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Schauerstoff Compilation: Gespeichert und gelöscht

Shownotes

Computer vergessen wenig. Selbst dann nicht, wenn Menschen alles daransetzen, ihre Spuren zu verwischen. In PERFECT WORLD wird eine Gaming-Community plötzlich Zeuge von Nachrichten, die zunächst wie ein makabrer Scherz wirken – bis aus dem virtuellen Raum tödlicher Ernst wird. Danach führt uns VERSCHWUNDEN UND GELÖSCHT nach Südkorea, wo eine junge Studentin spurlos verschwindet. Während die Ermittler im realen Leben kaum Hinweise finden, erzählt ihr Laptop eine ganz eigene Geschichte. Zwei Fälle, in denen Bildschirme, Chats und gespeicherte Daten zu Zeugen werden – und digitale Spuren entscheidende Fragen aufwerfen.

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Zur aktuellen Folge:

Markham bei Toronto, Kanada (2019) – eine Gaming-Community verfolgt über Discord die verstörenden Nachrichten eines Mitspielers; und Jeonju, Südkorea (2006) – die Studentin Lee Youn-Hee verschwindet spurlos, während rekonstruierte Laptop-Daten und gelöschte Verläufe neue Fragen zu ihrem Schicksal aufwerfen.

  • Markham bei Toronto, Kanada (2019) – eine Gaming-Community verfolgt über Discord die verstörenden Nachrichten eines Mitspielers
  • Jeonju, Südkorea (2006) – die Studentin Lee Youn-Hee verschwindet spurlos, während rekonstruierte Laptop-Daten und gelöschte Verläufe neue Fragen zu ihrem Schicksal aufwerfen.

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Transkript anzeigen

00:00:10: Computer vergessen wenig, selbst dann nicht wenn Menschen alles daran setzen ihre Spuren zu verwischen.

00:00:18: In Perfect World wird eine Gaming-Community plötzlich Zeuge von Nachrichten die zunächst wie ein Macabra Scherz wirken bis aus dem virtuellen Raum tödlicher Ernst wird.

00:00:33: danach führt uns verschwunden und gelöscht nach Südkorea wo eine junge Studentin spurlos verschwindet.

00:00:41: Während die Ermittler im realen Leben kaum Hinweise finden, erzählt ihr Laptop eine ganz eigene Geschichte.

00:00:49: Zwei Fälle in denen Bildschirme, Chats und gespeicherte Daten zu Zeugen werden – und digitale Spuren entscheidende Fragen aufwerfen!

00:01:24: die Tür ihres WG-Zimmers ins Schloss fallen und war auf ihre Umhängetasche mit dem Laptop auf ihr Bett.

00:01:30: Ein langer Tag in der Uni lag hinter ihr, und sie war froh endlich wieder in ihr kleines Refugium zurückzukehren – denn die Studentin war ganz sicher nicht wie andere junge Frauen in ihrem Alter.

00:01:42: Während ihre Kommilitoninnen ihre Freizeit mit Shoppen, Daten oder tanzen den Clubs verbrachten wurde Nicole die Welt da draußen schnell zu trubelig und zu stressig… Und überhaupt!

00:01:54: Interessierte sie sich für all diese Dinge kaum bis gar nicht.

00:01:58: Sie war schon immer der eigenbrötlerische Nerd gewesen, in ihrer Familie im Klassenverband und nun eben auch an der Uni – aber das machte ihr ganz und gar nichts aus!

00:02:10: Nicole befand, sie war nun einmal die, die sie war und sie hatte andere Dinge im Leben gefunden, die Sie erfüllten.

00:02:18: Dazu zählte zum einen Ihr Jurastudium mit Schwerpunkt Strafrecht.

00:02:23: was Andere als Dröge-und langweilig empfanden versetzte Nicole in die Rolle einer angehenden Staatsanwältin, die für Recht und Gerechtigkeit eintrat.

00:02:32: Sie liebte es, sich stundenlang in Gesetzestexten zu vergraben und Klauseln zu dischivrieren – bei denen andere sonst nur Bahnhof verstanden!

00:02:42: Und ihr gefiel die Überschneidung zur Kriminalistik, die Ihr Studienfach bot.

00:02:46: Straftätern das Handwerk zu legen war schließlich eine sinnvolle berufliche Perspektive.

00:02:52: Dass ihr forensisches Wissen ihr schon bald im privaten Rahmen helfen würde einem grausamen Verbrechen auf die Spur zu kommen, ahnte sie in diesem Moment noch nicht.

00:03:04: Denn nun dachte Nicole an ihre zweitliebste Beschäftigung – das Standbeilämpchen ihres Computermunitors blinkte noch!

00:03:12: Sie hatte den Rechner nach ihrer gestrigen Gaming-Session bis spät in die Nacht nicht mehr heruntergefahren und war nun froh, dass sie direkt wieder in ihr Lieblingsspiel einsteigen konnte.

00:03:24: Nicole ließ sich auf ihren Bürostuhl plumpsen und schaltete den Monitor ein.

00:03:28: Ihr Score erschien auf dem Bildschirm und sie lächelte zufrieden.

00:03:33: So gut in Form wie gestern Abend war sie schon lange nicht mehr gewesen.

00:03:37: Ihr Ergebnis erfüllte sie sogar ein wenig mit Stolz, auch wenn ihr im nächsten Moment bewusst wurde, wie Albern das eigentlich war.

00:03:45: Denn ihr Lieblingsspiel Perfect World war nun wirklich nichts womit man da draußen – in der realen, gänzlich unperfekten Welt – Eindruck stünden konnte!

00:03:56: Ihre Kommilitonen waren allesamt keine Gaming-Nerds und Perfect World War wiederum so unbekannt dass sie beim Mittagessen in der Mensa nicht einmal davon zu erzählen brauchte.

00:04:08: Perfect World ist ein kostenloses, Mass-Multiplayer-Online-Rollenspiel das ursprünglich schon im Jahr zwei Tausend Fünf auf den Markt kamen.

00:04:16: Das Spiel hat als Schauplatz eine Fantasywelt die auf chinesischer Mythologie basiert und eine riesige offene Spielwelt mit vielfältigen Charakterklassen bietet.

00:04:27: Spieler können zwischen verschiedenen Rassen wie Menschen Bestienwesen und Elfen wählen jede mit einzigartigen Fähigkeiten.

00:04:34: Neben klassischen Quests bietet das Spiel auch Gildenkriege und eine umfangreiche Charakteranpassung.

00:04:41: Trotz seines Alters- und der starken Konkurrenz anderer Rollenspiele hat Perfect World bis heute eine treue Community, eine Community zu der im Jahr twohntausendneunzehn auch Nicole gehörte als das Spiel also bereits einige Jahre auf dem Buckel hatte.

00:04:59: Doch der Studentin machte das nichts aus denn Perfect World war nicht nur ideal zum Abschalten und runterkommen nach einem stressigen Tag in der Uni Es war zugleich der Ort, wo sie einen Großteil ihrer sozialen Kontakte pflegte.

