Du möchtest deine Werbung in diesem und vielen anderen Podcasts schalten? Kein Problem!
Für deinen Zugang zu zielgerichteter Podcast-Werbung, klicke hier.

Audiomarktplatz.de - Geschichten, die bleiben - überall und jederzeit!

Schauerstoff Compilation: Schutzlos

Shownotes

Diejenigen unter uns, die alt, körperlich krank oder geistig beeinträchtigt sind, brauchen besonderen Schutz. Sie sind oft auf andere angewiesen – auf Angehörige, Betreuung, Pflege oder schlicht darauf, dass jemand genau hinsieht, wenn etwas nicht stimmt. Und genau diese Abhängigkeit kann sie besonders verletzlich machen. In dieser Compilation erzählen wir zwei Geschichten über Schutzlosigkeit. Zuerst geht es mit der Folge HILFLOS ins Elsass, wo 2008 die Leiche einer geistig behinderten Frau im Rheinseitenkanal gefunden wird. Danach führt uns DER LEISE TOD nach Olot in Spanien, wo das Versterben einer 85-jährigen Bewohnerin eines Pflegeheims plötzlich Fragen aufwirft, die weit über diesen einen Fall hinausreichen.

Viel Spaß beim Hören!

Und wenn ihr uns unterstützen wollt, hinterlasst gerne Kommentare und positive Bewertungen oder empfiehlt uns weiter. Vielen Dank!

Unsere Empfehlungen für sichere Nächte: https://amzn.to/4yDSAXS

Und nach einer besonders aufwühlenden Folge empfehlen wir euch: https://amzn.to/4i148hS

Unter diesem Link findet ihr all unsere Werbepartner: https://linktr.ee/schauerstoff.podcast

Wenn ihr Anfragen zur Vermarktung oder Feedback habt, dann schreibt an: podcast@schauerstoff.com

Zur aktuellen Folge:

Ein rätselhafter Leichenfund im Elsass im Jahr 2008, eine junge Frau ohne Papiere und die Frage, was ihr in den Jahren zuvor widerfahren ist. Und: Der Tod einer 85-jährigen Bewohnerin eines Pflegeheims im spanischen Olot im Jahr 2010, ungewöhnliche Verletzungen und ein Verdacht, der immer größere Kreise zieht.

  • Ein rätselhafter Leichenfund im Elsass im Jahr 2008, eine junge Frau ohne Papiere und die Frage, was ihr in den Jahren zuvor widerfahren ist.
  • Der Tod einer 85-jährigen Bewohnerin eines Pflegeheims im spanischen Olot im Jahr 2010, ungewöhnliche Verletzungen und ein Verdacht, der immer größere Kreise zieht.

Du möchtest deine Werbung in diesem und vielen anderen Podcasts schalten? Kein Problem!
Für deinen Zugang zu zielgerichteter Podcast-Werbung, klicke hier.

Audiomarktplatz.de - Geschichten, die bleiben - überall und jederzeit!

Transkript anzeigen

00:00:10: Diejenigen unter uns, die alt, körperlich krank oder geistig beeinträchtigt sind brauchen besonderen Schutz.

00:00:20: Sie sind oft auf andere angewiesen – auf Angehörige Betreuung Pflege Oder schlicht darauf Dass jemand genau hinsieht Wenn etwas nicht stimmt Und genau diese Abhängigkeit kann sie besonders verletzlich machen.

00:00:39: In dieser Compilation Erzählen wir zwei Geschichten über Schutzlosigkeit.

00:00:45: Zuerst geht es mit der Folge hilflos ins Elsass, wo in dem Jahr die Leiche einer geistig behinderten Frau im Rheinseitenkanal gefunden wird.

00:00:57: Danach führt uns der leise Tod nach Olot in Spanien, wo das Versterben eines pflegeheims plötzlich Fragen aufwirft – die weit über diesen einen Fall Hinausreichen.

00:01:39: In dieser Folge geht es unter anderem um Gewalt gegen Menschen mit Handicap.

00:01:44: Es war uns trotzdem wichtig, diese Episode zu machen Um das Bewusstsein dafür zu schaffen dass gerade Menschen mit Behinderung besonderen Schutz vor Verbrechen bedürfen.

00:01:55: Indem hier vorliegenden Fall ist dies leider nicht gelungen Doch zumindest, so viel sei vorweggenommen, wurden die Täter schlussendlich allesamt rechtskräftig verurteilt.

00:02:11: Es war der dritte September, two-tausend acht.

00:02:14: Der Tag im Heim hatte wie jeder andere angefangen.

00:02:19: Daniel erkehrt war früh geweckt worden, hat sich angezogen und war anschließend zum Frühstück mit den anderen Bewohnern in den Gemeinschaftsraum gegangen.

00:02:29: Nun saß er wieder auf seinem Zimmer und puzzelte.

00:02:32: Er war noch nicht lange in der Einrichtung und hatte erst vor wenigen Wochen sein Zimmer bezogen.

00:02:38: Vielleicht war das ja der Grund, weshalb er sich so unwohl fühlte und ihn ständig Albträume plagten?

00:02:46: Aber nein!

00:02:47: Da war noch etwas anderes – etwas, das in seinem Unterbewusstsein wütete und dass er nicht in eigene Gedanken fassen konnte.

00:02:56: Es war mehr ein Gefühl als eine konkrete Erinnerung.

00:03:00: Wenn er daran dachte, kamen die körperlichen Schmerzen zurück… und die Frage, was genau er eigentlich falsch gemacht hatte.

00:03:09: Denn das, was passiert war, mußte doch seine Schuld gewesen sein!

00:03:14: Oder?

00:03:16: Und als Daniel kurz den Blick vom Puzzle hoch und draußen vor dem Haus das Polizeiauto vorfahren sah, war er sich sicher, dass sie nun kommen würden um ihn zu bestrafen.

00:03:32: Einige Wochen zuvor am neunundzwanzigsten Juli, Tuckerte langsam auf dem Rheinseitenkanal im französischen Elsass ein Schiff der Schweizer Flussbrigade und machte seine übliche Patrouille.

00:03:46: Alles war wie immer, bis einer der Beamten plötzlich etwas Seltsames in Wasser entdeckte – kein Zweifel!

00:03:53: Da trieb eine Leiche am Rand des Kanals.

00:03:57: Schnell verständigten sie die französische Jandammerie, die wenige Minuten später eintrafen und die Leiche aus dem Wasser barkt.

00:04:05: Auf den ersten Blick ließ ich direkt sagen dass die verstorbene Person eine Frau um die dreißig gewesen sein musste.

00:04:12: Sie trug ein rotes Kleid mit Blumen und einen Marienbild um den Hals.

00:04:17: Außerdem hatte sie an ihrem Handgelenk ein kleines Tattoo in Form eines Ys.

00:04:23: Viel mehr gab die Leiche jedoch für den Moment nicht preis, denn die Frau trug keine Papiere bei sich.

00:04:30: Also mußte die Polizei auf anderem Wege ihrer Identität auf die Spur kommen – und vor allem herausfinden wie sie zu Tode gekommen war!

00:04:40: Denn Vielleicht etwas Makaba gesprochen?

00:04:44: Ein Leichenfund im Rheinseitenkanal war um ehrlich zu sein nicht unbedingt eine Seltenheit.

00:04:49: Stattdessen hatten hier schon einige Menschen ihr Leben freiwillig beendet und sich in dem Gewässer ertränkt, doch traf dies auch auf die junge Frau in den Blumenkleid zu?

