Schauerstoff Compilation: Tödlicher Abschied
Shownotes
Eine Beziehung endet selten mit einem sofortigen emotionalen Cut, wenn eine oder beide Parteien beschließen, getrennte Wege zu gehen. Manchmal bleiben Verletzungen zurück, Eifersucht, Wut – oder das Gefühl, den anderen nicht einfach loslassen zu können. Und für manche Frauen beginnt genau dann eine besonders gefährliche Zeit.
Die beiden folgenden Geschichten handeln von Beziehungen, die längst Risse bekommen haben – auch wenn das nach außen nicht immer sichtbar ist. Zuerst führt uns VOM ENDE EINER EHE in die Provence. Dort verschwindet Joziane Bézard eines Morgens spurlos. Danach geht es mit SCHÖNER SCHEIN nach Hessen, wo ebenfalls eine Frau plötzlich nicht mehr da ist – und ein scheinbar perfektes Leben langsam auseinanderfällt.
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Zur aktuellen Folge:
Das Verschwinden von Joziane Bézard aus Saint-Tulle in der Provence (2014) – eine schwierige Trennung, Eifersucht und ein Ex-Ehemann, der zunehmend in den Fokus der Ermittlungen gerät; und der Fall Britta B. aus Wambach-Schlangenbad in Hessen (2014) – eine verschwundene Ehefrau, eine makellose Fassade und immer mehr Spuren, die Zweifel am perfekten Leben des Paares wecken. Zwei Fälle über Beziehungen, Kontrolle und tödliche Gewalt gegen Frauen.
- Das Verschwinden von Joziane Bézard aus Saint-Tulle in der Provence (2014) – eine schwierige Trennung, Eifersucht und ein Ex-Ehemann, der zunehmend in den Fokus der Ermittlungen gerät
- Der Fall Britta B. aus Wambach-Schlangenbad in Hessen (2014) – eine verschwundene Ehefrau, eine makellose Fassade und immer mehr Spuren, die Zweifel am perfekten Leben des Paares wecken. Zwei Fälle über Beziehungen, Kontrolle und tödliche Gewalt gegen Frauen.
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Transkript anzeigen
00:00:10: Eine Beziehung endet selten mit einem klaren emotionalen Cut in dem Moment, wenn beide Parteien oder auch nur einer beschließen getrennte Wege zu gehen.
00:00:23: Nicht selten bleiben Verletzungen zurück – Allversucht,
00:00:27: Wut
00:00:28: oder das Gefühl den anderen nicht einfach loslassen zu können.
00:00:34: und für manche Frauen beginnt genau dann eine besonders gefährliche Zeit.
00:00:41: Die beiden folgenden Geschichten Handeln von Beziehungen, die längst Risse bekommen haben – auch wenn das nach außen nicht immer sichtbar war.
00:00:51: Zuerst führt uns vom Ende einer Ehe in die Provence.
00:00:56: Dort verschwindet Josiane Bésar eines Morgens spurlos.
00:01:02: Danach geht es mit schöner Schein nach Hessen wo ebenfalls eine Frau plötzlich nicht mehr da ist und ein scheinbar perfektes Leben langsam
00:01:34: Vom Ende einer Ehe.
00:01:40: Nirgendwo sonst liegen Liebe und Hass so nah beieinander wie in persönlichen Beziehungen, wer sich einst besonders nah vertraut.
00:02:03: Ein Prozess, der keineswegs einfach so über Nacht geschieht.
00:02:07: Denn gemeinsame Jahre, Entscheidungen und Krisen formen und verändern eine Beziehung und die Menschen, die sich darin befinden – kein Wunder also das nach wie vor jede dritte Ehe geschieden wird!
00:02:24: Und nicht selten sind neben dem sich trennenden Paar auch gemeinsame Kinder von der belastenden Situation betroffen.
00:02:32: Oft fühlt es sich für diese so an als müssten sie sich zwischen ihren beiden Elternteilen entscheiden und damit auch eine eigene Wahl treffen, wer von beidem weniger Schuld an der Trennungsmesie ist.
00:02:48: Als seine Eltern sich trennten hatte er bereits erwachsene Sohn Guillaume Bésar schnell seine Wahl getroffen denn seine Mutter hatte ihm immer näher gestanden als sein Vater.
00:02:59: Für Guillaumes ältere Schwester Elodie verhielt es sich genau anders herum.
00:03:04: Sie war stets
00:03:05: Papakind gewesen und nichts hatte an dieser Beziehung zu ihrem Vater Philipp Rüttelnkönnen.
00:03:12: Lange Zeit war dies in Ordnung gewesen, doch als ihre Mutter eines Tages verschwand, entbrannte zwischen den beiden Geschwistern ein unerbittlicher Streit um Schuld, Sühne und die Frage wer Josiane Bésar wirklich aus ihrem Leben gerissen hat.
00:03:33: Dass die dreifünfzigjährige aus dem kleinen Ort Saint-Thyl in der Provence sich gerade erst von ihrem Noch Ehemann getrennt hatte War Josiane damals im Jahr twenty-fourzehn von außen kaum anzumerken?
00:03:47: Die Französin galt als ausgesprochene Frohnatur, war in ihrer Gemeinde hochgeschätzt und man wusste auch um ihre engen Familienbeziehungen.
00:03:56: Ihre Schwester Sylvie wohnte in Sichtweite des kleinen Häuschens das Josiane mit Philipp den glücklicheren Zeiten bezogen hatte und welches sie nach der Trennung behalten hatte während er in einen Nachbarort gezogen.
00:04:10: Die geografische Nähe der Schwestern förderte den engen Austausch und Sylvie sah fast täglich bei Josian vorbei, insbesondere während der schwierigen Trennungszeit.
00:04:22: Der Letzte, der die dreieinfünfzigjährige jedoch lebend sah – bevor sie für immer verschwand – war Josians Sohn Guillaume.
00:04:30: Am Morgen des neunten Januars zwei Tausend vierzehn fuhr sie den damals einundzwanzigjährigen zum Bahnhof, da dieser in seiner Uni in Marseille an diesem Tag seine Zwischenprüfungen ablegen musste.
00:04:43: Geom musste den sechs Uhr Zug erwischen und entsprechend früh waren die beiden aufgestanden, bevor sie sich gemeinsam in den Wagen setzten und zum Bahnhof fuhren.
