Schauerstoff Compilation: Zwischen Wahn und Wirklichkeit
Shownotes
Was, wenn du sicher bist, dass jemand hinter dir her ist – aber niemand sagen kann, ob diese Gefahr wirklich existiert? In DIE AHNUNG verlässt ein Mann spätabends sein Zuhause, überzeugt davon, dass ihm etwas Schlimmes bevorsteht. Wenige Stunden später wird er schwer verletzt an einer Autobahn gefunden. Danach führt uns KEIN ENTKOMMEN in die einsamen Wälder von Michigan. Eine Frau, die bereits ein schweres Trauma hinter sich hat, glaubt dort plötzlich, nicht allein zu sein. Zwei rätselhafte Todesfälle – und zwei Geschichten, in denen sich bis zuletzt kaum trennen lässt, wo die Wirklichkeit endet und die Angst beginnt.
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Zur aktuellen Folge:
Siegerland und Hagen, Deutschland (1984) – Günter Stoll fürchtet, verfolgt zu werden, und wird wenige Stunden später unter rätselhaften Umständen an der A45 gefunden; und Benzie County, Michigan (2019) – Ada Quintal sucht nach einem traumatischen Erlebnis Ruhe in einer abgelegenen Hütte, bevor eine verstörende Nacht in einem bis heute diskutierten Todesfall endet.
- Siegerland und Hagen, Deutschland (1984) – Günter Stoll fürchtet, verfolgt zu werden, und wird wenige Stunden später unter rätselhaften Umständen an der A45 gefunden
- Benzie County, Michigan (2019) – Ada Quintal sucht nach einem traumatischen Erlebnis Ruhe in einer abgelegenen Hütte, bevor eine verstörende Nacht in einem bis heute diskutierten Todesfall endet.
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Transkript anzeigen
00:00:11: Was, wenn du sicher bist, dass jemand hinter dir her ist?
00:00:15: Aber niemand sagen kann ob diese Gefahr wirklich existiert.
00:00:21: In Die Ahnung verlässt ein Mann spät abends sein Zuhause überzeugt davon das ihm etwas Schlimmes bevorsteht.
00:00:31: Wenige Stunden später wird er schwer verletzt an einer Autobahn gefunden.
00:00:37: Danach führt uns kein Entkommen in die einsamen Wälder von Michigan.
00:00:43: Eine Frau, die bereits ein schweres Trauma hinter sich hat glaubt dort plötzlich nicht allein zu sein.
00:00:51: Zwei rätselhafte Fälle und zwei Geschichten in denen sich bis zuletzt kaum trennen lässt wo die Wirklichkeit endet und die Angst beginnt.
00:01:09: Schauerstoff der Grusel-Podcast für schlaflose Nächte
00:01:17: Die Ahnung.
00:01:24: Holger Meffert drehte ungeduldig an dem kleinen Rädchen seines Autoradios herum Und fand ganz offenbar nicht, wonach er suchte.
00:01:32: Wo war nur dieser verdammte Schlagersender abgeblieben?
00:01:36: Es war sein absoluter Lieblingssender!
00:01:38: Aber in dieser nordwestlichen Ecke der Bundesrepublik wurde der Empfang immer schlechter und er würde bald auf einen anderen Kanal umsteigen müssen – wenn ihr nicht in absoluter Stille bis zur holländischen Grenze fahren wollte.
00:01:51: Sein Lkw war randvoll mit Heinz Ketchupflaschen die er im Morgengrauen am Hafen von Rotterdam abliefern sollte.
00:02:00: Er lag gut in der Zeit.
00:02:01: Es war erst drei Uhr morgens, und er würde noch ungefähr drei bis vier Stunden bis zu seinem Zielort brauchen.
00:02:10: Meffert war so vertieft in die Suche nach der passenden Musik, dass er um ein Haar den hellblauen VW-Golf übersehen hätte – der mit eingedrückter Motorhaube in einem Graben neben der Fahrbahn lag.
00:02:22: Im Vorbeifahren bemerkte er außerdem einen Mann in einer hellen Jacke, der Blut verschmiert um das Auto herum lief und desorientiert wirkte.
00:02:31: Offenbar ein verletzter Fahrgast.
00:02:35: Der Lkw-Fahrer ging sofort in die Eisen und kam wenige Meter weiter auf dem Seitenstreifen der A-Fünfundvierzig zum Stehen, wo er die Warnblinkanlage einschaltete.
00:02:46: Als er die Tür öffnete und die Treppen seines Führerhauses hinab stieg, blendete ihn von hinten ein grelles Licht.
00:02:53: Direkt hinter seinem LkW kam ein weiterer zwanzig Tonner zum Stehnen dessen Fahrer offenbar dasselbe beobachtet hatte wie er.
00:03:01: Der Mann verließ ebenfalls seine Kabine und kam auf ihn zu.
00:03:05: Die beiden Brummifahrer trafen sich im Scheinwerfer Licht, auf dem Seitenstreifen, während vereinzelt weitere Lastwagen- und PKWs an ihnen vorbeirauschten.
00:03:14: Um diese Zeit war nicht viel los!
00:03:20: Wie sich herausstellte, hieß der andere Lkw-Fahrer Georg Kunzler – und hatte tatsächlich dasselbe wie Holger Meffert beobachtet.
00:03:28: Die Männer verloren keine Zeit und stiegen hinab in die Böschung wo der verbeulte VW-Golf zum Stehen gekommen war.
00:03:36: Von der verwundeten Person, die sie einige Augenblicke zuvor beide noch unabhängig voneinander gesehen hatten, fehlte nun jedoch jede Spur – doch der Unfallwagen war nicht leer!
00:03:47: Auf dem Beifahrersitz saß ein junger Mann, circa Mitte dreißig.
00:03:52: Er war nackt und offenbar schwer verletzt.
00:03:55: Doch er war noch bei Bewusstsein.
00:03:57: Als die zwei Männer sich ihm näherten und fragten, ob er Sie verstehen könne, stammelte er entkräftet.
00:04:05: Hier waren vier Männer.
00:04:07: Aber die sind alle
00:04:07: abgehauen.".
00:04:10: »Okay, Kumpel!
00:04:11: Ganz ruhig« sprach Holger Meffert.
00:04:14: »Wie heißt du?
00:04:16: Günther.
00:04:17: Günther stol.
00:04:20: Okay, Günther – keine Sorge.
00:04:22: Wir werden dir helfen.
00:04:24: Waren diese vier Männer deine Freunde?
00:04:27: Der Verletzte startte ihn unglaublich an und schien die Frage völlig abwegig zu finden.
00:04:33: Meine
00:04:33: Freunde?!
00:04:34: Nein, niemals!
00:04:39: Während Georg Kunzler dem Schwerverletzten seine eigene Jacke überlegte, um ihn wenigstens etwas vor der Kälte in dieser frostigen Oktobernacht zu schützen, sprintete Holger Meffert zur nächsten Notrufsäule, um einen Hilferuf abzusetzen.
00:04:54: Ein schwerer Unfall mit einem blauen VW-Golf – Der Insasse ist schwer verletzt, sprach er in den Hörer und kämpfte mit der Stimme gegen ein Verbeidonnenden zwanzig Tonner an.
