen des unbarmherzigen Vaters der Geliebten Die einzige Bestrafung, die für den Juncker in Frage kam.

00:27:21: Wir wissen nicht wie Roderich von dem nationalischen Racheplänen des Vaters erfuhr.

00:27:26: Ob es einen Freund auf der Burg gab, der ihm half?

00:27:30: Oder ob seine Geliebte ihn rechtzeitig warnen konnte, dass ihr Vater nach seinem Leben trachtete?

00:27:35: Egal wie ist geschah!

00:27:37: Der junge Roderig konnte den Schergen des Burghern knapp entfliehen.

00:27:42: Zu Pferde floh er vom Hof und war über viele Kilometer verzweifelt darum bemüht seine Verfolger irgendwie abzuschütteln.

00:27:50: Schließlich verließen den jungen Ritter die Kräfte und er stürzte vom Pferd.

00:27:56: Der Schmerz war bestialisch, sein Bein war gebrochen Doch Roderich hatte keine Zeit um den Schmerzz verebben zu lassen.

00:28:04: Die Vasallen des wütenden Burgherren waren ihm noch immer dicht auf den Fersen.

00:28:08: Aufgepeitscht von Angst und Adrenalin schwang er sich erneut auf das Pferde und ritt so lange durch die Nacht bis er sich sicher war dass seine Verfolger die Spur verloren hatten.

00:28:20: Als er sich endlich traute zu rasten, versteckte er sich zunächst im Wald in einem unscheinbaren Verschlag.

00:28:28: Sein Verfolgungswahn macht ihn beinahe wahnsinnig.

00:28:31: Jeder Mensch, dem er von nun an begegnete, konnte ein Auftragsmörder des wütenden Burgherren sein und so blieb er allein und mied fortan jedweden Kontakt zur Außenwelt.

00:28:43: Niemand pflegte die Wunden des Junkers.

00:28:45: Niemand nahm sich seiner Schmerzen und seiner gebrochenen Knochen an, denn Roderich blieb versteckt und verbrachte die kommenden Monate in absoluter Einsamkeit.

00:28:57: Sein Bein heilte schließlich auch ohne medizinische Hilfe doch die Knochung verwuchsen schief und sollten Roderig für immer mit Schmerzengwellen.

00:29:07: Als er sich schließlich traute sein Versteck zu verlassen hängte er.

00:29:13: Seine weitere Flucht führte ihn schließlich unverhofft an einen kleinen Ort mit einem Kloster.

00:29:20: Der Name des Ortes hatte einen slavischen Ursprung und bedeutete sinngemäß so viel wie Ort im Sumpf, da die Gegend von sumpfigen Gebieten geprägt war.

00:29:31: Der junge Ritter hatte Berlin erreicht.

00:29:35: In dem dortigen Franziskana-Kloster fand Roderich Unterschlupf Und er begriff schnell dass es keinen Weg zurück in sein altes Leben geben würde.

00:29:44: So tauschte er sein Schwert gegen eine Kutte und wurde Mönch.

00:29:50: Bald nannte man ihn im kleinen Berlin den hinkenden Mönchi, doch auch der Frieden und die Sicherheit, die er hier hatte erfahren dürfen waren nicht von Dauer.

00:30:02: Schon bald breiteten sich Trauer, Schrecken und Angst hinter dem dicken Gemäuer des Kloster aus und Roderich begann zu ahnen dass seine Vergangenheit ihn möglicherweise einholen würde.

00:30:15: Es begann einige Jahre, nachdem Roderich ein festes Mitglied des Franziskanerordens geworden war.

00:30:22: Man nannte ihn hier unter seinesgleichen nun Pateroderich.

00:30:28: Sein vorheriges Leben als Juncker war wie ausgelöscht.

00:30:31: Eines Morgens machte eine schreckliche Nachricht über den Franziskaner Orden in der kleinen Stadt Berlin die Runde.

00:30:39: Ein Mönch – ein Mitbruder War von einer Gruppe trunksüchtigen Gesindels kaltblütig getötet worden.