00:05:13: Über die Jahre hatte sie sich mit zahlreichen Spielen auf der ganzen Welt angefreundet und tauschte sich mit diesen regelmäßig aus.

00:05:20: Zugegeben über viele andere Mitspieler wusste sie abgesehen von ihren Newsernamen nicht wirklich etwas – und diese umgekehrt auch herzlich wenig über sie!

00:05:29: Doch genau das machte ja den Reiz aus….

00:05:32: In Perfect World konnte sie sein wer immer sie wollte … Und gesellschaftliche oder kulturelle Unterschiede spielten überhaupt keine Rolle.

00:05:40: An jenem Vormittag, des siebenundzwanzigsten Juli-Zwotehundneinzehn begann sie sich nach einer Weile allerdings doch zu wünschen – Sie hätte über einen Nutzer im Speziellen doch etwas mehr gewusst!

00:05:55: Doch zunächst wollte Nicole sich erst einmal einen Überblick verschaffen, wer überhaupt mit ihr online war und Zeit zum Spielen hatte.

00:06:03: Also wechselte sie den Tab und öffnete Discord, ein Online-Dienst für Instant Messaging der vorwiegend von Gamern genutzt wird.

00:06:11: Sie scrollte durch ihren Perfect World-Gruppenchat und stellte schnell fest, dass viele ihrer Freunde bereits online waren.

00:06:18: Mehr noch!

00:06:19: Offenbar schienen sie etwas sehr heftig zu diskutieren oder nicht richtig zu verstehen.

00:06:26: Bro dein Ernst?

00:06:27: Schrieb etwa ihr Kumpel Dragon Sixty Six.

00:06:31: Auf solchen Müll zu labern hatte wiederum ein Mitspieler namens Bane getippt.

00:06:36: Nicole scrollte über den Nachrichtenverlauf um herauszufinden worüber ihre Freunde sich so aufregten.

00:06:42: Dabei hatte sie bereits einen konkreten Verdacht.

00:06:45: Menhas.

00:06:48: Menhaas war ein User, der grundsätzlich Ärger machte.

00:06:51: Sie waren nicht gerade mit ihm befreundet aber er gehörte seit Jahren zur Perfect World Community und war entsprechend schwierig zu ignorieren.

00:06:59: Nicole empfand ihn ein bisschen wie diesen einen unangenehmen Onkel Der sich immer auf Familienfeiern daneben benahm Und trotzdem immer wieder eingeladen wurde Da er nun mal irgendwie dazugehörte.

00:07:12: Menhas war bekannt dafür dass er sich ständig im Tonvergriff.

00:07:17: Er ließ regelmäßig rassistische oder diskriminierende Äußerungen vom Stapel und machte sich bei anderen Usern alles andere als beliebt damit.

00:07:25: Wegen seinem unentwegten Trolling war ja auch schon etliche Male von Discord ausgeschlossen worden, doch er hatte stets Besserung gelobt und war nach verstrichenden Fristen immer wieder zu dem Chat zugelassen worden – so lange bis er wieder den nächsten Eklat anzettelte und an den Admin gemeldet wurde.

00:07:45: Als Nicole dämmerte Dass es sich bei dem Chat-Verlauf tatsächlich um Menhas drehte, rollte sie bereits innerlich mit den Augen.

00:07:53: Was hatte dieser Idiot jetzt schon wieder von sich gegeben?

00:07:56: Sie suchte weiter in dem Verlauf – doch auf die Schnelle fand sie einfach nicht, was er geschrieben hatte!

00:08:02: Also öffnete sie den privaten Chat mit Dragon Sixty Six und hakte nach.

00:08:06: Was hat Menhas nun schon wieder

00:08:08: gesagt?!

00:08:09: Bestimmt, wie da irgendwelchen rassistischen Unsinn….

00:08:13: Nicole sah, wie Dragon Sixtysix zu tippen begann... Dann popte eine Nachricht auf.

00:08:19: Nein, nicht sowas.

00:08:21: Er hat was echt Strangers gesagt!

00:08:24: Noch bevor Nicole nachhaken konnte, sah sie wieder Dragon Sixty Six tippen – eine neue Nachricht popte auf.

00:08:31: Ihr Freund hatte die Zitatfunktion genutzt und offenbar einer Nachricht von Menhaars eingefügt.

00:08:37: Sie lautete «Heute muss ich all dem ein Ende setzen.

00:08:41: Es ist vorbei.».

00:08:45: Nicole spürte wie ihr sämtliche Farbe aus dem Gesicht wich.

00:08:49: Was sollte das denn bedeuten?

00:08:51: Wollte Menhas etwa sein Leben beenden?

00:08:54: Sie bolgte sich über ihr Keyboard und tippte schnell ein paar Zeilen an Dragon Sixty Six.

00:08:59: Shit, ist das eine

00:09:00: Suizidankündigung?!

00:09:02: Was sollen wir jetzt machen?

00:09:04: Dragon Sixtysix schrieb zurück... Puh keine Ahnung!

00:09:09: Wer sowas öffentlich kund tut möchte ja eigentlich dass man ihn auffällt Eine Art letzter Hilfeschrei.

00:09:15: Aber gleichzeitig glaube ich fast nicht Dass Menhas von Selbsttötung spricht.

00:09:21: Wie meinst du das?

00:09:22: Klappt Nicole zurück.

00:09:24: Wieder sah sie das kleine Tipp-Icon pulsieren und wartete angespannt, was ihr Freund ihr mitteilen würde.

00:09:30: Dann popte ein weiteres Zitat von Vennas auf ihrem Bildschirm auf.

00:09:46: «Oh mein Gott, denkst du wirklich?» gab Nicole schockiert zurück.

00:10:02: Doch dann besand sie sich und tippte hinterher….

00:10:05: Moment mal!

00:10:07: Ich denke wir sollten das alles nicht so ernst nehmen.

00:10:10: Man-Hass ist ein Troll wie wir alle wissen – ich meine Wie oft ist er schon aus unserem Chat rausgeflogen weil er sich nicht an die Regeln gehalten und andere User beleidigt hat.

00:10:20: Das wird dieses Mal nicht anders sein doch mit dem Moment als sie die Nachricht an ihren privaten Verlauf mit Dragon Sixty Six zurückschickte blinkte ihr Gruppenchat wieder auf.

00:10:31: Menhaas hatte eine weitere Nachricht geschickt, ich werde mit meiner Mutter beginnen.

00:10:38: Nicole und die anderen Chat-User konnten einfach nicht glauben was sie da lasen und was Menhaass offenbar im Begriff war zu tun.

00:10:46: Im Sekundentakt prasselten Reaktionen auf den Gruppenschat ein und sie alle versuchten ihren Gaming Freund zur Reson zu bringen egal ob das was er vorhatte nun der Realität entsprach oder ein Macabra Scherz war.

00:11:02: Etwa zwanzig Minuten lang herrschte auf Menhas Seite absolutes Schweigen.