00:05:05: Wo genau sind sie?
00:05:06: fragte der Beamte der Autobahnpolizei.
00:05:08: am anderen Ende Auf der A-Fünfundvierzig, kurz vor der Ausfahrt Hagen Süd in Richtung Dortmund, antwortete Meffert und sah sich hektisch um.
00:05:19: Wie der Zufall es wollte stand er direkt neben einem kleinen blauen Kilometer Scheld.
00:05:24: Warten Sie!
00:05:25: Ich kann es Ihnen genau sagen.
00:05:27: Wir sind hier bei Autobahnkilometern siehund dreißig.
00:05:31: Okay, bleiben Sie bei dem Verletzten.
00:05:33: Hilfe ist
00:05:33: unterwegs.".
00:05:37: Holger Mefferd hängte auf.
00:05:39: Noch wusste er nicht….
00:05:40: dass das Unfallopfer später tragischerweise seinen Verletzungen erliegen würde.
00:05:45: Und, dass er gerade zu einer Nebenfigur in einem mysteriösen Kriminalfall geworden war der die Bundesrepublik Deutschland für die kommenden vierzig Jahre in Atem halten sollte.
00:06:01: Am Vorabend dieses tragischen Unfalls genauer am fünfundzwanzigsten Oktober nineteenhundertvierundachtzig saß Günther Stoll wie üblich mit seiner Frau zusammen am Armbrotttisch.
00:06:12: Der Vierunddreißigjährige war gelernter Lebensmitteltechniker Aktuell allerdings ohne Anstellung, was ihm sehr zu schaffen machte.
00:06:20: Allgemein schien es ihm in den letzten Wochen und Monaten nicht gutzugehen.
00:06:25: Seiner Frau gegenüber äußerte er allerdings nicht nur depressive Verstimmungen wegen seiner erfolglosen Suche nach Arbeit.
00:06:32: An jenem Abend kommunizierte er wiederholt Gedanken wie «Ich habe Angst und fühle mich irgendwie verfolgt!
00:06:40: Ich glaube mir will jemand etwas antun».
00:06:43: Auf die besorgte Nachfrage seiner Frau enthüllte er allerdings keine weiteren Details.
00:06:48: Was genau Günther Stoll um seine eigene Unversehrtheit fürchten.
00:06:51: dies, behielt er leider für sich.
00:06:57: Später am Abend saßen die Eheläute noch bei Sammen und sahen im Schlafzimmer
00:07:00: fern.
00:07:02: Stoll hatte es sich in einem Sessel bequem gemacht, während seine Frau die dreiundzwanzig Uhr Nachrichten vom Bett aus verfolgte.
00:07:09: Plötzlich sagte der vierunddreißigjährige unvermittelt – Jetzt geht mir ein Licht auf!
00:07:15: Dann nahm er einen Zettel und einen Stift zur Hand und notierte ein paar kryptische Buchstaben, wie er allerdings sofort wieder durchstrich.
00:07:24: Zu seiner Frau sagte er schließlich – Mein Schatz ich gehe noch mal vor die Tür!
00:07:29: Hier zu Hause finde ich einfach keine Ruhe.
00:07:31: Ich werde nochmal auf ein Bier ins Papillon fahren.
00:07:34: Danach geht es mir bestimmt besser.
00:07:37: Bis später.
00:07:40: Dann gab er ihr einen Kuss, zog seine graue Wildlederjacke über und nahm den Schlüssel zu seinem hellblauen VW-Golf vom Haken.
00:07:48: Seine Frau sah ihm kopfschüttelnd nach bevor sie den zurückgelassenen Zettel auf dem Beistelltisch entdeckte.
00:07:54: Trotz der Durchstreichung konnte sie die einzelnen Buchstaben immer noch gut entziffern – Y, O, G, apostroph T, Z, E. Jokze?
00:08:07: Himmel!
00:08:07: Was sollte das denn
00:08:08: sein?!
00:08:10: Aber da Günther Stolle die merkwürdige Notiz ohnehin durchgestrichten hatte, verschwendete sie keinen weiteren Gedanken daran und beförderte den Zettl in den Müll.
00:08:20: Dabei würde das mysteriöse Papier viele Jahrzehnte später noch einen möglichen Hinweis zur Aufklärung des Fals bereithalten.
00:08:32: Um drei Uhr fünfzehn traf Stoll wie angekündigt in der Kneipe Papillon in Willensdorf ein, etwa sechs Kilometer entfernt von seinem Wohnort in Anshausen.
00:08:42: Doch anstelle eines Bieres blieb der arbeitslose Lebensmitteltechniker an diesem Abend lieber bei Limonade und die Stammkundschaft in der Dorfkneipe sollte später zu Protokoll geben Das Günther Stoll an diesem Abend sehr nachdenklich und nervös wirkte.
00:08:56: Irgendwann war er sogar ohne ersichtlichen Grund von seinem Barhocker gerutscht und gestürzt, wie gesagt – ohne einen Tropfen Alkohol angerührt zu haben!
00:09:08: Doch anscheinend hatte der Kneipenbesuch ihm nicht genug Zerstreuung verschafft.
00:09:13: Deshalb fuhr er mit seinem Wagen weiter nach Heiger Seelbach, einem anderen kleinen Örtchen in der Region.
00:09:19: Hier war er aufgewachsen und hat eine glückliche Kindheit verbracht.
00:09:23: Neben seinen Eltern hatte sich öfters auch eine ältere Nachbarin namens Erna Helfritz um ihm gekümmert, eine mittlerweile hochbetagte Frau.
00:09:33: Frau Helfriz würde den Ermittlern später mitteilen des Günter Stoll in jener Nacht, um etwa ein Uhr morgens vor ihrer Tür stand und offenbar Gesprächsbedarf hatte.
00:09:43: Er wirkte sichtlich aufgewühlt und wiederholte mehrfach überzeugt, dass ihn dieser Nacht noch etwas Schlimmes widerfahren würde.
00:09:52: Aufgrund der fortgeschrittenen Stunde hat die Rentnerin ihn allerdings wieder weggeschickt.
00:09:57: Er möge entweder zu seiner Mutter fahren, die immer noch in Heigaseelbach wohnte oder am besten wieder direkt nach Hause zu seiner Frau in Anzhausen.
00:10:06: Die alte Dame konnte sich beim Besten Willen nicht vorstellen – das Stoll sich in Gefahr befand!
00:10:12: Letzteren Tipp schien der thirty- jährige dann auch beherzigen zu wollen, weshalb er sich höflich von einer Helfritz verabschiedete und wieder an seinen VW Golf stieg.
00:10:22: Doch nach Anzhause sollte er nie wieder zurückkehren.
00:10:28: Was Günther Stoll in den folgenden zwei Stunden tat, konnte nicht mehr geklärt werden.
00:10:34: Fakt bleibt, dass die beiden Lkw-Fahre ihn schließlich um drei Uhr morgens an der Autobahnabfahrt Hagen Süd schwer verletzt auffanden – etwa einhundert Kilometer in nördlicher Richtung und seinem Wohnort ans Haus entfernt.
