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Schauerstoff Compilation: Im Zweifel schuldig?

Shownotes

Manchmal scheint ein Mordfall schnell gelöst. Eine Spur führt zu einem Namen, ein Motiv scheint gefunden, und plötzlich fügt sich alles zu einer scheinbar eindeutigen Geschichte. Doch was passiert, wenn genau diese Geschichte Risse bekommt? In dieser Compilation geht es um zwei französische Mordfälle, bei denen die Frage nach der Schuld komplizierter ist, als es zunächst scheint. In DER MÖRDER IST NICHT IMMER DER GÄRTNER führt eine blutige Botschaft direkt zu einem Verdächtigen. Danach zeigt MÖRDER WIDER WILLEN?, wie aus einem persönlichen Konflikt ein tödliches Geflecht aus Freundschaft, Rache und widersprüchlichen Aussagen entsteht.

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Zur aktuellen Folge:

Der Fall Ghislaine Marchal in Mougins, Frankreich (1991) – eine ermordete Witwe, die blutige Botschaft „Omar m’a tuer“ und Zweifel an der Verurteilung ihres Gärtners Omar Raddad. Und: der Mord an Frédéric Guittard in Le Mans, Frankreich (2015) – ein erschossener Familienvater, seine Exfrau mit Alibi und ein Geflecht aus Freundschaft, Rache und widersprüchlichen Geständnissen.

  • der Fall Ghislaine Marchal in Mougins, Frankreich (1991) – eine ermordete Witwe, die blutige Botschaft „Omar m’a tuer“ und Zweifel an der Verurteilung ihres Gärtners Omar Raddad
  • der Mord an Frédéric Guittard in Le Mans, Frankreich (2015) – ein erschossener Familienvater, seine Exfrau mit Alibi und ein Geflecht aus Freundschaft, Rache und widersprüchlichen Geständnissen

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Transkript anzeigen

00:00:10: Manchmal scheint ein Mordfall schnell gelöst, eine Spur führt zu einem Namen.

00:00:16: Ein Motiv scheint gefunden und plötzlich fügt sich alles zu einer scheinbeeindeutigen Geschichte.

00:00:25: Doch was passiert wenn genau diese Geschichte Wisse bekommt?

00:00:30: In dieser Compilation geht es um zwei französische Mordfälle bei denen die Frage nach der Schuld komplizierter ist als es zunächst scheint.

00:00:39: in Der Mörder ist nicht immer der Gärtner, führt eine blutige Botschaft direkt zu einem Verdächtigen.

00:00:47: Danach zeigt Mörda wieder Willen wie aus einem persönlichen Konflikt ein tödliches Geflecht aus Freundschaft, Rache und widersprüchlichen Aussagen entsteht.

00:01:26: verfügen in der heutigen Zeit über ein deutlich exklusiveres Potenzial als noch in der Vergangenheit, schon allein weil sie sich durch Social Media viel einfacher verbreiten lassen.

00:01:39: In harmlosen Fällen trifft es etwa den pedantischen Deutschen, der immerüber das Wetter meckert oder seine Pfandflasche von einer Weltreise zurück nach Hause bringt um sie pflichtbewusst in den Automaten zu werfen.

00:01:51: Dass es in mediterranen Ländern angeblich lauter und unpünktlicher zugeht mag man mit einem Augenzwinkern auch noch irgendwie als Klischee hinnehmen.

00:02:00: Doch der Spaß hört spätestens auf, wenn ein Vorurteil die offenkundige Konsequenz von Fremden hasst.

00:02:08: Dann bekommen Klischees über andere Kulturen und Ethnien eine politische und gesellschaftliche Dimension, die für Betroffene massive Konse quenzen haben kann.

00:02:19: Ein

00:02:19: Mann, der solche Konse Quenzen bis heute zu spüren bekommt ist der Marokane Omar Radat.

00:02:26: Er soll vor über dreißig Jahren einen grauenvollen Mord begangen haben.

00:02:31: Und bis heute scheint die Justiz immer wieder seine Versuche zu vereiteln, seine Unschuld zu beweisen – auch wenn es mittlerweile massive Zweifel an seiner Schuld gibt!

00:02:45: Es war der XXIII.

00:02:46: Juni, nineteenhundertneinzig als die Mittagssonne die zahlreichen türkisglitzenden Pools der Kleinstadt Mujan aufheizte eine Oase für viele reiche Ruheständler vor den Toren der französischen Filmmetropole Kahn in ihren Sommerhäusern residierten.

00:03:06: An diesem Tag hatte eine gewisse Madame Coustère beschlossen, ein paar Freunde aus der Nachbarschaft zu einem leichten Mittagessen einzuladen.

00:03:14: Alle geladenen Gäste erschienen pünktlich – nur eine Freundin tauchte trotz fester Zusage nicht auf.

00:03:21: Gislène Machschal die wohlhabende Tochter eines Großindustriellen und zugleich die inzwischen verwittwette Ehefrau eines erfolgreichen Herstellers für Autozubehör.

00:03:32: Die mittlerweile fünfundsechzigjährige ließ sich auch in den Nachmittagsstunden nirgendwo blicken, weshalb ihre Freunde aus der Nachbarschaft sich allmählich Sorgen machten.

00:03:43: Gemeinsam suchten sie die Villa der Verschwundenden schließlich auf und klingelten an der Gegensprechanlage – doch diese bleib ebenfalls stumm!

00:03:51: Nach kurzem Überlegen trennte sich die

00:03:53: Gruppe

00:03:54: und man beschloss, gießlennen am folgenden Tag abermals einen Besuch abzustatten.

00:03:59: Doch auch an jene Montag, dem vierundzwanzigsten Juni schien niemand zu Hause zu sein.

00:04:05: Eigentlich hatten die Nachbarn der Witwer keinen Grund zur Sorge, das Wohnviertel war der reichen Elite der Côte d'Azur vorbehalten und verfügte über einen eigenen Wachtdienst, der regelmäßig zwischen den Häusern patrouillierte – was sollte hier schon Schlimmes passieren?