00:11:06: Dann rührte sich sein Account plötzlich wieder.

00:11:09: Menhas lud ein Foto hoch.

00:11:11: Es trug den Untertitel Das ist meine Marm!

00:11:16: das Bild zeigte eine Frau mittleren Alters in einem Sarri, einem für Südasien typischen Kleidungsstil für Frauen.

00:11:23: Sie lag leblos und blutüberströmt auf dem Boden.

00:11:29: Wieder überschlugen sich die Reaktionen im Discord Chat.

00:11:32: Alle anderen Gamer wollten Menhas dazu bringen Endlich mit diesem erschreckenden Horrormärchen aufzuhören.

00:11:37: Viele bettelten geradezu darum, ermöge ihnen gestehen dass das alles nur ein schlechter Witz seinerseits war Doch Menhas schien sich davon nicht aufhalten zu lassen.

00:11:48: Als nächstes ist meine Großmutter dran Gab er an die entsetzten Discord-User zurück.

00:11:56: Auch Nicole konnte und wollte einfach nicht glauben Mit was für einem grauenvollen Verbrechen Menhas sie dort konfrontierte.

00:12:03: Also versuchte sie zunächst auf eigene Faust herauszufinden ob das Bild, dass er gesendet hatte überhaupt echt war.

00:12:11: Sie ließ es durch die Google Images Rückwärtssuche laufen, fand jedoch keinen einzigen Treffer.

00:12:17: Aus dem jedermann zugänglichen Surface-Web hatte Menhaas es schon mal nicht.

00:12:21: Also kontaktierte sie einen ITler.

00:12:23: der Zugang zu Dark und Deep Web Strukturen hatte allerdings auch keinen Treffer bei seiner Suche dort landete.

00:12:31: Konnte es wirklich sein, dass Menhaass das Bild selbst aufgenommen hatte, nachdem er seine eigene Mutter kaltblütig ermordet hatte?

00:12:39: Den Beweis liefert er kurze Zeit später selbst, indem er ein weiteres Bild hochloot.

00:12:45: Dieses Mal zeigte es eine ältere Dame – ebenfalls in traditioneller Kleidung, brutal aus dem Hinterhalt niedergeschlagen.

00:12:53: Meine Großmutter!

00:12:54: Titelte Menhas darunter.

00:12:56: Zwei fehlen noch.

00:13:01: Spätestens jetzt begriffen Nicole und die anderen Gamer das ihnen die Zeit davon lief, wenn sie ihren Perfect World Mitspieler irgendwie aufhalten wollten.

00:13:10: Also formierten Sie sich schnell in einem Parallelengruppenschat auf den Menhaas keinen Zugriff hatte.

00:13:16: Natürlich diskutierten sie zunächst, ob man die Polizei unverzüglich einschalten sollte – doch das war leichter gesagt als getan!

00:13:24: Denn wie ihnen und schmerzlich bewusst wurde, wussten Sie über Menhaars mit dem die teilweise schon seit Jahren gemeinsam bei Perfect World gezockt hatten so gut wie gar nichts.

00:13:35: Herr Gott, Sie wussten noch nicht mal seinen richtigen Namen?

00:13:38: Hatte er ihn jemals verraten oder irgendetwas über seine Location-Preise gegeben?

00:13:44: Das mussten sie so schnell wie möglich herausfinden.

00:13:49: Also schwärmten Sie gemeinsam aus und durchforsteten mühsam den Gruppenchat der letzten Monate und Jahre, um irgendwie weitere Informationen über Menhaas zusammenzutragen – doch allzu viel gab der Discord-Chat leider nicht her!

00:14:03: Immerhin konnten Sie rekonstruieren, dass Menhaass offenbar College Student war, denn er erwähnte öfters, das er zu irgendwelchen Kursen müsse.

00:14:12: Außerdem orientierte er sich bei seinen Zeitangaben an der östlichen Standardzeit.

00:14:17: Das musste bedeuten, dass Menhaas sich entweder an der US-Ostküste im Osten Kanadas oder an der Ostküstelattein Amerikas auffielt.

00:14:26: Ein weiteres Discordmitglied checkte seine IP-Adresse und fand als grobe Location die Metropole Toronto in Kanada.

00:14:36: Doch viel weiter kamen die Freunde von Perfect World bei ihrer Recherche erst mal nicht.

00:14:41: Zum einen war nicht mehr sicher, das Menhaass wirklich seine echte IP Adresse nutzte – er konnte sich potenziell also immer noch überall aufhalten!

00:14:50: Und sofern es sich tatsächlich um seine eigene IP handelte, hatten sie die Suche nach ihm so eben von mehreren Milliarden Menschen nun auf circa sechs Millionen heruntergebrochen.

00:15:00: Die im Großraum der Metropole Toronto lebten.

00:15:03: Es blieb also eine komplizierte Suche Nach der Nadel Im Heuhaufen.

00:15:10: Derweil tickte die Uhr unerbittlich weiter.

00:15:13: Menhaas hatte angekündigt dass er seine vier engsten Familienmitglieder töten würde dass sie sein schreckliches Vorhaben wenigstens noch in Teilen stoppen könnte.

00:15:24: Doch diese Hoffnung erwies sich leider als immer vergeblicher.

00:15:28: Am frühen Nachmittag, der siebenundzwanzigsten Juli, zwei Tausendneunzehn postete Menhas schließlich ein drittes Bild.

00:15:35: Es zeigte eine junge, bildschöne Frau gerade mal um die zwanzig Jahre alt auch aus ihren Augen bei jegliches Leben erloschen.

00:15:44: Meine Schwester betitelte Menhas das Bild.

00:15:48: In einer Stunde kommt mein Vater nach Hause dann ist er dran.

00:15:54: Im Discord-Chat breitete sich derweil immer weiter die Panik aus.

00:15:58: Nicole und die anderen Newser fühlten sich derart hilflos und ohnmächtig angesichts der grauenvollen Taten, wie Menhas ihnen dort gestand.

00:16:07: Doch wir sollten sie ihm nur das Handwerk legen – und ihn schlussendlich überführen!

00:16:12: Immerhin gelang es einem der Discord-Admins, der die Tragödie nun mittlerweile ebenfalls live verfolgte, Menhas IP-Adresse genauer zu tracken als diese sich erneut eingeloggt hatte um sein schreckliches Verbrechen weiter mit der Community zu teilen.

00:16:27: Er konnte die IP-Adresse sogar bis zu einem konkreten Gebäude lokalisieren – in einer Straße von Markham, einem Vorort von Toronto.

00:16:38: Doch was sollten Sie nun tun?

00:16:40: Direkt die Polizei von Toronto anrufen und ihr mitteilen, dass sich in dem Haus vermutlich ein Wahnsinniger aufhielt, der mittlerweile drei von vier Familienangehörigen getötet hatte… Die sicher konnten sie sein!

