Blutige Nachbarschaft
Shownotes
Ein abgelegener Bauernhof im Südwesten Englands. Anonyme Drohbriefe. Ein abgetrennter Lammkopf auf einem Weidezaun. Farmer Graham Backhouse ist überzeugt, dass jemand ihm nach dem Leben trachtet. Als die Bedrohungen schließlich in brutale Gewalt umschlagen, beginnt für seine Familie ein Albtraum. Doch je intensiver die Polizei ermittelt, desto rätselhafter wird die Frage, wer hinter dem Terror steckt – und warum ausgerechnet Graham zum Ziel geworden ist…
Viel Spaß beim Hören!
Und wenn ihr uns unterstützen wollt, hinterlasst gerne Kommentare und positive Bewertungen oder empfiehlt uns weiter. Vielen Dank!
Unsere Empfehlungen für sichere Nächte: https://amzn.to/4yDSAXS
Und nach einer besonders aufwühlenden Folge empfehlen wir euch: https://amzn.to/4i148hS
Unter diesem Link findet ihr all unsere Werbepartner: https://linktr.ee/schauerstoff.podcast
Wenn ihr Anfragen zur Vermarktung oder Feedback habt, dann schreibt an: podcast@schauerstoff.com
Zur aktuellen Folge:
Horton, Gloucestershire, England (1984) – Farmer Graham Backhouse erhält anonyme Morddrohungen, findet einen abgetrennten Lammkopf auf seinem Grundstück und wird kurz darauf Ziel einer Autobombe. Eine rätselhafte Serie von Angriffen führt die Polizei tief in eine eskalierende Nachbarschaftsfehde.
Du möchtest deine Werbung in diesem und vielen anderen Podcasts schalten? Kein Problem!
Für deinen Zugang zu zielgerichteter Podcast-Werbung, klicke hier.
Audiomarktplatz.de - Geschichten, die bleiben - überall und jederzeit!
Transkript anzeigen
00:00:09: Schauerstoff, der Grusel-Podcast für schlaflose Nächte.
00:00:17: Blutige Nachbarschaft – mit jedem Schritt den er über sein Feld ging spürte er wie der Henkel des schweren Futtereimers ihm in die rechte Handfläche schnitt.
00:00:35: Gott, wie er diesen Job hasste!
00:00:37: Wie er sein Leben verabscheute.
00:00:40: Dabei war es nie seine Schuld gewesen.
00:00:43: Er schnaubte verächtlich während die Erkenntnis einmal quer durch seinen Verstandschoss Verdammt, er hatte ja nie eine Wahl gehabt.
00:00:55: Graham Backhouse war ein einfacher Farmer aus Horton Gloucestershire einer kleinen ländlichen Gemeinde im Südwesten Englands wenige Autominuten von der Großstadt Bristol entfernt.
00:01:10: Graham war sein Dasein als Landwirt in die Wiege gelegt worden.
00:01:14: Er war auf dem Hof geboren, er hat seine gesamte Kindheit und Jugend dort verbracht.
00:01:20: da sein Vater im Jahr in neunzehnhundertneunundsiebzig verstorben war, war er in dessen Fußstapfen getreten und hatte das riesige Gehöft die Felder, die Maschinen, die Schafe, die Milchkühe übernommen.
00:01:34: Mittlerweile waren sechs Jahre seitdem vergangen – und jeder einzelne Tag davon war ihm zuwider gewesen.
00:01:45: Solange sein Vater noch lebte und den Hof eigenständig bewirtschaftet hatte, war Graham nur hin- und wieder zur Unterstützung angerückt.
00:01:53: Ursprünglich war er gelernter Friseur und hatte einen eigenen Laden betrieben, der sogar recht profitabel gewesen war und ihm ein sicheres Einkommen beschert hatte.
00:02:03: Doch das änderte sie schlagartig mit dem Moment als er die Riege der Landwirte durch den Tod seines alten Herrn fortsetzen musste – so sehr er sich auch bemühte!
