Schauerstoff Compilation: Dunkles Frankreich
Shownotes
Frankreich – endlose Landstraßen, kleine Dörfer, stille Häuser und eine Provinz, in der das Leben manchmal so überschaubar scheint, dass ein Verbrechen kaum verborgen bleiben dürfte. Doch die beiden Fälle dieser Folge erzählen das Gegenteil. Zuerst führt uns IM ZWEIFEL FÜR DEN ANGEKLAGTEN in den Norden Frankreichs. Eine junge Frau wird in ihrem eigenen Haus erdrosselt, ihr Ehemann gerät ins Visier der Ermittler – und Jahre später stellt ein Gericht alles wieder infrage. Danach geht es mit DIE WEIßE WITWE weiter ins ländliche Zentralfrankreich, wo ein verschwundener Fabrikarbeiter zerstückelt in seinem eigenen Auto gefunden wird. Zwei Morde, zwei Prozesse – und zwei Wahrheiten, die bis heute im Dunkeln liegen.
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Zur aktuellen Folge:
Humbercourt, Frankreich (2005) – die 25-jährige Françoise Chabé wird erdrosselt in ihrem Haus gefunden, ihr Ehemann Ludovic gerät unter Mordverdacht, wird verurteilt, doch 10 Jahre später wird der Fall neu aufgerollt. Und: Dompierre-sur-Besbre, Frankreich (2009) – der Fabrikarbeiter Didier Lacote verschwindet spurlos und wird Wochen später vergiftet und zerstückelt im Kofferraum seines Peugeot gefunden.
- Humbercourt, Frankreich (2005) – die 25-jährige Françoise Chabé wird erdrosselt in ihrem Haus gefunden, ihr Ehemann Ludovic gerät unter Mordverdacht, wird verurteilt, doch 10 Jahre später wird der Fall neu aufgerollt.
- Dompierre-sur-Besbre, Frankreich (2009) – der Fabrikarbeiter Didier Lacote verschwindet spurlos und wird Wochen später vergiftet und zerstückelt im Kofferraum seines Peugeot gefunden.
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Transkript anzeigen
00:00:10: Frankreich.
00:00:12: Endlose Landstraßen, kleine Dörfer, stille Häuser und eine Provinz in der das Leben manchmal so überschaubar scheint dass ein Verbrechen kaum verborgen bleiben dürfte.
00:00:27: doch die beiden folgenden Fälle erzählen das Gegenteil.
00:00:31: zuerst führt uns im Zweifel für den Angeklagten in den Norden Frankreichs.
00:00:38: Eine junge Frau wird in ihrem eigenen Haus erdrosselt Ihr Ehemann gerät ins Visier der Ermittlungen und Jahre später stellt ein Gericht alles wieder in Frage.
00:00:51: Danach geht es mit die weiße Witwe weiter ins ländliche Zentral Frankreich, wo ein verschwundener Fabrikarbeiter zerstückelt in seinem eigenen Auto gefunden wird – zwei Morde-, zwei Prozesse- und zwei Wahrheiten, die bis heute im Dunkeln
00:01:10: liegen.".
00:01:19: Schauerstoff Der Grusel-Podcast für schlaflose Nächte Im Zweifel für den Angeklagten.
00:01:36: Eine Achtundvierzigstundenschicht lag hinter ihm, als Ludovic Chabeau am sechsunzwanzigsten Februar zwei Tausendfünf mit seinem Wagen in die Einfahrt seines Hauses einbog und das Fahrzeug zum Stehen brachte.
00:01:50: Er schaltete den Motor ab und massierte sich müde die Schläfen.
00:01:54: Feuerwehrmann zu sein war immer der Traumberuf des Fünfundzwanzichjährigen gewesen Aber diese verdammte Schichtarbeit verlangte ihm doch mehr ab, als er es zunächst vermutet hatte.
00:02:08: Das Haus lag stumm und friedlich vor ihm!
00:02:11: Es war bereits zehn Uhr vormittags – und seine Frau François war vermutlich vor Kurzem aufgestanden.
00:02:18: Er freute sich auf duftenden Café- und frische Croissants.
00:02:23: Heute war Samstag ….
00:02:24: Und seine Frau musste nicht wie üblich zu ihrem Job als Sekretärin bei einem Unternehmen in der Region zurückkehren….
00:02:31: Heute hätten sie einen ganzen freien Tag zusammen für sich.
00:02:35: Dachte er arglos, während er sich vom Fahrersitz schwang und auf die Eingangstür zu steuerte.
00:02:44: Doch schon nachdem er die Haustür aufgeschlossen hatte offenbarte sich ihm ein Bild das ihn absolut überforderte.
00:02:52: Im Eingangsbereich des Hauses lag seine Frau auf dem Boden.
00:02:56: Sie lag leblos auf dem Bauch und rührte sich nicht.
00:03:00: Ein Schal war fest um ihren Heiz geschlungen.
00:03:03: Ludovic traute sich nicht näher zu treten.
00:03:06: Er war wie gelähmt, zu groß war die Angst das feststellen zu müssen was er bereits fürchtete.
00:03:14: also wählte er den Notruf.
00:03:17: dann ging er nach draußen zündete sich eine Zigarette an und wartete.
00:03:25: es sollte elf Minuten dauern bis die Sanitäter aus Umbergkuh einem kleinen Örtchen im Norden Frankreichs anrübten.
00:03:33: vor Ort begannen sie sofort mit den Wiederbelebungsmaßnahmen und versuchten ganze dreißig Minuten, François Chabé zu reanimieren.
00:03:43: Doch all ihre Versuche blieben vergebens – und als der herbeigerufende Notarzt endlich eintraf, konnte er nur noch den Tod der jungen Frau feststellen!
00:03:54: Sofort warfen die Begleitumstände des tragischen Ereignisses zahlreiche Fragen auf.
00:03:59: Der eng um den Hals geschlungene Schal ließ zunächst eine Selbsttötung von Françoise Chabés vermuten.
00:04:06: Doch es gab in dem Eingangsbereich des Hauses keine Möglichkeit des Aufhängens, und es zeugte auch kein umgefallener Hocker oder Ähnliches davon, dass die junge Frau sich auf diese Art das Leben genommen haben konnte.
00:04:19: Der Notarzt attestierte der XXV-Jährigen tot durch Strangulationen – und veranlasste sogleich eine Überführung des Leichnahms in die Gerichtsmedizin.
00:04:29: Kein Zweifel!
00:04:30: Hier war ein schweres Verbrechen geschehen.
00:04:35: Der Autopsiebericht des Rechtsmediziner bestätigte nicht nur dass die junge Frau mit dem Schal um ihren Hals erdrosselt worden war.
