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Zwei bleierne Masken

Shownotes

Brasilien, August 1966: Ein kleiner Junge entdeckt auf einem Hügel zwei männliche Leichen. Tagelang hatten sie dort gelegen und waren Regen und Hitze ausgesetzt gewesen. Doch auch nach ihrer Entdeckung und Bergung erweisen sich die Umstände ihres Todes mehr als rätselhaft. Handschriftliche Codes, geheimnisvolle Kapseln und zwei Masken aus Blei kündigen von einem Experiment, das gehörig schiefgelaufen sein musste…

Viel Spaß beim Hören!

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Zur aktuellen Folge:

Der rätselhafte Bleimasken-Fall aus Niterói, Brasilien (1966): Zwei Männer wollten offenbar spirituelle Grenzen ausloten und verließen sich dabei auf ihr technisches Verständnis und ein wahnsinniges Protokoll.

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Transkript anzeigen

00:00:09: Schauerstoff, der Grusel-Podcast für schlaflose Nächte.

00:00:17: Zwei bleierne Masken – die Sonne tronte hoch über dem Berg und überzog dessen Hänge mit der unbarmherzigen Mittagshitze als Pullinio auf den Bauch liegend seinen Blick an vertrockneten Grasbüscheln vorbeilenkte und seine Steinschleude bis zum Anschlag spannte.

00:00:44: Er hatte hier mindestens seit einer halben Stunde auf der Lauer gelegen Und endlich hatte ein Rascheln am Boden ihn zu verstehen gegeben, dass er nicht umsonst gewartet hatte.

00:00:54: Eine Spitzmausratte hatte sich in sein Radar verirrt und buddelte auf der Suche nach Nahrung in der staubtrockenden Erde.

00:01:04: Polinio hielt den Atem an!

00:01:06: Er wusste, daß diese Nagetiere ein extrem feines Gehör hatten – und das er sich potenziell durch jedes noch so winzige Geräusch verraten konnte.

00:01:16: Mehr als einmal war ihm eine solche Beute durch die Lappen gegangen.

00:01:20: Einmal allein aufgrund der Tatsache, dass er den Speichel in seinem Mund hatte herunterschlucken müssen.

00:01:28: Wieder spannte er seine selbst gebaute Schleuder bis aufs Maximum.

00:01:33: Er zielte auf dem Kopf der Maus, ließ den Gummi los und verfehlte sein Ziel um Haares Breite.

00:01:41: Aufgescheucht von dem verräterischen Luftzug neben seinem Ohr, ergriff das scheuete Tier sofort die Flucht und war binnen eines Wimpernschlags wieder verschwunden.

00:01:52: Verdammt!

00:01:53: murmelte Paulinho, und ließ frustriert die Schleudersinken.

00:01:58: Dabei hatte seine Mutter ihn extra heute in dieser Gluthitze nach oben auf den Berg geschickt, damit er zumindest mit ein paar Nagetieren oder kleinen Vögeln als Beute zurückkam.

00:02:09: Die Gegend um den Morodowintemm – einem Berg in der Nähe der brasilianischen Großstadt Niteroi – war überwiegend von ärmerer ländlicher Bevölkerung geprägt.

00:02:20: Fleisch kam nur selten auf den Tisch, und wenn das eigene Schlacht viel nichts hergab oder schlichtes Geld für einen Einkauf auf einem der Märkte nicht ausreichte behalf man sich eben mit kleinen Wildtieren die an den steilen Hängen des Berges ihr Habitat hatten.

00:02:36: Es war der achtzehnte August neunzehnhundertsechzig als der zehnjährige Polinio aufgebrochen war um mit seiner Steinsteuder für seine Familie auf die Jagd zu gehen ein Tag, an dem er eine verstörende und vollkommen außergewöhnliche Entdeckung machen würde, die ihm zunächst niemand glauben sollte – und die bis heute ein absolutes Mysterium bleibt.

00:03:04: Verärgert rappelte sich Polinio von seinen Beobachter-Posten auf und ging einen staubigen Trampelpfad am Hang des Morodowien Temm entlang.

00:03:13: Irgendeine Beute musste er seiner Mutter noch nach Hause bringen, damit sie daraus Abendessen kochte und keiner mit schlechter Laune später ins Bett gehen müsste.

00:03:23: Zumal er jetzt schon spürte, wie sein Magen knurte.