00:02:13: Die Rolle eines Farmers war für ihn wie ein schlecht sitzendes Kostüm aus dem er sich mit jeder Faser seines Körpers herauswinden wollte….
00:02:23: Er hatte einfach kein Händchen für diesen Job.
00:02:25: Die Arbeit war hart, die Tage lang und die Erträge wurden von Jahr zu Jahr immer weniger.
00:02:32: Während der alte William Backhouse ihm das Gehörft als gewinnbringendes Unternehmen hinterlassen hatte, wirtschaftete Graham es von Jahr zur Jahr mehr in den Ruin – und das war bei Leibe nicht sein einziges Problem!
00:02:47: Jüngst hatte auch noch Streitigkeiten mit den Nachbarn gegeben weil sie der Ansicht waren Seine Außenzäune würden nicht mit den amtlichen Grundstücksgrenzen übereinstimmen.
00:02:57: Auch hier hatte er keine Ahnung, wie er das lösen sollte.
00:03:00: Die Zäune standen bereits seit Jahrzehnten an Ort und Stelle – und plötzlich sollte es sie um mehrere Meter verrücken und damit wertvolles Weideland abtreten?
00:03:09: Nein!
00:03:10: Das konnten Sie vergessen.
00:03:14: Doch auf seiner Liste an Unternehmlichkeiten und Baustellen stand selbst dieses Problem relativ weit unten.
00:03:21: Denn es gab da noch etwas anderes, größeres Und bei dem Gedanken daran spürte er sofort einen unangenehmen Knoten im Bauch.
00:03:30: Das Thema war so quälend und beängstigend, dass er es so oft er nur konnte von sich wegschob – doch nun als er mit dem schweren Futtereimer an einer Hand baumelnd seine Ländereien durchquerte und auf seine grasende Herde scharpe zu steuerte, konnte er seiner heimliche Furcht nicht länger ignorieren, denn sie startete ihm direkt ins Gesicht.
00:03:57: schon von weitem Als er sich dem Zaun der Scharfweide näherte, konnte er mit zusammengekniffenen Augen erkennen, dass dort etwas anders war als sonst.
00:04:07: Auf dem Holzpfosten direkt neben dem Gatte lag etwas.
00:04:12: Zuerst hoffte Graham noch auf ein Stück Stoff oder eine Plastiktüte die der Wind dorthin gewählt hatte.
00:04:18: Die gräulich weiße Farbe des Objekts ließ das tatsächlich zunächst annehmen aber es war etwas anderes.
00:04:27: Auf den Pfosten tonte ein abgetrinter Kopf eines Lams und starte ihn ausdruckslos an.
00:04:35: Graham empfand weder Mitleid noch Ekel, als er in die Überreste des jungen Tieres herantrat.
00:04:41: Er schlachtete von Berufswegen regelmäßig sein eigenes Vieh – und ironischerweise gehörte dies zu den Tätigkeiten, die ihm immerhin einigermaßen gleichgültig waren!
00:04:51: Es gab andere Dinge an diesem Beruf, die er weit aus mehr haste.
00:04:56: Was ihn stattdessen innerlich aufrüttelte war die Symbolik hinter dem grausamen Fund — einen abgetrennter Tierkopf.
00:05:03: Das war eine glasklare Drohung.
00:05:06: Und Graham musste nicht lange nach etwas suchen, was er beinahe automatisch vermutet hatte.
00:05:12: Direkt unter den Kopf hat er jemand einen handgeschriebenen Zettel mit Reißzwecken an das Morscheholz gepinnt.
00:05:18: Nur zwei Worte standen darauf – Your Next!
00:05:25: Wüten stellte er den Futter einmal neben seine Füße, riss den Zetteln aus seiner Verankerung und stapfte direkt zurück zum Haus.