00:10:47: Was der Lebensmitteltechniker dort gewollt hatte, ließ sich nicht mehr rekonstruieren.
00:10:52: Der thirty vierjährige erlag noch auf dem Weg zum Krankenhaus seinen Verletzungen.
00:10:58: Weitere Informationen über den Tat- oder Unfallhergang oder mögliche beteiligte Personen konnte er nicht mehr preisgeben.
00:11:07: Doch dafür lieferte sein schwer verletzter Körper einige wichtige Anhaltspunkte über das, was ihm widerfahren war.
00:11:15: So stellte man fest, dass Stolz VW Golf zwar von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprelt war – die Verletzungen des Insassen allerdings nicht mit dem Unfall hergang korrelierten.
00:11:27: Stattdessen kamen die Ermittler am Unfallort zu dem Schluss Das Günther Stoll, zuvor bereits unbekleidet mit einem anderen Pkw überrollt worden war.
00:11:37: Woraufhin jemand ihn offenbar anschließend in sein eigenes Fahrzeug gesetzt hatte.
00:11:42: Das deckte sich auch mit seinen letzten Aussagen vor seinem Tod – er habe mit vier Männern im Wagen gesessen.
00:11:49: Zusätzlich zu den Angaben der beiden Lkw-Fahrer die Stoll als Ersthelfer am Unfallort aufgefunden und die unabhängig voneinander zuvor eine Person mit einer hellen Jacke am Wagen gesehen hatten Gaben noch weitere Zeugen in dieser Nacht etwas Interessantes zu Protokoll.
00:12:04: Mehrere Autofahrer erinnerten sich, dass sie um kurz nach drei Uhr einen Anhalter auf der gegenüberliegenden Auffahrt, der A-Fünfundvierzig in Richtung Frankfurt bemerkt hatten.
00:12:16: Leider konnte die Polizei weder diese Person noch den Unbekannten, der sich zuvor am Unfallwagen aufgehalten hatte ausfindig machen.
00:12:28: In Ermangelung weiterer Zeugen die den Unfall oder eine mögliche Gewalttart in der Nacht vom XXV.
00:12:34: auf dem XXVI.
00:12:35: Oktober, nineteenhundertvierundachtzig beobachtet haben konnten, wandten sich die Ermittler nun dem Zettel mit den mysteriösen Lettern zu, den Günter Stoll Zuhause hinterlassen hatte.
00:12:47: Die Buchstabenfolge Y O G T Z E fand sich in keiner Sprache der Welt wieder – also ging man davon aus, dass es sich um eine Art Kot handeln müsse.
00:12:59: Im Frühjahr, nineteenhundertfünfundachtzig wurde der Fall dann bei Aktenzeichen XY ungelöst vorgestellt.
00:13:06: Wo man die Zuschauer ebenso dazu aufrief sich bei sachdienlichen Informationen zu dem Zettel an die Polizei Hagen zu wenden.
00:13:14: Hierauf gingen zahlreiche Hinweise von Funkamateuren ein Der Code könne ein romänisches Funkruf Zeichen sein Sofern man das G als die Ziffer sechs liest.
00:13:24: Diese Spur brachte die Ermittler allerdings keinen Schritt weiter.
00:13:31: Ebenfalls überprüfte man Ob Günther Stoll womöglich Kontakte ins niederländische Drogen- und Bandenmilieu unterhielt.
00:13:39: Seine Frau gab an, dass der thirty- vierjährige bei einem vorangegangenen Sommerurlaub in Amsterdam bezwiedlichtigen Personen in Kontakt gekommen war.
00:13:48: Auch diesem Hinweis ging die Polizei nach ohne verwertbare Ergebnisse zu bekommen.
00:13:57: Mehr als vierzig Jahre lang blieb Günter Stolls tragischer Tod an der A-Fünfundvierzig ungeklärt bis die Polizei Hagen Im April twenty-fünfundzwanzig plötzlich eine neue Pressemeldung heraus gab, der zufolge man den Fall nun doch gelöst habe.
00:14:14: Waren nach all der Zeit etwa neue Zeugen aufgetaucht?
00:14:17: Oder hatte man den oder die Täter vielleicht auf anderem Wege ausfindlich gemacht?
00:14:22: Nein!
00:14:23: Und die Antwort ist leider deutlich ernüchternder.
00:14:26: Man hatte schlichtweg zwei neue Gutachten zu Stolzverletzungen und einen möglichen Unverhergang angefertigt – und war nun der Überzeugung dass der Lebensmitteltechniker den fatalen Unfall selbst verursacht hatte und niemand sonst daran beteiligt war.
00:14:42: In der Pressemitteilung lässt sich nachlesen, da er unter Depressionen gelitten habe und sich in jener Nacht im Ausnahmezustand befunden hat.
00:14:53: Die schweren Verletzungen waren nun doch Konsequenz des Aufpreils mit seinem blauen Vorwegeäufe – eine Fremdeinwirkung schließe man aus!
00:15:02: Auch die Tatsache, das er unbekleidet Und in den Tagen und Wochen zuvor Ängste vor Verfolgung geäußert hatte, erklärte man mit einem labilen Geisteszustand.
00:15:13: Die Akte Günther Stoll wurde nun offiziell geschlossen.
00:15:16: Der Cold Case gilt als geklärt.
00:15:21: Aber ist es wirklich so einfach?
00:15:23: Gibt es nicht viel zu viele Details die bei dieser Erklärung außer Acht gelassen werden?
00:15:29: Die eben doch den Verdacht nahe legen Das Stoll durch Fremdeinwirkungen Möglicherweise durch ein grausames Verbrechen Gestorben war?
00:15:40: Das hierfür wichtigste Indiz bleibt die Aussage der Lkw-Fahrer.
00:15:44: Beide hatten, und zwar unabhängig voneinander ausgesagt, dass sie bei ihrer Ankunft am Unfallort eindeutig eine hellgekleidete Person am Wagen gesehen hatten.
00:15:55: Die beiden konnten sogar noch minutiös beschreiben, das die Jacke der Person im Bereich des Oberarmes verschmutzt gewesen war – möglicherweise durch eine Verletzung!
00:16:05: Wer sonst als eine Person, die mit Günther Stoll im Wagen gesessen hatte?
00:16:09: hätte sich in der Nähe des Unfallortes aufgehalten.
00:16:12: Unmittelbar nach der Kollision!
00:16:16: Und wenn diese Person unbescholten war, warum war sie dann nicht dem bundesweiten Zeugenaufruf gefolgt und hatte sich gemeldet?
00:16:23: Konnte es sich vielleicht um den unbekannten Anhalte handeln, der kurz nach dem Unfall an der entgegengesetzten Fahrbahn auftauchte?
00:16:33: Eine andere Ungereimtheit betrifft das Gutachten zu Ginterstolz Verletzungen.