00:04:43: Er förderte ebenso zu Tage, das François Chabé vor ihrem Tod zahlreiche Verletzungen erlitten hatte und hatte sie mehrmals ins Gesicht und auf den Hinterkopf geschlagen und ihr dort Hematome zugefügt.
00:04:57: Und noch ein sehr merkwürdiges Detail war dem Gerichtsmediziner aufgefallen.
00:05:02: Françoise Chabés hatte zum Zeitpunkt ihrer Tötung Europax getragen.
00:05:08: Hierauf konnte sich zunächst niemand einen reinmachen Doch im Laufe der nun beginnenden Ermittlungen schloss man daraus, dass sie die Ohrenstopfen zum Schlafen getragen hatte und erst kurz vor dem Eintreffen des Täters aufgestanden sein musste.
00:05:24: Da nun zweifelsfrei feststand das die fünfzwanzigjährige ermordet worden war begann die Kriminalpolizei sofort mit ihren Ermittungen.
00:05:33: schon bald folgte die nächste ernüchternde wie rätselhafte Erkenntnis es gab keinerlei Einbruchsspuren alle Fenster waren verschlossen war der Aussage ihres Ehemann Ludovics zufolge, bei seiner Ankunft ebenfalls beschlossen gewesen.
00:05:50: Wer also hatte sich Zutritt verschafft und die fünfundzwanzigjährige so brutal aus dem Leben gerissen?
00:05:59: Entgegen dem äußeren glücklichen Bild das François stets ihren Angehörigen und Freunden präsentiert hatte berichteten sowohl Ludovik als auch die Mutter des Mordopfers, dass die junge Frau in den letzten Wochen vor ihrem Tod stark verändert schien.
00:06:15: Sie wirkte plötzlich sehr unglücklich und weinteviel, was beide als völlig untypisch wahrnahm.
00:06:21: Einer vertrauten Arbeitskollegin gegenüber äußerte sie schließlich den Satz – Nichts wird mehr so sein wie es war!
00:06:28: Ohne jedoch zu erklären, was mit der beunruhigen Aussage auf sich hatte.
00:06:33: Doch egal, wie sehr ihre engsten Familienmitglieder und Freunde sie bearbeiteten Was genau die junge Frau so sehr verzweifeln ließ, gab sie nicht preis.
00:06:44: Für die Ermittler deutete sich hier der entscheidende Schlüssel an.
00:06:47: Wenn sie François' Geheimnis herausfinden, kämen sie vermutlich auch ihrem Mörder auf die Spur.
00:06:56: Derweil versuchten die Kriminaltechniker das Irige wertvolle Spuren vom Tatort zu sichern und sich so ein besseres Bild von dem Täter zu machen.
00:07:06: Die DNA-Analyse des Schals mit welchem das Opfer erdrosselt worden war brachte dabei eine erste kleine Überraschung.
00:07:14: Neben Françoise Charbys eigener DNA und der des Sanitäters fand sich darauf auch jene von ihrem Mann Ludovik.
00:07:22: Das Auffällige dabei?
00:07:24: Die größten Mengen seiner DNA sicherte man im Bereich des Knotens, mittels dessen der Schal festbezogen worden war!
00:07:33: Für die Polizei war der Fall nach anfänglichem Rätselraten plötzlich Glas klar – Ludovic Chabee war mit einem Mal der Hauptverdächtige in Mordfall der fünfundzwanzigjährigen.
00:07:47: Denn schon im Vorfeld hatten die Ermittler das Verhalten des Ehemanns am Tatort als, sagen wir mal, eigenartig wahrgenommen.
00:07:56: Der Notarzt hatte geschildert dass Ludovic Chabé selbst keine Reanimationsmaßnahmen ergriffen hatte während der auf die Sanität erwartete.
00:08:04: Als die Helfer eintrafen lag François noch immer auf dem Bauch und hat den Schal fest um den Hals geschlungen.
00:08:11: hätte es für Ludovik nicht ein selbstverständlicher Impuls sein müssen bei seiner Frau erste Hilfe zu leisten?
00:08:18: Ludovic Chabé argumentierte wiederum, er habe seine Frau kurz berührt und festgestellt, dass sie bereits eiskalt war.
00:08:26: In seiner Wahrnehmung kam ohnehin jede Hilfe zu spät – daher habe er sie auch nicht umgedreht und von dem Schal befreit, da er sich den genaueren Anblick seiner toten Frau ersparen wollte.
00:08:38: Die Ermittler überzeugten diese Erklärungen jedoch wenig.
00:08:41: Also überprüfte man seinen Tagesablauf und die zeitlichen Angaben die er selbst zu jenem verhängnisvollen, sechsunzwanzigsten Februar zwei-tausendfünf gemacht hatte.
00:08:51: Die Gerichtsmedizin war zu dem Schluss gekommen, dass François Chabé an jene Morgen gegen zehn Uhr gestorben sein musste und tatsächlich viel beim Rekonstruieren seines Heimwegs auf das er frühestens um neun uhr fünfund fünfzig Zuhause eingetroffen sein konnte.
00:09:08: Fünf Minuten Zeit für einen Mord.
00:09:10: War das genug?
00:09:16: Und noch etwas fehlte den Ermittlern wenn sie Ludovic Chabés die Tat nachweisen wollten Hat er überhaupt ein starkes Motiv, um seine eigene Frau zu töten?
00:09:27: In der Folge überwachte man den fünfundzwanzigjährigen und hörte seine Telefonate ab.
00:09:31: Um mehr über den jungen Feuerwehrmann zu erfahren!
00:09:35: Schon bald erfuhr die Polizei, dass Ludovik ein Verhältnis zu einer jungen Frau aus der Kaserne unterhielt – und die beiden sich bei gemeinsamen Dienstzeiten offenbar näher gekommen waren.
00:09:45: Für die Ermittler war dies bereits ein mögliches Motif.
00:09:48: Immerhin kommt es durchaus vor….
00:09:50: dass Menschen aus Feigheit ihren Partner umbringen, um mit einer neuen Person zusammen sein zu können.
00:09:56: Doch Ludovic Chabé bestritt den Vorwurf – er habe schon vor Frau Swars Tod ein Verhältnis mit der Feuerwehrkollegin gehabt.
00:10:04: Stattdessen habe er sich erst nach dem Verlust seiner Frau auf sie eingelassen, um ein wenig Trost zu finden.
00:10:11: In Kombinationen mit den DNA-Spuren und Chabés merkwürdigen Verhalten am Tatort sah die Polizei es dann noch als erwiesen an, das der Feuerwehrmann selbst seine Frau getötet hatte.
00:10:22: Also fassten die Beamten einen riskanten Plan, der – wie sich bald herausstellen sollte – leider völlig nach hinten losgehen würde.
00:10:34: Sie bestellten Ludovic noch einmal aufs Präsidium, vordergründig um ihm noch ein paar harmlose Routinefragen zu stellen.