00:05:33: Seine Frau Margaret und die Kinder schliefen noch als er den Hörer von der Gabelnahm und die Wehscheibe rotieren ließ.
00:05:41: Als ein müde Klingener Polizeibeamter am anderen Ende endlich abnahm, machte er seinem Ärger unverholen Luft.
00:05:49: Er hatte schließlich schon vor Wochen eine Anzeige gegen Unbekant aufgegeben, denn die heutige Drohbotschaft an der Schafweide war bei Leibin nicht der erste Vorfall dieser Art gewesen.
00:05:59: Schon seit einer Weile hatte die Familie Backhaus und er an forderster Front Nachrichten dieser Art bekommen.
00:06:06: Zuvor waren sie jedoch immer per Post eingegangen.
00:06:10: Greyham hatte die krakeligen Großbuchstaben auf dem Zettel am Zaun sofort wiedererkannt, es musste derselbe Absender gewesen sein.
00:06:18: Aber dieses Mal war er offenbar einen Schritt weitergegangen und hat sich bis auf Greyhams Grundstück vorgewagt – und damit eine persönliche Grenze überschritten.
00:06:31: Der Polizist am anderen Ende bemühte sich um Deeskalation.
00:06:36: Nein man habe ihn der Sache bisher nicht viel unternehmen können Da schlichtweg die Beweise fehlten.
00:06:41: Ja, ein abgetrennter Schafskopf würde die Sache natürlich deutlich verschärfen!
00:06:46: Er versprach man würde sich Zeitner bei Greyham zurückmelden und zukünftig intensiver ermitteln.
00:06:52: Ob er den Kopf des toten Lams so lange in der Tiefkühltruhe aufbewahren könne?
00:06:58: Von mir aus gab Greyham zacknisch zurück und legte auf – was für Amateure!
00:07:05: Er glaubte dem Polizisten kein Wort.
00:07:07: Niemand wurde kommen und ermittelt.
00:07:09: Niemand würde ihn auch nur ansatzweise ernst nehmen, bevor nicht etwas wirklich Schlimmes passieren und jemand aus seiner Familie ernsthaft zu Schaden kommen würde.
00:07:18: Es war wie ein böses Ohn, was Greyham da plötzlich durch den Kopf schoss – und schon bald sollte sich leider herausstellen, wie sehr er damit recht behalten würde!
00:07:33: Es sollten nur zehn Tage vergehen bis das Unglück über die Familie Beckhaus hereinbrach.
00:07:40: Am neunten April, war Graham am Vormittag wie üblich damit beschäftigt, die Kühe im Stall zu melken.
00:07:49: Seit dem Schafskopf am Zaun und der dort angepinnten Drohbotschaft hatte er nichts mehr von dem anonymen Absender gehört.
00:07:56: Gleichzeitig hatte sich die Polizei trotz vollmundiger Versprechungen ebenso wenig gerührt.
00:08:03: Auch wenn der Landwirt nicht wirklich mit etwas anderem gerechnet hatte enttäuschte ihn die Gleichgültigkeit der Polizei dennoch massiv.
00:08:11: Doch was sollte er tun?
00:08:13: Ihm war klar Wie machtlos er mit Samt seiner Familie in dieser Situation war.
00:08:18: Also blieb ihm für den Moment nichts weiter übrig, als weiter seinen Betrieb auf dem Hof aufrecht zu erhalten und zu hoffen, dass das Problem sich irgendwann von selbst in Wohlbefallen auflösen würde.
00:08:30: Es war schließlich nicht so, dass er nicht genügend andere Baustellen in seinem Leben hatte.
00:08:38: Während seine Kinder in der Schule saßen, hatte Graeums Ehefrau bereits angekündigt, den Vormittag mit ein paar Besorgungen verbringen zu wollen.
00:08:46: Der Landwirt hatte die Boxen seines Stallradios auf Anschlag gedreht und Pfiff Gedanken verloren einen bekannten Achtziger Popsong mit, als er das nächste Tier an die Melkmaschine andockte.