00:16:51: Dass sie wirklich die korrekte Adresse hatten... Immerhin eröffnete ihnen der erneute Zugriff auf die IP nun die Informationen, bei welchem Internetprovider Menhaas offenbar registriert war.

00:17:03: Ein schneller Kontakt zu dem Internetanbieter Rodgers enthüllte schließlich und endlich Menhaass konkrete physische Adresse, die sich mit den Recherchen der Discord-User deckte.

00:17:14: Der Internetanbeater gab die Informationen von Nicole und ihren Freunden schließlich an die Polizei von Toronto weiter – und endlich nahm man sich von offizieller Seite der Sache an!

00:17:27: Doch leider zu spät.

00:17:29: Zwischenzeitlich hatte Minhas sich erneut bei Discord zu Wort gemeldet und gepostet, Niedergeschlagen und völlig entsetzt mussten Mannhas ehemalige Freunde zur Kenntnis nehmen, dass all ihre Bemühungen die grauenvollen Taten ihres Kumpels zu vereiteln gescheitert waren.

00:18:07: Konnte das alles wirklich wahr sein?

00:18:09: Manche klammerten sich noch immer an die Hoffnung, daß Mannhas ihnen nur einen völlig geschmacklosen und makaberen Streich gespielt hatte.

00:18:17: Doch auch diese Hoffnung wurde schließlich zerschlagen als Mannhas am Abend des siebenzwanzigsten Juli um kurz vor dreieinzehnzig Uhr schrieb Die Polizei ist jetzt hier!

00:18:27: Macht's gut!

00:18:32: Nachdem Menhaas den Beamten völlig widerstandslos Zutritt zum Haus verschafft hatte, mussten sie nicht lange nach den Opfern suchen.

00:18:39: Wie die Bilder es bereits dokumentiert hatten, fand die Polizei Menhaars Mutter, Großmutter, Schwester und seinen Vater allesamt tot auf.

00:18:49: Warum nur hatte er das getan?

00:18:52: Warum hat er ein dreihundzwanzigjähriger College- Student der nie straffällig geworden und immer das Vorzeigekind innerhalb einer Bangladesischen Einwanderer-Familie gewesen war, so eine grauenvolle Tat begangen.

00:19:06: Bei der anschließenden Vernehmung des Täters – der mit vollem Namen Menhas Sarman hieß – wollte diese den Ermittlern kein konkretes Motiv nennen.

00:19:15: Er gestand zwar ohne Wenn und Aber, dass er allein die Taten geplant und begangen hatte.

00:19:20: Lieferte der Polizei jedoch keine Erklärung.

00:19:24: Diese kam im Nachgang wiederum von seinen Gamingfreunden den er seinen Motiv im Zuge seines Amok-Laufs bereits mitgeteilt hatte.

00:19:32: Offiziell war Menhaas für ein Maschinenbaustudium am College eingeschrieben gewesen und seine Eltern hatten die Erwartung, dass er dieses Studium bald als erfolgreicher Ingenieur abschließen würde.

00:19:44: Doch leider hat der dreihundzwanzigjährige seine Familie jahrelang getäuscht.

00:19:49: Auf Discord erklärte Menhaass seine Tat wie folgt... Nachdem ich deswegen durch zahlreiche Prüfungen durchgefallen war, hätte ich mindestens die Hälfte meiner Kurse wiederholen müssen.

00:20:03: Das hätte meine Eltern bereits sehr beschämt – zumal ich für sie immer das Wunderkind war!

00:20:09: Im zweiten Semester kam bei mir dann noch Depression hinzu.

00:20:12: Also ging ich gar nicht mehr in die Uni auch wenn ich meine Familie weiter in dem Glauben ließ.

00:20:18: Ich ginge einfach jeden Tag in den Mall und hing dort ein paar Stunden rum bevor ich wieder nach Hause fuhr und so tat als sei ich ein ganz normaler Student.

00:20:26: Ich hatte meinen Eltern gesagt, dass morgen die Abschlussfeier sei und ich mein Diplom erhalten würde.

00:20:56: und das alles war auch so von lange Hand geplant.

00:21:02: Da der dreihundzwanzigjährige schnell geständig gewesen war, und an seiner Täter schafft auch nie Zweifel sete, war der Prozess um den Vierfachmörder relativ schnell abgewickelt.

00:21:12: Im September zwei Tausend zwanzig wurde Menhas Sarmann zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt.

00:21:20: In seinem Schlussplädoyer entschuldigte er sich bei allen Hinterbliebenen, Anteilnehmenden und auch bei seinen Freunden aus der Perfect World Community den er mit seiner grauenvollen Tat so viel Schmerz und Fassungslosigkeit zugefügt hatte, eine Entschuldigung die den Trauernden jedoch nicht die schreckliche Gewissheit von den Schultern nehmen konnte wie sehr sie sich in dem jungen Mann getäuscht hatten.

00:21:44: Wie weit Menhaas bereitwillig gegangen war um seine Lüge zu vertuschen der war buchstäblich über die Leichen seiner eigenen Familie gegangen und welche schrecklichen Abgründe sich hinter der perfekten Welt aufgetan hatten an die sie alle eins nur zu gerne geglaubt hatten.

00:22:09: Von einem Verbrechen, das sich live im Netz entfaltet geht es nun zu einem Fall bei dem jemand offenbar genau das Gegenteil erreichen wollte Spuren verschwinden lassen.

00:22:21: Im südkoreanischen Gyeongju verschwindet die Studentin Lee Yun-Hae.

00:22:28: Erst ihr Laptop bringt die Ermittlungen auf eine neue sehr beunruhigende Spur

00:22:39: Verschwunden und gelöscht.

00:22:44: Die folgende Geschichte ereignete sich in den zweitausender Jahren in Südkorea.

00:22:49: Weil sich die Namen der darin vorkommenden Akteure trotz bester Absichten falsch ausspreche, seht mir dies bitte nach.

00:22:57: Lee Yoon-Hee hatte im Sommer des Jahrhunderts gerade ihr Finanz- und Statistikstudium an der Aewa Women's University in Seoul abgeschlossen als sie aufgingen das dies so gar nicht der beruflichen Karriere entsprach.

00:23:13: Vielmehr war es der Wunsch ihrer Eltern gewesen, etwas Zahlen getriebenes zu studieren um anschließend in der freien Wirtschaft gutes Geld zu verdienen.

00:23:23: Außerdem hätten die Eltern es gerne gesehen wenn ihre Tochter sich allmählich auf dem Heiratsmarkt nach einem passenden Partner und potenziellen Vater ihre zukünftigen Kinder umgesehen hätte.

00:23:35: Doch Jun Hays Herz schlug seit langer Zeit für ein vollkommen anderes Thema.

00:23:40: Sie liebte Tiere.

00:23:43: In ihrer Freizeit sah sie sich am liebsten Tierdokus an, suchte Tierheime und Bauernhöfe oder widmete sich ganz ihren beiden Hunden wie sie abgöttisch liebte.