00:10:41: Doch eigentlich hatten die Ermittler geplant den twenty- fünfjährigen zu einem Geständnis zu bewegen.
00:10:47: Dieser erwies sich jedoch als harte Nuss und bestritt immer weiter die Tat!
00:10:52: In ihrer Frustration griff die Polizei zu unlauteren Mitteln, deren Tragweite erst später im Prozess gegen den jungen Witwa deutlich werden sollten.
00:11:02: Sie hielten Ludovic Chabé ganze zweiunddreißig Stunden fest und befragten ihn.
00:11:08: Immer wieder wechselten mehrere Ermittler die Rollen, vertraten einander oder machten Pausen während Chabés in Verhandlungsraum auseinandergenommen wurde.
00:11:17: Sie erpressten ihn und behaupteten seine Angehörigen polizeilich zu belangen wenn er nicht kooperierte.
00:11:26: Schließlich brach Ludovic Chabé mental ein und gestand, doch die Geschichte, die er nun wiederum den Beamten auftischte, klang umso abenteuerlicher.
00:11:37: Er behauptete, François und er hätten nach seiner Ankunft einen Spiel gespielt.
00:11:42: Er schlug die Hände zusammen – sie musste sich rechtzeitig wegducken!
00:11:46: Dabei habe er sie versehentlich am Kopf getroffen und Sie haben das Bewusstsein verloren.
00:11:52: Von der Strangulation durch den Schal die schlussendlich den Tod der fünfundzwanzigjährigen herbeigeführt hatte, sagte er allerdings nichts und berief sich nach entsprechender Nachfrage auf sein Recht zu schweigen.
00:12:07: Dass die Geschichte extrem unglaubwürdig und konstruiert klang, daran hatten auch die Ermittler keinen Zweifel.
00:12:13: Allerdings musste man sich fragen, warum Ludovic Chabea ihnen von diesem absurden Spiel berichtete?
00:12:20: Die eine Möglichkeit war natürlich, dass er seine Frau willentlich getötet hatte – angesichts seiner Ausweglosigkeit einen Unfallvorschub, um womöglich ein geringeres Strafmaß zu erhalten.
00:12:33: Die andere Möglichkeit war jedoch – und dies ließ sich klar auf einem Verfahrensfehler seitens der Polizei zurückführen -, dass der Verdächtige nach zweiundreißig Stunden Verhör einfach irgendetwas erzählte, um dem Druck durch die Beamten endlich zu entkommen.
00:12:49: Das Phänomen eines durch psychologische Folter erzwungenen Geständnisses ist schließlich nicht unbekannt!
00:12:59: Für die Polizei war nach Ludwigs Chabes Hanebüchen im Geständnis dennoch klar, dass er es gewesen sein musste, der die junge Frau getötet hatte.
00:13:08: Also brachte man ihn in Untersuchungshaft.
00:13:11: Von dort aus schrieb er einen erklären Brief an seine Eltern, der dem Fall abermals eine drastische Wendung gab.
00:13:17: Er argumentierte, daß er von den Polizisten zu dem Geständnis gezwungen worden sei und das sie ihm die Geschichte vom absurden Schlagen- und Duppenspiel sogar teilweise in den Mund gelegt hatten.
00:13:29: Ferner beteuerte er seine Unschuld.
00:13:32: Die Polizei und der Untersuchungsrichter blieben jedoch bei der Auffassung, dass nur der Ehemann den Mord begangen haben konnte.
00:13:40: Zumal sich sieben Monate nach François Tod plötzlich eine unvorhoffte Zeugin zu Wort meldete – die ihn weiter belasten sollte!
00:13:52: Die Nachbarin des Paares einer ältere Dame namens Clodine, deren Hof in etwa einhundert Metern Entfernung lag, gab etwas Interessantes zur Protokoll.
00:14:03: Sie kannte das junge Paar nicht näher, konnte jedoch von ihrem Grundstück aus das Haus der Eheleute Chabésia gut einsehen.
00:14:10: Clodine behauptete nun sie habe François an dem Morgen ihrer Ermordung noch lebend gesehen.
00:14:16: Zwischen neun Uhr und Neun Uhr Dreißig haben die Nachbarin sich um ihren Vorgarten gekümmert und als ihr Blick kurz das Haus des Chabées traf, habe sie Françoise am Schlafzimmerfenster stehen sehen.
00:14:28: Außerdem war sie der Ansicht dass der verdächtige Ehemann bereits kurz danach nach Hause kam und nicht erst gegen zehn Uhr, wie er selbst zu Protokoll gegeben hatte.
00:14:39: Auch wenn diese Aussage die Theorie der Ermittler stützte, blieb natürlich die Frage warum die Nachbarin Clodine erst sieben Monate nach dem Mord an Francoise damit rausrückte.
00:14:50: Kritisch war in diesem Zusammenhang auch das die alte Dame in ihrer Gemeinde nicht gerade den vertrauensvollsten Rufgenoss und sogar ihr eigener Partner behauptete man könne ihrem Bericht nicht trauen.
00:15:02: Dennoch deuteten Ermittler und Staatsanwalt ihre Aussage nur als weiteren Beleg dafür, dass Ludovic Chabé der gesuchte Täter war.
00:15:13: Lange Zeit blieb er der einzige Tatverdächtige in dem Mordfall, der sich mittlerweile acht Monate hinzog.
00:15:19: Da fanden die Ermittlern bei der Auswertung von François Chabés Telefondaten endlich ein entscheidendes neues Element.
00:15:27: Es stellte sich heraus, das die junge Frau in den Wochen vor ihrem Tod häufig telefonischem Kontakt zu einem Arbeitskollegen gehabt hatte.
00:15:36: Dieser war bereits unmittelbar zu Beginn der Mordermittlungen befragt worden, hatte ihr Verhältnis allerdings nur als freundlich und kollegial beschrieben.
00:15:45: Bei einer erneuten Befragung räumte er nun ein, dass er und François sich doch näher gestanden hatten – und zuletzt enge Freunde gewesen waren!
00:15:54: Doch war das wirklich alles?
00:15:58: Der Kollege machte sich auch deshalb verdächtig, weil er bei seiner Vernehmung den Schal von Françoise also das Kleidungsstück, das der Täter als Mordwaffe benutzt hatte sehr dezidiert beschreiben konnte.
00:16:09: Er behauptete, er habe ihn sich einmal selbst zum Spaß umgebunden.
00:16:14: Hier lag die Vermutung nahe, dass er mögliche DNA-Spuren auf dem Schal erklären wollte, die man bei einer späteren Auswertung potenziell hätte finden können.
00:16:26: Im Zuge weiterer Vernehmungen stellte sich als bald heraus, daß der Arbeitskollege und François eine handfeste Affäre gehabt hatten – was die Ermittler nicht sonderlich überraschte!