00:08:58: Wegen der lauten Geräuschkulisse hörte er nicht – wie hinter ihm zwei Nachbarn vom Hof gegenüber seinen Stall betraten und aufgeregt nach ihm riefen.
00:09:07: Erst als sie näher kam und das Radio schließlich übertönten, drangen Sie zu Graham durch, der sich verwundert nach ihnen umsah und sofort den Lautstärke-Regler herunterdrehte.
00:09:19: »Was ist los?« fragte er verdutzt, als er in die leichenblassen Gesichter seiner Nachbarn schaute.
00:09:26: »Grayham, komm schnell!« stieß einer von ihnen hervor.
00:09:30: Deine Frau hatte einen schlimmen Unfall.
00:09:36: Wie in Trance erhob sich der dreihundvierzigjährige und folgte den beiden Männern nach draußen.
00:09:41: Was erzählten sie da?
00:09:43: Er hatte gedacht, Margaret hätte den Hof längst verlassen – und war in die Stadt gefahren.
00:09:49: Doch als er aus dem Scheunentur trat und die schwarze Rauchsäule sah, die hinter seinem Wohnhaus hervorquoll, begriff er mit einem Mal, dass das hier kein böser Schatz war.
00:10:02: Schnell sprintete Graham um den Backsteinbau herum und fand an der Frontseite des Hauses seinen alten Volvo vor – oder vielmehr was davon noch übrig war!
00:10:12: Der Qualm stieg aus der offenen Motorhaube des Wagens hervor, die offenbar durch die schiere Wucht einer Detonation aufgesprungen.
00:10:21: Auch die Fahrradtür stand offen.
00:10:23: Im Innern des Wagens sah er einen vollkommen zerstörten Fahrersitz, Blut und jede Menge Schrottkugeln.
00:10:31: Das eigentliche Ausmaß der Katastrophe begriff er allerdings erst als sein Blick weiter in Richtung des Rasens vor dem Haus wanderte Und die riesige Blutlacher erfasste.
00:10:42: Dort lag seine Frau Margaret schwer verletzt und in diesem Augenblick mehr tot als lebendig.
00:10:52: Es hatte ungefähr fünfzehn Minuten gedauert bis Polizei und Rettungswagen vor dem Haus der Familie Backhouse eingetroffen waren.
00:11:00: Graham hatte seine Nachbarn verzweifelt angeschrien, sie sollten sich darum kümmern, während er selbst ins Haus gestürmt war und ein paar saubere Handtücher zusammengesucht hatte um zumindest die schlimmsten Blutungen seiner Frau zu stillen.
00:11:13: Nun hatte man sie auf eine Trage gehoben und mit dem Krankenwagen in die nächste Klinik gefahren.
00:11:19: Ihr Leben hing nach wie vor an einem seidenden Faden.
00:11:23: Graham hatte darum gebeten, mitfahren zu dürfen.
00:11:26: Doch da auf seinem Hof gerade ein unerklärlicher wie grausamer Vorfall stattgefunden hatte, bat man den Landwirt für wichtige Zeugenbefragungen vor Ort zu bleiben.
00:11:37: Komisch!
00:11:38: Jetzt wo diese Katastrophe passiert ist, nehmen sie die Sache plötzlich ernst, dachte Graham verächtlich und rührte zittern in dem Tee, den eine nette Frau vom Krisendienst ihm gebracht hatte.
00:11:50: Noch stand er viel zu sehr unter Schock um genügend Wut dafür zu empfinden Wie Sermann ihn von offizieller Seite wegen der anonymen Drohungen hatte hängen lassen.
00:12:00: Wie in einem falschen Film beobachtete er, wie eine spezielle Einheit für Bombenentschärfung seinen Grundstück akribisch abschritt und untersuchte um sicherzustellen dass die Gefahr vorerst gebannt war.