00:03:29: Er hielt sich die schmutzige Hand gegen die Stirn und knifft die Augen zusammen, als er seinen Blick über die zerklüfteten und mit vertrockneten Gräsern bewachsenen Hangschweifen ließ – um einen neuen Ausgangspunkt für seine Jagd zu wählen!

00:03:42: Und dann sah er es.

00:03:47: Etwa fünfzehn Meter von ihm entfernt auf einem Felsvorsprung lagen zwei Männer reglos….

00:03:54: …und mit etwas metallisch glänzendem auf ihren Gesichtern.

00:03:59: Im ersten Moment glaubte Polinje noch, sie würden sich nur in der Sonne ein wenig ausruhen und schliefen.

00:04:06: Doch dann bemerkte er selbst sofort die Absurdität des Gedankens in seinem noch jungen Gehirn.

00:04:12: Er ging etwas näher heran um diese Situation besser einschätzen zu können.

00:04:16: Keiner der beiden Männer hatte sich bisher geregt – noch immer lagen sie dort wie versteinert!

00:04:24: Und nun begriff der Junge umso mehr dass hier etwas vor sich gingen was die Grenzen seines kindlichen Verstandes zu sprengen drohte.

00:04:32: Doch anstelle seine Neugierde zu befriedigen und noch näher heranzutreten, barnte sich bereits ein anderer Instinkt durch sein Unterbewusstsein an die Oberfläche – Flucht!

00:04:46: Mit einem Mal machte Polinio Keert und Rante die Steinschleuder mit einer Hand festumklammernd querfällt ein dem gesamten Berg hinauf.

00:04:54: Ein paar mal wäre er beinah unglücklich gestürzt doch er fing sich jedesmal geschickt mit den Handflächen und Knien ab die er sich dabei aufschürfte, was er aufgrund des Adrenalins in seinem Blut aber nicht mal bemerkte.

00:05:08: Am Fuße des Berges angekommen, rannte er atemlos eine staubige Schotterpiste entlang und konnte schon bald das Bellblechdach eines Hauses am Straßenrand erkennen – genau dort wollte er hin!

00:05:22: Noch völlig außer Atem blieb Polinio schließlich vor der Haustür stehen und rang kurz mit sich ob das, was ihr gerade gesehen hatte, der Wirklichkeit entsprach oder ihm nur die flirrende Mittagshitze eine Streich gespielt hatte.

00:05:37: Doch als er gerade beherzt anklopfen wollte, öffnete sich die Tür von ganz alleine und ein großer Mann mittleren Alters baute sich vor ihm auf.

00:05:46: Sein Name war Antonio Guerra – er war zwar kein polizeilicher Ermittler im klassischen Sinne sondern gehörte nur einer einfachen Streifenpatrouille an, die in ihren Grundzügen an einen Bürgerwehr erinnerte.

00:06:00: doch er kannte die Region wie seine Westentasche hatte zu jedem Menschen im Ort einen guten Draht und galt auch unter den Kindern als jemand, dem sie vertrauen konnten.

00:06:12: Polinio grüßte er den zehnjährigen auf seiner Veranda.

00:06:15: nun überrascht!

00:06:17: Was machst du denn hier?

00:06:19: Der Junge sortierte einen Augenblick lang die Worte in seinem Kopf.

00:06:23: Antonio Guerra war aus seiner Perspektive kein gewöhnlicher Erwachsener – er war jemand der für Recht und Ordnung sorgte und sich damit den Respekt in ihrer kleinen Gemeinschaft verdient hatte.

00:06:35: Bei so jemandem redete man besser nicht um den heißen Brei herum.

00:06:41: Auf dem Berg schoss es schließlich aus ihm heraus, da liegen zwei Männer.

00:06:45: sie bewegen sich nicht.

00:06:48: sofort legte Antonio Gueras Stirn sich in Pfeifen und Polinio Begriff das ist vielleicht doch nicht die beste Idee gewesen war dem Streifenbeamten von seiner Entdeckung zu erzählen weil er selbst damit unfreiwillig aufgeflogen.

00:07:05: Wie oft habe ich euch Kindern schon gepredigt, dass ihr da oben auf dem Windhelm nichts verloren habt.

00:07:10: Ihr könntet abstürzen oder euch verletzen – oder Schlimmeres!

00:07:14: Oder von einer Schlange gebissen werden….

00:07:18: Aber Senior wollte Polinio ihn unterbrechen ….

00:07:21: doch Antonio Guerra legte direkt nach.

00:07:24: Ich weiß das deine Mutter dich dort rauf schickt damit du jagen gehst.