00:30:47: Der schwache Mann hatte keine Chance gehabt, als die brutalen Täter ihn niedergestreckt und schließlich zu Tode gefoltert hatten.

00:30:55: Die Trauer über die schreckliche Tat versetzte die Mönche zugleich in große Furcht.

00:31:00: Mussten sie nun stets auf der Hut sein und konnten nicht mehr auf die Straße gehen?

00:31:04: Handelte es sich um eine Zufallstat oder hatte jemandes auf weitere Brüder des Ordens abgesehen?

00:31:12: Bald kursierten viele Gerüchte doch Pater Roderich.

00:31:16: Er hob nun seine Stimme und behauptete, dass die Täter zwei Tempelritter gewesen sein mussten.

00:31:23: Die Tempelritter und die Franziskanermönche standen im Mittelalter für zwei völlig unterschiedliche Wege des Glaubens.

00:31:31: Der Templer-Ordn entstand elfhundertachzehn in Königreich Jerusalem mit dem Ziel christliche Pilger im heiligen Land zu schützen.

00:31:40: Offiziell nannte man sie die Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels.

00:31:48: Sie verbanden die Strenge eines Mönchordens mit der Schlagkraft einer militärischen Elite.

00:31:55: Direkt dem Papst unterstellt, reich an Ländereien und Einfluss wirkten sie nicht nur als Kämpfer sondern auch als eine Art mittelalterliche Bankiers-und Verwalter.

00:32:06: selbst in Berlin-Tempelhof hinterließen sie ihre Spuren ganz anders.

00:32:12: die Franziskaner gegründet zwölfhundertneun von Franz von Assisi verpflichteten sie sich zu Armut, Demut und tätiger Nächstenliebe.

00:32:22: Statt Waffen trugen Sie die Frohe Botschaft, pflegten Kranke, predigten Entstädten und bauten Klöster wie jenes in Berlin zu Orten von Bildung und Spiritualität aus.

00:32:35: Zwei Orden, die auf den ersten Blick kaum verschiedener hätten sein können – der eine geprägt von Macht, Reichtum und militärischem Auftrag, der andere vom Ideal völliger Bescheidenheit.

00:32:49: Für Roderich wären die Templar aber mehr als nur ein anderer Orden im gleichen Glaubensverbund der gemeinsamen Kirche.

00:32:58: Der hinkende Mönch sah in den Templern seine persönlichen Todfeinde, mit geschickten Worten und lauten Anschuldigungen konnte er auch andere von seinen Vorwürfen überzeugen.

00:33:11: Schnell glaubten viele Mönche im Franziskana-Orden dass es sich bei den Mördern ihres Glaubenbruders tatsächlich um Templar gehandelt haben musste.

00:33:21: Mehrere mögliche Täter wurden ausgemacht und vor ein Gericht gestellt.

00:33:26: Kurz vor den Prozessen gegen die Templer trat jedoch ein junger Mönch namens Bernhard in das Franziskana-Kloster in Berlin ein.

00:33:34: Auch er tat dies aus enttäuschter Liebe, da er nicht die Frau seiner Träume hatte heiraten dürfen.

00:33:41: Es soll sich dabei um seine Halbschwester gehandelt haben Ein Skandal der ihn ins Zellibat trieb Genau wie es einst bei Roderich geschehen war.

00:33:51: Doch der hinkende Mönch, der mittlerweile schon zu den älteren Männern in seinem Kloster gehörte, konnte trotz der ähnlichen Vorgeschichte seinem neuen Mitbruder ansonsten nicht viel abgewinnen.

00:34:03: Schnell fühlte er eine tiefe Abneigung gegen den jungen Mann und diese sollte noch größer werden als der Prozess gegen die Templar begann Denn Bernhardt, der keine persönliche Feder mit den Tempelrittern hatte war nicht von deren Schuld zu überzeugen.