00:12:13: Denn anders als zunächst angenommen War die Explosion von Graeams altem Volvo nicht etwa einen technischen Defekt geschuldet gewesen.
00:12:22: Stattdessen hatten die Spezialisten unter dem Fahrersitz eine handgemachte Rohrbombe aus Nitroglycerin und Schrottkugeln gefunden, die beim Umdrehen des Zündschlüssels detoniert war.
00:12:33: Margaret hätte Glück im Unglück gehabt!
00:12:35: Der Platz auf dem sie gesessen hatte verfügte über eine Sitzheizung – und die eingebaute Metallschiene hatte einen Großteil der Wucht, Kugeln- und Splitter abgelenkt.
00:12:46: Andernfalls wäre sie wahrscheinlich sofort tot gewesen.
00:12:53: Und noch ein weiterer Gedanke kristallisierte sich bei seiner Befragung durch die Ermittler immer weiter heraus Der explodierte Volvo war sein eigenes Fahrzeug gewesen.
00:13:03: Seine Frau fuhr so gut wie nie mit diesem Wagen und war an diesem Vormittag lediglich darauf umgestiegen, weil ihr eigenes Auto ein Problem mit dem Anlasser hatte – und sie nicht unterwegs liegen bleiben wollte!
00:13:16: Daraus folgte unweigerlich.
00:13:18: Wer auch immer die Bombe unter dem Sitz deponiert hatte, hatte es auf Graham selbst abgesehen.
00:13:23: Was ihm bei den Gedanken an die schrecklichen Verletzungen seiner Frau Sein Herz nur noch mehr zusammenschnürte.
00:13:33: Doch der dreihundvierzigjährige kam erst gar nicht dazu, diese brutale Erkenntnis vollumfänglich auf sich wirken zu lassen, da die Befragung schon wieder von lauten Rufen auf seinem Hof unterbrochen wurde.
00:13:45: Die beiden Ermittler ließen sofort von ihm ab und eilten in Richtung der Einfahrt – von wo aus man die Stimmen deutlich hatte wahrnehmen können!
00:13:53: Doch anstelle eines weiteren erschreckenden Bombenfundes hat er etwas anderes, die Gemüter erregt.
00:13:59: Der örtliche Postzusteller war mit seinem Kastenwagen auf die Zufahrt des Hofes eingebogen und gerade im Begriff, im Schritttempo einen offenkundigen Tatort zu stören.
00:14:12: Immerhin konnte man ihn noch rechtzeitig aufhalten bevor seine Reifenabdrücke womöglich noch wichtige Spuren im Boden zerstört hätten – auch in anderer Hinsicht war sein Auftauchen beinahe eine schicksalhafte Fügung gewesen.
00:14:25: Bevor der Postboote den Rückwärtsgang einlegte und sich schnell wieder entfernte Drückte er einem der Polizeibeamten einen Stapelbriefe in die Hand.
00:14:34: Die übliche Auslieferung der Post für Familie Backhaus mit einem besonderen Umschlag, der gleich oben auflag – ein weiterer Drohbrief des anonymen Absenders.
00:14:49: Die folgenden zwei Wochen befand Graham sich mit seinen Gedanken in einer dunklen Albtraumspirale aus der es einfach kein Erwachen zu geben schien.
00:14:58: Sein einziger Lichtblick war dass Margaret den schrecklichen Angriff mit der Autobombe überlebt hatte und nicht mehr in akuter Lebensgefahr schwebte.
00:15:07: Da ihr Unterkörper durch die zahllosen Schwotkugeln- und Schrappnellen jedoch regelrecht durchsiebt worden war, musste sie sich immer wieder schmerzhaften Operationen unterziehen – und es war soweit noch nicht absehbar, wann sie das Krankenhaus widerverlassen konnte!
00:15:23: Auch Greyhams' und Margaret's Kinder waren nicht länger auf dem Hof.