00:05:01: Der herbeigerofene Gerichtsmediziner konnte einen Suizid schon nach einer oberflächlichen Untersuchung mehr oder weniger ausschließen!

00:05:09: Die Leiche der Unbekannten Dies mehrere Frakturen im Bereich des Kopfes und des Rückens auf.

00:05:15: Diese hätten entweder von einem Unfall oder von körperlicher Gewalteinwirkung rühren müssen.

00:05:21: Um dies genau herauszufinden, überführte man die Leiche also in das Gericht Medizinische Institut von Mulus.

00:05:31: Bei der forensischen Untersuchung wurde dann klar dass die Leichen noch gar nicht lange im Wasser gelegen hatte.

00:05:37: Der forensische Pathologe datierte den Zeitpunkt des Todes auf etwa zehn Stunden vor der Bergung.

00:05:42: Bei der Untersuchung bestätigte sich jedoch auch, was man leider schon vermutet hatte.

00:05:47: Die Frau war vor ihrem Tod schwerkörperlich misshandelt worden und musste zahlreiche Verletzungen erdulden – bevor man sie in den Fluss geworfen hatte, wo sie schlussendlich ertrank.

00:05:58: Doch bei näherem Hinsin entdeckte man noch etwas anderes.

00:06:02: Die Verstorbene waren nicht nur in jüngster Vergangenheit Rohrgewalt ausgesetzt gewesen.

00:06:07: Der Forensiker entdeckte auch ältere Verletzung die jemand ihr schon Wochen oder Monate vor ihrem Tod zugefügt haben musste.

00:06:15: Nun war klar, dass hier jemand ein sehr schweres Verbrechen begangen hatte.

00:06:20: Um dem oder den Tätern jedoch auf die Spur zu kommen, suchte mein Händering nach der Identität des Opfers.

00:06:28: Ein Abgleich mit der vermissten Datenbank brachte leider keinen Treffer.

00:06:33: Keine der aktuell vermisten Frauen passte vom Aussehen und der Beschreibung zu der Frau aus dem Rheinseitenkanal.

00:06:40: Also blieb der Gendarmerie nur noch eine Möglichkeit.

00:06:44: Man veröffentlichte in der Zeitung einen Artikel zu dem Leichenfund, beschrieb darin das Opfer und druckte daneben ein Bild von ihrer Kleidung und der Marienbildkette ab.

00:06:54: Es sollte nur zwei Tage dauern bis ein Mann auf den Präsidium erschienen und eine höchstabenteuerliche Geschichte zu der unbekannten Frau zu erzählen hatte.

00:07:06: Der Mann, den die Beamten am II.A.

00:07:09: in den Vernehmungsraum führten, hieß Bernard Boulanger.

00:07:14: Er war bei der Polizei von Mulus durchaus kein Unbekannter, da er schon seit einigen Jahren obdachlos war und durch seinen verwirrten Geisteszustand schnell überall auffählen.

00:07:24: Boulanger behauptete ohne große Vorrede die Tote aus dem Kanal sei seine Freundin gewesen Sie habe Josephine Bronn geheißen und sei ursprünglich illegal aus der Schweiz nach Frankreich eingewandert.

00:07:37: Der Sechzigjährige gab außerdem eine ziemlich eindeutige Beschreibung seiner Freunden ab Die genau auf die Vermisste zu passen schien.

00:07:46: Trotz Boulangeres verwirrt im Zustand entschloss sich die Polizei, seinem Hinweis nachzugehen.

00:07:53: Weder in Frankreich noch in der Schweiz fand man jedoch eine Josephine Bronnen, die dort jemals gemeldet gewesen war.

00:08:01: Währenddessen wurden die Aussagen des Zeugen immer würrer und unglaubwürdiger.

00:08:06: Einmal behauptete er, er habe der Verstorbenen selbst die Verletzungen zugefügt – ein anderes Mal?

00:08:11: Eine Gruppe Unbekannter habe sie überfallen und ermordet!

00:08:16: Für die Gendarmerie war zumindest eines klar….

00:08:18: Der Mann schien irgendetwas zu verbergen.

00:08:21: Bernard Boulanger wurde verhaftet und in Untersuchungshaft gebracht.

00:08:26: Derweil durchsuchte man auch sein Zimmer in einem Obdachlosenheim, wo der Sechzigjährige sich zuletzt aufgehalten hatte.

00:08:33: Die Ermittlungen ergaben jedoch, dass er schon seit Monaten nicht mehr in dem Heim aufgetaucht war – und entsprechend fand man in seinem Zimmer nichts was auf eine Freundin oder irgendeinen Kontakt zu der unbekannten Frau hindeutete.

00:08:45: Da Boulangé jedoch der bis dato einzige Tatverdächtige war beschloss der Untersuchungsrichter, ein Mordverfahren gegen ihn zu eröffnen.

00:08:57: Doch dann – nur eine Woche nach dem Zeugenaufruf in der Presse – wendete sich plötzlich das Blatt als eine ältere Dame am siebten August, dass Polizeipräsidium betrat.

00:09:08: Sie hieß Beatrice Seiller und war sechzig Jahre alt.

00:09:12: Im Gespräch mit den Beamten wirkte sie sehr aufgelöst und besorgt.

00:09:16: Sie behauptete die in der presseabgedruckte Beschreibung könnte auf ihre Tochter Sylvie Muschler, zu treffen.

00:09:24: Sie habe seit vier Jahren nichts mehr von ihr gehört und zwischenzeitlich auch eine Vermisstenanzeige aufgegeben.

00:09:30: Sie war insbesondere deshalb so in Sorge, da ihre Tochter eine geistige Behinderung hatte.

00:09:38: Je mehr Beatrice Serrière über ihre Tochte erzählte, desto mehr dämmerte den Ermittlern dass das Profil der Vermisten tatsächlich mit der im Kanal gefundenen Leiche übereinstimmen könnte.

00:09:49: Sylvie führte laut Aussage ihrer Mutter trotz ihrer geistigen Einschränkungen viele Jahre ein glückliches Leben.

00:09:56: Sie war bereits seit Jahrzehntausend eins verheiratet gewesen und wohnte, zusammen mit ihrem ebenfalls kognitiv behinderten Ehemann Daniel Eckert in Ranzbach nur wenige Kilometer von Mulus entfernt wo man die Leiche aus dem Kanal geborgen hatte.

00:10:11: Das Paar hatte immer sehr harmonisch gewürgt Und Beatrice Seiller hat es stets ein enges Verhältnis zu ihrer Tochter gepflegt Bis das junge Paar zwei tausend vier in eine Wohnwagen-Sielung In der Nähe des Stadt Norsi zog und der Kontakt von einem auf den anderen Tag plötzlich abbrach.

00:10:31: Die Mutter hatte sich lange Zeit gefragt, ob es richtig gewesen war, ihre Tochter einfach so ziehen zu lassen.

00:10:37: Doch Sylvieh war trotz ihrer Behinderung eine erwachsene Frau und hatte ein Recht auf ein eigenständiges Leben mit ihrem Ehemann.

00:10:44: Wenn sie den Kontakt zu ihrer Mutter plötzlich nicht mehr wollte, dachte Beatrice, dann musste sie das wohl akzeptieren.

00:10:52: Entsprechend überrascht und irritiert war sie dann jedoch als drei Monate vor dem Aufruf in der Zeitung Ihr Schwiegersohn Daniel erkehrt plötzlich vor ihrer Türstand.