00:16:38: In der Aktenzeichen XY-Ungelöst-Sendung vom zwölften April, nineteenhundertfünfundundachtzig betonte der damalige leitende Ermittler Hans Lepplar, man habe die Spuren am Körper des Opfers eindeutig so ausgewertet dass der vierunddreißigjährige von einem anderen Fahrzeug zuvor überrollt worden sei.
00:16:57: Vierzig Jahre später geht man nun plötzlich davon aus das die Verletzungen von dem Unfall mit dem VW Golf herrührten.
00:17:05: natürlich darf man annehmen dass sich Ermittlungstechniken in vier Jahrzehnten weiterentwickelt haben und man heute womöglich bessere Werkzeuge zur Hand hat, um Verletzungen am menschlichen Körper zu deschevrieren.
00:17:18: Aber auch in den neunzenhundertachtziger Jahren waren bei der Polizei keine Amateure am Werk sondern Ausgebildete Spezialisten.
00:17:26: Dazu stellt sich die Frage wie der damalige Rechtsmediziner überhaupt auf die Idee gekommen wäre das stolz zuvor überfahren worden war wenn nicht anhand der Spuren.
00:17:37: Wer einen verwundeten Menschen in einem verunfallten Pkw auffindet, geht natürlich erst einmal davon aus dass die Verletzungen von eben jenem Unfallrühren und nicht bereits früher zugefügt worden waren.
00:17:50: Die Wunden an Stolzkörper darunter übrigens ein vollkommen zertrümmerte Arm müssen also von vornherein nicht zu dem Unfallprofil des VW Golfs gepasst haben.
00:18:00: Kannst du schweigen vom nassen Laub das an stolz unbekleidete Körper klebte?
00:18:08: Und nicht zuletzt bleibt zu kritisieren dass viele Ungereimtheiten in dem Fall abschließend mit Günther Stolz geisteszustand erklärt wurden.
00:18:16: Selbst wenn der arbeitslose Lebensmitteltechniker an Depressionen litt, was angesichts seiner persönlichen Situation durchaus nachvollziehbar klingt, muss das nicht gleich bedeutend damit sein, dass er an jenem Abend vollkommen den Verstand verloren hatte.
00:18:31: Menschen mit Depression haben gänzlich andere Symptome als jemand mit Warnvorstellungen und Paraneuer – auch wenn es natürlich immer Mischformen geben kann!
00:18:42: Aber mit dem Stoll attestierten Verfolgungswahn lässt sich praktischerweise natürlich viel erklären.
00:18:48: Die geäußerten Sorgen gegenüber seiner Frau, jemand könne ihm etwas antun.
00:18:53: Der urplätzliche Sturz in der Kneipe und das Anschließende umherfahren offenbar auf der Suche nach Rat und Hilfe – und nicht zuletzt dass man den thirty- vierjährigen vollkommen unbegleitet aufgefunden hatte wurde mit seinem Geisteszustand erklärt.
00:19:09: Vielleicht so die Annahme der Gutachter hatte er sich ja deswegen seiner Kleidung entledigt, weil er in seinem Wahn glaubte, er sei verwanzt und würde abgehört.
00:19:20: Ebenfalls wenig glaubwürdig, wenn man sich bewusst macht das im jener kalten Oktobernacht in dieser Region gerade mal acht Grad über Null herrschten!
00:19:32: Und was ist mit dem Zettel?
00:19:34: Mit der merkwürdigen Buchstaben-Kombination YOG TZE?
00:19:39: Natürlich kann man berechtigte Zweifel daran anmelden dass die Notiz überhaupt irgendetwas mit Günter Stolz tragischem Tod zu tun hatte.
00:19:48: Zumal seine Frau den Zettel bereits in derselben Nacht weggeworfen und er entsprechend nicht sichergestellt werden konnte.
00:19:55: Daraus ergibt sich auch die Frage, ob die Ehefrau den Zättel überhaupt korrekt gelesen oder sich richtig an die Buchstabenkombination erinnert hatte – womöglich stand etwas gänzlich anderes darauf!
00:20:06: Und die Notizen spielt so-oder-so in den Geschehnissen jener Nacht keine Rolle.
00:20:13: Was aber wenn Günther Stoll die Buchstaben doch aufgeschrieben hatte, weil sie mit etwas in Zusammenhang standen, das ihn an jenem Abend offenbar schwer beschäftigte.
00:20:24: Was, wenn Sie vielleicht eine mögliche Erklärung bereithalten?
00:20:27: Warum der Verstorbene in jener Nacht seine Heimat des Siegerland verließ und ganz einhundert Kilometer nach Norden vor?
00:20:36: Denn was genau wollte er überhaupt dort
00:20:38: oben?!
00:20:42: Diese Frage hat sich vor einiger Zeit auch ein User of Reddit gestellt und seine Überlegungen öffentlich gepostet!
00:20:48: Er stellte die Hypothese auf, dass die Ehefrau den Zettel vielleicht verkehrt herumgelesen hatte.
00:20:55: Und das Günther Stoll in Wirklichkeit womöglich eine Ziffer notiert hatte.
00:20:59: Genauer eine Kilometerangabe!
00:21:22: Hieraus ergibt sich die Möglichkeit, dass das spätere Opfer ganz bewusst diesen Ort aufgesucht hatte.
00:21:29: Vielleicht im Rahmen eines Drogendeals und somit hatte er vielleicht den falschen Menschen vertraut und war in einer Art Falle getappt oder vielleicht schuldete er jemandem Geld der es nun auf ihn abgesehen hat.
00:21:44: Es würde zumindest mit seiner eigenen Aussage und der Beobachtung der Lkw-Fahre zusammenpassen, dass sie sich initial nicht alleine in dem Fahrzeug aufgehalten.
00:21:54: Vermutlich werden wir keine Antworten mehr auf diese Fragen finden.
00:21:59: Die Polizei hat die Akte geschlossen und Günther Stoll hat seine wirkliche Todesursache mit ins Grab genommen, doch in den True Crime Foren- und Podcasts lebt seine Geschichte weiter als einer der mysteriösesten Cold Cases der Bundesrepublik Deutschland.
00:22:23: Mehr als drei Jahrzehnte später und tausende Kilometer entfernt beginnt eine zweite Geschichte Mit derselben quälenden Frage.
00:22:33: Ada Quintal zieht sich in eine einsame Hütte in Michigan zurück, um endlich zur Ruhe zu kommen.
00:22:41: Doch eines Nachts hört sie Schritte vor dem Haus und ist überzeugt, dass dort draußen jemand auf sie wartet.
00:23:02: Ob sie womöglich ihren Bäcker falsch gestellt hatte.
00:23:17: Generft wühlte sie mit den Händen unter ihrem Kissen herum, bis sie das Handy zu fassen bekam.
00:23:23: Ihre Augen schmerzten als sie es hervorholte und auf das grelle Display blickte.
00:23:29: Zwei Uhr dreißig Und nein!
00:23:32: Sie hatte sich weiß Gott keinen Bäcker gestellt.
00:23:34: Es war ein Anruf der sie geweckt hatte Von ihrer besten Freundin Ada.
00:23:40: Zwieihrdreißig Scheiße.
00:23:42: Das musste wichtig sein.
00:23:45: Laura nahm ab und presste das Telefon ans Ohr.