00:07:27: Erzähl ihr ruhig, dass Du mich getroffen hast und ich es dir verboten habe.

00:07:32: Das kann sie gerne mit mir

00:07:33: klären.".

00:07:34: Und was deine Beobachtung angeht, das waren mit Sicherheit nicht mehr als zwei Trumpenbäude.

00:07:40: Asoziales Gesindel – dass man am besten in Ruhe lässt!

00:07:44: Sobald die ihren Rausch ausgeschlafen haben sind sie wieder weg und du machst jetzt, daßt du nach Hause kommst.

00:07:53: Frustriert ließ Polinio den Kopf sinken, drehte sich auf dem Absatz um und trottete davon.

00:07:59: Er wusste, da's zwecklos war, mit Antonio Guerra zu diskutieren.

00:08:04: Wenn dieser Mann einmal an Machtwort gesprochen hatte kam man nicht mehr dagegen an.

00:08:09: Gleichzeitig schenkte er den Worten des Beamten keinerlei Glauben, er war sich einhundertprozentig sicher, dass da oben niemand geschlafen hatte – das dort etwas Schreckliches geschehen war.

00:08:22: Noch wusste er nicht, dass eine andere Zeuge seine furchtbare Ahnung nur zwei Tage später bestätigen sollte.

00:08:32: Als es am zwanzigsten August neunzehntsechsundsechzig erneut an Antoniogueras Tür klopfte, fand er dieses Mal Horgy da koste Alves auf seiner Veranda vor.

00:08:44: Horgy stieg anders in das Gespräch ein als zuvor der deutlich jüngere Polinio, obwohl er Goeras aufgrund seines Alters nicht mal hätte Rechenschaft ablegen müssen was er auf dem Berg verloren hatte.

00:08:56: Der achzinjährige erzählte nun Er sei auf den Winter gestiegen um einen Drachen von einem Baum zu holen der sich dort verheddert hat.

00:09:04: Bei der Gelegenheit hatte er zweimännliche Gestalten am Boden gesehen.

00:09:09: Anders als Polinjo beschrieb er sie jedoch nicht als schlafend oder betrunken.

00:09:15: »Sie sind tot, Moussignor!« sagte er nervös aber doch voller Überzeugung.

00:09:20: Spätestens jetzt hatte der Lokalbeamte keine Ausreden mehr und wusste, dass er den von Horge geschilderten Schauplatz zumindest besichtigen musste.

00:09:29: Er folgte ihm nach draußen – und sie bestiegen gemeinsam den Berg.

00:09:35: Schon von weitem sah Horge das die Männer immer noch unverändert dort lagen.

00:09:40: Die kleine Lichtung auf dem Felsvorsprung war nicht größer als zehn Quadratmeter.

00:09:45: Aus der Nähe bemerkten Horge und Antonio Guerra, dass die beiden Toten nicht nur auf dem Rücken lagen – sie hatten merkwürdigerweise auch dieselbe Pose eingenommen.

00:09:54: Die Beine leicht gespreizt, die Arme über den Kopf.

00:09:58: Außerdem trugen beide sehr ähnliche förmliche Anzüge und darüber die gleichen Regenmäntel aus Gummi, was in Anbetracht der sommerlichen Hitze überhaupt keinen Sinn ergab!

00:10:09: Unter den Leichen bemerkten die beiden Zeugen ein paar Lagen von Palmblättern.

00:10:13: Offenbar hatten sie diese als Unterlage genutzt.

00:10:17: Der Verwesungsprozess war durch die brutale Hitze auf dem Morodowin Tam bereits weit fortgeschritten, Schmeißfliegen summten über die toten Körper und der Gestank nach sich zersetzendem Fleisch durchschnitt dermaßen aggressiv die Luft – das nicht nur der achtzienjährige Horge seinen Ekel unterdrücken musste.

00:10:37: Trotz der verwesenden Haut im Gesicht konnten Horge und Guerra erkennen, dass beiden Toten getrocknetes Blut um die Nase und den Mund klebten.

00:10:46: Es sah aus als hätten sie sich vor ihrem Ableben erbrochen – das Seltsamste waren jedoch die Masken, die die toten Männer im Gesicht trugen.

00:10:57: Aus der Ferne sahen sie zunächst aus wie handelsübliche Sonnenbrillen doch bei näherer Betrachtung seien Horge oder Polizeibeamte, daß es sich um einen Hand gefertigten Sichtschutz aus Blei handelte.