00:11:02: Er war außer sich und erzählte völlig unzusammenhängt, Sylvie sah in Gefahr, werde von jemandem festgehalten und erfürchtete, dass sie bald getötet werden könnte.

00:11:12: Da Daniel bekanntermaßen ebenfalls an einer geistigen Behinderung litt – und Beatrice Hierre noch aus der Vergangenheit wusste, das ihr Schwiegersohn sich häufig in Fantasiegeschichten verrannte, schenkte sie dessen Erzählungen jedoch keinen Glauben und schickte ihn wieder weg!

00:11:27: Doch nun Drei Monate später und im Angesicht einer gefundenen Leiche, die ihre Tochter sein könnte, quälte sie der Gedanke, dass er vielleicht doch etwas Wichtiges wusste.

00:11:40: Die Polizei fand die Schilderungen der älteren Dame Glaubhaft und veranlasste sofort einen DNA-Test um das Erbgut von Madame Stéiaire und der Leiche aus dem Kanal abzugleichen.

00:11:51: Und tatsächlich!

00:11:52: Bei der gefundenen Toten handelte es sich um die Zweiunddreißigjährige Sylvie Muschler.

00:11:58: Für ihre Mutter Beatrice brach die Welt zusammen.

00:12:01: Und für die Ermittler lief die Untersuchung fortan auf Hochtouren.

00:12:05: Jetzt, wo sie wussten wer die Tote einst gewesen war ergaben sich endlich wichtige Sporen und die Dringlichste davon führte direkt zu ihrem Ehemann Daniel Eckert.

00:12:20: Bis man diesen schließlich aufspürten vergingen allerdings noch einige Wochen.

00:12:25: Es schien als sei Eckert vielleicht aus guten Gründen untergetaucht am zweiten September Knapp einen Monat nach dem Auftauchen der Leiche von Sylvie Muschler fuhr schließlich ein Streifenwagen vor einem behinderten Heim in Neuf-Maison, einer Kleinstadt bei Nancy vor.

00:12:42: Die Ermittler hatten erfahren, dass der Gesuchte Daniel Eckert sich hier bereits seit etwa drei Monaten auffielt.

00:12:49: Als sie schließlich auf den Ehemann der Verstorbenen trafen, wirkte dieser massiv verängstigt und traumatisiert.

00:12:56: Seine größte Sorge war offenbar – und das nicht grundlos dass man ihn für den Mord an Sylvie Mut Schleher verdächtigen könnte.

00:13:04: Zumal seine Geschichte doch über die Maßen abenteuerlich klang.

00:13:11: Wie schon die Mutter Beatrice ausgeführt hatte, lebten er und Sylvie bis in dem Jahr vier trotz ihrer geistigen Handicaps weitgehend unabhängig in einem kleinen Haus in Ransbach – unweit von Sylvie's Mutter.

00:13:24: Ihr Leben war simpel und dennoch erfüllt und sie finanzierten ihren Lebensunterhalt durch ihre behinderten Rente und einfache Gelegenheitsjobs.

00:13:33: Doch leider waren sie aufgrund ihrer Behinderung auch sehr naiv und konnten Betrüger und Menschen, die ihnen Böses wollten nur schwer durchschauen.

00:13:45: Eines Tages bekamen die beiden Besuch – vor der Tür standen zwei Männer, die sich als Daniels Cousins Gérard und Jean-Claude Érette vorstellen.

00:13:55: Sie schienen vordergründig erst mal nichts Schlimmes zu wollen, schlugen dem Paar jedoch vor, dass sie mit ihnen kämen um auf einem dreihundert Kilometer entfernten Campingplatz an der Mars zu wohnen.

00:14:06: Die Männer besuchten Sylvie und Danielle immer wieder, und bearbeiteten sie mit diesem Vorschlag.

00:14:11: Bis diese schließlich einwilligten!

00:14:14: Das Paar mit dem Handicap verließ sein sicheres Heim und zog mit den angeblichen Cousins auf einen Campingplatz.

00:14:22: Dort wohnten jedoch nicht nur Gérard und Jean-Claude Irrät sondern stattdessen ein ganzer Clan.

00:14:28: Und was Danielle und Sylvie ebenfalls nicht bewusst gewesen war?

00:14:32: Der Camping Platz lag vollkommen isoliert in einer Einöde Und das Paar hatte abgesehen von den Clan-Mitgliedern überhaupt keinen Kontakt zur Außenwelt.

00:14:41: Und diese behandelten Sylvie und Danielle vom ersten Tag an wie Gefangene.

00:14:50: Man nahm ihnen die Autostüssel ab, entfernte sicherheitshalber sogar die Batterie aus dem Wagen damit sie nicht fliehen konnten.

00:14:57: Handys hatten die Eheleute ohnehin nicht – so konnten sie auch keine Hilfe rufen!

00:15:02: Man sperrte sie in einen Wohnwagen und ließ sie diesen nur verlassen um zu putzen oder andere unliebsame Arbeiten zu verrichten.

00:15:10: Regelmäßig wurden sie auch von Gérard-Erette und den anderen Clanmitgliedern geschlagen, und seelisch misshandelt.

00:15:17: Danielle und Sylvie waren auf ihre Lüge hereingefallen und in eine grausame Falle getappt.

00:15:25: Denn natürlich wollte der Clan diese armen Menschen nicht nur ausbeuten und wie Sklaven halten!

00:15:30: Der Hauptgrund warum er das Paar in erster Linie entführt hatte war dass Gérart Erette die monatliche Behindertenrente der Eheläute abgreifen wollten.

00:15:41: Immer wieder mussten Sylvie und Daniel unter Androhung von Gewalt mit einem Klarnmitglied zu einem Geldautomaten gehen, und dort große Beträge abheben.

00:15:51: Nachdem die Ehelöte ganze sechs Wochen auf dem Campingplatz gefangen gehalten wurden, zog der Anführer Gérard Erett mit seinem Klarn in eine Wohnung nach Moulouse – und nahm auch Sylvie & Daniel dorthin mit.

00:16:03: Die Wohnung war zwar ein hundert Quadratmeter groß bot für die große Anzahl an Menschen jedoch nicht genügend Platz.

00:16:10: Das entführte Pärchen behandelte man derweil wie Vieh, sie durften kein eigenes Zimmer haben und mussten auf dem Fußboden im Badezimmer schlafen.

00:16:18: Außerdem bekamen sie kaum etwas zu essen und wurden regelmäßig – insbesondere vom klaren Oberhauptgerat Errett – getreten und geschlagen.

00:16:30: Dies ging mehrere Jahre so bis im März, das Sozialamt aus unbekannten Gründen Die behinderten Rente für Sylvie und Daniel kürzte.

00:16:41: Für den Clan bedeutete das ein Loch in der Haushaltskasse, und Gérard-Erette fand schnell eine alternative Lösung – er schickte Daniel zum Betteln!

00:16:52: Jeden Morgen fuhren Erette und sein Sohn Edmore den gekidnepten zu einem nahegelegenen Supermarkt, wo er den ganzen Tag sitzen und Kleingeld erbetteln musste.

00:17:01: Sie blieben jedoch immer in Sichtweite, damit Daniel die Situation nicht nutzen und fliehen konnte….

00:17:07: Da er sehr eingeschüchtert und ängstlich war, wagte Daniel es auch nicht, Passanten anzusprechen und um Hilfe zu bitten.

00:17:14: Bis zu einem entscheidenden Moment Ende April, two-tausend acht.