00:04:22: Und dennoch rief Gislens Abwesenheit ein ungutes Gefühl bei ihren Freunden hervor!

00:04:28: Also kontaktierten sie den Wachdienst ,der über den Zweitschlüssel zur Villa der unsechzigjährigen verfügte.

00:04:35: Nachdem der Wachdienst das Gartentor aufgesperrt hatte, stellten die Nachbarn überrascht fest, dass die Haustür nicht abgeschlossen war.

00:04:43: Und auch drinnen wirkte alles so als hätte Gislän ihr zu Hause gar nicht verlassen wollen.

00:04:48: Ihr Bett im Schlafzimmer war noch ungemacht und daneben entdeckte die Freunde auf einem Stuhl ihre Handtasche mit samt ihrer Geldbörse – etwas, daß die Witwe beim Verlassen des Hauses unter Garantie mitgenommen hätte.

00:05:01: Ansonsten wirkte die Villa von innen wie eh und je.

00:05:04: Nichts war beschädigt Nichts war gestohlen worden.

00:05:07: Doch wo war Gieslenn?

00:05:12: Als die Vermisste auch am Abend nicht wieder auftauchte, kontaktierten die Nachbarn die Jandamari.

00:05:18: Diese kam nach einem kurzen Rundgang durch die Villa und den Garten zu ähnlichen Schlüssen.

00:05:22: Es gab weder Spuren eines Einbruchs noch solche, die auf Diebstahl oder gewaltsame Handlungen hindeuteten.

00:05:30: Dann fiel dem Polizisten jedoch ein kleines Tor an der Rückseite des Hauses auf das bisher unbeachtet geblieben war.

00:05:36: es sperrte eine Treppe zum Keller ab der hinter einer weiteren Tür vor Borgenglack.

00:05:43: Die Kellertür zu öffnen, erwies sich als äußerst mühsam.

00:05:47: Fast eine halbe Stunde fummelten die Beamten an dem Schloss herum und mussten schließlich Rohrgewalt anwenden und die Tür eintreten um Zugang zum Keller zu bekommen.

00:05:56: Als dies schließlich gelangen wurde offensichtlich das die Tür von innen verbarrikadiert worden war.

00:06:02: Jemand hatte ein Klappbett und eine Metallstange unter die Klinke geschoben

00:06:07: Und dieser Jemand

00:06:08: konnte anscheinend nur eine einzige Person gewesen sein.

00:06:12: Gislennmachschal lag blutüberströmt in der Mitte des Raumes, leider kam jede Hilfe für sie zu spät – die fünfundsechzigjährige warme zahlreichen Messerstichen brutal niedergestochen worden und eindeutig tot!

00:06:26: Doch so grauenhaft diese mörderische Szenerie bereits war, so gab es einen Detail das allen Beteiligten erst recht einen Schauer über den Rücken jagte.

00:06:35: Die Ermordete hatte offenbar eine letzte Botschaft hinterlassen.

00:06:39: Auf zwei Holztüren fand die Polizei einen mit blutgeschriebenen Hinweis.

00:06:44: Vier Worte, die lauteten, Omar hat mich getötet.

00:06:50: Wobei diese vermeintliche Botschaft des Mordopfers bereits ein erstes großes Rätsel für die Ermittleraufgabe – das zu einem späteren Zeitpunkt im Prozess um die getötete fünfundsechzigjährige weitere Fragen aufwarf.

00:07:02: Wortwörtlich stand er auf den Türen auf Französisch.

00:07:07: Thuyet war als infinitiv geschrieben worden und nicht korrekt konjugiert.

00:07:14: Zu Deutsch würde man diesen Satz am ehesten mit «Omar hat mich töten!» übersetzen, und hier tauchte bereits das erste große Fragezeichen in diesem mysteriösen Kriminalfall auf.

00:07:25: Hätte Gislennmarschall eine einst kultivierte

00:07:29: gebildete

00:07:29: und belesene Frau selbst im Angesicht des Todes einen so offensichtlichen Grammatikfehler begangen?

00:07:36: Oder hatte hier viel mehr jemand anderes die Schuld auf einen dritten Unbeteiligten lenken wollen?

00:07:42: Denn die zweite absolut drängende Frage für die Ermittler war natürlich, wer war Omar.

00:07:51: Während die Polizei

00:07:52: das Gebiet um die

00:07:53: Wille der Ermordeten weitläufig absperrte und die Spurensicherung ihrer Arbeit aufnahm, saß der neunundzwanzigjährige Omar Radat nichts ahnen bei sich zu Hause.

00:08:04: Der junge Marokkaner war einige Jahre zuvor seinem Vater nach Frankreich gefolgt wo dieser bereits als Gärtner für die Reichen und Schönen im Speckgürtel von Kann arbeitete.

00:08:14: Oma, der keine ordentliche Schulbildung besaß und weder lesen noch schreiben konnte, beschloss es seinem Vater gleich zu tun und in dessen Fußstapfen als Gärter zu treten.

00:08:25: Der neunundzwanzigjährige machte sich schnell bei seinen gut betuchten Kundinnen beliebt – und man schätzte seinen Fleiß und seine Diskretion!

00:08:33: Schon bald erhielt er ein dauerhaftes Engagement bei Gislène Machschal.

00:08:38: OMA war froh Denn mit seinem schmalen Gehalt konnte er sich selbst und seine Frau Latifa, die er in Frankreich kenne, kennen gelernt hatte sowie seine beiden kleinen Söhne gerade

00:08:48: so über

00:08:48: Wasser halten.

00:08:50: Die Familie hatte eine kleine aber günstige Mietwohnung in Toulon gefunden – doch das war zu weit für Oma's tägliche Anfahrt ins reiche Mougin!

00:08:58: Deshalb er sich noch ein weiteres Studiapartement in der Nähe hatte nehmen müssen.