00:23:55: Und obwohl ihre Eltern dagegen waren rang die damals fünfundzwanzigjährige Sicht zu einer wichtigen Entscheidung durch.

00:24:03: Sie würde noch einmal studieren und zwar Veterinärmedizin um nach ihrem Abschluss als Tierärztin zu arbeiten.

00:24:11: Also schrieb sie sich an der Jeonbuk University ein, zog in die hundert Kilometer entfernte Stadt Jeonju und absolvierte die folgenden drei Studienjahre mit maximalem Ehrgeiz.

00:24:24: Schließlich hatte sie nun endlich ihre Berufung gefunden.

00:24:29: Junhoe sollte es jedoch nicht mehr gelingen ihr Studium in Gänze abzuschließen Denn in der Nacht vom fünften auf den sechsten Juni musste ihr etwas absolut grauenvolles Zubestoßen sein.

00:24:44: Da die inzwischen neunundzwanzigjährige von ihren Eltern keine finanzielle Rückendeckung mehr erhielt, jobbte Junhoe neben ihrem Studium und gab beispielsweise Kindern und jugendlichen Nachhilfe.

00:24:57: Zu ihren Klienten zählten auch die Kinder eines Professors mit dem Junhoe im engem Austausch stand.

00:25:04: Am zweiten Juni war die junge Frau gerade auf dem Rückweg einer Nachhilfestunde als sie auf dem Bürgersteig einer belebten Straße entlang lief.

00:25:14: Hinter ihr näherte sich plötzlich ein Motorrad mit zwei Männern, der Fahrer verlangsamte und als sie schließlich die junge Frau erreicht hatten, entreßt er Beifahrer ihr die Handtasche bevor das Motorrad wieder beschleunigte und davon fuhr.

00:25:30: Zu dem Vorfall gab es mehrere Zeugen und sogar einige Aufnahmen von öffentlichen Überwachungskameras.

00:25:37: Zwei Augenzeugen in einem Van versuchten sogar noch, das Motorrad zu verfolgen.

00:25:42: Die beiden Diebe entkamen schließlich unerkannt.

00:25:47: Junhoe hatte der Vorfall sehr erschüttert.

00:25:50: Völlig aufgelöst lief sie zu ihrem Campus wo sie auf einige Kommilitonen traf und ihnen berichtete was so eben passiert war.

00:25:57: Mit der Handtasche waren nicht nur ihr Portemonnaie sondern auch ihr Handy gestohlen worden Ein Umstand bei dem sich rückblickend nichts sagen lässt ob es sich hierbei um einen Zufall oder sogar um Absicht gehandelt hatte.

00:26:13: Denn nur drei Tage später hat der Junhoe ihr Handy dringender denier gebraucht, an jenem fünften Juni-Sechs erreichte Junhoe zusammen mit ihren studentischen Mitstreitern einen wichtigen Meilenstein.

00:26:27: Es war das Ende des vorletzten Semesters und die Studierenden mussten als Praxisprüfung erstmals einen chirurgischen Eingriff an einem Kadaver vornehmen.

00:26:38: Junhoe hatte kein besonders gutes Gefühl nach der Prüfung und eigentlich vorgehabt, nach Hause zu gehen.

00:26:45: Doch ihre Kommilitonen überzeugten sie schließlich die abgeschlossene Prüfungen gemeinsam mit ihrem Professor noch ein wenig zu feiern.

00:26:53: Der Abend begann gegen zweiundzwanzig Uhr in einer Karaoke-Bar bevor die Gruppe von Studierenden eine weitere Kneipe zog wo sie Aßen tranken und das Ende des Semesters zelebrierten.

00:27:07: Junhoe war mittlerweile wieder besser drauf, was sich auch an einem Amateurvideo erkennen ließ das am Abend von einem Kommilitonen aufgenommen wurde.

00:27:17: Sie lächelte wieder um Schien allgemein guter Dinge zu sein und dennoch schien ihr jenseits ihrer Prüfungsleistung noch etwas anderes Sorgen zu machen.

00:27:28: Gegen zwei Uhr dreißig ging Junhoe zur Darmentolette um kurz darauf wieder leichen Blass am Tisch zu erscheinen.

00:27:36: hey sagte sie zu ihrem Sitznachbarn Wang, ein enger Kommilitone und Freund.

00:27:42: Bist du mir gerade auf die Toilette gefolgt?

00:27:45: Was?!

00:27:46: Nein natürlich nicht!

00:27:48: Entgegnete Wang verdattert.

00:27:50: Ich war die ganze Zeit hier bei der Gruppe.

00:27:54: Jun Hays Blick ging unruhig hin und her bis sie nach wenigen Minuten schließlich in ihre Jacke schlüpfte und die Bar urplötzlich verließ ohne sich von den anderen zu verabschieden.

00:28:05: Wang eilte ihr nach und bot der neunzwanzigjährigen an, sie bis nach Hause zu begleiten so dass sie nicht alleine durch die Dunkelheit laufen musste.

00:28:16: Wang und Yunhei wohnten im selben Viertel und hatten einen Heimweg von etwa eineinhalb Kilometern vor sich.

00:28:23: Als sie schließlich Yunhees Wohnblock erreichten bedankte sie sich für die Begleitung und ging die restlichen einhundert Meter bis zur Haustür allein.

00:28:32: Wang, der wirklich sicher sein wollte das sie unversehrt Zuhause ankam lieb noch einen Moment lang stehen und wartete bis seine Freundin im Haus verschwand.

00:28:43: Als er schließlich das Licht in ihrer Wohnung angehen sah, wandte er sich beruhigt ab und ging selbst nach Hause – nicht ahnend dass Herr Junhoe niemals wiedersehen würde!

00:28:55: Der folgende sechste Juni war ein Feiertag in Südkorea deshalb die Unis geschlossen blieben und die Studierenden sich erst am nächsten Tag wieder sehen sollten.

00:29:06: als die jungen Leute tags darauf wieder in die Hörseele strömten, fiel ihnen jedoch sofort etwas auf.

00:29:14: Yunhei war nicht da!

00:29:17: Dies war vollkommen untypisch für die ehrgeizige junge Frau, die zuvor noch nie eine Vorlesung verpasst hatte.

00:29:24: Eine enge Freundin namens Minji sorgte sich am meisten – zumal sie Yunhei wegen ihrem gestohlenen Handy auch nicht mehr telefonisch erreichen konnte.

00:29:35: Direkt nach den Vorlesungen ging sie zu Yunhei nach Hause und klingelte.

00:29:40: Drinnen konnte sie die beiden Hunde aufgeregt bellen hören und so dachte sie sich erst einmal nichts Schlimmes dabei.

00:29:48: Minji ging davon aus, dass ihre Freundin entweder schlief oder gerade unterwegs war.

00:29:54: Sie würde schon bald wieder auftauchen.

00:29:57: Doch Junhei blieb auch am nächsten Tag verschwunden Und als sie neben ihren Vorlesungen noch ein privates Treffen ohne Absage ausfallen ließ wurden ihre Freunde langsam unruhig.