00:15:27: Nach den traumatischen Ereignissen Und wegen der fortwährenden Bedrohung hatte er der dreiviertzigjährige sie lieber zu seiner Mutter geschickt.
00:15:36: In seinem eigenen desolaten Zustand hätte er ihnen ohnehin kein guter Trostspender und Versorger sein können.
00:15:44: In den ersten Tagen und Nächten hatte die Polizei Graham noch rundum Schutz gewährt, und das Farmhaus lückenlos überwachen lassen.
00:15:52: Als sich abzeichnete, dass vorerst mit keinem weiteren Angriff zurechnen sei, hatte man die Streifenwagen wieder abgezogen und stattdessen einen Panikknopf im Haus der Familie installiert, der in Notsituationen einen schnellen Draht zur Polizei herstellte.
00:16:08: Wirklich sicher fühlte der dreiundvierzigjährige sich damit allerdings nicht.
00:16:16: Sozial- und familiär also vollkommen isoliert verbrachte Graham nun seine Tage auf dem Hof und schmorte in dieser Zeit immer mehr in seinem eigenen Saft.
00:16:26: Die Frage wer seiner Familie so etwas antun könnte, der die Drohgriefe geschrieben hatte und mittlerweile nicht mal mehr vor skrupelloser Gewalt zurückschreckte, ließ ihn nicht mehr los.
00:16:38: Wer wollte ihm derart schaden?
00:16:41: Und plötzlich machte es Klick in Greyham Backhouse Kopf!
00:16:48: Mit einem Mal fiel ihm der Konflikt mit seinen Nachbarn wegen der Grundstücksgrenzen wieder ein.
00:16:53: Sein größter Widersacher bei den Auseinandersetzungen war stets einen Mann namens Colin Biddell Taylor gewesen.
00:17:01: Schon seit Jahren war klar dass die beiden Landwirte sich absolut nicht ausstehen konnten.
00:17:07: Doch zuvor war es nie zu Gewaltausbrüchen zwischen ihnen gekommen, so gering schätzig sie auch übereinander dachten – Sie hatten sich immer zivilisiert verhalten und bisher nur Worte in ihrem andauernden Streit gebraucht.
00:17:20: Graham überlegte fieberhaft.
00:17:23: Konnte er diese abscheuliche Tat, die seine Frau beinah das Leben gekostet hatte?
00:17:28: Seine Nachbarn wirklich zutrauen?
00:17:31: Also beschloss er der Sache selbst auf den Grund zu gehen!
00:17:35: Am vierentzwanzigsten April, nineteenhundertvierundachtzig machte er sich daher zu Fuß auf dem Weg zur Colin Beedale-Taylor.
00:17:43: Wie der Zufall es wollte traf er seinen Nachbarn sogar direkt auf dessen Grundstück an und musste nicht mal an der Tür läuten.
00:17:51: Graham hatte keinen genauen Plan gehabt was er eigentlich dort wollte.
00:17:55: Er hatte Colin keinesfalls aktiv konfrontieren wollen.
00:17:59: bestenfalls wollte er einfach nur die Gewässer testen und schauen ob er etwas aus dessen Verhalten herauslesen könne.
00:18:06: Das Gespräch zwischen den beiden Männern war entsprechend befangen und hölzern, und man beschränkte sich auf Smalltalk.
00:18:13: Graham erzählte weder etwas von der Bomben-Explosion auf seinem Hof oder von Margaret's Verletzungen noch fragte Colin danach.
00:18:21: Was eigenartig war – denn in einem verschlafenen Nest wie Horton gab es schließlich keine Geheimnisse!
00:18:28: Und auch wenn das Gespräch mit seinem Nachbarn zunächst völlig ergebnislos geblieben war, arbeitete es hinterher umso stärker im Grahamskopf.
00:18:37: Er fand Collins' Desinteresse und Empathielosigkeit mit einem Mal höchst verdächtig.