00:09:05: Am Mittwoch, den twenty-fünfzigsten Juni nineteenhundertneunzig, hatte Oma Radat frei und war folglich bei seiner Familie in Toulon.

00:09:13: Nichts an saß er mit seiner Frau la tiefer auf dem Balkon, als es plötzlich an der Wohnungstür klingelte.

00:09:20: Die Beamten verweigerten den neunundzwanzigjährigen jeder Erklärung, sondern nahmen ihn an Ort und Stelle fest und mit auf's Revier.

00:09:28: Dort konfrontierten sie ihn mit dem Mord an seine Arbeitgeberin Gislène Machschal – und bezichtigten ihn aufgrund der blutigen Nachricht an der Kellertür direkt der Tat!

00:09:37: Das Oma zu diesem Zeitpunkt nur sehr gebrochen französisch sprach machte die Sache natürlich nicht besser.

00:09:44: Vierundzwanzig Stunden lang verhörten die Ermittler den jungen Marokkaner und erhöhten dabei immer weiter den Druck.

00:09:50: Sie verweigerten ihm einen Anwalt oder zumindest

00:09:53: einem Übersetzer,

00:09:54: und ließen ihn in der gesamten Zeit nicht schlafen – geschweige denn etwas essen!

00:09:59: Doch ihr unerbittliches Vorgehen brachte nicht den gewünschten Effekt.

00:10:03: Omar legte kein Geständnis ab, sondern beteuerte wieder und wieder seine Unschuld.

00:10:09: Er versicherte den Beamten Er habe seine Arbeitgeberin sehr geschätzt und hatte überhaupt keinen Grund gehabt, sie zu töten.

00:10:17: Sie hatte ihm einen sicheren Posten gegeben – ihn anständig bezahlt und ihm sogar privat geholfen – als er und seine Frau Latifa einige Jahre zuvor auf Wohnungssuche waren und zeitweise bei der wohlhabenden Witwe wohnen durften.

00:10:31: Omar ging sogar soweit, sie als eine Art Ersatzmutter zu bezeichnen.

00:10:37: Das mögliche Motiv

00:10:38: das die Ermittler zur

00:10:39: Ermordung von Gislène Machschal konstruierten wirkte demgegenüber mehr als dünn.

00:10:45: Sie hatten herausgefunden, dass Omar hin und wieder ein Spielcasinos ging und daraus gefolgert, das er seiner Arbeitgeberin für seine Spielsucht umgebracht und anschließend ausgeraubt hatte.

00:10:56: So hatte man herausgefundene, dass ungerechnet ca.

00:10:59: dreihundert

00:11:00: Euro aus ihrem Portmonee

00:11:01: gestohlen worden waren.

00:11:03: Dass jemand für so eine kleine Summe ein solches Blutbad anrichten würde erschien von vornherein alles andere als glaubwürdig.

00:11:11: Abgesehen davon hat der junge Marokkaner auch ein Alibi für den XXIII.

00:11:16: Juni, als Gislène Marschall mutmaßlich ermordet worden war.

00:11:20: An diesem Tag hatte er bei ihrer Nachbarin Francine Pascal gearbeitet – was die ältere Dame auch so bestätigen konnte.

00:11:28: In der Mittagspause sei er mit seinem Roller nach Hause gefahren, habe unterwegs noch bei einer Bäckerei angehalten und sei später sogar noch von einem paar Nachbarn in der Nähe seiner Wohnung gesehen worden.

00:11:38: Außerdem hat er von unterwegs gegen vierzehn Uhr bei einer öffentlichen Telefonzelle halt gemacht und seine Familie angerufen.

00:11:45: Nach seinem Mittagessen

00:11:47: sei er zu Madame

00:11:47: Pascal zurückgekehrt, und habe dort bis zum Abend weiter gearbeitet.

00:11:53: Doch leider schien abgesehen von der älteren Dame niemand sein Alibi so bestätigen zu können.

00:11:59: Der Angestellte der Bäckerei sagte aus, er könne sich nicht sicher erinnern – ob Omar bei ihm eingekauft hatte!

00:12:06: Und auch die Nachbarn aus seinem Wohnblock behaupteten, sie hätten ihn nicht gesehen.

00:12:10: Der Anruf bei seiner Familie von dem Münztelefon konnte die Telefongesellschaft zwar bestätigen, doch das reichte nicht aus um zweifelsfrei zu belegen dass Ergys Lennmarschall in dem fraglichen Zeitfenster nicht hatte aufsuchen können.

00:12:24: Man ging davon aus, daß die Witwe zwischen zwölf Uhr und vierzehn Uhr ermordet

00:12:28: worden war

00:12:30: also genau in der Mittagspause von Oma Radat.

00:12:36: Gleichzeitig mangelte er es jedoch an weiteren Beweisen.

00:12:39: man durchsuchte sein Apartment und auch seine gemeinsame Wohnung mit Latifa.

00:12:44: keine Blutspuren, keine Tatwaffe Keine Gegenstände vom Tatort fand man bei dem neunundzwanzigjährigen.

00:12:51: Umgekehrt fand man wiederum im Keller des Mordopfers keine Spruchen von Erde oder Gras, etwas das durch die Gartenarbeit bei der Nachbarin Francine Pascal zwangsläufig an Omas Schuhen hätte kleben müssen.

00:13:05: Doch die Polizei hielt weiter verbissen an ihrer Theorie fest, der zufolge nur der junge Gärtner als Täter in Frage kam.

00:13:13: Weiterhin wirkte sich auch der Umgang der Behörden mit Gislennmachschals Leiche Alles andere als günstig für Omar Radat auf das Verfahren aus.

00:13:22: Bereits eine Woche nach dem Mord übergab die Gerichtsmedizin den Leichnam an ihre Familie.