00:17:21: Am neunzwanzigsten April hatte Daniel wieder vor dem Supermarkt gesessen und gebettelt – allerdings lief das Geschäft sehr schlecht und er hatte nur sehr wenig Geld an diesem Tag von den Passanten bekommen.

00:17:32: Gérard Eretz war darüber so wütend, dass er noch auf dem Heimweg an einer Landstraße anhielt Daniel aus dem Auto zerrte und auf ihn einschlug, während er drohte, ihn uns Sylvie zu töten.

00:17:44: Spätestens jetzt war Daniel klar, dass er alles versuchen musste um sich und seine Frau aus diesem schrecklichen Materium zu befreien.

00:17:52: Direkt am folgenden Tag bot sich eine Gelegenheit als der wache schiebende Sohn von Gérard gerade einen Moment unaufmerksam war.

00:18:01: Daniel floh vor seinen Peinigern und entkam.

00:18:06: Er rannte direkt zu einer Telefonzelle den Notruf anzurufen.

00:18:11: Doch als sich gerade jemand am anderen Ende meldete, sah er plötzlich wie der Wagen von Gérard Irret und dessen Sohn Edmonds um die Ecke bog.

00:18:19: Daniel ließ den Hörer fallen und rannte davon ohne der Person am andern Ende etwas von seiner Notlage erzählen zu können.

00:18:28: Der thirty- vierjährige mit Handicap hatte keine Ahnung wohin er gehen und was er nun tun sollte.

00:18:34: Die Situation war für ihn massiv überfordernd und er war in ständiger Angst das Irret in jeder Zeit wieder aufspüren könnten.

00:18:43: Gleichzeitig war er zutiefst verzweifelt, weil ihm klar war, dass Sylvie es ohne ihn bei den Peinigern garantiert nicht besser haben würde.

00:18:53: Zwei Wochen wanderte Danielle wie ein hoffnungsloser Landstreicher durch die Region – immer auf der Flucht, immer in Angst!

00:19:01: Es ist bis heute ein Rätsel, wie er in der Zeit überleben konnte, woher er etwas zu essen oder zu trinken bekam und wie er sich schlussendlich orientierte.

00:19:10: Er trampt ihn Er bat niemanden um Hilfe und er ging aus Angst auch nicht zur Polizei.

00:19:18: Und trotzdem schaffte er es, in diesen vierzehn Tagen ganze zweihundert Kilometer zurückzulegen – und schließlich bei Beatrice Seiller, Sylvie's Mutter an die Tür zu klopfen!

00:19:29: Doch wie bereits erwähnt, schenkte die Mutter dem verstörten Danieln in dem Moment keinen Glauben, was sie hinterher sicherlich zutiefst bereute.

00:19:39: Und auch die Polizei war angesichts dieser unglaublich grausamen Geschichte die Daniel erkehrt ihn da erzählte, zunächst etwas skeptisch ob seine Aussagen der Wahrheit entsprachen.

00:19:50: Doch ein medizinisches Gutachten bestätigte alles was der traumatisierte Mann ihnen geschildert hatte.

00:19:56: Daniel war über Jahre körperlich misshandelt worden und zahlreiche Narben-und Wunden bezeugten dies auch die von Daniel erklärt beschuldigten Personen.

00:20:07: Gerard Erret und sein gewaltvoller Plan waren bei der Polizei im Elsass längst bekannt.

00:20:13: man wusste dass die Eretz im Wesentlichen Sozialschmaruzza waren und sich ansonsten durch Triggbetrügerei und Diebstähle ihren Lebensunterhalt finanzierten.

00:20:23: Bei den nun eingeleiteten Ermittlungen wurde außerdem klar, das die Polizei längst sachdienliche Hinweise von einer wichtigen Zeugin bekommen hatte – diese aber offenkundig bis dato ignorierte.

00:20:36: Eine Nachbarin hat er schon wenige Wochen nach dem Einzug der Eretzz in das Wohnhaus in Mulus bemerkt, daß man Daniel die brutalen Schläge im Gesicht deutlich ansah und sie hatte ihn sogar darauf angesprochen.

00:20:48: Doch der verängstigte Mann hatte stattdessen behauptet, er sei nur vom Fahrrad gestürzt.

00:20:55: Ein anderes Mal hatte sie beobachtet wie Daniel vor der Wohnungstür auf dem Fußabtreter schlafen musste.

00:21:01: Als sie jedoch zur Polizei ging und die Vorfälle melden wollte, nahmen die Beamten sie nicht ernst – in der Annahme ihre Geschichte sei absolut unglaubwürdig!

00:21:13: Doch nun gruben sie immer weiter in Girard-Eretz' Vergangenheit und stießen dabei auf ein interessantes Detail.

00:21:20: Er rett selbst hatte, im Gegensatz zu seinem Sohn oder seinem Cousin sich zwar nie öffentlich die Hände schmutzig gemacht und war entsprechend ohne Vorstrafen geblieben.

00:21:30: Doch Mitte der Ninzehundertneunzigerjahre hatte bereits ein anderes behindertes Paar Anzeige wegen Erpressung- und Freiheitsberauwungen gegen ihn erstattet.

00:21:38: Ihre Namen?

00:21:40: Christiane und Bernard Boulanger.

00:21:43: Jena Bernard Boulangier, der nach dem Zeugenaufruf in der Zeitung als erster bei der Polizei erschienen und den Beamten eine seltsame Geschichte von seiner verschwundenen Freundin erzählt hatte.

00:21:55: Allerdings hat er damals die Anzeige gegen Gérard Erette schnell wieder zurückgezogen, da zum einen die Polizei ihm nicht glaubte – und zum anderen das Klanoberhaupt ihm massiv drohte, sodass er schlussendlich räumütig zu seinen Peinigeren zurückkehrte.

00:22:10: So langsam fügten sich nun alle Puzzleteile zusammen.

00:22:16: Die Recherchen förderten auch zutage, dass der Erettlein zwischenzeitlich erneut umgezogen war In ein Haus in einer ruhigen ländlichen Gegend, in Robbins Vilaire.

00:22:27: Am Dienstag, den neunten September-zwo-tausend acht, sechs Wochen nach dem Fund von Sylvie Mutzschler's Leiche und nach mehreren Tagen intensive Einsatzvorbereitung stürmte die Gendarmerie schließlich um sechs Uhr morgens das Haus.

00:22:44: Der Clan wurde dabei überrascht und aus dem Schlaf gerissen – und dies war wie sich herausstellte auch gut so!

00:22:51: Überall im Haus lagen Pistolen Gewehre und Schlagstöcke völlig ungesichert herum.

00:22:57: Diese Familie war bis zu den Zähnen bewaffnet.

00:23:00: Neun Clan-Mitglieder, inklusive Gérard Irrett, konnten verhaftet und in Gewahrsam gebracht werden.

00:23:06: Die Operation war erfolgreich durchgeführt worden.

00:23:11: Doch noch war die grausame Tötung von Sylvie Muchlerr, die die ganze Ermittlung ins Rollen gebracht hatte nicht aufgeklärt.

00:23:18: Und interessanterweise schien bei der Vernehmung der einzelnen Clanmitglieder Blut – wie man so schön sagt plötzlich doch nicht dicker als Wasser zu sein.

00:23:28: Sämtliche Familienmitglieder bezichtigten allein den Anführer und Patriarchen Gérard Irret, was die Misshandlung- und Freiheitsberaubung von Sylvie und Daniel betraf.