00:18:46: Wieder gingen ein paar Tage ins Land, bis Graham am Abend des dreißigsten April, nineteenhundertvierundachtzig wieder einmal demoralisiert und vollkommen mental erschöpft, mit einem Bier auf der Couch saß.
00:18:57: Er hatte seinen Verdach gegenüber Colin Biedel-Taylor zeitnahe der Polizei übermittelt – und diese hatte den Nachbarn auch befragt, allerdings keine verwertbaren Ergebnisse zu Tage gefördert!
00:19:09: Dies frustrierte Graham umso mehr vor dem Hintergrund, dass er sich noch immer in dieser unerträglichen Spirale der Ungewissheit befand.
00:19:16: Solange nicht geklärt wäre, wer hinter den Terrorakten auf seine Familie steckte, würden sie nie wieder in Frieden und Normalität leben können – und ganz abgesehen davon!
00:19:28: Während die Ermittler Colin B. Dale Taylor offenbar als Verdächtigen abgehakt hatten, war er noch lange nicht zu diesem Schluss gekommen.
00:19:38: Während er so seinen Gedanken nachhing ließ ein lautes Klopfen an der Haustür ihm plötzlich hochschrecken.
00:19:44: Den Ereignissen der letzten Wochen geschuldet, breitete sich im Greyhams Magen sofort ein ungutes Gefühl aus.
00:19:51: Wer wollte zu so später Stunde noch etwas von ihm?
00:19:56: Während er sich vom Sofa erhob und zögerlich in den Eingangsbereich des Hauses ging, hemmerte es gleich noch einmal mit Nachdruck gegen die Tür.
00:20:04: Er atmete tief durch, drückte die Klinke herunter.
00:20:11: Draußen im Regen stand jemand.
00:20:15: Wenige Minuten später löste Greyhams Panik-Button auf dem Polizeirevier einen Alarm aus.
00:20:24: Als die Ermittler kurz darauf auf den Grundstück der Familie Beckhaus eintraten, wurde schnell klar dass hier ein mörderischer Zweikampf stattgefunden hatte.
00:20:33: Hinter der nur angelehnten Eingangstür entdeckten sie beim Betreten des Hauses sofort eine Leiche.
00:20:40: Auf dem Boden lag Colin Biddell Taylor Blut überströmt und offenbar durch mehrere Schüsse aus einer Schrottflinte tödlich verwundet.
00:20:48: In der rechten Hand hielt er tote ein Messer mit einer langen scharfen Klinge, in der Küche fanden die Beamten einen vor Schmerzen stündenden Greyham Backhouse vor, der auf den ersten Blick nicht besser aussah.
00:21:03: Auch er war blutüberströmt – allerdings war er von zahlreichen Messerstichen ins Gesicht und in den Oberkörper gezeichnet.
00:21:10: Immerhin war er noch bei Bewusstsein.
00:21:13: Mit schmerzverzerrtem Ausdruck erklärte er der Polizei, Colin habe ihn ohne Vorwarnung aufgesucht.
00:21:19: Es sei zum Streit gekommen und er habe schließlich ein Messer gezückt um Graham anzugreifen.
00:21:25: Im Rahmen dieses Zweikampfes habe er Graham schließlich gestanden, dass er die Autobombe in dem Volvo installiert hatte – und damit ursprünglich Graham hatte treffen wollen!
00:21:36: Da der wütende Nachbar seinen Vernichtungswillen gegenüber Graham nun offenbar mit einem Messer zu Ende bringen wollte Griff der dreiundvierzigjährige schließlich nach seiner Schrotflinte und Schoss auf Colin, bis dieser sich nicht mehr regte.
00:21:52: Auf den ersten Blick schien nun auch für die Kriminalbeamten alles klar.
00:21:56: Colin B. Dale Taylor hatte Graham Backhouse wegen der Grundstückstreitigkeiten wochenlang bedroht und war offenbar schließlich dazu übergegangen seinem Nachbarn mit einer selbstgebauten Bombe oder einem Messer nach dem Leben zu trachten.