00:16:37: Diese Affäre hatte etwa im Herbst, zwei Tausendvier begonnen und bis zum Zwoten Februar, Zweitausendfünf drei Wochen vor François Tod angedauert.
00:16:47: Trotzdem stuften sie den Mann als vermutlich unschuldig ein und belangten ihn nicht weiter.
00:16:52: Ein Ermittlungsvorgehen das sich an späterer Stelle noch rechen sollte.
00:16:58: Dabei hätte der heimliche Liebhaber durchaus ein ganz eigenes Motiv gehabt Der jungen Frau des Leben zu nehmen.
00:17:04: er selbst war ebenso verheiratet und hatte Familie.
00:17:08: Am zweiten Februar hatten er und François einen letzten telefonischen Kontakt, nachdem seine eigene Frau ihm am Vorabend eröffnet hatte, dass sie mit einem weiteren Kind schwanger sei.
00:17:19: Daraus lossten die Polizisten, das er bei jenem letzten Telefonat die heimliche Beziehung zu seiner Arbeitskollegin beendet hatte – und dies würde wiederum erklären, warum Françoise in den Wochen vor ihrem Tod so unglücklich war und mit niemandem darüber reden wollte.
00:17:37: Nichts wird mehr so sein wie es war!
00:17:40: hatte sie gesagt.
00:17:44: Vielleicht war die fünfundzwanzigjährige so verzweifelt und enttäuscht über das Liebesaus mit ihrem Kollegen gewesen, dass sie ihm gedroht hatte alles auszupacken und beiden betrogenen Partnern reinen Wein einzuschenken?
00:17:57: Und vielleicht wollte der verheiratete Kollege dies um jeden Preis verhindern, weshalb er ihr am Morgen des sechsunzwanziessten Februar einen Besuch abstattete – gerade noch rechtzeitig, bevor Hermann Ludewick nach Hause kam!
00:18:11: Ein durchaus plausibles Szenario und eine mögliche Spur, die die Polizei jedoch als bald erkallten ließ.
00:18:18: Obwohl der Arbeitskollege ein erschwammiges Alibi hatte.
00:18:21: Er behauptete, dass er am Morgen von Franz Wars Ermordung bei sich zu Hause etwas reparieren musste – und legte dafür verschiedene Einkaufsbelege für Material vor, das er zuvor angeschafft hatte.
00:18:33: Allerdings hat er zum Zeitpunkt der Tat offenbar sein Handy abgeschaltet, weshalb man ihn nicht orten konnte um diese Aussage zu belegen oder zu widerlegen.
00:18:43: Da der Mann sich bei weiteren Verhörern nicht in die Karten gucken ließ, musste die Polizei ihn schlussendlich ziehen lassen und konzentrierte sich fortan wieder auf Ludovic Chabeau.
00:18:55: Denn auch wenn die Ermittler ihnen nach wie vor für dringend tatverdächtig hielten, fehlte ein entscheidendes Element bei ihrer Rekonstruktion des Verbrechens.
00:19:03: Ein Motiv!
00:19:05: Die Kenntnis über die Affäre wäre dabei sicherlich ein plausibler Grund gewesen – allerdings erfuhr der Feuerwehrmann laut seinem Anwalt Erst im Zuge der Mordermittlungen, von dem Seitensprung seiner Frau.
00:19:17: Welchen Grund hätte er also sonst gehabt sie zu töten?
00:19:24: Diese und weitere Fragen stellte man sich schließlich gebündelt am siebzehnten Juni, zwei Tausend Dreizehn – dem Tag des Prozessauftaktes gegen Ludovic Chabea mehr als acht Jahre nach der Tat.
00:19:36: Der mittlerweile dreißigjährige hatte den Großteil dieser Zeit dank seinem Anwalt auf freiem Fuß verbracht galt innerhalb der Ermittlungen allerdings weiterhin als Hauptverdächtiger.
00:19:47: Nicht zuletzt auch deshalb, weil er – sogar trotz seiner Erste-Hilfeausbildung als Berufsfeuerwehrmann – keine wiederbelebenden Maßnahmen bei seiner Frau durchgeführt hatte, nachdem ihr sie leblos zu Hause vorgefunden hatte.
00:20:02: Natürlich lud man auch den ehemaligen Liebhaber vor und nahm jede seine Aussagen auseinander.
00:20:08: Doch trotz einiger Widersprüche fehlten abermals jedwede Beweise für eine Verbindung mit der Tat weshalb er schlussendlich als Verdächtiger gänzlich ausschied.
00:20:18: Anders ging die Sache für Ludovic Chabé aus, nach fünf Verhandlungstagen befand man ihn für schuldig am Mord seiner Frau François und verurteilte ihm zu zwölf Jahren Gefängnis.
00:20:33: Insbesondere bei Françoise Eltern löste das Urteil große Erleichterung aus – doch dieses Gefühl sollte nicht lange anhalten!
00:20:41: Ludovik Chabés legte unmittelbar Berufung ein und der Fall wurde zwei Jahre später im Juni-Zweißen-Fünfzehn erneut verhandelt.
00:20:50: Dieses Mal konzentrierte man sich vermehrt auf den genauen Todeszeitpunkt der junge Frau und entdeckte einige Unstimmigkeiten.
00:20:58: Einer neuen Berechnung zufolge war François Chabé bereits um neun Uhr dreißig gestorben, ein Zeitpunkt, zu dem Ludovic Chabés unmöglich Zuhause gewesen sein konnte.
00:21:10: In der Konsequenz wurde der Feuerwehrmann am Ende des erneuten Prozesses doch noch frei gesprochen.
00:21:16: Man konnte ihm den Mord schlichtweg nicht zweifelsfrei nachweisen.
00:21:21: Im Zweifel für den Angeklagten!
00:21:25: Für die französische Justiz war der Fall damit abgeschlossen, François' Eltern waren jedoch am Boden zerstört.
00:21:33: Für sie fühlte es sich so an als wäre ihre Tochter in jenem Tag im Juni twenty-fünfzehn ein zweites Mal umgebracht worden.
00:21:42: das Gefühl endlich Gerechtigkeit zu erfahren und mit ihrer persönlichen Tragödie abschließen zu können war ihm wiedergenommen worden.
00:21:51: François Chabé hat die wahre Identität ihres Mörders leider mit ins Grab genommen, auch unsere zweite Geschichte führt tief in die französische Provinz und wider scheint die Polizei irgendwann genau zu wissen wer hinter einem brutalen Mord steckt.
00:22:17: doch diesmal beginnt alles mit einem Mann der wochenlang verschwunden bleibt bis sein weißer Peugeot nahe eines Bahnhofs entdeckt wird Im Kofferraum seine sterblichen Überreste.