00:13:27: Diese ließ ihnen entsprechend des Testamentes einäschern, somit wurden noch im laufenden Verfahren zahlreiche potentielle Hinweise darauf zerstört wer die wohlhabende fünfundsechzigjährige

00:13:38: tatsächlich

00:13:38: umgebracht hatte.

00:13:41: Den leitenden Ermittlern hat er allein die blutige Botschaft im Keller gereicht um den neunundzwanzigjährigen Marokkaner als Täter Ding festmachen zu wollen.

00:13:50: Und so wurde der junge Familienvater am siebenundzwannzigsten Juni, nineteenhundertneinundneunzig in Untersuchungshaft nach Gras

00:13:57: gebracht,

00:13:58: wo er die folgenden zweieinhalb Jahre sein Dasein in einer Zelle fristete und auf seinen Prozess wartete.

00:14:07: Im Januar nineteenhundnünzig war es dann soweit – und das Gerichtsverfahren zur Ermordung Gislène Machschals begann unter einem spektakulären Aufgebot von Presse- und Schaulustigen.

00:14:19: Schon während seiner Haftzeit hatte Omar Radat immer wieder seine Unschuld beteuert und blieb auch im Angesicht des Richters bei seiner Version, dass er den gewaltsamen Tod seiner Arbeitgeberin nicht zu verantworten hat.

00:14:32: Doch nicht nur das Mysterium um die Frage, wer Gislène Marschai wirklich getötet hatte, hielt die Öffentlichkeit in Atem.

00:14:40: Der Fall war auch deshalb von so großem Interesse,

00:14:42: weil hier zwei gesellschaftliche

00:14:44: Klassen aufeinander trafen – auf der einen Seite die französische Bourgeoisie die wohlhabende Appa-Klaas, wie eine Freundin aus ihrer Mitte verloren hatte.

00:14:54: Auf der anderen Seite ein Jumma-Migrant aus Marokko, der eins nach Frankreich gekommen war weil er sich ein besseres Leben hatte aufbauen wollen.

00:15:03: Entsprechend bot das Verfahren natürlich massenhaft Raum für Spekulation und Vorurteile – auf beiden Seiten!

00:15:12: Die Nebenkläger Gieslenn Marschals einziger Sohn und ihre Schwester ließen sich von einem renommierten Anwalt vertreten Und auch Omar Radat hatte man zum Glück einen bekannten und erfolgreichen Verteidiger zur Seite gestellt.

00:15:26: Dieser argumentierte vom ersten Verhandlungstag an, dass die Beschuldigung des Mordes gegenüber seinem Klienten ausschließlich rassistisch motiviert gewesen sei – weshalb die Polizei viel zu eindimensional ermittelt habe!

00:15:40: So führte

00:15:40: er beispielsweise aus, das man niemals die Tatwaffe gefunden

00:15:43: hat

00:15:44: und oben drei weitere Menschen aus Gislenn-Marschals näherem Umfeld niemals verhört worden

00:15:49: waren….

00:15:51: Der Prozess spitzte sich weiter zu, als man am dritten Verhandlungstag die beiden Türen in den Gerichtsaal brachte auf denen mit dem Blut des Opfers Oma hat mich töten, geschrieben stand.

00:16:03: Ein Schaudern ging durch die Reihen, alsman die beiden Beweistücke dem Saal präsentierte.

00:16:09: Während klar war, daß das Bluteindeutig von Gislenn Machschall stammte, war weiterhin offen wer die schreckliche Botschaft an die Tüuren beschrieben

00:16:17: hatte.

00:16:19: War es wirklich das Opfer gewesen?

00:16:21: dass hiermit letzter Kraft den anklagenden Finger auf seinen Mörder gerichtet hatte?

00:16:25: oder doch jemand anderes, der mit diesem blutigen Schriftzug ganz klar von seiner eigenen Schuld ablenken wollte.

00:16:32: Selbst das Hinzuziehen von erfahrenen Grafologen konnte das Rätseln nicht vollends klären.

00:16:38: Beide Experten wollten sich abschließend nicht festlegen ob es sich wirklich um die Handschrift von Gislène Mach-Scheil handelte als sie die verschmierten Buchstaben

00:16:46: mit weiteren

00:16:46: Schriftproben verglichen.

00:16:49: Die Verteidigung berief sich auch auf einen möglicherweise inszenierten Mordschauplatz.

00:16:54: Wie bereits erwähnt,

00:16:55: war die Keller-Tür

00:16:56: bei der Durchsuchung des Anwesens durch die Jandammerie von innen verbarrikadiert gewesen.

00:17:01: Jemand hatte mit einem sperrigen Klappbett und einer Metallstange die Klinke blockiert.

00:17:06: Da es keine weiteren Zugänge zu dem Keller gab, schien es naheliegend das Gislenmachschal sich als Schutz vor ihrem Peiniger selbst eingesperrt hatte.

00:17:15: Allerdings hatte sie zu diesem Zweck sehr schwere

00:17:17: Möbel bewegen müssen Etwas, das ihr selbst im unverletzten Zustand als betagte Dame sicherlich schwer gefallen wäre und im Angesicht ihrer schweren Verletzungen wahrscheinlich unmöglich war.

00:17:29: So die Argumentation

00:17:31: der Verteidigung von Omar Radat.

00:17:35: Die Anklage stützte sich bei ihrer Version der Geschichte wiederum auf eine Zeugin, die Omar Radatt mit ihren Aussagen stark belastete.

00:17:44: Liliane Risseau – die Reinigungskraft von Gislène Marschall sagte aus, sei massiv glücksspielsüchtig gewesen und habe regelmäßig seine gesamten Einkünfte im Casino verspielt.

00:17:56: Seine Sucht sei so groß

00:17:58: gewesen, dass er sogar mit der Miete in Rückstand war – und Gislène Marschall mehrmals um einen Gehaltsvorschuss gebeten hatte, was diese ihm häufig gewährte, allerdings nicht immer!