00:11:09: Die bleierenden Brillen hatten keine Schlitze und schirmten die Augen vollständig ab.

00:11:15: Offenbar war es ihren Träger nicht darum gegangen, damit etwas sehen zu können – sondern sich vor etwas zu schützen!

00:11:22: Die Frage war nur… Vor was?

00:11:27: Dies herauszufinden lag nun in den Händen der Polizeibeamten der zweiten Polizeidienststelle von Niteroi.

00:11:35: Es gab nur leider ein Problem Der Fundort der Leichen lag in einem ohnehin unwigsamen Areal zu welchem keine Zufahrtsstraße führte.

00:11:44: Der letzte für PKWs passierbare Weg endete ca.

00:11:48: dreihundert Meter davor, am Fuße des Morodowin-Pem.

00:11:53: Noch dazu hatte es am Abend des zwanzigsten August als Antoni Aguera die zwei mysteriösen Todesfälle gemeldet hatte heftig zuregnen angefangen und überdies brach die Dunkelheit bereits über die Region herein.

00:12:07: Nach einem gescheiterten Versuch von Polizei und Kriminaltechnik sich durch Schwamm- und wildwuchende Vegetation nach oben zu kämpfen, hatte man das Vorhaben abgebrochen.

00:12:17: Und konnte die Leichen tatsächlich erst am folgenden Morgen des XXI.

00:12:21: August neunzehntundsechzig erreichen.

00:12:25: Als sie schließlich bei einsetzender Dämmerung um fünf Uhr früh die Lichtung erklommen, hatten die unzähligen Liter Wassermassen den Zustand der beiden Leichen natürlich nicht gerade verbessert – was die anschließende Ermittlungsarbeit zusätzlich erschwerte.

00:12:39: Immerhin hatte der Regen nicht alles fortgespült, und die Kriminaltechnik konnte noch diverse Objekte vom Fundort sichern.

00:12:46: Wie etwa eine angebrochene Flasche Mineralwasser, persönliche Papiere, Bargeld, einer Armbanduhr, ein Stofftaschentuch – gebräuchliche Dinge des Alltags, die erst mal keine Fragen aufwarfen!

00:13:00: Doch der polizeiliche Bergungstrupp entdeckte noch mehr.

00:13:04: Neben den zu Masken geformten Blei-Platten fanden die Ermittler einige Zettel mit kryptischen Codes auf die sie sich zunächst überhaupt keinen Reim machen konnten, die aber später wesentliche Hinweise bei der Rekonstruktion der mysteriösen Todesfälle geben sollten.

00:13:20: Zunächst einmal ging es darum, die Identität der beiden Leichen mittels ihrer Papiere zu klären.

00:13:25: Schnell stellte sich heraus – die beiden toten Männer hießen Miguel Jose Viana, thirty-four Jahre alt und Manuel Pereira da Cruz, thirty two Jahre old.

00:13:38: Sie hatten beide die brasilianische Staatsangehörigkeit und kamen aus Campos dos Gruitacases, eine mittelgroße Stadt etwa zweihundertsechzig Kilometer entfernt von Niteroi.

00:13:50: Sowohl Manuel als auch Miguel hatten jeweils Frau und Kinder – und die beiden Familien, insbesondere die zwei Männer, verbannten neben der Arbeit einer enge Freundschaft.

00:14:01: Beide waren Elektriker- und Fernsehtechniker vom Beruf was ihnen in Anbetracht der stetigen Verbreitung von TV-Geräten Mitte der nineteenhundertsichtiger Jahre, eine solide Einnahmequelle bescherte.

00:14:15: Die Ermittlungen setzten daher zunächst bei der Frage an was die zwei Freunde im weit entfernten Miteroi überhaupt gewollt hatten und warum man ihre Leichen ausgerechnet auf dem Morodowin Temm geborgen hatte.

00:14:28: Zu Hause hatten sie beiden Elektriker nämlich behauptet Sie würden auf der Suche nach seltenen Bauteilen nach Sao Paulo fahren.

00:14:35: Lediglich einer nicht gegenüber hatte Miguel etwas merkwürdiges angekündigt.

00:14:41: Er sagte, er müsse bei seiner Reise etwas herausfinden und für sich klären, ob er an einen sogenannten Spiritismus glaube.

00:14:50: Spiritismus ist die Überzeugung, dass die Seele den Tod überdauert – und unter bestimmten Umständen Kontakt mit den Lebenden aufnehmen kann.