00:04:52: Laut Aussage des Studenten wollte seine Mutter anschließend noch einmal nach Hause fahren, da sie selbst erst gegen acht Uhr bei der Arbeit erscheinen musste – und entsprechend noch etwas Zeit bis dahin hatte.
00:05:03: Doch bei eben dieser Arbeitsstelle einem Verwaltungsjob im Nachbarort Manusk sollte Josiane niemals auftauchen!
00:05:13: Dass an jenem Tag irgendetwas gehörig schief lief, bemerkte auch bald ihre Schwester Sylvie Amouré als diese gegen acht Uhr dreißig während des Frühstücks aus dem Fenster sah.
00:05:24: Wie bereits erwähnt lag das kleine Einfamilienhaus der Bésarres in Sichtweite und Sylvie konnte aus der Distanz sogar erkennen dass Josian's Wagen noch immer in der Einfahrt stand obwohl sie zu dieser Zeit längst auf der Arbeit hätte sein sollen.
00:05:40: Die Schwester nahm an dass die dreiundfünfzigjährige vielleicht krank geworden war Deshalb sie umgehend erhin gezückte und schrieb, – Hallo meine Liebe!
00:05:48: Ist alles in Ordnung bei dir?
00:05:54: Auch eine Kollegin auf der Arbeit hatte derweil versucht, Josiane telefonisch zu erreichen.
00:05:59: Doch die Kontaktversuche beider Frauen blieben unbeantwortet.
00:06:03: Josiane meldete sich nie mehr zurück.
00:06:09: Sylvie, die ihre Schwester sehr gut kannte, spürte schnell, dass an dieser Situation irgendetwas faul war.
00:06:17: Also rief sie ihren Neffen Jeom an der seine Mutter an diesem Morgen schließlich als Letzter gesehen hatte, bevor sie sich am Bahnhof voneinander verabschiedet hatten.
00:06:26: Auch der junge Student hatte keine Ahnung, warum Josiane offenbar nicht zur Arbeit gefahren war und auch keine Nachrichten beantwortete.
00:06:35: Mittlerweile war es elf Uhr Vormittags.
00:06:38: Sylvie, die zwischenzeitlich selbst zur Arbeit gefallen war, beschloss kurzerhand bei Josians Haus vorbei zu schauen.
00:06:45: Vor Ort angekommen erlebte sie jedoch eine seltsame Überraschung – sie begegnete in der Einfahrt Philipp Josians Ex-Mann.
00:06:53: Das war sehr merkwürdig, denn sie konnte sich kein Reim darauf machen was er hier zu suchen hatte.
00:07:01: Darauf angesprochen behauptete Philippe da habe nur Brennholz holen wollen und das Haus nie betreten.
00:07:07: Entsprechend habe er keine Ahnung ob Josian überhaupt Zuhause sei.
00:07:12: Als Sylvie ihm eröffnete dass ihre Schwester sich seit Stunden nicht gemeldet hatte Und offenbar auch nichts zur Arbeit erschienen war Suchten Sie gemeinsam das gesamte Gelände ab der noch immer sämtliche Schlüssel zu den Räumlichkeiten hatte, öffnete die Haustür, die Garage, den Keller, den Fahrradraum.
00:07:31: Nirgendwo gab es eine Spur von der verschwundenen Josian.
00:07:36: Lediglich im Garten bemerkte Sylvie ein Detail das ihr sofort Sorgen bereitete.
00:07:42: Unter einem Baum fand sie Josians Heizkette, die im Gras lag.
00:07:46: Dabei handelte es sich weiß Gott nicht um irgendeine Heizkette!
00:07:50: Sie war viel mehr – das wusste jeder Josianns Lieblingsschmuckstück gewesen.
00:07:55: Sie trug sie jeden Tag und hätte sie definitiv nicht einfach so im Garten zurückgelassen.
00:08:03: Bei einem erneuten Blick ins Haus fiel der Schwester noch etwas anderes auf.
00:08:07: Josians Handtasche mit samt ihrem Popmonet, allen Papieren und ihrem Handy hingen auch über einem Stuhl.
00:08:14: Warum hätte sie das Haus ohne diese wichtigen persönlichen Gegenstände verlassen sollen?
00:08:20: Spätestens jetzt war Sylvie überzeugt dass ihrer Schwester irgendetwas zugestoßen sein musste.
00:08:26: Also rief sie die Polizei.
00:08:28: Diese nahm den Fall von Anfang an sehr ernst und machte sich direkt auf dem Weg.
00:08:33: Vor Ort verhörten sie sowohl Sylvie als auch Josens Exmann Philipp, später befragten sie auch noch die beiden erwachsenen Kinder Giohm und Elodie, die sich sorgenvoll auf den Weg zum Haus ihrer Mutter gemacht hatten.
00:08:47: Anschließend stellten die Beamten das gesamte Wohnhaus und das Grundstück auf den Kopf und suchten nach Hinweisen.
00:08:54: Bis halb zwölf Uhr in der Nacht durchkämmten sie alles unermüdlich und fanden, absolut nichts.
00:09:01: Das Haus war aufgeräumt – es fehlte nichts!
00:09:04: Es gab keine Kampf- und auch keine Blutspuren.
00:09:07: Josiane blieb wie vom Erdboden verschluckt.
00:09:13: Auf der Suche nach einer ersten Spur konzentrierte man sich zunächst auf ihren Ex-Mann Philipp, dessen Anwesenheit am Haus am Morgen ihres Verschwindens natürlich verdächtig schien, zumal er sich seit der Trennung sonst nie dort aufgehalten hatte.
00:09:27: Die Polizei fand heraus dass das Scheidungsverfahren zwischen Josian und Philipp sehr schwierig vonstatten ging.
00:09:35: Weitere Befragungen aus dem Umfeld der Ex-Eheleute untermauerten den Umstand, dass Philipp sehr aggressiv werden konnte – und Josian regelrecht Angst vor ihm hatte.
00:09:46: Als die Polizei den Verdächtigen dann bat, ihnen sein Handy zur Analyse auszuhändigen, gab dieser an es zu Hause vergessen zu haben.
00:09:55: Ausgerechnet am Tag des Verschwindens seiner Ex-Frau hatte er es nicht am Mann und die Polizei konnte folglich keine Bewegungsdaten von Philipp Bezar auswerten.