00:23:38: Sie selbst wollten von Aldim nichts gewusst haben und dachten das behinderte Paar hätte freiwillig bei ihnen gewohnt.

00:23:46: Auch was den Tod von Sylvie betraf so schoben vor allem Gérart und seinen Sohn Edmonds sowie der noch immer bei der Familie lebende Bernard Boulanger Eigentlich selbst ein Opfer der Klarnmachenschaften, die Schuld zwischen sich hin und her.

00:24:00: Edmont und Bernard wollten nur die Auftragsmörder gewesen sein – Der eigentliche Drahtzieher war Gérard Irret.

00:24:07: Dieser wiederum leugnete überhaupt irgendetwas mit dem Tod der Zweiunddreißigjährigen zu tun gehabt zu haben.

00:24:14: Dabei war das Motiv für den Mord schon längst ersichtlich!

00:24:18: Mit der Flucht von Daniel war die Gefahr zu groß geworden, dass irgendwann die Polizei auf der Suche nach Sylvie bei ihnen vor der Tür stehen würde….

00:24:26: Und da sie kaum noch Bezüge vom Sozialamt erhielt, war sie für die Familie nicht mal mehr von finanziellem Interesse.

00:24:33: Man wollte sie also schnellstmöglich beseitigen.

00:24:37: Für den Untersuchungsrichter zeichnete sich schlussendlich ein eindeutiges Bild.

00:24:42: Am XXVI.

00:24:43: Juli, VIII.

00:24:45: schlug Gérard Erette Sylvie bewusstlos.

00:24:48: Anschließend fuhr er zusammen mit Bernard und Edmont zum Rheinseitenkanal, wo sie den leblosen Körper der jungen Frau ins Wasser warfen und diese ertrankt.

00:24:58: Dann befahl er Bernard Boulanger zur Polizei zu gehen und den Beamten die gelogene Geschichte von der vermissten Schweizer Freundin zu erzählen, um von sich selbst abzulenken.

00:25:08: Genützt hatte dies offenbar nichts – denn Sylvie wurde schließlich eine Woche später durch die Angaben ihrer Mutter identifiziert und zusammen mit der Aussage von Daniel Eckert, Carman Gérard Erette schließlich doch noch auf die Spur.

00:25:22: In der Folge wurden Eretteselbst sein Sohn Edmont und Bernard Bvlanger wegen Freiheitsberaubung Folter und Mord angeklagt.

00:25:31: Alle anderen Clan-Mitglieder klagte man wegen Mittehterschaft an.

00:25:36: Im Januar, zw.

00:25:37: zwölf wurden die Täter alle rechtskräftig verurteilt.

00:25:41: Girard Erette bekam dreißig Jahre sein Sohn Edmore zwanzig Jahre Und Bernard Boulanger aufgrund seiner eigenen Geschichte selbst gleichermaßen Opfer des Clans fünfzehn Jahre Haft.

00:25:54: Alle Anderen Clanmitglieder wurden ebenfalls mit bis zu zwölff jahrenhaft verurteilten.

00:26:01: Als Eretz seinen Urteil hörte Verzog er keine Mine.

00:26:05: Allgemein schien ihm die Schwere seiner Schuld im Verlauf des ganzen Prozesses völlig gleichgültig zu sein, ganz im Gegenteil zu Sylvies Ehemann Daniel und ihrer Mutter Beatrice.

00:26:16: Ihre beiden Leben wurden ihre Parabel zerstört – bis heute plagen sie sicherlich tiefe Schuldgefühle, warum sie nicht anders gehandelt haben oder damit Sylvis Leben vielleicht hätten retten können.

00:26:29: Ihr Gramm und ihre tiefe Trauer sollten uns Anlass genug sein um stets genau hinzusehen!

00:26:34: wenn Menschen mit Beeinträchtigung um unsere Hilfe bitten.

00:26:39: In einer noch viel zu wenig inklusiven Gesellschaft haben sie ohnehin nur wenige Fürsprecher und es ist daher oberstes Gebot, jene zu unterstützen und zu schützen die besonders hilflos

00:26:50: sind.".

00:27:01: Auch der zweite Fall spielt an einem Ort, an dem Menschen eigentlich sicher sein sollten.

00:27:07: Im spanischen Olot stirbt Zwei-Tausendzehn eine fünfundachzigjährige Frau in einem Pflegeheim.

00:27:14: Zunächst scheint ihr Tod kaum ungewöhnlich, doch dann entdecken Ärzte etwas das nicht zu einem natürlichen Sterbeprozess passt und plötzlich eine grausame Wahrheit hinter dem vermeintlich banalen Pflegealltag offenbart.

00:27:36: Der leise Tod Wenn Menschen zu früh sterben lässt das die Öffentlichkeit mit Bestürzung zurück.

00:27:48: Kinder erliegen schlimmen Krankheiten junge Erwachsene verunglücken im Straßenverkehr Familienväter nehmen sich ohne Vorwarnung das Leben.

00:27:59: All das fühlt sich so ungerecht, so umsonst, so unnatürlich an!

00:28:06: Wenn dagegen alte Menschen sterben, gesellt sich zu der Trauer der Angehörigen meist ein tröstender Gedanke.

00:28:14: Seine Zeit war gekommen oder sie hatte ein langes schönes Leben, sagen die Hinterbliebenen.

00:28:22: dann wenn alte Menschen stirben schließt sich einen Kreis Und eine Geschichte scheint auserzählt.

00:28:32: Was aber, wenn der vermeintlich natürliche Tod eines Menschen alles andere als natürlich ist?

00:28:42: Das Ende des Lebens sieht in vielen Fällen nicht allzu rosig aus!

00:28:47: Die meisten von uns fristen ihr Dasein in einem Altenheim.

00:28:52: Hier sind die Tage lang und zäh wie Kaugummi.

00:28:56: Wer noch einigermaßen mobil isst kann mit dem Rolator nach draußen in den Park gehen.

00:29:02: Wer noch fit im Kopf ißt Kann Sudokos lösen oder mit dem Pflegepersonal Euromi spielen, doch die Mehrheit der Bewohner schafft diese simplen Dinge nicht mehr.

00:29:14: Am Ende des Lebens liegen viele von uns im Bett und ja einige von uns warten auf den Tod.

00:29:26: Im Fall von Pakita Girones einer Bewohnerin des Altenheims Caritas in der spanischen Kleinstadt Olot im Nordosten Catalonians kam der Tod schließlich am Abend des siebzehnten Oktober, zwei Tausendzehn.

00:29:42: Die alte Dame wurde vom Personal bewusstlos in ihrem Bett aufgefunden und daraufhin ins Krankenhaus eingeliefert.

00:29:49: Dort rang sie noch eine Weile um ihr Leben – konnte diesen Kampf jedoch nicht mehr gewinnen!

00:29:55: Die fünfundachtzigjährige verstarb wenige Stunden später.

00:29:59: Nichts Außergewöhnliches bei einer solch hochbetagten Frau hätte man meinen können... Doch den behandelnden Ärzten vor Ort war etwas Seltsames aufgefallen.

00:30:10: Pakita hatte Veretzungen am Mund, die sie sich nicht erklären konnten.

00:30:15: Anstatt den Totenschein auszustellen riefen Sie Sicherheitshalber den Gerichtsmediziner.

00:30:23: Dieser war von seinem spontanen Einsatz zunächst nicht sonderlich begeistert und sah den Tod der alten Frau als nicht gerade aufklärungswürdig.

00:30:32: Als er dann jedoch genauer hinsah musste er eine erschreckende Feststellung machen.