00:23:49: Hallo?
00:23:50: Krächzte sie müde, aber angespannt in den Hörer.
00:23:54: Laura!
00:23:55: Ich bin's, Ada!
00:23:57: flüsterte es nervös am anderen Ende.
00:24:00: Was ist denn los?
00:24:02: fragte Laura beunruhigt.
00:24:04: ich bin in der Hütte du weißt schonen Benzy County.
00:24:09: da draußen ist jemand.
00:24:12: oh verdammtes Klang nicht gut.
00:24:14: Laura verstand trotz der wenigen Eckdaten sofort was los war.
00:24:19: Ada hatte vor wenigen Wochen Detroit verlassen und war in das Ferienhaus ihres Onkels gefahren, dass sich hoch oben im Norden von Michigan befand.
00:24:28: Es handelte sich um eine klassische Hütte im Wald – wenig Komfort- und Luxus dafür viel Abgeschiedenheit und Ruhe.
00:24:36: Doch genau das hat der Ada ja gewollt denn in Detroit fühlte sie sich seit einiger Zeit schon längst nicht mehr sicher.
00:24:44: Es lag nun einige Monate zurück, dass man sie dort auf offener Straße und am helllichten Tag angegriffen hatte.
00:24:51: Ein ihr völlig unbekannter Mann war auf sie zugekommen und hatte sie brutal zusammengeschlagen.
00:24:58: Das beinahe schlimmste dabei war für Ada gewesen das er scheinbar überhaupt kein Motiv gehabt hatte.
00:25:04: Sie hatte ihn weder gekannt noch hatte eher sie ausgeraubt.
00:25:08: Doch das Schrecklichste War Dass die Polizei den Täter anschließend nicht fassen Konnte.
00:25:15: Er war unerkannt geflogen.
00:25:17: So hatte sie nicht mal herausgefunden, warum der Angriff ihr gegolten hatte.
00:25:22: und das nagte an Eda so sehr dass Sie stets und ständig fürchtete Ihr Angreifer könnte zurückkehren.
00:25:30: Und als ihr Onkel ihr anbot, dass sie kostenlos als Hauszitterin in der Hütte in Bansy County wohnen könnte.
00:25:37: Hat er Eda nicht lange überlegen müssen?
00:25:40: Laura konnte ihre beste Freundin mehr als verstehen.
00:25:44: Doch was war nun los?
00:25:47: Die Hütte des Onkels stand so ziemlich am entlegensten Ort von Michigan.
00:25:51: Wer sollte sich schon dorthin verirren?
00:25:53: Und warum?
00:25:54: Bist du dir sicher, dass du jemanden gehört hast?
00:25:58: hackte Laura nun nach und bemerkte selbst wie sie automatisch einen Flüstertonanschlug.
00:26:04: Offenbar war es in Ada's Situation wichtig möglichst leise zu sein.
00:26:09: Auf jeden Fall!
00:26:10: zischte Ada.
00:26:12: Ich habe draußen Schritte gehört Erst vor dem Wohnzimmerfenster dann vor der Eingangstür.
00:26:17: Das war kein Tier.
00:26:18: Dann ruft die Polizei, gab Laura mit Bestimmtheit zurück.
00:26:24: Sie selbst konnte für ihre Freundin, die sich über vierhundert Kilometer entfernt befand schließlich kaum etwas tun.
00:26:31: Nein ich trau mich nicht, widersprach Eda.
00:26:34: nun Was wenn ich mich doch erre?
00:26:37: Dann kommen sie hier rausgefahren und finden im Zweifel nichts Und werden sie wahrscheinlich richtig sauer sein.
00:26:42: und ich hab' mich ordentlich zur Idiotin gemacht.
00:26:46: Ich glaube nicht dass die so über dich denken werden wandte Laura ein und säufzte.
00:26:52: Das war mal wieder typisch Ada, sie wollte niemandem zur Last fallen selbst wenn sie sich potenziell in großer Gefahr befand.
00:27:00: doch dann hatte sie eine Idee um ihre Freundin vielleicht doch noch zu überzeugen.
00:27:05: Pass auf!
00:27:08: Wie wäre vorhin der Vorschlag?
00:27:10: Ich bleibe am Hörer während du vorsichtig die Tür öffnest und nachschaust Und wenn Du dann immer noch den Verdacht hast dass da draußen jemand sein könnte rufe ich die Polizei für dich Einverstanden?
00:27:22: Okay, sagte Ada und atmete hörbar tief durch.
00:27:27: Ich werde jetzt die Haustür aufmachen!
00:27:29: Geht klar – ich bin da!
00:27:32: Gab Laura zurück und bemühte sich aufmunternd und beruhigend zugleich zu klängen.
00:27:38: Sie konnte hören wie Ada am anderen Ende den schweren Regel der Eingangstür bei Seite schob Und die Tür sich mit einem leisen Quietschen öffnete.
00:27:47: Dann folgten einige Sekunden gespenstischer Stelle.
00:27:51: Laura hielt den Atem an.
00:27:55: Da ist niemand, hörte sie ihre Freundin schließlich sagen Gott sei Dank!
00:28:01: Sie konnte förmlich spüren wie Adas Erleichterung durch den Hörer auf sie überging Doch dann durch Schnitt Adas Stimme plötzlich erneut die Stelle Scheiße.
00:28:12: das ist nicht wahr.
00:28:14: Was ist denn los?
00:28:15: fragte Laura alarmiert.
00:28:17: Vor der Haustür steht niemand Aber an der Terrassentür und der Rückseite zwei große Typen.
00:28:24: Okay Ada Ich rufe die Polizei, sagte Laura.
00:28:28: Doch ihre Freunde entschnitt ihr das Wort ab und brüllte nun offenbar in Richtung der beiden Fremden.
00:28:34: Das hier ist Privateigentum Und ich bin bewaffnet Also verpiss euch von meinem Grundstück!
00:28:42: Was dann folgte waren Schüsse Unzählige Ohren betäubende Schüsser Bis irgendjemand auflegte Und Laura am anderen Ende der Leitung bloß nach des Freizeichen vernahm.
00:28:59: Etwa eine Stunde zuvor fand sich Ada auf einem sehr späten Spaziergang durch den Wald von Benzy County wieder.
00:29:06: Zugegeben, es war kein freiwilliger nächtlicher Ausflug, zudem sie da aufgebrochen war – vielmehr hatte sie die Schlaflosigkeit hier rausgejagt in der Hoffnung doch noch etwas Müdigkeit zu tanken und die Frustration darüber dass selbst das Schlafmittel, das Sie inzwischen eingenommen hat keine Wirkung zu zeigen schien.
00:29:25: Aber was soll's?
00:29:27: Dachte sie sich?
00:29:28: Ihre Hündin nahm ihr den kleinen Streifzug durch den Wald garantiert nicht übel.
00:29:33: Munter stiefelt sie voraus und versuchte, die verschiedenen Duftmarken des Unterholtes zu erschnüffeln.
00:29:39: Ada zog an ihrem Glimmstängel und säufzte hörbar.