00:14:59: Hierbei geht es jedoch um eine moderne Reform der Kontaktaufnahme, anstelle der klassischen Methoden zur Geisterbeschwörung.

00:15:07: Besonders in Brasilien entwickelte sich daraus eine Bewegung die sich selbst keineswegs nur als Religion verstand.

00:15:14: Manche Anhänger glaubten, die geistige Welt ließe sich ähnlich erforschen wie Elektrizität oder Magnetismus durch Experimente, Messungen und möglicherweise sogar technische Geräte.

00:15:29: in den Gesprächen mit Miguelz und Manuelz Angehörigen fanden die Ermittler heraus dass sie eine gemeinsame Faszination für das Thema Spiritismus entwickelt hatten Auch vor dem Hintergrund ihrer beruflichen Kenntnisse über energetische Strömungen durchführten.

00:15:47: Diese Informationen verliehen nun auch den mysteriösen Codes und Notizen, die man bei den Leichen gefunden hatte – eine besondere Bedeutung!

00:15:56: Der wichtigste Zettel der bei der Rekonstruktion von Miguelz & Manuelz spiritueller Pilgerfahrt weiterhalf enthielt einen kurzen Ablaufplan mit seltsamen Anweisungen was in welcher Reihenfolge zu tun sei.

00:16:10: Genauer stand darauf, — — —— — — dass Miguel seine Brille, sein Ehring und seine Armbanduhe untypischerweise in seiner Hosentasche verwahrt hatte.

00:16:48: Vielleicht waren das die metallen Gegenstände von denen in dem Protokoll die Rede gewesen war?

00:16:56: Immerhin passten die Uhrzeiten auf den Zettel zu dem letzten Lebtag der beiden Elektriker, den man im Nachhinein auf den siebzehnten August neunzehnhundertsechzig tatieren konnte – also einen Tag bevor der kleine Polignot die Leichen erstmals am Hang entdeckt hatte!

00:17:12: An jenem Tag kam Miguel und Manuel gegen vierzehn Uhr in Niterreu an.

00:17:18: Zunächst suchten sie einen Elektrofachmarkt auf, und fragten dort nach speziellen Komponenten der Marke Philipps.

00:17:25: Als die Erhändler diese nicht vorretig hatte, gaben sie an weiter nach Sao Paulo zu fahren um die Teile dortaufzutreiben.

00:17:33: Ihre Absicht für die Reise, die Sie zu Hause ihren Familien mitgeteilt hatten schien also zumindest in dieser Hinsicht zustimmen.

00:17:41: Anschließend gingen sie in ein Bekleidungsgeschäft und kauften sich zwei identische Regenmantel, die sie allerdings trotz des Regens vor der Tür vorerst nicht anzogen.

00:17:51: Wohin gegen ihre Leichen beim späteren Auffinden damit begleitet waren.

00:17:56: Außerdem kauften sie eine Flasche Mineralwasser in einem kleinen Bistro, wie später ebenso am Fundort sichergestellt werden konnte.

00:18:04: Der Besitzer des Bistros erinnerte sich, dass sie immer wieder nervös auf die Uhr geschaut sich allerdings dennoch dem Pfandbomb zu der Flasche aushändigen lassen hatten.

00:18:14: Dies brachte den Ermittlern zumindest die Gewissheit, dass Miguel und Manuel nicht in Freitod gewählt hatten.

00:18:21: Wer weiß, das er in einigen Stunden sterben wird, wartet nicht bereitwillig auf seinen Flaschenpfand!

00:18:29: Die Polizei kalkulierte, daß der Plan der beiden Elektriker aufgegangen war – und sie sich gegen sechzehn Uhr dreißig auf dem Moro Duvintemn niedergelassen hatten.

00:18:38: In dem Nachgehen der Frage was Sie dort oben gewollt hatten Bemühten die Ermittler anschließend die weiteren Coats und Notizen, die man am Fundort eingesammelt hatte.

00:18:48: Doch die machten die ganze Geschichte nur noch rätselhafter!

00:18:53: Auf einem weiteren Zettel war eine Art Einnahmehinweis von einem Medikament verschriftlich.

00:18:58: Dort stand Sonntag Eine Kapsel nach dem Essen.

00:19:02: Montag Eine Kapsel morgens Nüchtern.

00:19:06: Dienstag Eine kapsel nach dem essen.

00:19:09: Mittwoch Eine kapsel beim zu Bett gehen.