00:10:06: Also sollte er eigenständig schildern, was er an jene Morgen getan hatte.
00:10:12: Philipp Bezar behauptete, es sei wie üblich Pilze sammeln gegangen – Er tagt dies sehr gern!
00:10:17: Und man kannte ihn in der Region als Experten auf diesem Gebiet.
00:10:21: Seine Nachbarn konnten dies jedoch nicht bezeugen.
00:10:24: Stattdessen hatten sie beobachtet, wie der Ex-Mann von Josanne sein Autoakribu sputzte.
00:10:29: Etwas
00:10:30: und auch das war in dem kleinen Ort bekannt, was Philipp für gewöhnlich nie tat.
00:10:38: Nun informierten die Ermittler die technische Spurensicherung, die sich den Wagen einmal genauer anschauen sollte.
00:10:45: Im Kofferraum des Autos fanden die Techniker eine erste heiße Spur – ein winziger Blutfleck dessen darin enthaltenes DNA-Material zu jenen von Josanne Bessard passte.
00:10:57: nicht genug um Philipp Bessart als schuldigen Ding festzumachen Aber doch so viel, dass er fortan als Tatverdächtiger Nummer eins in diesem Fall gehandelt wurde.
00:11:06: Bis eine weitere Person auf dem Radar der Polizei auftauchte.
00:11:13: Denn in Ermangelungen weiterer Hinweise schickte man die technische Spurensicherung nun auch ins Haus von Josiann.
00:11:20: Auf dem Schreibtisch vergraben.
00:11:22: unter anderen Dokumenten fand sich ein interessanter Brief an Die Vermisste – genauer!
00:11:27: Ein Liebesbrief.
00:11:29: Eine Analyse der Handschrift ergab dabei zunächst dass dieser nicht von ihrem Ex-Mann Philipp stammen konnte.
00:11:36: Wer also hatte ihn dann geschrieben?
00:11:39: Die Polizei musste nicht lange suchen, der Absender des romantischen Briefs war ein gewisser Patrik – ein Kfz-Mechaniker aus der Region den Josian schon sehr langer gekannt hat.
00:11:51: Genauer war die ganze Familie auch Schwestas Sylvie und Josians Kinder seit langer Zeit mit ihm bekannt gewesen.
00:11:58: er galt als enger Freund und Vertrauter.
00:12:01: Dass die vermisste dreiundfünfzigjährige allerdings eine Liebesbeziehung mit Patrick eingegangen war, war für alle Beteiligten doch neu.
00:12:10: Und das wohl aus gutem Grund!
00:12:13: Bald kristallisierte sich heraus, dass der Mechaniker zugleich der beste Freund von Josians Exmann Philipp war – der von dem Verhältnis vermutlich vorerst nichts wissen sollte.
00:12:26: Man bestellte den Monteur zur Vernehmung ein.
00:12:29: Konfrontiert mit all diesen Erkenntnissen relativierte Patrick sein Verhältnis zu Josanne jedoch gegenüber der Polizei.
00:12:36: Trotz des eindeutigen Briefes betonte er immer wieder, er sei nur ein enger Vertrauter der Vermissten gewesen und das habe nie eine Liebesbeziehung gegeben – sprach hier die Wahrheit aus dem Mechaniker oder war es vielmehr die Angst vor der Reaktion seines besten Freundes Philippe, der ihn die ganze Affäre mit Josiane Leugnen ließ?
00:12:58: Um das herauszufinden, analysierte man die Handy-Kommunikation zwischen Josann und Patrick dass die Vermisste an dem Morgen ihres Verschwindens drei SMS an ihren Freund geschickt hatte.
00:13:11: Der Inhalt dieser Nachrichten konnte jedoch nicht entschlüsselt werden, denn Patrik hatte die SMS offenbar gelöscht, bevor er sein Handy der Polizei übergab – was genau hatte die dreifünfzigjährige ihm also mitteilen wollen?
00:13:26: Zwar ließ sich dies nicht mehr anhand der verbliebenen Daten auf dem Gerät rekonstruieren.
00:13:30: Allerdings gab Joséans Handy dennoch eine mögliche Erklärungpreis!
00:13:35: Die Bewegungsdaten ergaben dass Josanne kurz darauf zu Patricks Werkstatt gefahren war.
00:13:41: Die beiden hatten sich also am Morgen ihres Verschwindens noch einmal getroffen.
00:13:47: Dies machte den Mechaniker in den Augen der Ermittler natürlich zu einem weiteren Potenzial verdächtigen, neben ihrem Ex-Mann Philipp.
00:13:55: Die Frage war nur, welches Motiv hätte Patrick gehabt die neue Frau an seiner Seite zutöten?
00:14:03: Wenn es nach Josan's Familie ging so glaubte diese Felsen fest an die Unschuld des Kfz Monteurs.
00:14:09: Schwester Silvi wusste etwa, dass Patrick schon seit vielen Jahren heimlich in Josianne verliebt gewesen war und sich erst getraut hatte ihr Avonzen zu machen nachdem diese sich von Philippe getrennt hatte.
00:14:21: Er schien also überhaupt keinen Grund zu haben der Frau die er nun endlich erobert hat etwas anzutun.
00:14:31: Also wandte man sich wieder Josians Ex-Manns zu und fand heraus das dieser der Vermissten monatelang nachspioniert und sie heimlig überwacht hatte.
00:14:42: und fühlte sich womöglich als der Doppelgehörnte.
00:14:45: Nicht nur hatte seine Ex-Frau ein neues Leben mit einem neuen Partner angefangen, sie hatte sich auch ausgerechnet seinen ehemals besten Freund dafür ausgesucht.
00:14:54: Neben der Zurückweisung fühlten er sich auch öffentlich gedemütigt – das ganze Dorf wusste mittlerweile Bescheid und tratste über die pikante Dreiecksgeschichte.
00:15:05: Dies hatte schon in der Vergangenheit zu einem bezeichnenden Vorfall geführt.
00:15:10: Josian hatte einige Wochen vor ihrem Verschwinden die Polizei einschalten müssen, da Philipp aus Wut ihr Auto angezündet hatte.
00:15:18: Von den Ermittlern damit konfrontiert, gab der Frührentner den Sabotageakt auch ohne weiteres zu und erklärte es sei genau genommen sein Wagen – und damit schließlich seine Sache ob er ihn abfackelte.