00:18:09: Die Reinigungskraft behauptete die fünfundsechzigjährige hatte Oma Radat einen solchen Vorschuss zuletzt verweigert und dafür offenbar mit dem Leben bezahlt.

00:18:19: Staatsanwalt und Nebenkläger brachten noch weitere Argumente vor, die einen Mord an Gislène Marschall durch Omar Radat durchaus wahrscheinlich machten.

00:18:29: Ihre Angehörigen sagten aus – die Verstorbene sei zwar nach außen höflich in Wirklichkeit aber eine Frau mit einem schlechten Charakter gewesen, die ein durchaus zerweißloht treiben konnte!

00:18:40: Auch der blutige Schriftzug an den Kellertüren passte zu Gisleyn Marschell wie ihre Schwester

00:18:44: und ihr Sohn

00:18:45: behaupteten Und die Anklage hatte noch ein weiteres Ass im Ärmel.

00:18:50: So zog sie als Beweisstück eine alte Rechnung hervor, auf welcher das Mordopfer handschriftlich bezahlt vermerkt hatte und dabei genau denselben Grammatikfehler begangen hatte wie in der blutigen Botschaft am Tatort.

00:19:03: Dies verdichtete die Annahme, dass Gislène Marschall selbst Oma hat mich töten an die Wand geschrieben hatte – auch wenn dies nie abschließend bewiesen werden konnte!

00:19:16: Und so blieb nach einer Woche des Prozesses Vieles andere noch ungeklärt und offen.

00:19:22: Abgesehen von der Beschuldigung an der Wand gab es nichts, was Omar Radat in irgendeiner Weise mit dem Mord in Verbindung brachte.

00:19:29: Dieser nutzte seine letzten Worte im Prozess auch noch einmal um seine Unschuld zu unterstreichen.

00:19:36: Und dennoch schien der Schuldspruch unausweichlich.

00:19:40: Der mittlerweile dreißigjährige wurde des Mordes für schuldig befunden und zu achtzehn Jahren Haft verurteilt – nicht nur Omar selbst, seine Familie und seinen Anwalt ließ dieses Urteil völlig fassungslos zurück.

00:19:54: Auch die französische Öffentlichkeit zeigte sich bestürzt über die Verurteilung des jungen Marokanas, in einer Umfrage gaben damals sixty-fünf Prozent der Befragten an

00:20:03: – sie glaubten

00:20:04: an die Unschuld des einstigen Gärtners!

00:20:09: Auch in den folgenden Jahren sollte Omar Radat weiter auf seine Unschuld behahren und einen Berufungsverfahren anstreben.

00:20:16: Dieses wurde jedoch mehrere Male abgelehnt.

00:20:21: wurde er dennoch vorzeitig aus der Haft entlassen.

00:20:24: In einem Deal mit dem damaligen marokkanischen König begnadete der damals amtierende französische Präsident Jacques Chirac, den mittlerweile thirty- vierjährige Omar und entließ ihn in die Freiheit – doch auch damit war die Geschichte für Omar Adat nicht vom Tisch!

00:20:42: Auch als freier Mann bleibt er ein verurteilter Straftäter.

00:20:46: Allein der Beweis seiner Unschuld kann seine Reputation in der Gesellschaft wieder vollumfänglich herstellen.

00:20:53: Zwei-tausendzweiundzwanzig hat Omar Radat erneut um eine Überprüfung des Verfahrens gebeten und ist abermals gescheitert.

00:21:01: Es scheint, als weigere die französische Justiz

00:21:04: sich

00:21:04: unerschütterlich einen möglichen Fehler ihrerseits einzugestehen.

00:21:09: Denn bei näherem Hinsehen gibt es durchaus andere

00:21:11: mögliche Tatverdächtige,

00:21:13: die man näher hätte

00:21:14: beleuchten können – hierzu zählte beispielsweise

00:21:18: die bereits

00:21:18: benannte Reinigungskraft Liliane Rissevou.

00:21:22: Laut einem von Oma's Familie

00:21:23: engagierten Privatdetektiv war Liliane Rissevaux mit einem Stadtbekannten psychisch labilen und gewaltbereiten Mann zusammen,

00:21:31: der sogar schon einmal einen Mord begangen

00:21:33: hatte.

00:21:34: Zudem hat sie selbst

00:21:35: ein gutes Motiv gehabt – Gislaine Machschal töten zu wollen!

00:21:39: Diese hatte ihr nämlich kurz zuvor gedroht, sie zu entlassen.

00:21:44: Leider konnte diese Spur jedoch nicht abschließend verfolgt werden, da die Reinigungskraft und ihr verdächtiger Lebensgefährte in den frühen zweitausender Jahren verstarben.

00:21:54: Gleiches traf auf eine Hypothese zu, dass Gislène Marschall ein Opfer von banden Kriminalität geworden

00:21:59: war.

00:22:01: Die beiden Hauptverdächtigen

00:22:02: dieser Spur

00:22:02: – zwei Brüder mit Verbindungen ins Organisierte Verbrechen sind inzwischen leider ebenfalls verstorben und so wird es immer unwahrscheinlicher das im Fall Gislein Marschalle

00:22:15: der wahrhaftige Täter doch noch

00:22:17: gefunden wird Nicht nur als Freier, sondern auch als unschuldiger Mann sein Leben friedlich weiterleben darf.

00:22:28: Denn das der marokkanische Gärtner einst seine reiche Arbeitgeberin ermordet hat gilt mittlerweile entgegen der Annahme der französischen Justiz als ziemlich ausgeschlossen.

00:22:38: Moderne DNA-Technologie sei Dank!

00:22:54: Außerdem konnte eine fremde männliche DNA-Spur in dem blutigen Schriftzug an den Kellertüren gesichert werden, deren Eigentümer leider nie geklärt werden konnte.

00:23:05: Doch dies bewies zumindest eines – Gislennmarschall selbst war es nicht gewesen die mit ihrem eigenen Blut Omar Radat als Täter bezichtigt hatte.