00:30:37: Pakita hatte nicht nur Veretzungen am Mund.

00:30:40: Die Lesionen, die durch eine stark säurehaltige Substanz ausgelöst worden waren, fanden sich auch an Zunge, Kehlkopf-, Speiseröhre und im Magen.

00:30:51: Die Senioren war in einer Vergiftung gestorben.

00:30:56: Bald darauf schaltete man die Polizei von Girona ein.

00:31:00: Alles deutete darauf hin, dass jemand der alten Dame die ätzende Flüssigkeit mit Absicht eingeflößt hatte um sie zu ermorden – NUR!

00:31:09: Wer würde so etwas tun wollen?

00:31:11: Und aus welchem Motiv?

00:31:15: Um das herauszufinden, teilten die Ermittler ihre Arbeit auf.

00:31:19: Während eine Gruppe des Personal vor Ort befragte, welches in der Nacht von Pakitas Tod dienst hatte, suchten weitere Ermittlern in den Räumlichkeiten nach Spuren.

00:31:29: Im Heim selbst herrschte eine sehr angespannte gedrückte Stimmung.

00:31:34: Dass ein Mensch starb war hier freilich keine Seltenheit, dass sie doch die Polizei einen Mordfall untersuchte der sich an diesem sonst zu friedlichen Ort zugetragen haben sollte, stiftete große Verunsicherung.

00:31:49: Die Polizei veranlasste den ersten naheliegenden Schritt und ließ sich von der Heimleitung das Material der Überwachungskameras aushändigen.

00:31:58: In den Zimmern der Bewohner gab es logischerweise zum Schutze ihrer Privatsphäre keine Kameras – dies galt allerdings nicht für die Flure- und Gemeinschaftsräume!

00:32:08: Die Ermittler suchten auf dem Material zunächst nach jenem Zeitpunkt als man den Notruf im Heim abgesetzt hatte, um Pakita Girones in ein Krankenhaus zu überführen.

00:32:19: Von hier aus spulten sie zurück, um sich ein Bild davonzumachen was zuvor im Pflegeheim Caritas geschehen war.

00:32:28: Währenddessen vernahm man als erstes die Pflegerin, die die alte Dame bewusstlos in ihrem Bett aufgefunden hatte.

00:32:35: Die alten Pflegarin gab zur Protokoll das die uehrige mit hervorgequollenen Augen im Bett lag und ihre Zungerschwarz verfärbt.

00:32:43: Typische Vergiftungserscheinungen also.

00:32:46: Durch das Gespräch konnten die Ermittler auch als bald ausschließen, dass Pakita die giftige Substanz selbst eingenommen hatte.

00:32:54: Sie war schon seit längerem bettlägerig und hatte keine Möglichkeit gehabt an eine solche Flüssigkeit zu kommen.

00:33:01: Jemand musste sie ihr also eingeflößt haben!

00:33:06: Als nächstes vernahm man den Krankenpfleger Johann Wila.

00:33:10: Er gab an, dass er in der Zeit bevor man Pakita Girones aufgefunden hat damit beschäftigt war, einige andere Bewohnerinnen ins Bett zu bringen.

00:33:20: Man prüfte diese Aussagen, indem man sie mit den Überwachungsvideos abgelich und musste leider feststellen – dies stimmte so nicht!

00:33:30: Auf den Videobändern des Altenheims war zwar zunächst zu erkennen was Johann Wieler in etwa zu Protokoll gegeben hatte.

00:33:37: Wiela hatte sich ab neunzehn Uhr tatsächlich etwa eine halbe Stunde in dem Zimmer einer anderen Bewohnerin aufgehalten vermutlich um sie wie angegeben ins Bett zu bringen.

00:33:48: Dann war er jedoch auf den Flur zurückgekehrt und hatte einen anderen Raum angesteuert, die Abstellkammer mit den Putzmitteln.

00:33:56: Hier hatte er sich eine knappe Minute aufgehalten, bevor er wieder auf den Fluh getreten und anschließend in das Zimmer von Pakita Girones verschwunden war.

00:34:07: In den Augen der Ermittler war dies natürlich höchst verdächtig – zumal es sich nicht mit der Aussage des Pflegers deckte!

00:34:14: Johann Willer schien derweil zu dämmern dass die Polizei seine Angaben mit den Bildern der Überwachungskamera abgleichen würde.

00:34:22: Er wusste, dass er ihnen nicht irgendeine Geschichte auftischen konnte, denn das Videomaterial würde in jedem Fall die Wahrheit preisgeben.

00:34:31: Also senkte er schließlich den Kopf und gestand mit heiserer Stimme, daß er es war, der Paketer Gironès ein Reinigungsmittel eingeflößt hatte.

00:34:41: Damit war's klar – Johann Willa hatte die uehrige Heimbewohnerin ermordet!

00:34:50: Es dauerte nicht lange, bis diese ungewöhnliche Meldung auch die lokale Presse erreichte.

00:34:56: Die Journalistin Thoura Soleil hatte sich am frühen Morgen des darauf folgenden Tages gerade an ihrem Schreibtisch eingefunden als die Meldungen zu dem Mord ihre Redaktion erreichte.

00:35:07: Für Thouras Soleil bedeutete die Nachricht mehr als nur die Berichterstattung zu einem völlig unerklärlichen Mordfall und waren viele Jahre gute Bekannte gewesen.

00:35:25: Tura hatte den fünfundvierzigjährigen erst wenige Wochen zuvor bei einer kommunalen Versammlung zufällig wiedergetroffen.

00:35:32: Dort hatte er ihr erzählt, dass er sich nach mehreren beruflichen Fehlschlägen zum Altenpfleger hatte ausbilden lassen – auch wie viel Freude ihm diese Tätigkeit bereitete.

00:35:43: Vor diesem Hintergrund konnte Thora Sollair die Tat noch weniger begreifen.

00:35:48: Warum um alles in der Welt einen Mord begangen.

00:35:56: Auch die Ermittler wollten nachvollziehen, was den Altenpfleger zu seiner schrecklichen Tat bewegt hatte.

00:36:02: Nachdem Johann Willer die Nacht auf dem Revier verbracht hatte, kehrte er am folgenden Tag in Geleiht von Polizei und Staatsanwalt zurück ins Pflegeheim um die Tat zu rekonstruieren.

00:36:15: Der erneute Gang durch die Räumlichkeiten und insbesondere in das Zimmer des Opfers machte dem Pfleger bereits sehr zu schaffen.

00:36:23: Unter Tränen und mit einer großen Spritze in der Hand, vermutlich um sich plastischer in das Geschehen zurückversetzen zu können berichtete Villa den Tathergang.

00:36:34: Das Opfer hatte im Bett gelegen und litt offenbar seit geraumer Zeit unter starkem Husten.

00:36:40: Johann Villa gab an, dass er Mitgefühl hatte und die alte Dame nicht länger so leiden sehen wollte Erläugnete zu keinem Zeitpunkt, daß er für ihren Tod verantwortlich war, kooperierte mit den Beamten alle Fragen zu beantworten.

00:36:57: Dabei offenbarte er auch, dass ihr Paket der Gironès ursprünglich mit einem Tablettencocktail hatte umbringen wollen.

00:37:04: Dann aber hatte er es sich anders überlegt und ein aggressives Reinigungsmittel aus dem Putzraum mit der Spritze aufgezogen.

00:37:11: Dieses hatte er der fünfundachtzigjährigen dann direkt in den Mund verabreicht.