00:15:31: Kurz gesagt, Philipp Bessard war in der Vergangenheit bereits durch Gewaltbereites und unberechenbares Verhalten auffällig geworden.
00:15:41: Aber machte dies ihn auch zu einem eiskalten Mörder?
00:15:44: Tatsache war weiterhin.
00:15:46: Josiane war zwar nach wie vor verschwunden, allerdings hatte man bis dato auch keine Leiche von ihr gefunden!
00:15:52: Und wer heißt das so schön?
00:15:54: Ohne Leiche – kein Mord.
00:15:59: Nachdem Philipp den Geländewagen angezündet hatte und anschließend verhaftet worden war, besahen ein paar Polizeiptychologen sich den fifty-sechjährigen genauer.
00:16:09: Ihr Fazit… Philipp war psychisch extrem labil und benötigte eine engmaschige psychologische Betreuung.
00:16:16: Da Josian zu diesem Zeitpunkt immer noch mit ihm verheiratet war, ob lag es ihr zu entscheiden was als nächstes zu tun sei?
00:16:26: also ließ sie ihn einweisen um Philipp vor sich selbst und vor weiteren Übergriffen auf ihre eigene Person zu schützen.
00:16:35: Als er Ex-Man dann nach gerade mal elf Tagen wieder entlassen wurde waren sich alle in Josians Familie sicher dass dies ein großer Fehler sein würde Alle bis auf Eine.
00:16:45: Die gemeinsame Tochter Elodie hatte die Einweisung ihres Vaters schon von vornherein nicht gutgeheißen.
00:16:52: Sie erachtete ihn als mental völlig gesunden Menschen, der nur aufgrund der Schwere der besonderen Situation überreagiert hatte.
00:17:00: Entsprechend war sie auch felsenfest davon überzeugt dass ihr Vater nichts mit dem Verschwinden ihrer Mutter zu tun hatte.
00:17:06: Es musste einfach eine andere Erklärung dafür geben
00:17:10: oder?
00:17:14: Derweil trat auch die Polizei bei ihren Ermittlungen gegen Philippe Besar weiterhin auf der Stelle.
00:17:20: Man hatte ein starkes Motiv, seine Eifersucht über ihre neue Liebe und auch ein paar gute Indizien gesammelt.
00:17:26: Handfeste Beweise waren dies allerdings nicht – sie reichten auch nicht aus, damit die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den fifty-sechjährigen erheben konnte.
00:17:37: Da kristallisierte sich zumindest ein zweites durchaus starkes Mutiv heraus!
00:17:42: Das Haus das Josiane Besar bis zu ihrem Verschwinden alleine bewohnt hatte, lief ausschließlich auf ihren Namen.
00:17:50: Im Falle einer Scheidung – die bis dato ja noch nicht rechtskräftig gewesen war – wäre Philipp diesbezüglich vollkommen leer ausgegangen!
00:17:58: Im Fall ihres
00:17:59: Todes
00:18:00: hätte er hingegen lebenslanges Wohnrecht in dem Haus.
00:18:06: Eine erneute Zusammenschau aller Indizien und das zweite starke Motiv brachten die Ermittlungen nun endlich voran.
00:18:18: Verhaftete man ihren noch Ehemann Philipp und steckte ihn in Untersuchungshaft.
00:18:25: Lange Zeit suchte man danach nach die umliegenden Wälder mit freiwilligen und Hundestaffeln ab, um womöglich die Leiche der Vermissten doch nur vor Prozessbeginn aufzuspüren.
00:18:36: Doch all dies blieb vergebens!
00:18:38: Wenn Philipp sie tatsächlich ermordet hatte dann hat er offenbar ein sehr gutes Versteck für Ihren Leichnamen gewählt.
00:18:48: Ganze anderthalb Jahre passierte im Fall Josiane Bissard absolut nichts Keine neuen Beweise, keine neuen Erkenntnisse.
00:18:57: Da erreichte die Ermittler eine tragische Nachricht – der Mechaniker Patrick, Josians neuer Partner hatte sich erhängt!
00:19:05: War dies vielleicht als stilles Geständnis zu deuten?
00:19:09: Hatte er anstelle von Philippe der dreifünfzigjährigen doch etwas angetan und seine Schuld darüber einschließlich des Umstands das nun ein Unschuldiger in seiner Stadt im Gefängnis saß, nicht länger ertragen können?
00:19:23: Soweit es Josian's Familie in Form von Schwester Sylvie und dem Sohn Guillaume betrifft, so glaubt diese nicht daran.
00:19:30: Für sie war immer klar, dass Patrick Josian aufrichtig geliebt hatte.
00:19:35: Vielmehr sind Sie überzeugt, daß Patrick sich mitschuldig gefühlt hatte,
00:19:39: da er die Tragödie
00:19:40: nicht rechtzeitig hatte kommen sehen – und seine neue Partnerin nicht vor ihrem Ex-Mann hatte schützen können!
00:19:46: Allein dieses Gefühl hat ihr ihn ihrer Ansicht nach in den Selbstmord
00:19:50: getrieben.".
00:19:54: In jedem Fall hat Patrick dennoch einige Informationen mit ins Grab genommen, die für die Klärung des Fals extrem wichtig gewesen wären.
00:20:02: Zum einen hatte er der Polizei gegenüber nie sein Verhältnis mit Josiane bestätigt und zum anderen war er ihnen auch bis zu seinem Tod ein Alibi schuldig geblieben wo er sich am Morgen ihres Verschwindens aufgehalten hatte.
00:20:19: Als der Fall dann schließlich im November zwei tausend achtzehn fast fünf Jahre nach der Tat vor Gericht verhandelt wurde gab es mit Philippe Besar nur einen einzigen Hauptverdächtigen.
00:20:31: Der Prozess markierte auch das Ende eines erbitterten Kampfes von Josianz Familie, um die Frage von Philipps Schuld.
00:20:39: Während Tochter Elodie sich einen Freispruch erhoffte – was angesichts der fehlenden Leiche durchaus realistisch schien – pochte der Rest der Familie auf eine lebenslange Haft für den Verdächtigend.
00:20:53: Nach nur drei Verhandlungstagen fiel das einstimmige Urteil.