00:29:44: Wenn sie ehrlich zu sich war, wusste sie ganz genau warum sie selbst hier draußen an diesem so entlegenen und friedlichen Ort einfach keine Ruhe fand.
00:29:54: Sie dachte wieder an ihn – an dem Mann der sie in Detroit hinter Rücks überfallen hatte der ihr nicht nur Verletzungen zugefügt, sondern sie auch in ihren Grundfesten erschüttert hatte.
00:30:06: Und der ihr bis heute jede Erklärung dafür schuldig geblieben war.
00:30:11: Aber was geschehen war ließ sich nicht mehr ändern.
00:30:15: Irgendwie musste sie wohl oder übel damit abschließen wenn sie wieder in die große Stadt zurückkehren wollte.
00:30:22: Es war nett von ihrem Onkel gewesen dass sie hier übergangsweise unterkommen konnte doch es war keine Dauerlösung.
00:30:30: Früher oder später musste sie zurück nach Detroit.
00:30:34: Nicht zuletzt, um sich einen neuen Job zu suchen und wieder über die Runden zu kommen.
00:30:39: Sie war immerhin schon siebenundvierzig Jahre alt, hatte allein einen Sohn großgezogen und sich immer irgendwie durchgeschlagen.
00:30:47: Sie würde es auch dieses Mal irgendwie schaffen!
00:30:52: Ada inhalierte noch einmal den Rauch und wollte gerade einen kleinen Pfad einschlagen als ihre Hündin plötzlich abrupt vor ihr stehen blieb Und anfing zu knorren.
00:31:02: So fort stellten sich auch bei Ada alle Nackenhaare einzeln auf.
00:31:07: Der Gedanke an den fremden Mann hatte sie bereits getriggert und ihr Herz begann direkt noch schneller zu klopfen.
00:31:15: Sie hörte ein paar Zweigeknacken Kein Zweifel, da in dem dichten Gebüsch nur ein paar Meter von ihnen war irgendwas.
00:31:25: Ada zückte ihr Telefon und schaltete die Taschenlampe ein.
00:31:29: Langsam ließ sie den Strahl in Richtung des verdächtigen Geräuschs gleiten.
00:31:34: Da streifte das Licht plötzlich ein gelbes Paar Augen, die sie Stummen aus der Dunkelheit heraus anleuchteten.
00:31:42: Scheiße!
00:31:44: mommelte Ada und draht unwillkürlich einen Schritt zurück.
00:31:48: Vor ihnen stand ein ausgewachsener Puma.
00:31:52: Ada konnte im Schein der Taschenlampe sehen wie sein Atem in der kalten Luft kondensierte.
00:31:59: Im nächsten Moment tastete sie nach der kleinen Handfeuerwaffe, die Sie seit dem Überfall durch den unbekannten Angreifer stets in einem Holster bei sich trug.
00:32:08: Das Gefühl des kalten Stahls auf Ihren Finger gucken gab ihr etwas Sicherheit zurück.
00:32:13: Schnell schnappte Ada sich ihre Hündin und nahm sie an die Leine.
00:32:18: Dann zog sie langsam die Waffe aus dem Holster und richtete sie auf das Tier.
00:32:23: Ada hatte natürlich nicht wirklich vorab zu drücken – aber wenn der Puma auf sie zustürmen würde hatte sie wohl keine andere Wahl.
00:32:33: Rückwärts gewandt, das Raubtier nicht aus den Augen lassend, tratten Ada und ihr Vierbeiner den Rückweg an.
00:32:41: Die Hündin knurrte noch einige Male und fletschte die Zähne, fing aber zum Glück nicht an zu bellen und den Puma noch weiter herauszufordern.
00:32:50: Diesen ungleichen Kampf hätten Sie in jedem Fall verloren.
00:32:55: Der Puma taxierte sie eine Weile, wandte sich dann jedoch ab und verschwand wieder zwischen den Bäumen.
00:33:02: Er leichtert ließ Ada die Waffe sinken und wandte sich wieder in Richtung des Weges, den sie gekommen waren.
00:33:08: Sie spürte wie sich ihr Herzschlag normalisierte als die Hütte in einiger Entfernung in ihrem Blickfeld auftauchte.
00:33:16: Ada hatte während ihres kurzen Ausflugs alle Lichter angelassen.
00:33:21: Die gelblich warme Beleuchtung, die durch die Fenster nach Außendrang gab ihr sofort ein behagliches Gefühl.
00:33:29: Das hier war wirklich viel besser als Detroit Und lieber hielt sie der Konfrontation mit einem wilden Raubtierstand als mit einem fremden, völlig unberechenbaren Kriminellen.
00:33:42: Bei dem Häuschen angekommen sprang Ada beschwingt die Stufen der Veranda nach oben, trat mit der Hündin ins Haus und sperrte die Eingangstür so gleich mit einem schweren Querriegel ab.
00:33:53: Ein bisschen Adrenalin zirkulierte noch immer durch ihre Blutbahn, während sie dort in der Küche stand und sich ein Glas Wasser einschenkte.
00:34:01: Doch nachdem sie eine Nachricht an ihren Freund James geschrieben und ihm von dem Vorfall mit dem Puma berichtet hatte, ebte auch dieses Gefühl schließlich ab.
00:34:11: Es störte Ada für den Moment nicht mal, dass ihr Partner nicht sofort antwortete.
00:34:17: Es war bald zwei Uhr morgens – wahrscheinlich schlief er längst!
00:34:22: Endlich entspannte sich wieder und war bereit zur Ruhe zu kommen.
00:34:26: Also schaltete sie den Fernseher ein und zappte sich durch ein paar Unterhaltungssendungen.
00:34:31: Sie spürte, wie eine angenehme Müdigkeit sich langsam in ihr ausbreitete und Ada beschloss dass sie ebenso gut einfach auf dem Sofa einschlafen könnte anstatt sich noch mühsam in den ersten Stock zu ihrem Schlafzimmer zu schleppen.
00:34:48: Sie war gerade dabei eingekuschelt in einer Wolldecke wegzudämmern als ein bestimmtes Geräusch sie unsamt zurück ins hier-und jetzt beförderte.
00:34:58: Draußen vor dem Wohnzimmer hatte sie wieder das Knacken von Zweigen gehört.
00:35:03: Beim ersten Mal versuchte ihr schläfriges Bewusstsein noch, es als ein harmloses Geräusch abzutun.
00:35:10: In dem Wald der das Haus von allen Seiten umfasste gab es schließlich auch jede Menge kleinerer nachtaktive Tiere die ihr unter Garantie nicht schaden wollten.
00:35:21: oder war es vielleicht nur der Wind gewesen?
00:35:24: Doch da knackte er's wieder und wieder!
00:35:27: Nein, das klang ganz und gar nicht nach Windrauschen oder nach einem Vogel im Unterholz.
00:35:35: Wie Schritte.
00:35:38: Plötzlich, wie der Hellwach schlug Ada die Augen auf und lauschte noch einmal.
00:35:43: Wieder knackte es draußen als würde jemand mit schweren Stiefeln auf dem Waldboden entlangschleichen nur wenige Meter vor ihrem Wohnzimmerfenster.