00:37:19: Auch für die Ermittler war die Rekonstruktion des Tathergangs eine sehr ungewohnte Situation.

00:37:25: Juan Vila wirkte nicht wie der typische Mörder.

00:37:29: Er war weder aggressiv und ablehnend, noch gefühlskalt und emotionslos.

00:37:34: Vor ihnen stand ein Mann, der offenbar völlig erschüttert von seinem eigenen Handeln zu sein schien.

00:37:41: Sie wollten ihr helfen richtig?

00:37:43: fragte der Staatsanwalt.

00:37:45: Ja das wollte ich, beteuerte der Alpenpfleger.

00:37:51: Diese Erklärung gab jedoch auch Raum für eine weitere wichtige Frage Hatte der Täter noch andere Heimbewohnerinnen?

00:37:59: auf dem Gewissen nicht dass sich wüsste antwortete Villa nach einigem Zögern.

00:38:06: Eine andere Bewohnerin ist diese Woche auch gestorben, aber ich glaube nicht dass ich etwas damit zu tun habe.

00:38:13: Aber ich bin schon seit einigen Tagen ziemlich verwirrt!

00:38:18: Für Polizei und Staatsanwalt klang dieser Aussage natürlich alles andere als überzeugend.

00:38:24: Sie ahnten bereits das aus diesem ungewöhnlichen Mord ein weit aus größer schier unglaublicher Kriminalfall werden würde.

00:38:35: Auch in der öffentlichen Wahrnehmung schien man gespaltener Ansicht über den Mord.

00:38:39: So veranlasste beispielsweise der Bürgermeister von Castelfolit de la Roca, also Juan Velas Heimatdorf, dass der Pfleger von einem der fähigsten Strafverteidiger in der Region einen Mann namens Carles Mongilot vertreten werden sollte.

00:38:56: Auch für Mongilott war dies ein mehr als ungewöhnlicher Fall – bei seinem ersten Besuch in der Zelle des Klienten weinte Vila und beteuerte Er habe dem Opfer nur beim Sterben geholfen.

00:39:08: Außerdem erwähnte er auch den Strafverteidiger gegenüber, dass er womöglich noch weitere Bewohnerinnen getötet hatte.

00:39:19: Vor dem Untersuchungsrichter ergänzte der Altenpfleger dann sein ursprüngliches Geständnis.

00:39:24: Die Bewohnerin Sabina Massiorens und Montserrat Giamès starben nur wenige Tage vor Pakita – ebenfalls durch die Hand von Juan Vila.

00:39:35: Ob er dabei Bleiche oder Salzäure benutzt hat konnte er allerdings nicht mehr sagen.

00:39:41: Er beteuerte abermals, wie leid es ihm tete unter Strich jedoch ebenso dass er aus Zuneigung und Mitgefühl gehandelt habe da die Seniorinnen sich nur noch gequält und keinerlei Lebensqualität mehr gehabt hätten.

00:39:58: vor allem für die Heimbewohner und das Personal war das Geständnis des Mörders sehr schwer einzuordnen insbesondere da man ihn zuvor als extrem engagierten Mitarbeiter geschätzt hatte.

00:40:10: Johann Willer hatte seine Arbeit gerne getan und war in der Fürsorge um die alten Menschen regelrecht aufgegangen.

00:40:18: Er hatte weder ein Problem mit Überstunden noch mit den unangenehmen Aufgaben, die einen solch ehrenwärter Beruf nun mal mit sich brachte.

00:40:26: Seine KollegInnen berichteten außerdem dass Johann Wille sich sogar um die Frisuren der alten Damen gekümmert oder von seinem eigenen Geld Nagelack für die Bewohnerinnen gekauft hatte.

00:40:37: Das machte es umso schwieriger.

00:40:40: Wie konnte jemand?

00:40:41: der offenbar nur das Beste für diese alten Menschen wollte und diese so liebevoll umsorgte, so etwas Grauenvolles getan haben.

00:40:51: Sein Engagement ging sogar soweit, dass er sich nach dem Ableben einer Bewohnerin auch noch dazu bereit erklärte den Leichnamen der Verstorbenen für die Angehörigen etwas herzurichten.

00:41:03: Rückblickend konnte man dieses Hilfsangebot allerdings auch anders interpretieren.

00:41:08: Womöglich wollte Johann Willer jene Zeit auch nutzen, um sicher zu gehen dass man keine zu offensichtlichen Spuren seines Handelns an der Toten entdeckte.

00:41:17: Und damit auch niemand auf die Idee kam, er hätte mit dem plötzlichen Tod der Betroffenen etwas zu tun.

00:41:26: Denn in der Rückschau hatte es unter den Bewohnern und beim Pflegepersonal anscheinend doch ein paar zarte Vorahnungen gegeben.

00:41:34: Der Journalistin Thora Soler sagten die Zeugen damals jedenfalls, das ist schon auffällig war – dass jedes Mal wenn jemand starb, zufällig Johann Willardienst hatte!

00:41:48: Der jüngsten Entwicklung um die Aufdeckung von gleich drei Mordopfern in einer Woche schloss sich selbstverständlich die Frage an, ob Johann Villa noch mehr alte Menschen auf dem Gewissen hatte.

00:41:59: Er selbst schien nicht in der Lage zu sein dies zufrieden Stellen zu beantworten.

00:42:05: Vielleicht ich weiß es nicht gab er als Antwort zurück.

00:42:09: Dies konnte ebenso gut bedeuten?

00:42:11: Ja aber wer weiß schon wie viele es waren.

00:42:16: Die ermittler eruierten wie sie bei der Aufdeckung möglicher weiterer Morde vorankamen.

00:42:22: Die Korrelation zwischen Vilas Dienstzeiten und dem Zeitpunkt des Todes, der Opfer kam ihnen wieder in den Sinn.

00:42:29: Also besorgte man sich Vilas sämtliche Dienstpläne der letzten Jahre und förderte dabei Erstaunliches zutage.

00:42:37: Innerhalb der letzten fünf Jahre waren neunundfünfzig Menschen in dem Altenheim verstorben.

00:42:42: Bei siebenundzwanzig davon war der Altenpfleger zugegen Und innerhalb des letzten Jahres hatte er sogar bei acht von neun Todesfällen eine Schicht gehabt.

00:42:53: Aber bedeutete dies auch, dass Vila all diese Menschen umgebracht hatte?

00:42:58: oder waren diese Zahlen schlichtweg ein Werk des Zufalls?

00:43:05: Um dies herauszufinden entschied sich der damalige Ermittlungsrichter für einen sehr ungewöhnlichen und zugleich radikalen Schritt.

00:43:13: Er ordnete an, das man die weiteren acht Verstorbenen des vergangenen Jahres exhumierte um mögliche Spuren eines von außen herbeigeführten Todes aufzudecken.

00:43:25: Am zwanzigsten November, Jahrzehnte, öffnete man die letzten Ruhestätten der möglichen Opfer und überführte die Leichnahme in die Gerichtsmedizin.

00:43:35: Der begleitende Medienrummel war überwältigend – da jene Geschichte um den mordenden Altenpfleger noch immer schier unglaublich schien.

00:43:45: Gleichzeitig war die Störung der Totenruhe in einem christlich geprägten Land wie Spanien nichts was die Bevölkerung einfach so hinnahmen.

00:43:54: Von daher erhoffte man sich natürlich eindeutige Ergebnisse von der aufwendigen Exhumierung, doch diese Hoffnung wurde leider als bald enttäuscht.