00:20:56: Philippe Bésar wurde des Mordes für schuldig befunden und zu fünfundzwanzig Jahren Haft verurteilt.
00:21:03: Während Elodie sich verzweifelt über die Entscheidung zeigte, herrschte bei allen anderen Angehörigen große Erleichterung.
00:21:10: Endlich war Josiane Bésars Gerechtigkeit zuteil geworden.
00:21:15: Allerdings bringt auch dieses Urteil diese schmerzlich vermisste Mutter, Schwester, Freundin und Kollegin nicht mehr zurück.
00:21:24: Josiane Besar bleibt bis heute verschwunden Und ihre Angehörigen haben nach wie vor kein Grab, keine letzte Ruhestätte an der sie trauern könnten.
00:21:35: Auch Elodie und Guillaume sind noch immer über die Schuldfrage zu ihrem Vater massiv zerstritten – nur ein Gefühl, einen die beiden Geschwister bis heute!
00:21:47: Sie haben jeweils ihre beiden Elternteile verloren.
00:21:50: Ihre Mutter ist aller Wahrscheinlichkeit nach schon seit vielen Jahren tot.
00:21:55: Und ihr Vater?
00:21:57: Für Elodie sitzt er unschuldig im Gefängnis Und für Guillaume ist Philipp im selben Augenblick gestorben, als er das Leben seiner geliebten Mutter am neunten Januar zwei Tausend vierzehn für immer auslöschte.
00:22:16: Bei Josiane Bésar beginnt die Suche mit einer verschwundenen Frau und führt immer tiefer in die Geschichte einer Beziehung, die längst nicht mehr friedlich war – auch unser zweiter Fall beginnt mit einem leeren Haus!
00:22:32: Doch diesmal scheint zunächst alles dafür zu sprechen dass der wichtigste Mann im Leben der Famisten zum Zeitpunkt ihres Verschwindens überhaupt nicht dort gewesen sein kann.
00:22:50: Schöner Schein!
00:22:56: Man muss es einfach so sagen, das Social-Media-Zeitalter hat uns alle verändert und das nicht immer zum Positiven.
00:23:04: Unsere Selfies sind gefiltert unsere Urlaubsfotos bei Instagram zu schön um wahrzusehen und überhaupt ist unser digitales Ich zumeist attraktiver beliebter und erfolgreicher, als es in Wirklichkeit der Fall ist.
00:23:20: Der Erfolgsdruck ist den Zeiten der sozialen Medien enorm – wer kann sich da schon entziehen?
00:23:28: Und so bewundern wir tagtäglich jene bei Facebook & Instagram die scheinbar alles zu haben scheinen!
00:23:35: Das perfekte Haus, dem perfekten Partner ein Jet Set Leben ohne Geld sorgen und voller weißer Traumstrände.
00:23:43: Denn ja… Es gibt sie … Jene Menschen die es augenscheinlich leichter als andere im Leben haben.
00:23:51: Dass hinter deren goldenen Pforten allerdings zuweilen auch mörderische Geheimnisse lauern, davon erzählt diese Geschichte.
00:24:02: Der Ort Wambach-Schlangenbad im hessischen Rheingau Taunuskreis klingt zugegeben auf den ersten Blick nicht sonderlich glamourös und dennoch hatte sich hier ein Paar niedergelassen das anders war als die anderen Bewohner des kleinen Örtchins.
00:24:18: In einer schicken Wille am Ortsrand wohnten der französische Geschäftsmann Emmanuel B. und seine deutsche Frau Britta.
00:24:26: Im Ort kannte man das attraktive Traumpaar natürlich aus der Ferne Ein persönlicher Kontakt zu anderen Einwohnern der Gemeinde bestand jedoch nicht.
00:24:37: Das Paar blieb lieber für sich oder anders gesagt Es lebte vollkommen isoliert.
00:24:44: Dem Ehemann Emanuel machte dies nicht viel aus.
00:24:47: Er war der Liebe wegen einige Jahre zuvor von Frankreich nach Deutschland ausgewandert pflegte allerdings noch zahlreiche Geschäftsbeziehungen in sein Heimatland und war entsprechend viel unterwegs.
00:24:59: Damals, im Jahre twenty-fourzehn hatte er sich mit dem Handel von E-Mail Adressen ein beträchtliches Vermögen aufgebaut, von dem auch seine Partnerin Britta massiv profitierte.
00:25:11: Die beiden hatten inzwischen soviel Geld angehäuft dass Britta in ihrem Beruf als Flugbegleiterin zunächst nur noch in Teilzeit arbeitete und diese Arbeit schließlich irgendwann voll ins Aufgab.
00:25:23: Während er also herumreiste und das Geschäft florierte, kümmerte sich seine Frau ausschließlich um die Pflege- und Instandsetzung ihres Herrschaftlichen Anwesens.
00:25:34: Aus dieser Aufgabe heraus – und womöglich auch aufgrund ihrer Isolation und Einsamkeit – entwickelte Britta als bald eine regelrechte Besessenheit, was die Arbeiten an der Villa betraf.
00:25:46: Zwanghaft beschäftigte sie sich bis ins kleinste Detail mit Morbillar-, Deko oder dem Garten und verfiel dabei immer mehr ihrem eigenen Perfektionsdruck.
00:25:57: Dass ihr Projekt inzwischen schon manische Züge erreicht hatte, konnten zum damaligen Zeitpunkt auch andere Personen
00:26:03: bezeugen.".
00:26:04: So berichtete etwa die Landschaftsarchitektin das Britter sie eines Tages anrief nachdem sie Wochen zuvor ein paar Kirschbäume im Garten hatte pflanzen lassen.
00:26:13: Diese begannen nun nach der vollen Blüte zu welken – und die Auftraggeberin konnte es ihrer eigenen Aussage zufolge nicht ertragen die welkenden Blüten in ihrem Vorgarten zu sehen.
00:26:27: Emanuel B. schien derweil, der ruhende Polen in der Paarbeziehung zu sein.
00:26:32: Wann immer seine Frau die Fassung verlor oder sich nichtige Sachen zu sehr zu Herzen nahm, brachte er sie wieder in die Spur – so wirkte es jedenfalls von außen!
00:26:44: Entsprechend besorgt äußerte er sich am zwanzigsten Februar, als er seine Frau bei der hessischen Polizei als vermisst meldete.