00:23:15: Stattdessen war es jemand anderes gewesen

00:23:17: der unbehelligt

00:23:18: weiterleben durfte während ein junger Einwanderer eins voller Ideale und Träume viele Jahre im Gefängnis sitzen musste und der nun den Rest seines Lebens mit einem Brandmal herumlaufen muss, das eine Rückkehr zur Normalität und Akzeptanz in der Gesellschaft völlig unmöglich macht.

00:23:44: Im Fall Oma Radat schien schon eine einzige Botschaft am Tatort zu verraten, wer der Täter war – und doch blieben Zweifel!

00:23:53: Auch die nächste Geschichte beginnt mit einem Mord und einem naheliegendem Verdacht.

00:23:58: Nur wird dort schon bald deutlich dass hinter der Tat mehr als nur eine Person stehen könnte.

00:24:11: Mörder, wieder Willen?

00:24:13: Wenn

00:24:18: man die Zeitung aufschlägt und von einem neuen Mordfall liest ist er erste Impuls für viele blankes Entsetzen.

00:24:27: einen anderen Menschen zu töten erscheint uns so abstrakt marzialisch und auch so sinnlos aber können wir uns wirklich so einfach davon abgrenzen?

00:24:38: gibt es nur wenige schwarze Schafe in unserer Gesellschaft die im Stande wären, einem anderen das Leben zu nehmen oder entscheiden?

00:24:46: nicht

00:24:46: viel mehr der Kontext – das Motiv

00:24:49: und eine Prise des unglücklichen

00:24:50: Zufalls.

00:24:52: Ob ein jeder zum Mörder werden kann?

00:24:59: Es war der siebenundzwanzigste

00:25:00: Juni-Zweitausendfünfzehn

00:25:02: ein herrlicher Sommertag als Melissa

00:25:05: Guitare

00:25:06: am Bahnhof de Stade Le Mans im Nordwesten Frankreichseintraf.

00:25:11: Der Austragungsort des weltberühmten Vierundzwanzigstunden Rennens war für Melissa vor allem ihre Heimatstadt, in die sie nahezu jedes Wochenende zurückkehrte, sofern ihr Studium in Paris dies zuließ.

00:25:25: Die neunzehnjährige war Scheidungskind und sie nutzte die Wochenenden- und Semesterferien daher vor allem um ihre beiden Elternteile in Le Mans zu besuchen, die schon seit einigen Jahren getrennt lebten.

00:25:37: Zu jenem Zeitpunkt ahnte sie allerdings noch nicht dass sie einen von beiden nicht mehr Leben zugesicht bekommen würde.

00:25:46: Melissa begab sich zuerst zu ihrer Mutter Turia, bei der auch noch ihre vierzinjährige Schwester Salome wohnte.

00:25:53: Die beiden lebten in einer herrschaftlichen Villa mit Swimmingpool aus welcher der Vater vor etwa zwei Jahren wegen der Trennung ausgezogen war.

00:26:02: Dass die Familie einen derart dekadenten Lebensstil führen konnte lag vor allem am Beruf des Vaters.

00:26:08: Dieser hatte als Manager in einer großen Fleischfabrik

00:26:11: jeden Monat viel Geld mit

00:26:12: nach Hause gebracht.

00:26:14: Jahrelang hatte die Familie in Saus und Braus gelebt, dekadente Feste gefeiert und das Geld mit beiden Händen ausgegeben.

00:26:22: Nach der Scheidung hatte der Vater sich ein Luxusapartment in der Innenstadt von Le Mans genommen und sich über dies eine große Abfindung von seinem Arbeitgeber auszahlen lassen.

00:26:32: Doch trotz der Trennung- und Umverteilungen der wirtschaftlichen Verhältnisse war der Kontakt der Eltern freundschaftlich und respektvoll geblieben – nicht zuletzt wegen der Kinder!

00:26:42: So schien es zumindest

00:26:43: nach außen.

00:26:47: Nachdem Melissa zwei Tage bei ihrer Mutter und Schwester verbracht hatte, wollte sie am neunundzwanzigsten Juni-Zweißen-Fünfzehn ihrem Vater einen Besuch abstatten.

00:26:57: Sie hatte ihre beste Freundin mit im Schlepptau als sie an diesem heißen Nachmittag vor dem sanierten Gründerzeitbau stand und klingelte.

00:27:05: Verwundert musste sie feststellen, dass auch nach einigen warten niemand öffnete – das war äußerst untypisch für ihren Vater!

00:27:14: galt als absolut zuverlässiger Mensch und sagte insbesondere seinen Töchtern immer Bescheid, wenn er sich verspätete.

00:27:23: Als der Vater auch nach mehrmaligem Klingeln nicht reagierte, zückte Melissa ihren Zweitschlüssel.

00:27:28: Sie konnten ebenso gut auch oben in der klimatisierten Wohnung auf ihn warten.

00:27:33: Gemeinsam gingen die Mädchen hoch in den dritten Stock wo Melissa nun die Wohnungstür aufsperren wollte.

00:27:39: Doch schon nachdem sie den Schlüssel herumgedreht hatte bemerkte sie dass etwas die Tür offenbar von ihnen blockierte.

00:27:46: Auf der anderen Seite lag ein umgefallener Stuhl.

00:27:50: Schon jetzt regte sich in der neunzehnjährigen die Befürchtung, dass irgendetwas nicht stimmte.

00:27:57: Es gelang ihr schließlich

00:27:58: den Stuhlsbeiseite zu Schieben und Melissa und ihre Freundin traten in den Flur – und hier offenbarte sich die eigentliche Tragödie.

00:28:07: Wenige Meter entfernt lag Ihr Vater reglos auf dem Boden.

00:28:11: Er war blutüberströmt und sein Körper wirkte leblos.

00:28:15: Die neunzinjährige wagte nicht näherzutreten!

00:28:19: Zu groß war die Angst, selbst feststellen zu müssen, dass ihr Vater nicht mehr lebte.