00:34:22: Da er den Toten auch nicht gekannt hatte, wie es bei seinen Glaubensbrüdern der Fall gewesen war, ließ er sich nicht von falschen Beweisen emotionalisieren und schaute mit einem kühlen Kopf auf das Geschehen.

00:34:34: Für ihn war bald klar dass die Templer nicht die Mörder des Mönches gewesen sein konnten.

00:34:41: In seiner Gutgläubigkeit und Rechtschaffenheit wandte er sich an seinem Mitbruder Roderich Den er als Anführer der Kampagne gegen die Templar erkannte.

00:34:51: Doch Bernhard war sich sicher, dass er den Parter mit klugen Argumenten von der Unschuld der Angeklagten überzeugen konnte.

00:34:58: Und so ging er zu Roderich und sagte ihm auf den Kopf zu, das er nicht an die Schuld der Templar glaube.

00:35:05: Roderig schäumte vor Wut.

00:35:08: Dieser Mann trieb ihn in den Wahnsinn!

00:35:10: Er war naiv, idealistisch und gefährlich.

00:35:15: Er glaubte einfach nicht an Die Schuld Der Tempelritter.

00:35:18: Er stellte Fragen – zu viele Fragen.

00:35:22: Roderich ließ sich nicht belehren.

00:35:25: Er machte kurzen Prozess, ignorierte Bernhards Flehen und dessen handfeste Argumente und sorgte dafür dass die beschuldigten Templar hingerichtet wurden.

00:35:35: Mit dieser rigorosen Vorgehensweise hoffte er das Bernhard nun endlich Ruhe geben würde.

00:35:41: Doch der junge Mönch liess nicht nach.

00:35:44: Auch nach dem Tod der Männer kämpfte er weiter und wollte für Gerechtigkeit sorgen so dass ihre unschuldigen Seelen hinauf ins Himmelreich steigen und von Höllenqualen befreit sein würden.

00:35:56: Er ahnte nicht, wie gefährlich sein Ehrenwert des Bestreben noch werden sollte.

00:36:01: Roderich konnte es nicht länger ertragen, Bernhards bitten und flehen zu hören.

00:36:07: Denn was Bernhardnicht ahnte war die grausame Wahrheit.

00:36:11: Ruderich selbst hatte die Mörder seines Mitbruders aus Gier Geldungsdrang-und Eifersucht auf den unschuldigen Mönch gehetzt.

00:36:20: Als die Suche nach den Tätern begannen hatte er dafür gesorgt, dass niemand die Warenmörder schnappen würde und stattdessen die Tempelritter an den Pranger gestellt.

00:36:31: Broderich war durch seine persönliche Biografie, seiner verlorene Liebe, seine Behinderung und sein nun simples und enthaltsames Leben das er einst gegen des prunkvolle Dasein eines Edelmanns gezwungenermaßen eintauschen musste zu tiefst verbittert.

00:36:48: Jeder der ihm in die Quere kam anders dachte und handelte als er Verdiente in seiner Wahrnehmung nur nach Verachtung oder schlimmstenfalls den Tod.

00:36:59: Und als Roderich nun verstand, dass der junge Bernhard kurz davor war seinem Geheimnis auf die Spur zu kommen und seine Tarnung aufliegen zu lassen wurde er wieder wütend.

00:37:10: von diesem jungen Mann wollte er sich nicht sein dennoch hart erarbeitetes Lebenswerk seinen Einfluss im Kloster und in der Stadt nehmen lassen.

00:37:18: Am liebsten hätte er ihn einfach wie seinen anderen Mitbruder von Auftragsmördern töten lassen.

00:37:24: Doch ihm war klar, dass in diese erneute Tat womöglich verraten würde.

00:37:29: Also entschied er sich zu einem noch grausameren Vorgehen.

00:37:34: Ohne Vorwarnung wurde Bernhardt vom Roderichsverbündeten eines frühen Morgens wegen Verrats festgenommen.

00:37:41: Der hinkende Mönch liest den jungen Mitbrudder im modrigen Keller einsperren.