00:22:10: Diese Theorie wurde zusätzlich von dem Umstand erhärtet dass man bei der Durchsuchung von Collins Grundstück auf dem Hof eine bereits detonierte Rohrbombe fand, die nach dem selben Prinzip zusammengesetzt worden war wie die Bombe aus dem Wojwo.
00:22:24: War der Fall damit also eindeutig gelöst?
00:22:29: Nicht ganz!
00:22:33: Denn im Zuge der Untersuchungen von Graham Backhouse Farm fand man noch ein anderes Detail das den Warentäter schließlich überführte.
00:22:42: Graham war – wie eingangs nahegelegt – nie mit seiner Rolle als Landwirt zufrieden gewesen.
00:22:48: Das Geschäft lief schlecht, der Betrieb häufte immer mehr Schulden an.
00:22:52: Und eigentlich hatte der dreihundvierzigjährige etwas ganz anderes mit seinem Leben anfangen wollen.
00:22:58: Graham Beckhaus wollte eigentlich Autor für Kriminalromaner sein.
00:23:03: Entsprechend verwunderte es nicht als man in seinen Büro ein Ringnotizbuch fand, indem er zahlreiche Ideen für einen spannenden Kriminalfall skizziert hatte.
00:23:13: Interessant war dabei zum einen das viele dieser Ideen sich mit der jüngsten Realität des Landwirts deckten.
00:23:20: Ein Mann installiert in seinem Pkw eine Autobombe, um damit seine eigene Ehefrau zu töten.
00:23:27: Denn auf die Partnerin läuft eine Lebensversicherung mit einer beträchtlichen Summe, die die Schulden des Hofes tilgen könnte.
00:23:34: Als der Plan schließlich schief geht und die Frau das Attentat überlebt entscheidet sich der Mann, die Tat einem arglosen Nachbarn anzuhängen – mit dem er ohnehin auf Kriegsfuß stand – und diesen ebenfalls zutöten!
00:23:50: Außerdem machten die Ermittler beim Durchblättern des Notizblocks eine weitere interessante Entdeckung.
00:23:56: Ganz oben, auf dem obersten Blatt hatte Graham mit viel Druck auf den Kugelschreiber einer Art Kringel gemalt.
00:24:03: Dieser Klingel kam ihnen irgendwie bekannt vor – bis es ihn wieder einfiel!
00:24:08: Sämtliche Drohbriefe, die der Landwirt im Zuge der Ermittlungen bei der Polizei eingereicht hatte, trugen einen Abdruck in genau dieser Form.
00:24:17: Das bedeutete dass das angebliche Opfer die Briefe nicht nur allesamt selbst verfasst, sondern auch noch amateurhaft von ein und demselben Notizblock abgerissen hatte, der ihn schließlich überführen sollte.
00:24:32: Im Februar in fivehundachzig wurde Greyham Backhouse wegen Mordes und versuchten Mordys am Bristol Crown Court zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt.
00:24:43: Neun Jahre später im Juni in ninehundert vierhundneinzig Stab er im Gefängnis, im Alter von dreiundfünfzig Jahren an einem Herz infarkt.
00:24:53: Auch Graeims Frau Margaret war nach dem grausamen und von Egoismus getriebenen Übergriff ihres Ehemanns kein glückliches Leben mehr beschert.
00:25:01: Sie verstarb wenige Monate nach ihm – an einer Krebserkrankung!
00:25:07: Der Fall der Backhouse Farm ist ein Lehrstück darüber zu welch niederträchtigen Taten Menschen im Stande sind wenn sie ein Leben leben das ihnen auf's tiefste Zuwieder isst Was Graham Backhouse gewaltvolle Eskalation keinesfalls rechtfertigt.
00:25:25: Es zeigt eben nur, er war buchstäblich bereit gewesen über Leichen zu gehen.
Neuer Kommentar