00:30:11: Wang, Mingyi und zwei weitere Kommilitonen gingen erneut zu ihrem Apartment und klingelten.

00:30:17: Und abermals hörten sie nur von drinnen das Bällen der Hunde.

00:30:22: Da kam ihnen eine Idee!

00:30:25: Auf der gegenüberliegenden Straßenseite von Yunhays Apartment Complex befand sich ein öffentliches Gebäude.

00:30:32: Die Gruppe ging hinein und von der obersten Etage aus konnten Sie direkt in Yunhais Apartment schauen.

00:30:39: Das Fenster stand sperrangelweit offen Und selbst aus der Ferne konnten sie erkennen, dass die Wohnung komplett verwüstet war.

00:30:47: Spätestens jetzt wussten die Freunde das sie etwas unternehmen mussten.

00:30:52: Die alarmierte Polizei setzte sich sofort mit dem Vermieter in Verbindung Der kurze Zeit später die Tür zu dem Apartment der vermissten Studentin öffnete.

00:31:01: Beim Eintreten in die kleine Wohnung schlug den Beamten sofort ein stechender Geruch von Urin und Fekalien entgegen.

00:31:08: Offenbar hatte seit Tagen niemand die beiden Hunde ausgeführt Und diese hatten ihr Geschäft nun in der Wohnung verrichtet.

00:31:16: Der Zustand der beiden Vierbeiner war allgemein

00:31:18: nicht gut,

00:31:20: auf der Suche nach Nahrung hatten sie das halbe Apartment auseinandergenommen und überall lagen Papierfetzen, Verpackungen oder Schaumstoff von aufgekratzten Polstermöbeln.

00:31:33: Die Polizei entdeckte bei einer ersten oberflächlichen Inspektion jedoch noch etwas anderes.

00:31:39: Junhes Roksack den sie am Abend des fünften Juni vor ihrem Verschwinden noch bei sich geführt hatte, fanden die Ermittler abgestellt neben ihrem Bett.

00:31:50: Dies bedeutete dass die neunundzwanzigjährige definitiv in ihrer Wohnung angekommen war sowie Wang der sie von der Bahn nach Hause begleitet hat es bei seiner späteren Vernehmung bestätigen sollte.

00:32:03: In dem Rucksack fand man zwei Spritzen und eine Fiole mit einem Anästhetikum für Tiere Mit Blick auf eine mögliche Straftat war dies ein durchaus besorgniserregender Fund.

00:32:15: Gleichzeitig wären solche Gegenstände in dem Rucksack einer Tiermedizinstudentin auch nicht völlig abwegig.

00:32:24: Zu einem derartigen Schluss gelangte auch die Polizei, nachdem sie ihren Rundgang durch das kleine Apartment beendet hatte.

00:32:32: Die Beamten vermuteten Junhoe wäre aus freien Stücken von der Bildfläche verschwunden Zumal sie keine Einbruchsspuren an der Wohnungstür, die mit einem Zahlencode gesichert war entdecken konnten.

00:32:44: Vielleicht war sie ja bei einem neuen Liebhaber und würde schon bald wieder zurückkommen um sich endlich um ihre Hunde zu kümmern.

00:32:52: Doch die vier Freunde wussten das dies nicht zur Junhe passte.

00:32:56: Die neunzwanzigjährige liebte ihr beiden Haustiere abgöttisch und hätte sie niemals so lange sich selbst überlassen.

00:33:04: Noch dazu pflegte sie einen sehr engen Kontakt zu ihrer Familie Auch wenn ihr erst wenige Tage zuvor ihr Handy gestohlen worden war, hätte sie sich auf einem anderen Weg mit ihren Eltern oder ihrer Schwester in Verbindung gesetzt.

00:33:19: Doch Junhoe's Familie hatte und das förderten schnell ein paar Anrufe zutage.

00:33:25: ebenso keine Ahnung wohin die junge Frau verschwunden war... ...die nun mehr völlig aufgelösten Eltern von Junhoe beschlossen kurze Hand selbst nach Jeonju zu kommen um vor Ort nach ihre Tochter zu suchen.

00:33:39: Währenddessen teilten sich ihre vier Kommilitonen auf.

00:33:43: Zwei Freunde gingen zur nächstgelegenen Polizeistation und gaben wegen der laxen Handhabe der Streifenpolizisten eine offizielle Vermisstenanzeige auf.

00:33:54: Wang und Minji warteten derweil im Apartment auf Junhes Eltern, und auf ihre Schwester.

00:34:02: Doch die Wohnung sah immer noch wie ein Schlachtfeld aus und die beiden Studenten wollten sicher sein dass Junhee's Eltern bei diesem Anblick nicht peinlich berührt wären.

00:34:11: Und so begingen sie einen folgenschweren Fehler, sie räumten das Apartment auf und vernichteten dabei versehentlich potenzielles Beweismaterial.

00:34:23: Als zunächst Junhees Schwester bei der Wohnung ankam, fand diese außerdem ein Zigarettenstummel auf dem Balkon.

00:34:31: In dem Glauben, dass Junhoe anscheinend mit dem Rauchen angefangen hatte warf sie die Kippe weg und vergab damit ebenso ein potentiell wichtiges Beweistück.

00:34:45: Schon bald sollten die Freunde und die Schwester zu tiefst bereuen, dass sie mit ihren gut gemeinten Aufräumarbeiten die Ermittlungen massiv behindert hatten.

00:34:56: Obwohl Sie nun einen geschönten Tatort betraten bemerkten die Eltern schon bald nach ihrer Ankunft das zwei Gegenstände aus dem Apartment fehlten.

00:35:06: Zum Einen war ein Hammer verschwunden den der Vater Junhei aus seiner Werkstatt mitgegeben hatte, als sie von Sol Narjunju umgezogen war.

00:35:16: Zum anderen fehlte ein kleiner Couch-Tisch – ein Vintage-Möbelstück aus den Sechziger Jahren das zu Junhees Lieblingsteilen in der Wohnung gehörte.

00:35:27: Noch an dem Morgen des Tages ihres Verschwintens hatte sie den Tisch von einem anderen Kommilitonen reparieren lassen bevor die beiden gemeinsam zur ihrer Chirurgieprüfung aufgebrochen waren.

00:35:39: Junhes Vater ging daraufhin durch die Nachbarschaft und suchte nach möglichen Hinweisen oder Augenzeugen, die etwas beobachtet haben könnten.

00:35:47: Und tatsächlich entdeckte er schließlich etwas sehr Beunruhendes.

00:35:53: In einer schmalen Gasse an deren Ende zahlreiche Mülltonnen standen hatte jemand die Platte des verschwundenen Couchtisch zwischen zwei Tonnen geklemmt und offenbar entsorgt.

00:36:04: Für den Vater gab es sofort nur eine unheilvolle Erklärung Der Tisch war in irgendeiner Weise mit Spuren belastet, weshalb der Mensch, der für Jun Hes verschwinden verantwortlich war, ihm vermutlich hatte loswerden wollen.