00:26:53: Er selbst war gerade von einer Geschäftsreise aus Paris heimgekehrt und in ein leeres Haus zurückgekommen.
00:26:59: Zwei Tage zuvor hatte er noch von Britta eine E-Mail erhalten, in der sie alltägliches besprochen hatten.
00:27:05: Auf seine letzten Nachrichten hatte sie seitdem jedoch nicht mehr reagiert.
00:27:10: Der Ehemann gab an, dass in seinem Haus alles an seinem Platz stand und es auch nicht nach einem Einbruch aussah.
00:27:17: Stattdessen fehlten jedoch ein paar von Brittas Wanderschuhen sowie eine dicke Winterjacke.
00:27:22: Er vermutete daher, daß sie im angrenzenden Wald spazieren gegangen war.
00:27:27: War ihr dort vielleicht etwas zugestoßen?
00:27:30: Emmanuel B. erwähnte auch die psychischen Probleme seiner Frau, womöglich hatte sie sich selbst etwas angetan.
00:27:40: Da der Ehemann sich zum Zeitpunkt des Verschwindens in Frankreich aufgehalten hat und am achtzehnten Februar dort noch Nachrichten von seiner Frau erhielt, schiede er aufgrund seines Alibis zunächst als Verdächtiger aus.
00:27:52: Dann sah sich die Polizei die E-Mails der Vermissten jedoch genauer an – und machte eine interessante Entdeckung!
00:27:58: Die Mails waren zwar tatsächlich von Britters Laptop verschickt worden, allerdings war der Computer zu diesem Zeitpunkt nicht in das heimische Netzwerk der Villa in Wambach eingelockt.
00:28:08: Stattdessen waren die Mails von einem Pariser Hotelzimmer aus verschickt wurden – jenem Ort wo Emmanuel B. während seiner Geschäftsreise untergebracht war.
00:28:18: Der Verdächtige hatte die gesamte Korrespondenz also fingiert und sich die Mail selbst hin- und her geschickt um vermeintliche Lebenszeichen seiner Frau abzusetzen.
00:28:29: Andere Indizien ergaben, dass das Paar schon lange nicht mehr die Traumbeziehung führte wie es den Anschein hatte.
00:28:36: Nachdem die Ermittler das Handy von Emanuel B konfistiziert hatten, fanden sie beim Auslesen zunächst einige gelöschte Unterhaltungen mit verschiedenen Nummern.
00:28:45: Diese konnten auf dem WhatsApp-Server jedoch wieder hergestellt werden – Mit dem Resultat?
00:28:50: Der Ehemann verabredete sich seit geraumer Zeit neben seiner Ehe mit anderen Frauen zu treffen, von denen seine Frau besser nichts gewusst hatte!
00:28:59: Dies war auf ein anderes Licht, auf das perfekte Leben des jungen Paares.
00:29:03: Doch bedeutete dies auch, dass Emanuel B seiner Partnerin etwas angetan hatte?
00:29:10: Und noch eine andere Frage stellte sich – wenn Britta B die Mail vom achtzehnten Februar in Wirklichkeit nicht selbst verfasst hatte, wann hatte man sie also zuletzt lebend gesehen?
00:29:23: Um das herauszufinden überprüften die Ermittler das Videomaterial der drei Überwachungskameras.
00:29:31: Die Kameras erfassten den Bereich der Eingangstür, des Gartens und der Garage.
00:29:36: Nur leider stieß die Polizei hier auf die nächste Ungereimtheit.
00:29:40: Sämtliche Aufnahmen waren verschwunden – das Gerät wurde per Reset neu gestartet!
00:29:48: Wieder fiel der Verdachter ermittler natürlich sofort auf den Ehemann, der aber offenbar einen kleinen Flüchtigkeitsfehler begangen hatte.
00:29:55: Die Aufnahmen der Kameras waren nicht gelöscht, sondern lagen noch als diffuser Datenmüll auf der Festplatte.
00:30:01: Dieses Gemengen an Daten ließ sich durchaus entwirren, sodass die einzelnen Überwachungsbilder wieder in die richtige Reihenfolge gebracht werden konnten.
00:30:10: Es kostete nur Zeit und ein großes Personalaufgebot der Polizei um dieses Puzzle aus insgesamt eins Komma Eins Millionen Bildern zu lösen.
00:30:22: Als man die Aufnahmen schließlich vollens sortiert hatte brachten sie auch das gewünschte Ergebnis Am Abend des sechzehnten Februar.
00:30:30: zwei tausend vierzehn sammeln auf den überwachungsvideos Wie Britta B gegen einundzwanzig Uhr zur Mülltonne ging, etwas entsorgte und anschließend wieder ins Haus hineingäng.
00:30:40: Danach verließ sie das Haus kein weiteres Mal!
00:30:45: An jenem sechzehnten Februar war auch Emanuel B noch daheim – erst einen Tag später war er nach Paris aufgebrochen.
00:30:52: Für die Polizei war somit klar, dass nur er als Tatverdächtiger in Frage kam und dass er seine eigene Frau höchstwahrscheinlich umgebracht hatte.
00:31:01: Doch wie hat er sie dann aus dem Haus geschafft?
00:31:03: wenn die Überwachungskameras keinen Aufschluss darüber geben konnten.
00:31:07: Was genau war sein Motiv?
00:31:09: Und wo hatte er die Leiche
00:31:11: versteckt?!
00:31:14: In der kleinen Gemeinde gab es derweil kein anderes Thema mehr!
00:31:18: Die Menschen waren verstört, denn auch wenn die wohlhabenden Eheläute sehr zurückgezogen gelebt hatten wurden sie allgemein doch als freundlich und kultiviert erlebt.
00:31:27: Hatte der nette und gut aussehende Franzose tatsächlich seine eigene Frau auf dem Gewissen?
00:31:34: Derweil verstrickte sich Emanuel B in immer unglaubwürdigeren Geschichten.
00:31:39: Nachdem klar war, dass Britta B bereits am Abend des sechzehnten Februars verschwunden sein musste gab er nun plötzlich zu Protokoll das Paar sei an jenem Abend noch zu einem Anlegesteg am Rhein gefahren wo Britta b dann den Freitod per Ertrinken gewählt haben sollte.