00:44:04: In allen acht Fällen war der Verwesungsprozess des Leichnahms bereits soweit fortgeschritten dass man nicht mehr nachweisen konnte ob etwa giftige Substanzen im Spiel waren oder die Person durch einen hochtosierten Medikamentencocktail gestorben war.

00:44:18: Entsprechend blieb die Todesursache bei allen exhumierten Verstorbenen leider ungeklärt und man konnte Johann Wieler nicht nachweisen, dass er an dem Mord weiterer Heimbewohner beteiligt gewesen sein musste.

00:44:32: Diese Ergebnisse hinterließen sowohl bei den Ermittlern als auch bei den Betroffenen Angehörigen und in der Bevölkerung viel Frustration.

00:44:41: Das scheinbare Nicht-Erinnern können wie Lars machte die Sache natürlich nicht besser Doch da entschied dieser sich plötzlich für einen Kurswechsel Und bat um die Möglichkeit eines weiteren Geständnesses.

00:44:56: Bei dem Erneuten aufeinander treffen mit dem Ermittlungsrichter gestand der Altenpfleger nun weitere Morde, die er während seiner Zeit im Heim verübt haben wollte.

00:45:06: Überraschenderweise war er bei jenem Geständnis jedoch auf einmal nicht länger der tief betroffene empathische Pfleger, der keinen Mord begangen sondern in wesentlichen aktive Sterbehilfe geleistet haben wollte.

00:45:20: Sein ganzes Auftreten wirkte nun deutlich kühler und rationaler Doch auch hierfür gab es einen einleuchtenden Grund.

00:45:27: Auch in Spanien gibt es eine Obergrenze, was das Strafmaß für eine schwerwiegende Tat angeht.

00:45:34: Mehr als lebenslänglich –was in Spaniën vierzig Jahre bedeutet– kann es nicht geben und dieses Strafmas hat Villa mit den drei zuvor gestandenen Morden längst erreicht.

00:45:45: Das wiederum bedeutete dass jeder weitere Mord, den er gestehen würde an seinem Strafmass ohnehin nichts mehr verändert hätte.

00:45:53: Die maximale Höchststrafe war in seinem Fall bereits ausgeschöpft!

00:46:01: Bei jenem Treffen verlässte Ermittlungsrichter zahlreiche Namen von verstorbenen Heimbewohnern innen.

00:46:06: Joan Wila gab an, ob er sie getötet hatte und wenn ja beschrieb er zugleich sein Vorgehen bei dem Mord.

00:46:13: Hierbei kristallisierte sich ein interessanter Wechsel bei seiner Mordmethode heraus.

00:46:17: Bei früheren Morden hatte der Pfleger seine Opfer mit einer Überdosis Insulin oder mit Barbituraten also Beruhigungsmittel umgebracht.

00:46:27: Bei den letzten drei Opfern, deren Tötung er bereits gestanden hat hatte er ein ätzendes Bleichmittel verwendet und ihn die Substanz einfach oral eingeflöst.

00:46:37: Eine deutlich grausamere Methode als der zu vorgewählte Tod per Injektion.

00:46:42: Dies passte nun umso weniger, so wie Lars Haltung, er habe die alten Menschen nur von ihrem Leid erlösen wollen – denn nun schien in seinem Handeln auch eine durchaus sadistische Motivation erkennbar.

00:46:57: Irgendwann war der Ermittlungsrichter beim Verlesen der Namen soweit in der Vergangenheit angelangt dass Johann Wila sich wohl tatsächlich nicht mehr erinnern konnte, ob er die genannten Verstorbenen nun getötet hatte oder nicht.

00:47:10: Der Beschuldigte dachte lange nach und sagte schließlich – Ich weiß es wirklich nicht mehr!

00:47:16: Aber wenn das bei ihren Ermittlungen so herauskommt wird es wohl stimmen.

00:47:23: Acht weitere Morde gestand Wila beim erneuten Treffen mit dem Ermittlungsrichter.

00:47:27: Er hat also insgesamt elf Menschen getötete zumindest soweit er sich erinnerngonnte.

00:47:34: Und auch das Image des ehemals noch altruistisch anmutenden Todesengel wandelte sich mit den zusätzlich gestandenen Morden.

00:47:42: Anfangs hatte Vila scheinbar nur sporadisch getötet und womöglich tatsächlich mit der Absicht, die Menschen von ihrem Leid zu erlösen – auch wenn es an der Tatsache des Mordes nichts änderte, denn keines der Opfer hatte jemals gesagt Es wolle sterben!

00:47:58: Mit der Zeit hatte der Pfleger wohl immer mehr Gefallen daran gefunden Herrscher überleben und tot sein zu können Und so wurde auch seine Vorgehensweise immer brutaler, seine Tötungsfrequenz immer häufiger und er selbst immer unvorsichtiger.

00:48:17: Entsprechend wurden natürlich auch Vorwürfe laut, warum Außenstehende nicht schon eher etwas bemerkt hatten.

00:48:23: Doch wie eingangs bereits unterstrichen ist der Tod von alten Menschen im Seniorenheim in unserer Wahrnehmung sehr gewöhnlich und normal – weshalb die Todesursache nur selten hinterfragt wird.

00:48:35: Hinzu kam bei dem Pflegeheim La Caritas dass der Schrank mit den Arzneimitteln für das Personal jederzeit frei zugänglich war und niemand über die entnommenen Präparate buch führte.

00:48:47: So konnte Vila auch ohne Probleme die Überdosen beschaffen, mit denen er seine Opfer eingangs noch getötet hatte.

00:48:54: Und da vieleorts die Pflegeheime personell unterbesetzt sind, war der Mörder immer allein mit seinen Opfern – und musste sich nicht allzu sehr sorgen, dass jemand ins Zimmer kommen und ihn auf frischer Tat ertappen könnte!

00:49:07: Am siebenzwanzigsten Mai, zwei tausend dreizehn wurde am Gerichtshof von Girona das Urteil zum Fall Johan Villa verhandelt.

00:49:16: Die Basis waren zum einen sein Geständnis, zum anderen aber auch zahlreiche psychiatrische Gutachten um die Schuldfähigkeit des Angeklagten zu bestimmen.

00:49:26: Wie Gutachter hatten herausgearbeitet dass Villa schon während seiner Kindheit und Jugend eine extreme Faszination für das Thema Sterben entwickelt und dass ihn zudem der Tod einer nahestehenden Tante stark traumatisiert hatte.

00:49:40: Die Tante war nach langer Erkrankung an Brustkrebs gestorben und hatte offenbar sehr gelitten.

00:49:45: Wila erinnerte sich, wie sinnlos und niederschmetternd er ihren Todeskampf damals empfand.

00:49:53: Trotz seiner Traumata und der schwierigen Kindheit wurde Johann Wila mittels der Gutachten die volle Schuldfähigkeit attestiert.

00:50:01: Der Angeklagte bekam wie erwartet die Höchststrafe und muss für vierzig Jahre hinter Gitter.

00:50:08: Thoura Soleil Die Journalistin und Jugendfreundin Vilas bekam während seiner Zeit in der Untersuchungsaft die Möglichkeit, ihn zu interviewen.

00:50:17: Johan Vila blieb in dem Gespräch bei seiner Haltung – er habe den alten Menschen nur helfen wollen, deshalb er auch keine Veranlassung sehen würde sich bei deren Angehörigen zu entschuldigen.

00:50:29: Das Interview erschien damals mit der Überschrift Ich bin ein guter Mensch.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.