00:28:25: Panisch verließen die Mädchen die Wohnung und rannten ins Trappenhaus.

00:28:29: Hier verständigten sie sofort die Einsatzkräfte und nur wenige Minuten später stürmten ein paar Sanitäter die Wohnung.

00:28:38: Diese konnten allerdings nur noch den Tod des Vaters konstatieren und auch einen anstießend herbeigerufender Gerichtsmediziner bestätigte.

00:28:45: Frederick Guitar war beim Eintreffen seiner

00:28:47: Tochter

00:28:48: schon seit mehreren Stunden tot.

00:28:51: Die nähere Inspektion bestätigte auch, was schon auf den ersten Blick ersichtlich schien.

00:28:57: Der einundfünfzigjährige war gewaltvoll ermordet worden.

00:29:00: Man hatte ihn mit einem Schuss in die Seite, einem in die Schläfe und einen weiteren Schuss im Nacken regelrecht hingerichtet.

00:29:09: Als die Spurensicherung eintraf, suchte man zuallererst nach verwertbaren Fingerabdrücken, die der oder die Täter am Tatort zurückgelassen haben konnten – doch leider Fehlanzeige!

00:29:21: Im gesamten Apartment fand man nur die Fingerabdrücke des Opfers.

00:29:25: Lediglich den Abdruck eines Handschuß entdeckte man schließlich auf einer Möbelfläche.

00:29:30: Dies ließ darauf schließen, dass Frederick Guitar vorsätzlich ermordet worden war – da Vorkehrungen zur Spurenvermeidung getroffen wurden waren.

00:29:40: Das größte Rätsel blieb jedoch vorerst das Motiv hinter dem Mord, denn der Familienvater galt als unheimlich gesellig, freundlich und beliebt.

00:29:49: Niemand aus seinem Freundes- oder bekannten Kreis oder auch aus seinem beruflichen Umfeld, konnte irgendetwas Negatives über ihn sagen.

00:29:57: Es schien fast als sei der einundfünfzigjährige zu nett gewesen, als dass irgendjemand ihm so etwas hätte antun können.

00:30:06: Doch das Opfer war bekanntermaßen von seiner ehemaligen Partnerin getrennt und lebte in Scheidung – es musste also zumindest einen Menschen gegeben haben mit dem Frederick Guitard Spannungen erlebt hatte!

00:30:18: Man bestellte also seine Entscheidung lebende Ex-Frauturia aufs Revier.

00:30:24: Die forty-sechjährige wirkte massiv erschüttert von der Nachricht über den Tod ihres Ex-Mannes.

00:30:29: Immerhin waren die beiden über fünfundzwanzig Jahre zusammen gewesen.

00:30:33: Sie gab zu Protokoll, das an dem Wochenende vor der Tat ihre beiden Töchter bei ihr gewesen seien.

00:30:39: Am Morgen der Ermordung des Opfers war sie in der Stadt gewesen um Geld abzuheben sowie ein paar Einkäufe zu erledigen.

00:30:48: Die Ermittler ließen sich darauf hin dass Mobiltelefonen von Turia aushändigen und glichen ihre Aussage mit den darin gespeicherten Bewegungsdaten ab.

00:30:56: Und tatsächlich!

00:30:57: Die zweifache Mutter war an jenem Morgen wirklich in der Innenstadt unterwegs gewesen, und hatte bei den genannten Stationen Halt gemacht.

00:31:06: Während die Polizei bei der Suche nach einem Tatverdächtigen im Dunkeln tappte, er härtete sich zumindest ein mögliches Motiv immer mehr.

00:31:14: Frederick Guitar war ein vermögender Mann gewesen – und da er ansonsten keine persönlichen Feinde gehabt hatte, schien es zunächst das naheliegendste dass jemand ihn aus Habgier getötet hatte.

00:31:25: Die ziemlich verwüstete Wohnung legte daher den Verdacht nahe, das es sich um einen Raubüberfall handelte der offenbar schief gegangen war.

00:31:33: Zumal auch der Laptop und das Handy des Opfers gestohlen worden waren.

00:31:39: Für einen Raupüberfall

00:31:40: sprach

00:31:40: außerdem, daß ich das Wohnhaus des Opfs in einem wohlhabenden Stadtviertel von Le Mans befand.

00:31:46: Wer hier wohnen durfte zählte definitiv zu den Einkommen stärksten Bürgern

00:31:50: der Stadt

00:31:51: Und wer hier einbrach, wusste das es in jedem Fall etwas zu holen geben würde.

00:31:58: Gegen diese Theorie sprach allerdings der Umstand dass man das Gebäude gar nicht so einfach betreten konnte.

00:32:04: Zum Öffnen der Haupttüre benötigte man eine elektronische Marke wie auch Melissa sie besessen hatte oder man klingelte und wurde aktiv von dem Bewohner hereingelassen.

00:32:14: Andernfalls gestaltete sich der Zugang äußerst schwierig.

00:32:18: Gegen die Einbruchstheorie sprachen außerdem das abgesehen von dem Laptop und dem Handy sonst nichts mitgenommen wurde.

00:32:25: Frederick Guitar hatte allerlei teure Elektronik besessen, auch Bargeld zu Hause deponiert – dies alles war unangetastet geblieben!

00:32:35: Da man bei der Überprüfung der Eingangs- und Haustür auch keine Aufbruchspuren fand, schloss man die Möglichkeit eines Einbruchs sehr schnell wieder aus.

00:32:44: Viel mehr wirkte es nun so als hätte Frederick Guitar den oder die Täter persönlich gekannt bevor er in seiner eigenen Wohnung getötet wurde.

00:32:54: Doch wer sollte dies gewesen sein, wenn der einundfünfzigjährige offenbar überhaupt keine Feinde hatte?

00:33:02: Um dieser Frage weiter auf den Grund zu gehen untersuchte man die Kugeln, die nach den Schüssen auf dem zweifachen Familienvater am Tatort zurückgeblieben waren.