00:31:56: Er selbst hatte allerdings auch nichts unternommen um sie davon abzuhalten oder aus dem Wasser zu retten.
00:32:02: Das Gewässer wurde abgesucht Auch wenn die Polizei sich längst sicher war, dass der Verdächtige ihnen ein schlechtes Lügenmärchen aufgetischt hatte.
00:32:11: Doch ohne Leiche kein Mörder.
00:32:13: und auch wenn die Indizien inzwischen erdrückend schienen gab es noch immer keine handfesten Beweise!
00:32:21: Die Staatsanwaltschaft erhob dennoch Anklage gegen Emanuel B. Und begab sich damit auf dünnes Eis, denn die Indizinlage reichte nicht aus um einen Prozess zu rechtfertigen.
00:32:32: Weshalb das Gericht die Anklages zunächst zurückwies und der mutmaßliche Täter wieder aus der Untersuchungshaft entlassen wurde.
00:32:40: Die ermittelnden Beamten mussten also weiter nachverwertbaren Spuren suchen, um den Franzosen den Mord an seiner Frau doch noch nachweisen zu können.
00:32:48: Doch sie mussten sich beeilen!
00:32:51: Sobald er Ehemann aus der U-Haft entlassen worden war, verkaufte er umgehend das Anwesen in Wambach mit samt sämtlicher persönlichen Gegenstände von Britta B., dann zog er nach Brüssel und mietete dort ein teures Apartment an.
00:33:06: Für die Ermittler war dies ein Herberschlag.
00:33:09: Um wirklich jede Spur auszureizen, nahm man nun auch die Konto-Bewegungen rund um das Verschwinden der Ehefrau unter die Lupe und konnte aufdecken.
00:33:18: Einen Tag nachdem sich Britta B zuletzt nachweislich lebend in ihrem eigenen Haus aufgehalten hatte, war ihr Mann auf die Bank gefahren, hat er ihr Konto geräumt und sich eine hohe Geldsummer auf sein eigenes Konto überweisen lassen.
00:33:31: Ein Restbetrag von etwa eintausend Euro hatte er sich im Bar auszahlen lassen.
00:33:37: Die Polizei konnte sogar nachzeichnen, wo er die große Summe Bargeld ausgegeben hatte.
00:33:42: Bei einer edelprostituierten, die er bald darauf aufsuchte.
00:33:49: Wieder muss hier klargestellt werden?
00:33:51: Das Verhalten von Emmanuel B war höchst verdächtig – zumal ein sich-sorgender Ehemann sich unter Garantie anders verhalten hätte!
00:33:59: Doch auch die Räumung des Kontos blieb ein Indiz, kein Beweis für seine Schuld.
00:34:06: Man befasste sich nun mit den Fahrzeugen des vermögendem Ehepaars und fand in dem Wagen von Emmanuel B tatsächlich eine Blutspur des Opfers.
00:34:15: Diese erklärte er selbstverständlich mit einer Schnittverletzung, die sich das Opfer bei Gartenarbeiten angeblich zugezogen hatte.
00:34:22: Er argumentierte, er habe mit dem Waken Rosenschnitt entsorgt – und an den Pflanzen gestrüpp hätte seine Frau sich verletzt gehabt!
00:34:30: Die Ermittler hingegen waren überzeugt.
00:34:32: Mit diesem Wagen war eine Leiche transportiert worden.
00:34:37: Nur wie sollten sie dem Ehemann die Tat nachweisen?
00:34:40: wenn dieser sich zu vielen Vorwürfen einfach ausschwieg und sich keinesfalls ein Geständnis entlocken ließ.
00:34:47: Ein weiterer Blick auf die Konto-Bewegungen brachte hier einen kleinen Durchbruch.
00:34:52: So entdeckte man eine Buchung, die zwar erst am neunzehnten Zwoten, zwei Tausend, vierzehn getätigt wurde – die Transaktion war jedoch die Folge eines Einkaufs vom siebzehntem Februar, zwei tausend Vierzehn.
00:35:03: Jeden im Tag an dem Britta B wahrscheinlich nicht mehr lebte.
00:35:07: Am siebzenten Februar War Emmanuel B. in einem Baumarkt einkaufen und hatte ein paar sehr interessante Gegenstände erworben.
00:35:17: Der belastendste Artikel war hierbei ein Multifunktions-Tool mit einer kleinen, aber extrem scharfen Säge Ideal um etwas zu zerteilen.
00:35:27: Außerdem hat er zwei feuerfeste Metalleimer sowie einen Spezialreiniger erworgen.
00:35:33: Es wurde nun immer klarer und zugleich entsetzlicher wie der Ehemann bei der Beseitigung des Leichenhams mutmaßlich vorgegangen war.
00:35:43: Also suchte man nun im Haus nach Spuren eines solchen Vorgangs.
00:35:47: Einen ersten Hinweis lieferten abermals die Überwachungskameras, die das Grundstück der Eheläute erfassten.
00:35:54: Hier konnte man zwar den Ehemann nicht auf dem Bildern rund um den mutmaßlichen Tatzeitpunkt sehen – allerdings dafür erkennen, dass an der Rückseite des Hauses in einem kleinen Hauswirtschaftsraum die ganze Nacht über das Licht gebrannt hatte.
00:36:08: Normalerweise auch das brachte eine Analyse vergangener Überwachungsbilder zu Tage War das Ehepaar eher früh zu Bett gegangen und das Anwesen lag für gewöhnlich ab einundzwanzig Uhr dreißig im Dunkeln.
00:36:20: In jener Nacht vom siebzehnten auf den achtzehnten Februar, also nachdem Emmanuel B sich das Multitool im Baumarkt gekauft hatte war nun bis fünf Uhr morgens jemand offenbar wach
00:36:31: und schwer beschäftigt.
00:36:35: Die kriminaltechnische Untersuchung der Räumlichkeiten ergab sehr zur Ernüchterung der Beamten jedoch keine Beweise dass dort ein Leichnam zerteilt worden war.
00:36:44: Ganz im Gegenteil, das Haus und insbesondere der Hauswirtschaftsraum wirkten geradezu klinisch rein.
00:36:52: Wie war das möglich?