00:22:37: Die weiße Witwe, schon seit einer Weile hing ein mulmiges Gefühl in der Luft der großen Werkshalle, wenn die Arbeiter der Fabrik Sept-Fan im mittleren Osten Frankreichs ihre Schicht begannen.
00:22:56: Ihr Kollege und Freund Didier Lacotte war seit einigen Wochen verschwunden Tratt bei den Ermittlungen nun schon seit geraumer Zeit auf der Stelle.
00:23:10: Allmählich mutmaßte man beim großen Hersteller für Autozubehör, dem einen Fünfzigjährigen könnte etwas Schlimmes zugestoßen sein – wie schlimm oder besser?
00:23:21: Wie grauenhaft!
00:23:22: Das vermochte zunächst noch niemand zu ahnen.
00:23:26: Genauso wenig wie die Tatsache dass man die Akte zu diesem Verbrechen zwar irgendwann schließen würde allerdings ohne den Fall jemals gelöst zu haben.
00:23:38: Ursprünglich hatte sich niemand daran gestört, dass Didier für eine Weile abgetocht zu sein schien.
00:23:44: Dazu zählte auch seine Partnerin Odil Varion.
00:23:49: Das Paar lebte schon seit Jahren getrennte Leben und war nur noch der Kinderwegen zusammen.
00:23:54: Odil wusste, daß Didier sich außerhalb ihrer Beziehung mit anderen Frauen traf – was er wenig ausmachte, solange er dabei des Kret blieb.
00:24:04: Da sie getrannte Schlafzimmer hatten, wusste sie allerdings nicht immer!
00:24:09: Wann genau er nach Hause kam und wieder ging.
00:24:12: Doch, nachdem sie zuletzt mehrere Wochen nichts mehr von ihm gehört hatte, machte sie sich allmählich doch Sorgen und wandte sich an die Polizei um eine Vermisstenanzeige aufzugeben.
00:24:24: Das war am dritten März two-tausendneun.
00:24:27: Zuletzt mit ihrem Partner gesprochen, hatte sie jedoch am zwölften Februar also knapp drei Wochen zuvor.
00:24:35: Dieser Tag wurde der Ausgangspunkt für die Ermittlungen der Polizei.
00:24:39: Man fand heraus dass der Verschwundene an jenem Tag noch ganz normal seine Schicht in der Fabrik angetreten war und seine Zeitkarte auch abgestempelt hatte, als er gegen sechsten Uhr dreißig seiner Arbeit niederlegte.
00:24:53: Anschließend fuhr er zu einem nahegelegenen Supermarkt, wo es sich offenbar mit einer Frau auf dem Parkplatz verabredet hatte – sie hieß Marie.
00:25:02: Marie gab bei ihrer Vorladung auf den Präsidium an, daß sie die Diélacotte einige Tage zuvor auf eine Tanzveranstaltung kennen gelernt und die beiden sich für den zwölften Februar verabredet hatten.
00:25:14: Vom Supermarkt aus wohnen sie gemeinsam mit seinem Wagen aufs umliegende Land, und packten das Auto im hohen Gras für ein geheimes Stelldich ein.
00:25:23: Anschließend fuhr Lakot seine neue Liebhaberin zurück zum Supermarkt und machte sich dann auf dem Heimweg.
00:25:30: Marie rief ihn sogar noch einmal von unterwegs aus an als er fast zu Hause eingetroffen war – danach hörte sie nie wieder etwas von ihm.
00:25:42: Weder die geliebte Noch die Dieela-Kotz-Partnerinnen konnten weitere Angaben zu dessen verschwinden machen.
00:25:48: Doch während die Polizei bei ihren Ermittlungen keine neue Spur entdeckte, kam plötzlich ein Hinweis aus der Fabrik.
00:25:56: Einem der Arbeiter war seit einigen Tagen ein Auto auffallen – das ihm sehr bekannt vorkam!
00:26:02: Es war ein weißer Peugeot-Dreihundertsieben, den nun schon seit geraumer Zeit auf der Hauptstraße von Dompir Surbesp direkt in Bahnhofsnähe auf dem Seitenstreifen stand.
00:26:13: Die Ermittler überprüften den Hinweis und stellten fest, dass es sich tatsächlich um den Wagen von Didier-Lacotte handelte.
00:26:20: Es war eigenartig, daß das Fahrzeug ausgerechnet dort für jedermann gut sichtbar abgestellt worden war.
00:26:26: Hatte Didier Lacotte vielleicht vor dem Bahnhof geparkt, um anschließend auf einen Zug umzusteigen?
00:26:34: Doch diese Vermutung erwies ich noch an Ort und Stelle als hinfällig!
00:26:38: Die Fahrertür des Autos war nicht abgeschlossen – und als die Polizisten diese öffneten schlug ihnen ein beißender Geruch entgegen.
00:26:46: Ein Geruch nach Verwesung und Tod!
00:26:50: Im Kofferraum des Wagens fanden sie denn das, was sie schon befürchtet hatten – die Leiche des Vermissten.
00:26:57: Säuberlich in zwei Teile zersägt.
00:27:02: Sofort leitete die Staatsanwaltschaft die Mordermittlungen ein.
00:27:05: Der einundfünfzigjährige trug zum Zeitpunkt seines Todes ein kariertes Hemd eine Jeans- und Tennissocken.
00:27:12: nichts Auffälliges doch wie sich später noch herausstellen sollte durchaus relevant für die Ermittlungen.
00:27:20: Noch bevor die Polizei Odil Varyon über den grausamen Mord an ihrem Partner informieren konnte, er fuhr diese bereits aus dem Radio – das man eine männliche Leiche in einem weißen Peugeot gefunden hatte und konnte prompt eins-und-eins zusammenzählen.
00:27:35: Als man ihr die tragische Nachricht dann am selben Tag noch persönlich überbrachte, reagierte die Mutter zweier Teenager wieder sonderlich gefasst noch über die Maßen emotional.
00:27:45: Ihre Mine war wie versteinert und sie schien regelrecht unter Schock zu stehen.
00:27:50: Diese Reaktion irritierte die Polizisten, auch wenn es vorerst natürlich nichts zu bedeuten hatte.
00:27:59: In der Gerichtsmedizin machte man sich derweil auf die Suche nach der Todesursache.
00:28:04: Dies erwies sich zunächst als großes Rätsel – die De La Cotte war weder erschossen oder ertrosselt worden noch hatte man ihn erstochen oder mit einem stumpfen Gegenstand niedergeschlagen.
00:28:16: Auch das Motiv für den Mord bereitete den Ermittlern großes Kopf zerbrechen.
00:28:20: Die Diele-Cotte schien beruflich wie privat keine Feinde gehabt zu haben.