00:35:52: Ada wurde plötzlich bewusst, wie angreifbar sie sich versehentlich gemacht hatte.
00:35:58: Durch die strahlende Beleuchtung und den flackernden Fernseher würde man das Haus unter Garantie meilenweit durch die Bäume leuchten sehen Und es würde womöglich allerlei Gesindel anziehen, dass nachts durch die Wälder streifte.
00:36:12: Und wer auch immer da draußen entlangschlägt, würde nun einwandfrei erkennen können, das sie einer allein stehende Frau von siebenundvierzig Jahren dort arg und schutzlos auf dem Sofa döste.
00:36:25: So lautlos wie möglich ließ Ada sich von der Couch gleiten und kroch langsam in Richtung des Wohnzimmerfensters.
00:36:32: Sie ärgerte sich unterwegs über sich selbst, dass sie das Licht nicht längst ausgeschaltet hatte.
00:36:38: Nun wäre es sehr schwierig, draußen überhaupt etwas zu erkennen.
00:36:42: Beim Fenster angekommen hob sie vorsichtig den Kopf und presste ihr Gesicht gegen die Scheibe.
00:36:49: Der Mondschein enthüllte in der pechschwarzen Dunkelheit lediglich ein paar Umrisse von Bäumen und Büchen.
00:36:56: Edda tastete gewissenhaft mit ihren Augen die Umgebung ab sah aber weder Spuren von einem Tier noch etwas das auf die unliebsame Gesellschaft eines Menschen schließen lassen würde.
00:37:09: Sie begann sich schließlich gerade zu fragen, ob ihre Fantasie allmählich mit ihr durchging als sie plötzlich wieder Schritte hörte.
00:37:25: Dieses Mal kamen sie allerdings nicht vom Wohnzimmerfenster.
00:37:29: Nein!
00:37:30: Sie kamen von der Eingangstür.
00:37:33: Ihr Blick schnellte in Richtung Küche.
00:37:35: Ihr halbgetrunkenes Wasserglas stand noch immer auf dem Counter Und sie konnte eindeutig erkennen, dass bei der Tür daneben der Regel vorgeschoben war.
00:37:45: Gott sei Dank!
00:37:47: Wieder hörte sie Schritte und beinahe kam es ihr so vor als könnte sie einen Schatten durch den Tierspalt erkennen.
00:37:55: Spätestens jetzt fühlte Ada sich so, als wäre sie eine kleine Maus die sich vor einer hungrigen Katze versteckt hielt.
00:38:03: Sie dachte wieder an den Puma hatte der sie etwa bis hierher verfolgt und schlicht nun angriffslustig um die Hütte?
00:38:12: Nein, das war völlig untypisch für diese Geschöpfe.
00:38:15: Das musste ein Mensch sein der ihr da draußen auflauerte oder vielleicht waren es mehrere?
00:38:22: Ein eiskalter Schauerkroch Ada über die Schultern und sie griff nach ihrem Telefon.
00:38:29: Sie tippte neun eins eins in das Display entschied sich jedoch am letzten Moment dagegen.
00:38:35: Was wenn die Polizei hier raus käme nur um dann festzustellen dass niemand sie bedrote?
00:38:41: Ada wollte sich auf keinen Fall lächerlich machen Denn ein Hauch des Zweifels blieb.
00:38:48: Konnte sie seit dem Überfall in die Schreut ihren Sinnen wirklich noch einwandfrei trauen oder verlor sie allmählich den Verstand?
00:38:56: So leise wie möglich angelte sie ihre kleine Handfeuerwaffe vom Couch-Tisch und schlicht dann tief gebeugt in Richtung Eingangstür.
00:39:05: Für den Moment war wieder alles ruhig, keine merkwürdigen Schritte, keine Schatten im Türspalt – widerzögerte Ada!
00:39:14: Dann kam ihr eine Idee Laura.
00:39:18: Laura würde wissen, was zu tun war.
00:39:21: Sie kannte ihre beste Freundin seit mindestens zwei Jahrzehnten.
00:39:25: Wer würde sie wohl besser einschätzen können?
00:39:29: Ada nahm wieder das Telefon zur Hand und suchte Loras Nummer heraus.
00:39:33: Der Rufton erklang einige Male Und fast hätte Ada wieder aufgelegt Doch dann drang schließlich doch noch ein Verschlafenes Hallo an ihr Ohr.
00:39:44: Loras Stimme zu hören hatte unmittelbar eine beruhigende Wirkung auf Ada.
00:39:50: Endlich fühlte sie sich nicht mehr so allein an diesem gottverlassenen Ort und wie Ada es bereits vermutet hatte, ging ihre beste Freunde mit einer guten Portion Ratio an diese Reihe heran.
00:40:03: Mit ihrem Rückenwind traute Ada sich nun die Eingangstür zu öffnen und nachzusehen.
00:40:10: Vorsichtig schob sie den großen Metallriegel zur Seite.
00:40:13: dann öffnete sie die Tür einen Spalt breit um sie im Notfall direkt wieder schließen zu können.
00:40:20: Nur das sanfte Rauschen des Windes drang von draußen an ihr Ohr.
00:40:24: Ada atmete tief durch und stieß die Tür voll eins auf, nichts zu sehen – wie Veranda Valer.
00:40:33: Da ist niemand!
00:40:35: sprach sie erleichtert in den Hörer, um auch ihre von Anspannung gequälte Freundin endlich zu erlösen.
00:40:42: Doch als Ada sich auf dem Absatz umdrehte und ihr Blick wieder ins Haus fiel Er starte sie plötzlich zu Eis.
00:40:50: Von der Küche aus konnte sie in direkter Linie ins angrenzende Wohnzimmer schauen und dort hinter der Terrassentür, die sich an der Rückseite des Hauses befand er kannte sie plötzlich zwei Silhouetten.
00:41:04: Dort standen zwei Männer Ohne zu zögern Hope Ada ihre Waffe.
00:41:09: uns hielte auf die beiden Fremden.
00:41:11: In dem Bemühen so angstfrei und autoritär wie möglich zu klingen brüllte sie die Eindringlinge an Sie mögen verschwinden Doch die hatten bereits ebenfalls ihre Waffe gezogen und auf Eda gerichtet.
00:41:25: Was folgte, war ein orenbetäubender Schusswechsel.
00:41:34: James nahm einen Schluck Kaffee aus seinem Pappbecher und starte mit leerem Ausdruck auf das Amaturenbrett und die Straße vor ihm.
00:41:42: Er hatte tiefe Ringe unter den Augen und ein von Graham gezeichnetes Gesicht.
00:41:47: Eda war seit mittlerweile zwei Monaten verschwunden Und die Polizei würde den Fall schon bald als Cold Case zu den Akten legen.
00:41:55: Genau genommen hatte sie während der gesamten Ermittlungen nicht mal eine einzige verwertbare Spur gehabt.
00:42:02: Stattdessen hatten Sie sich auf ihn, Adas festen Freund, eine Weile lang eingeschossen und allen Ernstes geglaubt er habe ihr etwas antun wollen.