00:36:55: Die Ermittler nahmen noch einmal die Rechnung aus dem Baumarkt zur Hand und sahen, dass Emanuel B neben dem Multitool auch sogenannten Zementschleierentferner gekauft hatte – ein hochaggressives Reinigungsmittel, das auf glatten Oberflächen wie beispielsweise Fliesen mittels zugesetzter Salzsäure mit allem fertig wird!
00:37:14: Auch mit Blut und Gewebe resten.
00:37:19: Nur, woher wusste Emanuel B das?
00:37:22: Als Händler mit Spam-Email-Adressen dürfte er ohne Recherche über solche Informationen wohl kaum verfügt haben.
00:37:29: Das Überprüfen seines Suchverlaufs bestätigte dann auch dass der Hauptverdächtige sich genau über jene Art des Spurenverwischens informiert hatte.
00:37:37: Außerdem hat er danach recherchiert wie man einen Wirgegriff erfolgreich bei einem Opfer ausführt.
00:37:44: Trotz aller Indizien Wieder fürchteten die Ermittler, dass eine erneute Anklage durch die Staatsanwaltschaft wegen mangelnder Beweise abgeschmettert würde.
00:37:54: Ein wichtiges Beweisstück tauchte dann allerdings doch noch auf!
00:37:57: Das Multitool mit dem der Täter die Leiche von Gritter B mutmaßlich zerteilt hatte war noch im Haus – das war seltsam, hatte er doch ansonsten akribisch dafür gesorgt, dass jede noch so kleine Spur seines Handelns nicht mehr nachweisbar wäre.
00:38:13: Und dann ließ er ausgerechnet das wichtigste Tatwerkzeug zurück.
00:38:20: Hier hatte Emanuel B einen entscheidenden Fehler gemacht, mit dem er sich unabsichtlich belastete.
00:38:25: Denn die Ermittlungen ergaben, dass der Geschäftsmann bereits vor dem Einkauf im Baumarkt ein solches Multifunktions-Tool besessen hatte.
00:38:33: Dieses Tool hatte sein Schwiegervater ihm vor einiger Zeit geliehen – es gab also zwei Geräte!
00:38:40: Natürlich wollte der Verdächtige nicht das geliene Gerät für seine Tat verwenden….
00:38:45: Also kaufte er ein zweites, identisches.
00:38:48: Als er dann jedoch alle Spuren im Haus beseitigte und auch alle verräterischen Werkzeuge entsorgte, nahm er das falsche unbenutzte Multitool mit.
00:38:57: Jenes womit er den Leichner mutmaßlich zerteilt hatte blieb zu seinem Irrtum im Haus.
00:39:04: Der Bericht des beauftragten Molekulabiologen bliebt dann auch ohne jeden Zweifel.
00:39:09: Das Gerät war akribisch gereinigt worden Und dennoch fand man in den zahlreichen Ritzen und Vertiefungen des Multitools eindeutige Blutspuren, die nach einem DNA-Abgleich auch ohne jeden Zweifel der vermissten Britta B zugeordnet werden konnten.
00:39:27: Dieses Mal hielt dann auch die Anklage der Prüfung durch das Gericht stand und wurde zugelassen.
00:39:33: Trotzdem war es mehr als ungewiss wie dieser Prozess ausgehen würde.
00:39:37: Zum einen gab es keinen Geständnis von Emmanuel B., zum anderen auch keine Leiche.
00:39:43: Dennoch war für die Polizei und Staatsanwaltschaft mittlerweile eindeutlich dass der Franzose seine Partnerin auf grausame Art getötet und ihren Leichnam entsorgt hatte.
00:39:53: Nur würde das urteilende Gericht die Beweisführung ebenso anerkennen?
00:40:00: Trotz einiger Gutachten, die den Angeklagten entlasten sollten sowie einer Nachbarin als Zeugen, die Britta B am siebzehnten Februar noch lebend gesehen haben wollte, entschied das Hessische Landgericht?
00:40:12: Emanuel B war schuldig am Tod seiner Frau Britta!
00:40:15: Man verurteilte ihn zu elf Jahren Haft wegen Totschlag.
00:40:20: Ein Mord ließ sich durch das Fehlen des Leichnahms nicht nachweisen.
00:40:27: Durchschnittlich jeden dritten Tag geschieht in Deutschland ein Femizid.
00:40:32: Jeden dritten tag wird eine Frau durch einen Mann getötet, der ihr nahe stand.
00:40:38: Gerade durch dieses enge Verhältnis zum Täter lässt sich vorab durchausenstehende kaum abschätzen was manchmal unter der Oberfläche einer solchen Beziehung brodelt.
00:40:49: Die Eltern von Britta B haben die Tat ihres Schwiegersones nie begreifen können.
00:40:55: Zulange hatten auch sie sich arglos in der Annahme gewogen, ihre Tochter würde ein perfektes Leben an der Seite eines erfolgreichen gut aussehenden und wohlhabenden Mannes führen, der sie auf Händen trug.
00:41:09: Der Fall von Britta B lehrt uns das wir besser zweimal hinschauen sollten wenn jemand uns sein ideales Leben vorgaukeln will.
00:41:17: Denn hinter jeder verschlossenen Tür gibt es Krisen und Probleme Und hinter so mancher Tür Leider auch häusliche
00:41:24: Gewalt,
00:41:25: die manchmal selbst vor der Tötung des anderen nicht halt macht.
00:41:29: Wer selbst betroffen ist darf sich nicht verstecken und hat jedes Recht darauf, sich Hilfe zu suchen.
00:41:38: Als Emanuel B damals die imposante Villa verkaufte ließ er dabei sämtliche Möbel, Kleidung und persönliche Gegenstände seiner Frau im Haus.
00:41:47: Als der Falschluss endlich aufgeklärt war bekamen Brittas Eltern also kaum etwas ausgehändigt was sie an ihre Tochter erinnerte und was ihnen bei der Bewältigung der Trauer hätte helfen können.
00:41:59: Für sie fühlt es sich nun so an, als sei ihre Tochter im luftleeren Raum verschwunden.
00:42:05: Sie haben nicht mal ein Grab, an dem sie trauern können Und sie würden sicherlich vieles dafür geben Ein persönliches Erinnerungsstück von ihr zu haben Vielleicht ja ein Foto Einen ungeschickten Schnappschuss Der sie so gezeigt hätte wie sie einst gewesen sein muss.
00:42:23: Nicht perfekt aber liebenswert und vor allem echt.
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