00:36:19: Und dieser Mensch hatte aller Wahrscheinlichkeit nach auch den Hammer mitgenommen, der nun in dem Apartment fehlte.

00:36:28: Trotz dieser neuen alarmierenden Indizien setzte die Polizei von Joon Joo sich erst weitere zwei Tage später in Bewegung um nach der vermissten Studentin zu suchen.

00:36:40: Doch als sie am zehnten Juni schließlich zu Junghees-Aparthen zurückherten, gab es wegen der akribischen Aufräumarbeiten ihrer Freunde leider überhaupt kein Beweismaterial mehr.

00:36:51: Das man hätte sicherstellen können.

00:36:54: Also wicht man auf Befragungen von Nachbarn aus dem Gebäudekomplex aus.

00:37:00: In solchen Wohnhäusern sind die Wände oftmals wie aus Papen.

00:37:04: Sofern es also einen Übergriff gegeben hatte war es sehr wahrscheinlich, dass jemand etwas bezeugen konnte.

00:37:11: Doch leider blieben die Befragungen alles andere als ergiebig zumal viele Mietparteien im Haus sich weigerten mit der Polizei zu sprechen.

00:37:20: Lediglich eine junge Frau konnte einen wichtigen Hinweis beitragen.

00:37:25: Sie gab an das sie einige Tage zuvor von einem Mann bis zur ihrer Haustür verfolgt worden war.

00:37:32: um ihn nicht auch noch ins Gebäude zu lassen hatte sie all ihren Mut zusammengenommen und den Verdächtigen auf offener Straße konfrontiert, woraufhin dieser die Fluchtergriff.

00:37:44: Die Zeugin glaubte, dass er womöglich zurückgekehrt war und sich nun Junhoe als Opfer ausgesucht hatte.

00:37:52: Dies war zumindest eine mögliche Spur, wenngleich die Polizei sie nicht zum Ausgangspunkt ihrer weiteren Ermittlungen machte.

00:38:01: Bei den meisten Straftaten diese Art ist es üblich das Täter-und-Opfer sich in irgendeiner Weise kennen.

00:38:07: Deshalb die Ermittler stattdessen den Fokus auf die Befragung der anderen Studierenden legten, wie an dem verhängnisvollen Abend des fünften Juni noch zusammen mit Junhee gefeiert hatten.

00:38:19: Doch obwohl es sich hierbei um rund vierzig Zeugen handelte hatte niemand etwas Auffälliges beobachtet.

00:38:27: Auch Wang blieb bei seiner Version das er die neunzwanzigjährige nur bis nach Hause begleitet hat.

00:38:35: Trotzdem zählte die Polizei ihn zum engsten Kreis an Verdächtigen, da er derjenige war, der Junhee als letztes lebend gesehen hatte.

00:38:44: Er und weitere Kommilitonen wurden einem Lügendetektortest unterzogen.

00:38:49: Das Ergebnis?

00:38:51: Alle befragten bestanden den Test.

00:38:54: Auch wenn hier natürlich klar gesagt werden muss, dass die Ergebnisse solcher Tests nicht immer der Wahrheit entsprechen müssen – ohne jedes Beweismaterial!

00:39:05: Ohne brauchbare Zeugenaussagen und ohne Tatverdächtige wurde die Luft für die Ermittler allmählich immer dünner.

00:39:14: Man hatte Flugblätter verteilt, die ganze Stadt und die Wälder um Jeonju mit Leichenspürhunden abgesucht und war jedes Detail zu Junhes verschwinden minutiös durchgegangen.

00:39:25: Wo sollten sie noch suchen?

00:39:27: Um den Verbleib der jungen Studentin Die höchst wahrscheinlich einem schrecklichen Verbrechen zum Opfer gefallen war aufzuklären?

00:39:35: Zumindest eine heiße Spur.

00:39:37: Er gab sich dann allerdings doch noch.

00:39:41: Auch im Jahr, als das Internet in immer mehr Haushalten-Einzug erhielt hinterließen die Menschen digitale Spuren.

00:39:50: Deshalb knüpften sich die Kriminaltechniker auch als bald Junhes Computer vor und suchten nach möglichen Aktivitäten.

00:39:58: Hierbei entdeckten sie sofort etwas Auffälliges.

00:40:02: Ihr Laptop war zuletzt am sechsten, sechstem Jahrzehnte um zwei Uhr neunundfünfzig mitten in der Nacht eingeschaltet worden.

00:40:10: Also etwa eine halbe Stunde nachdem Junhoe zusammen mit Wang die Bar verlassen hatte.

00:40:16: Dies deckte sich auch mit dessen Aussage sie hätten nach ca einer halben Stunde Wegzeit Junhoe's Apartment erreicht.

00:40:25: Die Person, die den Rechner eingeschaltete mutmaßlich Junhoe selbst hatte daraufhin eine koreanische Suchmaschine aufgerufen und die folgenden Begriffe eingegeben.

00:40:37: Sexuelle Belästigung, Polizei rufen – und die Rufnummer «Eins, Eins, Zwei».

00:40:44: Die Suche hatte nur drei Minuten angedauert.

00:40:47: Danach konnten die Kriminaltechniker keine weiteren Zugreffe auf den Rechner mehr ausmachen.

00:40:52: Allerdings konnten sie auch feststellen, dass der Laptop erst um vier Uhr einundzwanzig wieder abgeschaltet worden war Eine Stunde und zwanzig Minuten später.

00:41:05: Warum Jun He diese Suchbegriffe eingegeben hatte, erklärte sich aus dem tragischen Umstand das ihr wenige Tage zuvor ihr Handy gestohlen worden war?

00:41:15: Die Polizei folgerte dass jemand ihr bis zu ihrem Apartment gefolgt war und sie nun versuchte auch ohne Telefon irgendwie die Polizei zu erreichen.

00:41:26: Offenbar blieben hierfür nicht mal mehr als drei Minuten Und es scheint leider mehr als wahrscheinlich das nicht Junhoe, sondern der oder die Täter des Gerät knapp anderthalb Stunden später wieder abschalteten.

00:41:41: Doch es blieb nicht bei diesem einen bendesprechenden Log-Eintrag.

00:41:45: Die Polizei fand ebenso heraus dass Junhes Laptop nochmals eingeschaltet worden war und zwar am achten Juni, zwei tausend sechs.

00:41:55: An diesem Tag hatten die Kommilitonen erstmals die Polizei und Junhes Familie informiert die sich die meiste Zeit in dem Apartment aufhielt, hoffend ihre Tochter könnte doch noch unversehr zurückkehren.

00:42:08: Dies bedeutete dass jemand sich während ihrer kurzen Abwesenheiten Zutritt zu der Wohnung verschafft hatte.

00:42:15: Jemand wer nicht nur den Türcode zu ihrem Apartment kannte sondern sogleich eine Software auf dem Computer installierte um verschiedene Einträge und Verläufe zu löschen.