00:42:12: Zum Glück hatte er ein felsenfestes Alibi da er den Abend ihres Verschwindens mit Adas erwachsenem Sohn Nick verbracht hatte.
00:42:20: Dann versuchten die Polizisten auch noch ihm einen Auftragsmord anzuhängen Aber auch diese Theorie war zum Glück nicht haltbar gewesen.
00:42:28: Dennoch hatten er und Adas Familie all das erdulden müssen, als wären sie nicht bereits genug krank vor Sorge-und Trauer gewesen.
00:42:38: Man hatte auch nach dem mysteriösen Unbekannten recherchiert der Ada vor einigen Monaten in Detroit angegriffen hatte.
00:42:46: doch auch dieses Spur führte ins Nichts Und es schien allgemein unwahrscheinlich dass er ihr bis nach dort oben zur Hütte im Bancy County gefolgt war.
00:42:56: Die Untersuchungen des Tatorts hatten im Wesentlichen nur mehr Fragen aufgeworfen, als Antworten geliefert.
00:43:03: Die versprengte Munition und die Patronenhülsen unten im Wohnbereich vermochten kein rechtes Bild zu zeichnen.
00:43:10: Man fand zwar die Kugeln, die Ada mit ihrer Handfeuerwaffe durch die Glasscheibe von innen nach draußen abgefeuert hatte.
00:43:18: man fand in der Hütte allerdings keine fremden Kugel von unbekannten Waffen sondern nur unidentifizierte Patronenhülsen die nicht zwingend von dem Schusswechsel stammen mussten und womöglich deutlich älter sein konnten.
00:43:33: Außerdem hatte man das ganze Haus durchkämmt, und Aders Schuhe sowie ihr Handy – Gott weiß warum – auf dem Dach der Hütte gefunden.
00:43:42: Was zur Hölle hat sie dort oben verloren?
00:43:47: Ihre Waffe hatte man einige Meter von der Hüte entfernt auf den Waldboden im Laub gefunden.
00:43:52: also war man davon ausgegangen dass Ader vom Dach gesprungen und dann in den Wald gelaufen sein musste.
00:43:59: James massierte sich die Schläfen und knifft die Augen zusammen, er war die Fakten immer und immer wieder durchgegangen doch das alles machte überhaupt keinen Sinn.
00:44:11: Wo war seine Freundin?
00:44:14: Sein Telefon vibrierte in seiner Hosentasche und riss ihn aus seinen Gedanken.
00:44:19: Auf dem Display leuchtete der Name von Aders Mutter auf.
00:44:23: Er nahm ab Hallo?
00:44:27: Am anderen Ende herrschte kurz Stille.
00:44:30: Dann sagt er eine ältere Frauenstimme.
00:44:33: James, wir haben sie gefunden!
00:44:40: Am einundzwanzigsten Dezember zweitausendneunzehn bag man den Leichnam von Ariane alias Ada Quintal aus einem kleinen Teich der sich auf dem Grundstück ihres Onkels befand.
00:44:53: Etwa dreihundert Meter von der Hütte entfernt, aus der sie zuletzt verschwunden war.
00:44:58: Die Polizei hatte das Gewässer zwar direkt nach ihrem Verschwinden durchsucht doch offenbar nicht gründlich genug.
00:45:06: Aders Familie hatte den Teich schließlich aus purer Verzweiflung selbst abgepumpt und dabei ihre Leiche entdeckt.
00:45:14: Sie hatte die ganze Zeit unter einem Wasserpegel von gerade mal dreißig Zentimetern unbemerkt dort gelegen.
00:45:22: Der Fund ihres toten Körpers brachte der Familie zwar schmerzhafte Gewissheit, dem Ermittlungsteam aber kaum mehr Licht ins Dunkel.
00:45:31: Aders Leiche wies weder Schusswunden noch sonstige Verletzungen auf.
00:45:36: Dafür entdeckte man bei ihrer Autopsy eine beachtliche Menge an psychoaktiven Substanzen in ihrem Blutkreislauf.
00:45:44: In der Nacht ihres Verschwindens hatte Ada Valium und weitere Medikamente zur Beruhigung eingenommen, die hatte man ihr für ihre Angststörung verschrieben unter der sie seit dem Überfall in Detroit let.
00:45:58: Als die Medikamente zu ihrer eigenen Frustration nicht wirkten, hatte sie bei ihrem Spaziergang mit ihrer Hündin nicht etwa einfach nur eine Zigarette geraucht.
00:46:08: Stattdessen hatte sie Crystal Meth mittels einer Glaspweife inhaliert.
00:46:13: Ein Rauschmittel, das seine Konsumenten mutiger und selbstbewusster macht – gleichzeitig allerdings auch extrem paranoid!
00:46:22: Mit diesem gefährlichen Cocktail im Blut war Ada ins Haus zurückgekehrt und hatte dann die unheimlichen Geräusche von draußen gehört, die in Wirklichkeit wahrscheinlich harmlose Ursachen hatten….
00:46:34: Die Sichtung der beiden Männer erklärte man sich so, dass Ada vermutlich sich selbst in der Spiegelung der Terrassentür gesehen und ihr Spieglbild fälschlicherweise für zwei Eindringlinge gehalten
00:46:44: hatte
00:46:45: auf die sie mehrere Kugeln abfeuerte.
00:46:48: Warum sie anschließend auf das Dach geklettert hat und barfuß durch den Wald gelaufen war ehe sie sich in dem flachen Gewässer wortwörtlich den Tod holte konnte sich jedoch niemand erklären.
00:47:01: Der Autopsiebericht kam zu dem Schluss, dass Ada Quintal vermutlich an einer Mischung aus Drogen induziert im Kreislaufversagen und unter Kühlung gestorben war.
00:47:13: Der Fall wurde als tragischer Unfall geschlossen und zu den Akten gelegt – und doch bleibt ein Hauch des Zweifels!
00:47:22: Denn nur weil man in der Hütte keine weiteren Munitionskugeln fand, bedeutete das nicht, dass ADA wirklich alleinbar Und auch wenn sie verschiedene Drogen an dem Abend konsumiert hatte, musste das nicht heißen, dass sie vollends unzurechnungsfähig gewesen war.
00:47:40: Vielleicht hatte ihr in jener Nacht wirklich jemand vor der Hütte aufgelauert und sie bedroht?
00:47:45: Vielleicht waren der oder die Täter doch irgendwie ins Haus eingedrungen, hatten sie bis aufs Dach und schließlich in den bitter kalten Wald gejagt... ...und vielleicht hatten Sie dann die Lust an Ihrem grausamen Spiel verloren als Ada völlig entkräftet in den Teich gestürzt und im Begriff war jämmerlich zu erfrieren.
00:48:06: In jedem Fall müssen die letzten Augenblicke in Adas Leben von schrecklicher Angst geprägt gewesen sein, ein Schicksal das sie wahrlich nicht verdient hatte.
00:48:16: Wer Fotos von ihr im Netz sucht findet Bilder einer lebenslustigen Frau und stolzen Mutter.
00:48:23: Ruhe in Frieden, Ada Quintale.
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