00:28:26: Der einundfünfzigjährige hatte zwar keine Bilderbuchbeziehung zur Odil geführt, doch die hatte glaubhaft versichert dass sie sich nicht an seinen Seitensprüngen gestört habe.
00:28:36: und überhaupt!
00:28:37: Wessen Leben war schon frei von Sünden und Fehltritten?
00:28:43: Aber vielleicht fand sich das Motiv ja dennoch in den außerehrlichen Aktivitäten des Mordopfers.
00:28:49: womöglich gab es ja hinter einer seiner Geliebten einen eifersichtigen Ehemann, der Wind von der Affäre bekommen hatte und sich rechen wollte.
00:28:58: Neben der bereits genannten Zeugin Marie – die Didier Lacotte am Tag seines Verschwindens noch getroffen hatte – befragte man auch eine junge Frau namens Pirine.
00:29:08: Die dreißigjährige hatte für einige Monate ebenfalls in der Fabrik gearbeitet und didier dort kennengelernt.
00:29:17: Bei der Vorladung gab Pirine jedoch überraschend an mit Didier kein Verhältnis sondern nur eine Fahrgemeinschaft gebildet zu haben.
00:29:25: Mehr noch, während dieser gemeinsamen Fahrten hatte der einundfünfzigjährige sie nach ihrer Aussage mehrfach bedrängt und sexuell belästigt.
00:29:34: Weshalb sie schließlich nicht mehr mit ihm mitgefahren sei.
00:29:38: Einige Zeit später legte sie auch ihre Arbeit in der Fabrik wieder – und hat fortan keinen Kontakt mehr zu ihm.
00:29:45: Die Polizisten blieben angesichts der Geschichte der dreißigjährigen jedoch skeptisch und beschlossen, sie zu beschatten!
00:29:53: Außerdem überprüfte man die Bewegungsdaten ihres Handys und stellte fest, dass Perin sich am Tag von die Diela-Quats verschwinden in der Nähe von dessen Haus aufbehalten hatte.
00:30:03: Am Abend des zwölften Februar, zwei Tausendneun – eine Zeugen bestätigte außerdem, Perin an jenem Abend in der nähe von den Dielalquats Auto gesehen zu haben.
00:30:16: Angesichts der belastenden Indizien wurde Perin einige Wochen später Anfang Mai, zweitausend neun Zusammen mit ihrem Lebensgefährten in ihrem Zuhause auf einem Bauernhof nahe Dompia Surbesb verhört.
00:30:30: Schon bei ihrer Ankunft piehl den Ermittlern etwas Seltsames auf.
00:30:33: Auf einigen Schottersteinen im Innenhof des Geländes klebte Blut!
00:30:38: Auch wenn Pirin behauptete, dies würde von einem verletzten Hund stammen, nahm die Polizei eine Probe davon mit aufs Revier und Pirin gleichmit – sie landete wegen der verdächtigen Indizien in Untersuchungshaft.
00:30:53: Doch die These der Polizei erwies sich nicht als sonderlich haltbar.
00:30:57: Die Probe lieferte keine weiteren Hinweise auf Perine als mögliche Täterin und so ließ man die Verdächtige nach forty- acht Stunden wegen Mangel an Beweisen wieder auf freien Fuß.
00:31:08: Der Weih verfolgte die Kriminaltechnik noch eine weitere Spur.
00:31:11: Man untersuchte die Müllsäcke, in denen man den Leichnam von Didier Lacotte in zwei Teile verpackt aufgefunden hatte.
00:31:19: Diese Müllsäcke hatten einen Herstelleraufdruck und waren entsprechend ihrer Auflage und Charge nummeriert.
00:31:25: Man fand in der Region von Dompiersio Besp ganze achtzehn Geschäfte, die diese Säcke in ihrem Sortiment hatten – und prüfte nun überall, wann diese zuletzt gekauft worden waren und bestenfalls von wem!
00:31:39: Da landeten die Ermittler einen überraschenden Treffer.
00:31:42: In einem Haushaltsladen waren die Säcken per Scheck gekauft wurden unterzeichnet von einer gewissen Odil-Variant, der Lebensgefährtin des Mordopfers.
00:31:54: Doch auch diese Entdeckung musste nicht zwingend etwas bedeuten.
00:31:57: Die Müllsäcke gehörten offenbar in zahlreichen Haushalten in der Region zum Inventar, warum also nicht auch bei Odil-Variant?
00:32:06: Also fokussierte man sich wieder auf die noch ungeklärte Todesursache von Didier Lacotte um dem Mörder doch noch auf die Spur zu kommen.
00:32:14: In seinem Blut fand man schließlich das Rätseltslösung.
00:32:17: Der einundfünfzigjährige Fabrikarbeiter war an einer Überdosis Atropin gestorben.
00:32:23: In geringen Dosen wird Atropin für eine Vielzahl von medizinischen Indikationen eingesetzt.
00:32:29: Hochdosiert kann das Medikament jedoch einen Herzstellstand verursachen und somit tödlich wirken.
00:32:35: Genau dieser Effekt war die De La Cotte offenbar zum Verhängnis geworden – die Frage war nur, wer hatte ihm das Atropine eingeflöst?
00:32:44: Und wo hatte der Täter den hochpotenten Wirkstoff besorgt?
00:32:50: Wieder fiel der Verdacht auf die lebensgefährtin Odil-Variant!
00:32:54: Dass das Paar eine gewisse Menge Atropin im Haus hatte, war zunächst nicht mal ungewöhnlich.
00:32:59: Denn die De La Cotte litt an einer seltenen Augenkrankheit und tropfte sich das Arzneimittel regelmäßig auf die Netzhaut.
00:33:07: Beim Überprüfen der umliegenden Apotheken erfuhren die Ermittler jedoch, dass Udyllvaryon in den Wochen vor dem Tod ihres Partners große Mengen an Atropine eingekauft hatte.
00:33:19: Die Polizei war nun misstrauisch genug, um bei der Witwe des Verstorbenen eine umfangreiche Haustürchsuchung anzuordnen.
00:33:25: Man durchkämmte sämtliche Räume des Einfamilienhauses, fand aber weder weiteres Atropin noch etwaige Müllsäcke.
00:33:33: Die gegebenenfalls dieselbe Chargennummer wie jene gehabt hätten mit denen die Leichenteile von Lidia Lacotte verpackt worden waren.
00:33:41: Dafür entdeckte man bei der Hausdurchsuchung jedoch ein anderes Detail das die Ermittler stürzig machte.
00:33:47: Seit ihrem letzten Besuch hatte Odil Variant das Wohnzimmer renovieren lassen Es stand neue Möbel im Raum und sie hatte den alten Teppichboden entfernt.
00:33:58: Außerdem hatte sie eine Zwischenwand einziehen lassen, vielleicht um hier ein Verbrechen zu vertuschen?