00:42:27: Hierzu zählte auch eine Korrespondenz mit einer unbekannten Person mit der sich Junhoe einige Tage vor ihrem Verschwinden in einem Chatprogramm unterhalten hatte.

00:42:38: Der Polizei gelang es leider nicht, dieses Gespräch geschweige denn das unbekannte Chatprofil zu rekonstruieren.

00:42:46: Es schien immer wahrscheinlicher dass es sich bei dem anonymen Chatpartner zugleich um den Täter handelte Ein Täter der sich erstellen wollte, dass jede noch so kleine digitale Spur zu ihm verschwand.

00:42:59: Spätere Untersuchungen ergaben dass sich am zehnten Juni, also an jenem Tag als die Ermittlungen zu dem Verschwinden der Studentin offiziell anliefen jemand in Junghaes Account bei einem großen koreanischen Musikportal einlockte und ihre E-Mails löschte.

00:43:18: Diese Person tat dies allerdings nicht von ihrem Laptop aus sondern von einem kleinen Motel ins Soul etwa hundert Kilometer von Jeonju entfernt.

00:43:29: Die Auswertungen der Überwachungskameras und Befragungen der Mitarbeiter brachten jedoch leider keinen Treffer.

00:43:37: Für die Polizei war mittlerweile klar, dass Junhoe höchstwahrscheinlich missbraucht und ermordet worden war.

00:43:45: Doch die letzte Gewissheit konnte den Ermittlern und den Angehörigen nur ein Leichnam geben – der zugleich womöglich mehr über den Täterpreis gegeben hätte.

00:43:56: Ein Leichname, der unauffindbar blieb Und zu dessen verbleibt sich schon bald eine schauderhafte Theorie herauskristallisierte.

00:44:04: An dem Veterinär Medizinischen Institut, an dem Junhoe studiert hatte, fielen immer wieder Tierkadawa als Abfallprodukte an nachdem sie von Studierenden als Lehrmaterial genutzt worden waren.

00:44:17: Diese Kadawa wurden regelmäßig von einem Unternehmen abgeholt und anschließend in dessen Krematorium eingeäschert.

00:44:26: Die Abholung erfolgte stets absolut steril und nach einem strengen Regelwerk.

00:44:31: Die Kadava waren bereits in speziellen schwarzen Plastikbeuteln eingepackt und versiegelt, niemand hatte einen Grund geschweige denn ein Interesse die Säcke vor der Kremierung noch einmal zu öffnen.

00:44:45: Ügewöhnlich betrug die Masse an Kadavern für die Einäscherung um die vierzig Kilogramm am achten sechsten jedoch zwei Tage nach Junhes verschwinden betrug diese onehundertzehn Kilogramm.

00:45:00: Die verbliebene Asche war zum Zeitpunkt der Ermittlungen leider bereits entsorgt worden, sodass nicht mehr abschließend geklärt werden konnte ob jemand sich auf so kaltblütige Art und Weise Junhes-Leichnam entledigt hatte.

00:45:16: Zumal ein positiver Befund zumindest den Kreis der Verdächtigen weiter eingegrenzt hätte.

00:45:22: Es wäre deutlich geworden dass jemand aus junhees akademischem Umfeld jemand Der Zugang zu den Räumlichkeiten der tiermedizinischen Fakultät hatte, wie ihren Tod verantwortlich war.

00:45:34: Hier kamen eigentlich nur zwei Männer in Frage.

00:45:39: Bei dem einen handelt es sich um einen Dozent von Junhoe.

00:45:43: Einen Mann namens Professor Moon.

00:45:45: Es war unter den Studierenden bekannt, dass Professor Moon sich für die neunzwanzigjährige interessierte.

00:45:52: Zumal er sie eigens als Nachhilfelehrerin für seine beiden Kinder eingestellt hatte.

00:45:59: An dem Abend ihres Verschwindens war Professor Moon ebenfalls in der Bar gewesen und hatte Augenzeugen zufolge Junhoe-Avancen gemacht.

00:46:08: Was womöglich der Grund dafür war, warum diese so plötzlich nach draußen gestürmt waren.

00:46:15: Bei der Befragung des Professors änderte dieser mehrere Male sein Alibi und machte sich umso mehr verdächtig.

00:46:23: Eindeutig Nachweisen konnte man ihm ein Gewalt verbrechen an Junhoe – allerdings nie!

00:46:30: Und dann war da natürlich noch Wang, der fürsorgliche Freund, ihr Junhoe in jener Nacht nach Hause gebracht hatte.

00:46:38: Es konnte nie bestätigt werden, dass er die neunundzwanzigjährige tatsächlich nur bis kurz vor ihre Haustür begleitet hatte – zumal es weder Augenzeugen noch Überwachungsaufnahmen mit entsprechenden Beweispiltern gab.

00:46:52: Zwei weitere Details ließen zu dem starke Zweifel an seiner Version der Geschichte aufkommen.

00:46:59: Zum einen kannte Wang entgegen seiner Aussage den Türko zu Jun Hes Apartment.

00:47:06: Er zählte zu ihren engsten Freunden und Notfallkontakten, und war regelmäßig bei Jun He Zuhause zu Gast gewesen.

00:47:14: In ihrem gemeinsamen Freundeskreis war außerdem bekannt, dass Wang seit Jahren heimlich verliebt in seine schöne beste Freundin gewesen war.

00:47:24: Zum anderen konnte man zurückverfolgen, sich genau dann vollzog, als Wang und Minji gemeinsam das Apartment reinigten.

00:47:37: Gene fatale Vernichtung der Beweismittel die womöglich doch nicht aus reiner Gedankenlosigkeit geschehen war.

00:47:44: Konfrontiert mit den rekonstruierten Aktivitäten auf Junhes Computer sagten jedoch sowohl Wang als auch Minji aus sie könnten sich nicht erinnern ob der Laptop ihrerseits nochmals angefasst worden.

00:47:59: Für Junhes Eltern ist derweil bis heute klar, dass es Wang gewesen sein musste.

00:48:04: Der ihre Tochter so gewaltvoll und kaltblütig aus dem Leben gerissen hatte.

00:48:09: Da es jedoch nie zu einer offiziellen Anklage kam, zog die Familie im Jahr schließlich selbst gegen den inzwischen angesehenen Tierarzt vor Gericht.

00:48:19: Und verlor trotz aller Anstrengungen den Prozess.

00:48:24: So müssen Junhes angehörige bis heute mit dreischmerzlichen Ungewissheiten leben.

00:48:29: Sie wissen weder, was ihre Tochter in den letzten Augenblicken ihres Lebens erdulden musste.

00:48:35: Noch wo ihre sterblichen Überrisste begraben sind und wer in der Verantwortung für ihren viel zu frühen Tod steht.

00:48:44: Stattdessen müssen sie ertragen dass der Täter noch immer nun mehr achtzehn Jahre später sein Leben unbehelligt weiterleben darf.

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