00:37:46: doch im Gegensatz zu den Templern Sollte Bernhard keinen Prozess bekommen.

00:37:52: Still und heimlich sollte er lebendig eingemauert verhungern.

00:37:56: Niemand sollte erfahren, dass der junge Mönch dort unten grausam verändete.

00:38:01: Doch dann, wenige Tage später, sollte ein Brief rodrig erreichen.

00:38:06: Einschreiben das seine Welt die aus Hass Vergeltungen und Dunkelheit erbaut war zum Einstürzen brachte.

00:38:14: Völlig aufgelöst rannte er in den Keller Trommelte mit den Fäusten gegen die schwere Pforte und schrie und weinte vor Verzweiflung.

00:38:23: Schließlich öffnete man ihm die Türe zum Verlies, doch sein Herz brach zum zweiten Mal in seinem Leben in tausend Stücke als er sah wohin seine eigenen Taten ihn getrieben hatten.

00:38:35: Vor ihm lag Bernhard tot grausam im Keller verhungert.

00:38:41: Roderich ließ den Brief fallen und nahm den Leichnam seines Widersachers in die Arme wiegte ihn wie einen Säugling.

00:38:51: Wie lang er dort saß, ist nicht bekannt.

00:38:54: Getrieben von Schuld, Wahnsinn und vielleicht auch einem Haucherlösung blieb Roderich im Keller zurück – bis schließlich eine wütende Meute von aufgebrachten Bürgern das Kloster stürmte.

00:39:08: Roderics Männer, seine Handlanger-und Auftragsmörder hatten derweil im Ort gestanden dass der hinkenden Mönch selbst hinter den Morden an den Mitbrüdern steckte.

00:39:19: Nun wollte man den Verschwörer für seine schrecklichen Taten bestrafen und ebenfalls ohne Gnade zur Strecke bringen.

00:39:27: Als man ihn neben Bernhards Leiche in tiefer Trauer fand, waren die wütenden Burger und Mönche zwar verstört doch sie ließen sich von dem Anblick nicht erweichen.

00:39:38: der trauende um jahre gealterte Roderich gestand seiner Untarten ohne Zwang.

00:39:45: als man sich auf ihn stürzte und zu Tode prügelte, wehrt er sich nicht.

00:39:50: Er starb ohne Gegenwehr, neben der Leiche Bernards.

00:39:55: Als man den Brief neben Roderich fand wurde das Ausmaß der Tragödie für alle ersichtlich.

00:40:02: Es war der Brief einer Frau Der er Frau die Roderig einst so innig geliebt hatte Für die er alles hatte aufgeben wollen und die er dennoch verloren hatte.

00:40:13: Der Brief musste lange unterwegs gewesen sein.

00:40:16: Roderigs einstige große Liebe schrieb darin dass das Kind, das sie damals gezeugt hatten nun erwachsen war.

00:40:23: Aber nicht wüsste wer sein Vater sei.

00:40:26: Dieses Kind, sein Sohn, plane seinem Vater heimlich zu folgen und in das Franziskana-Kloster zu ziehen wo er mit ihm endlich vereint wäre.

00:40:37: Der Sohn hörte auf den Namen Bernhard Und seitdem so berichten Besucher weht ein kalter Hauch durch das Kloster von dem heute nur noch eine Ruine in Berlin Mitte übriggeblieben ist.

00:40:51: So manche berichtet, man höre ein Weinen.

00:40:54: Einen schleppenden Schritt und dann einen Flüstern aus dem Dunkel des alten Kellers.

00:41:01: Viele sind sicher Der hinkende Mönch ist immer noch da Denn Pater Roderich sei ruhelos Für immer in Trauer um seinen Sohn Bernhardt Den er unwissentlich ermordete.

00:41:14: Die Legende um ihn und seine Taten zeigen das Groll-und-Hast Nicht nur die zerstören, die sich den Getriebenen in den Weg stellen sondern dass die anschließende Reue so übermächtig sein kann, das nicht mal der eigene Toderlösung bietet.

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