00:34:06: Auf der Polizeistation nahm man die sechsohnvierzigjährige Witwe im Verhör in die Mangel.
00:34:11: Sie verstrickte sich in Widersprüche – Mal behauptete sie, die Diella Kott sei am zwölften Februar definitiv zum Abendessen nach Hause gekommen!
00:34:19: Mal war sie bereits schlafen gegangen und wusste es nicht.
00:34:23: Gleichzeitig wollte sie den Ermittlern ihre Unschuld beweisen.
00:34:27: Sie habe überhaupt keinen Motiv gehabt, ihren Lebenspartner umzubringen.
00:34:31: Denn auch sie hatte bereits seit über zwei Jahren eine weitere Beziehung nebenher geführt – mit der Lakot ihre Aussage nach Einverstanden gewesen war.
00:34:39: Die beiden hatten eine einvernehmliche, offene Beziehungen geführt, gab sie an und eines mussten die Ermittler angesichts der widersprüchlichen Aussagen von Odil-Variant einräumen.
00:34:51: Wer konnte sich schon dezidiert daran erinnern?
00:34:53: was er an einem bestimmten Tag X vor Wochen oder Monaten getan hatte, sofern dieser Tag nicht an ein besonderes Ereignis oder einen bestimmten Termin geknüpft war.
00:35:06: Um den zwölften Februar, doch noch irgendwie vollständig rekonstruieren zu können befragte man dem gemeinsamen Sohn des Paares Aurélien Lacotte.
00:35:16: Der Teenager gab zunächst an – er habe seinen Vater an jenem Abend nicht mehr nach Hause kommen sehen und blieb zunächst behaulich bei der Aussage.
00:35:25: Doch die Ermittler glaubten ihm nicht und erhöhten weiter den Druck, denn der Jugendliche schien irgendetwas zu verbergen.
00:35:31: Nach zwei Tagen Verhör – und psychologischem Weichklopfen räumte er schließlich ein, da sein Vater doch noch an jenem Abend nach Hause gekommen war.
00:35:40: Die Familie hatte wie üblich zusammen zur Abend gegessen und sich über ihren Alltag in Schule und Beruf ausgetauscht.
00:35:47: Anschließend war Aurélien auf sein Zimmer gegangen.
00:35:51: Später am Abend hatte seine Mutter plötzlich von unten nach ihm gerufen.
00:35:55: Aurélien ging nach unten in den Eingangsbereich des Hauses.
00:35:59: Dort lag sein Vater leblos auf dem Fußboden.
00:36:02: Aurélion wusste nicht sicher, ob er bereits tot war, doch er ging davon aus.
00:36:07: Er stellte keine Fragen – das alles ging viel zu schnell und er stand massiv unter Schock.
00:36:12: Seine Mutter versicherte ihm, sie würde sich um alles kümmern und schickte ihn wieder weg.
00:36:19: Vielmehr wollte der Jugendliche für den Moment nicht preisgeben.
00:36:23: Stattdessen verlangte er nach seiner Anwältin, der er unter vier Augen gestand Das auch diese Version der Geschichte nicht der Wahrheit entsprach.
00:36:31: Die Anwältin überzeugte ihn, seine letzte Aussage zu widerrufen.
00:36:36: Er verlegte sich nun wieder darauf, dass er die Diédée Lacotte an jenem Abend nicht mehr gesehen hatte.
00:36:41: Die Ermittler waren dennoch überzeugt – das Mutter und Sohn irgendwie bei der Ermordung des einen fünfzigjährigen Mitteln hängen.
00:36:48: Deshalb man sie sechs Monate später im September zwei tausendneun gemeinsam des Mordes anklagte.
00:36:57: Während Odil-Variant in Gefängnis Und Aurélien Lacotte in einer Erziehungsanstalt auf ihren Prozess warteten, sammelten die Ermittler weiter Beweise gegen die beiden Hauptverdächtigen.
00:37:08: Auch wenn einiges dafür sprach, dass sie irgendwie in den Mord an die Diee Lacotte verwickelt waren war die Beweislage nach wie vor sehr dünn, zumal noch immer einen Motiv fehlte – das sowohl auf die Witwe als auch auf dem gemeinsamen Sohn passte.
00:37:23: Kaltblütige Mörder schienen beide mit Blick auf die Aussagen von Verwandten, Kollegen und Freunden wohl kaum zu sein!
00:37:30: Im Gegenteil.
00:37:32: Alle reagierten zutiefst schockiert und konnten sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass Mutter und Sohn zu sehr etwas fähig wären.
00:37:40: Odile variant galt überall als unheimlich freundlich und sozial.
00:37:44: Niemand hatte den Ermittlern gegenüber ein negatives Wort über sie verloren.
00:37:51: Trotzdem ging die Aufklärung zumindest durch kleinere Erfolge voran.
00:37:54: Nachdem der Computer der Familie durchleuchtet werden durfte, fand man dort überraschenderweise Bilder von der Leiche noch bevor diese zerteilt worden war.
00:38:04: Die Bilder zeigten, die dir Lakot auf seinem heimischen Fußboden liegend.
00:38:08: Dies und der Umstand, dass er auf diesen Fotos dieselbe Kleidung wie bei seinem Auffinden im Kofferraum seines Wagens trug verdichteten die Annahme das der Fabrikarbeiter wirklich zu Hause gestorben war.
00:38:20: Vermutlich vergiftet von seiner eigenen Familie mittels Atropin – die Bilder hatten nur einen großen Haken!
00:38:29: Sie waren per digitale Zeitstempel auf den siebzehnten Januar, two-tausend neun datiert.
00:38:34: Wie konnte das sein?
00:38:36: Warum existierten zu diesem Zeitpunkt schon Bilder von der Leiche, wenn das Opfer erwiesener Maßen durch zahlreiche Zeugen erst am zwölften Februar also einen Monat später ermordet worden war?
00:38:51: Bei der Konfrontation mit diesen Bildern bestätigte Odilvariant das Aufnahmedatum und behauptete, die De La Cotte sei auf diesen Fotos nicht tot sondern bis zum Vollrausch betrunken gewesen.
00:39:02: Sie habe diese Bilder gemacht, um ihm später zeigen zu können wie wenig er seinen Alkoholkonsum unter Kontrolle hatte.
00:39:10: Auch der gemeinsame Sohn Aurélien bestätigte die belastenden Alkoholexzesse seines Vaters.
00:39:16: Die Ermittler glaubten den Hauptverdächtigen jedoch nicht – sie gingen davon aus dass die Bilder bewusst rückdatiert worden waren oder sich bei der Übertragung vom Gerät auf dem Computer ein technischer Fehler eingeschlichen hatte.
00:39:30: Um zumindest die beschriebene Alkoholsucht bei Didier Lacotte zu überprüfen, forderte der Untersuchungsrichter die medizinische Akte des Mordopfers an.