00:19:13: Die letzte Kapsel sollte also an eine Mittwochabend eingenommen werden.

00:19:17: Der siebzehnte August nineteenhundertsechsundsechzig war, wie soll das anders sein?

00:19:22: Ein Mittwoche!

00:19:23: Miguel und Manuel mussten die letzte Kapel also geschluckt haben als sie sich bereits auf dem Moro Duvintem befanden.

00:19:31: Die Frage war nur, welchen Wirkstoff hatten die beiden eingenomen?

00:19:37: Spätere Abgleichungen dieses Zettels sowie des kryptischen Ablaufplans ergaben dass beide Notizen die Handschrift von Miguel trugen.

00:19:45: Es hatte also höchstwahrscheinlich keine dritte Person gegeben, die ihnen diese Aufträge erteilt oder sie zu einem bestimmten Zweck angeleitet hatte.

00:19:54: Zusätzlich analysierte man weitere Notizen der beiden Freunde und definierte diese zunächst als eine Art Geheimcode.

00:20:02: Auf einem Zettel stand zum Beispiel eine ganze Reihe von Abkürzungen wie EL-XVIII.

00:20:10: Hier stellte sich jedoch schnell heraus, dass dies ganz gewöhnliche Kürzel für bestimmte Röhrentypen innerhalb der Fernsehtechnik waren.

00:20:19: Auch eine Notiz mit Formeln wie i gleich e durch r oder r gleiche durch i wurde zunächst eine mysteriöse ummöglich kaballistische Bedeutung angedichtet.

00:20:30: Dabei handelte es sich lediglich um Umstellungen des omischen Gesetzes – einer gängigen Formel innerhalb der Elektrotechnik.

00:20:39: Die bleierenden Masken wiederum, die die beiden jungen Männer bei ihrem Tod getragen hatten, waren offenbar eigenhändig aus einem alten Bleirohr gesägt worden.

00:20:48: Überreste davon fand man später in Miguels Haus.

00:20:55: Die bisher gesammelten Hinweise waren allesamt extrem rätselhaft – sagten jedoch nichts über die Todesursache der beiden Männer und die Frage ob ein fremdverschulden Vorlag aus.

00:21:10: Vier Tage nach ihrem Versterben auf dem Murodovin Temm führte man daher die Obduktion an Miguel Rosceviana und Manuel Pereira da Cruz durch.

00:21:20: Das Ergebnis ernüchterte alle Beteiligten.

00:21:24: Aufgrund des fortgeschrittenen Verwesungszustandes blieb die Todesursache der beiden Männer ungeklärt.

00:21:31: Es gab keine Spuren eines Kampfes, keine offenen Wunden, keine stumpfen Verletzungen, keine Knochenbrüche.

00:21:38: Allein die Zettel mit den Hinweisen auf die Kapseln legten den Verdacht nahe, dass die beiden Männer sich versehentlich vergiftet hatten.

00:21:47: Doch auch dies konnte nie nachgewiesen werden.

00:21:50: Sämtliche toxikologischen Untersuchungen scheiterten an dem Zustand der Leichen und weil man diese zwischenzeitlich mit Formaldehyd behandelt hatte.

00:21:59: Bei einer späteren Exhumierung testete man sogar noch Knochen- und Gewebe auf Rückstände von Arsene, Quecksilber oder Talium was eine Vergiftung nahegelegt hätte.

00:22:10: All diese Tests lieferten negative Ergebnisse.

00:22:16: Bis heute kursieren daher verschiedene Theorien, was mit den beiden Elektrikern aus Kampostos Coitacasis an jene Mittwochabend auf dem Moro Dovintemm wirklich geschehen ist.

00:22:28: Von gemeinsamen Suizid über die Konfrontation mit einer unbekannten Strahlung bis hin zu der These Miguel und Manuel seien doch durch jemanden Drittes getötet worden ist alles Mögliche dabei.

00:22:41: Die Arbeitshypothese der Polizei, dass die beiden jungen Männer sich versehentlich mit den Kapseln selbst vergiftet hatten bleibt hierbei die tragfähigste und dennoch lässt auch sie zahlreiche Fragen an diesem Fall unbeantwortet.

00:22:55: Was genau wollten die beiden Männer auf dem Berg?

00:22:59: Warum das seltsame Equipment, die Masken, die Kapselen, die Zettel und dieser genaue Ablaufplan, den Sie mit sich geführt haben und die Brennste aller Fragen.

00:23:12: Worauf hatten sie gewartet?

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