00:39:38: Und die enthüllte Erstaunliches!
00:39:41: Dort war dokumentiert, dass der Fabrikarbeiter in den vergangenen Jahren immer wieder mit Symptomen wie Schwindel-, Ohnmacht- oder Herzrasen in der örtlichen Klinik vorstellig geworden war und jedes Mal eine Überdosis Atropin als Ursache ausgemacht worden war Während man den einundfünfzigjährigen damals von ärztlicher Seite her vermutlich nur gerügt hatte, er solle das ihm verschriebene Medikamenten sparsamer dosieren.
00:40:07: Lassen die Ermittler aus der Patientenakte wederum eindeutige Mordversuche durch Odil Variant heraus.
00:40:17: Noch Jahre nach dem Mord blieb es trotz weiterer Ermittlungen mehr oder weniger bei dieser stellenweise etwas lückenhaften Version.
00:40:26: Die Diele Accord war am zwölften Februar nachdem treffend mit seiner Affäre nach Hause gekommen und hatte mit der Familie zur Abend gegessen.
00:40:33: Rodile Varyon hatte seine Mahlzeit mit zwei Fläschchen Atropin vergiftet, einer garantiert tödlichen Dosis.
00:40:41: Bald darauf war Didier Lacotte zusammengeklappt und an einem Herzstillstand gestorben.
00:40:47: Daraufhin hatte die Mutter die Leiche im Müllsäcken zusammen mit seinem Wagen weggeschafft.
00:40:51: Der Sohn hatte all dies vermutlich mit angesehen – und war bestenfalls Mitwisser, schlimmstenfalls mit Täter – so weit zumindest die Theorie der Polizei die allerdings immer noch einen großen Haken hatte.
00:41:06: Das fehlende Motiv!
00:41:08: Odil-Variant hatte immer wieder betont, dass es keinerlei Allversucht zwischen den entfremdeten Partnern gegeben habe.
00:41:15: Auch finanziell brachte der Tod von Didier Lacotte ihr keinerlei Vorteile – er im Gegenteil.
00:41:20: Warum also hatte sie ihn sterben lassen wollen?
00:41:26: Obwohl es keinen Geständnis seitens Odil Variants gab, glaubte der Untersuchungsrichter weiterhin felsenfest an die Schuld der Witwe.
00:41:34: Dennoch durfte sie ihre Wartezeit bis zum Prozessbeginn auf freiem Fuß verbringen, da von ihr keine weitere Gefahr ausging.
00:41:42: Ganze fünf Jahre gingen insgesamt ins Land, bis es schließlich am zwanzigsten Februar zwei Tausend vierzehn zum Prozessauftakt kamen.
00:41:50: Odil-Variant saß wegen Mordes auf der Anklagebank – die Anklages des gemeinsamen Sohnes Aurélien hatte man derweil fallen gelassen, da die Beweislage ihn gegenüber einfach zu dünn war.
00:42:03: Vor Gericht geschadern das Unglaubliche!
00:42:06: Die Anwälte von Odil-Variant hatten ihre Verteidigung darauf ausgerichtet, andere Tatverdächtige ins Feld zu führen, die die Polizei ihrer Auffassung nach nicht intensiv genug überprüft hatte.
00:42:19: Dazu zählte auch die junge Kollegin namens Pirine, die Didier Lacotte sexuelle Belästigung vorgeworfen hat, nachdem er sie ein paar Mal zur Arbeit mitgenommen hatte.
00:42:28: Pirines Handy hatte sich in der vermeintlichen Tatenacht in der Nähe von Didier Lacottes Haus eingeloggt obwohl sie behauptete, zu Hause gewesen zu sein.
00:42:38: Für dieses Alebi hatte sie wiederum keine Zeugen, weshalb sie als mögliche Täterin nie ausgeschlossen werden konnte – zumal sie offenkundig ein möglichstes Motiv hatte!
00:42:49: Die Anwälte der Verteidigung zerlegten daraufhin alle weiteren Indizien und Beweise, die die Anklage in den Monaten und Jahren vor dem Prozess mühsam gegen Odilvariant zusammengetragen hatte.
00:43:01: Hierzu zählte etwa das Argument dass die Witwe in den Wochen vor die Dialakots tot, das Atropin – also die Mordwaffe – in der Apotheke gekauft hatte.
00:43:12: Allerdings war es in schwacher Dosis ein ganz normales Medikament, das man die Dialakat verordnet hatte und dass eine Lebensgefährtin solche Botengänge für ihren Partner erledigte, waren nun durchaus nicht ungewöhnlich.
00:43:24: Auch die Müllsäcke waren in dem regionalen Handel zu stark verbreitet als dass sie Odilvariant zwingend als Mörderin überführen mussten.
00:43:33: Und nicht zuletzt kamen zu dem Schluss dass die Fotos von dem leblosen Didier Lacotte, wie man auf dem Familiencomputer gefunden hatte, gutmöglich doch von einem anderen Tag stammen konnten.
00:43:44: Denn das Opfer trug auf diesen Bildern zwar dieselbe Kleidung als bei seinem Auffinden in dem verlassenen PKW allerdings nachweislich andere Socken und so bröckelte die Beweisführung der Anklage immer weiter.
00:44:00: Nach sieben Verhandlungstagen kam dann das überraschende Urteil Odilvariant wurde aufgrund von Mangel an beweisen preigesprochen.
00:44:09: Ihre Schuld an dem Mord konnte nicht abschließend bewiesen werden.
00:44:12: Also galt für sie die Unschuldsvermutung.
00:44:15: Da die Anklage durch die Staatsanwaltschaft nicht in Revision ging, wurde die Akte geschlossen und Odil-Variant ist seit dem ersten März, wieder eine freie Frau.
00:44:27: Doch ihre Freiheit steht möglicherweise auf einem wackeligen Fundament.
00:44:31: Die Angehörigen von Didier Lacotte haben einen Antrag gestellt damit der Fall wieder aufgerollt wird.
00:44:38: Da der wahre Täter oder die wahre Täterin noch immer nicht gefunden ist, kann es gut möglich sein dass man die Ermittlungen wieder aufnimmt.
00:44:48: Vielleicht wird man dann noch erfahren ob Odil-Varion ihren Mann vielleicht doch umgebracht hat und falls ja was sie zu einer solch brutalen Tat bewegt hat.
00:44:58: Denn auch wenn das die Tötung von die Diella Cot in keinerlei Hinsicht rechtfertigt Odil Varion schien keine typische Mörderin gewesen zu sein.
00:45:07: Sie muss also irgendeinen wichtigen Grund gehabt haben.
00:45:12: Ein dunkles Geheimnis, das ihr Partner vorerst mit ins Grab genommen hat!
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