00:33:11: Die Ermittler fanden heraus das Gitarre mit einer Pistole vom Kaliber sieben Komma sechs fünf erschossen worden war.

00:33:18: Der erste Schuss hatte das Opfer im Bereich der Lände getroffen und war nicht tödlich.

00:33:22: Die beiden weiteren Schüsse durch Schläfer und Nacken hatten ihn hingegen an Ort und Stelle getötet.

00:33:28: Hieraus schloss die Polizei nun, dass das Verbrechen vor langer Hand geplant und kaltblütig begangen worden war.

00:33:35: Der oder die Täter kannte sich offenbar mit dem Gebrauch von Schusswaffen aus.

00:33:42: Weitere Hinweise lieferte außerdem das Handy des Opfers, das nach der Tat gegen neun Uhr dreißig am Vormittag mitgenommen wurde.

00:33:50: Der-oder-die-Täter schalteten es nicht sofort ab Weshalb sich das Gerät noch bei verschiedenen Sendemasten einlockte, während es vermutlich in einem Auto noch über eine Strecke von dreißig Kilometern transportiert wurde.

00:34:04: Die Spur verlor sich schließlich im der Kleinstadt Ecomois die südlich von Le Mans liegt.

00:34:09: Hier wurde es gegen zehn Uhr schließlich abgeschaltet.

00:34:14: Daraufhin kam den Ermittlern die Idee alle anderen Handys zu prüfen, die sich einen jenem Tag und in dieser Reihenfolge mit denselben Sendemast verbunden hatten Zumal davon auszugehen war dass der oder die Täter ein eigenes Telefon dabei hatten, das dieselbe Route in Richtung Ecomois zurückgelegt haben musste.

00:34:33: Und tatsächlich fand man in der Region die Daten eines weiteren Handys, daß ich in exakt derselben Reihenfolge und genau zum gleichen Zeitpunkt mit diesen Sendemasten verbunden hatte – Der Besitzer des Handys?

00:34:45: Ein gewisser Jean-François Ornano.

00:34:51: Doch mit dem Aufspüren dieses potenziell Verdächtigen ergab sich leider ein großes Problem.

00:34:57: Der Mann war im Zuge der polizeilichen Ermittlung bis dato noch überhaupt nicht in Erscheinung getreten.

00:35:02: Es gab weder eine private, noch eine berufliche Verbindung zu Friedrich Gitarre.

00:35:07: Wie sollte man ihm also einen Mord an letzterem nachweisen?

00:35:12: Und es sollte noch abenteuerlicher werden!

00:35:15: Jean-François Arnaud war in seinem ganzen Leben noch kein einziges Mal straffällig geworden.

00:35:20: Die Theorie von einem gewieften kriminellen und möglichen Auftragskiller kam also ebenso ins Wanken.

00:35:27: Außerdem musste die Polizei feststellen, dass Orna Nogh gar nicht aus der Region stammte sondern über eintausend Kilometer entfernt seinen Wohnsitz hatte.

00:35:35: Der einundvierzigjährige wohnte auf der Insel Corsica.

00:35:39: Dort hatte er eine Tochter und lebte getrennt von seiner Ex-Frau.

00:35:43: Er passte absolut nicht in das Bild eines kaltblütigen Mörders.

00:35:47: Trotzdem war die Polizei sich sicher, daß er derjenige war, der Frederick Guitars Handy.

00:35:55: Irgendeine Verbindung musste es also geben.

00:35:59: Und diese fand sich auch schließlich!

00:36:02: Nachdem sich der Verdächtige von seiner Ex-Partnerin getrennt hatte, hat er ja offenbar eine neue Liebe gefunden.

00:36:08: Deine neue Freundin hieß Magalie Pinardot und sie waren erst seit sechs Monaten ein Paar.

00:36:14: Und Magalie war wiederum die beste Freundin von Thuria Guitare – die Ex-Frau des Mordopfers, die selbst am Tag der Tat ein wasserdichtes Alibi hatte.

00:36:27: Da die Polizei zunächst keine direkte Verbindung zwischen dem mutmaßlichen Täter Jean-François Ornano und der Witt für Turia Guitare konstruieren konnte, konzentrierte man sich stattdessen auf die Kommunikation zwischen Turia und Magalie.

00:36:40: Die beiden Freundinnen hatten sich vor einigen Jahren in der Nähe von Paris kennengelernt.

00:36:45: Seitdem standen sie offenbar im sehr riegem Austausch – Sie telefonierten oft stundenlang miteinander und schickten sich unzählige Nachrichten hin und her!

00:36:54: Als Magalie schließlich einen Urlaub auf Corsica verbrachte, lernte sie dort Jean-François Ornano kennen und blieb dort der Liebewegen.

00:37:03: An ihrer engen Freundschaft zu Turia schien dies offenbar nichts zu ändern.

00:37:08: In den Nachrichten die die Freundinnen sich hin und her schickten stießen die Ermittler auch weitere pikante Informationen.

00:37:15: So beklagte Turia sich bei ihrer Freundin das Frederick-Litar Sie etliche Male betrogen habe und sie nach der Scheidung kein Geld von ihm bekäme.

00:37:24: Die zweifache Mutter hatte also jeden Grund, wütend auf ihren Ex-Mann zu sein und die Scheidung verlief offenbar doch nicht so einvernehmlich wie Turia es bei ihrer Befragung zur Protokoll gegeben hatte.

00:37:36: Als die Ermittler dann nachzeichneten wo das Paar Jean-François Ornaud und Magalie Pinardot sich in den Tagen vor der Tat aufgehalten hatte setzte sie sich ein weiteres Brusselteil zusammen.

00:37:47: Man fand heraus dass beide des Wochenende in der Villa bei Turia Guitare verbracht hatten Obwohl die Witt für diese Information bei ihrer Vernehmung offenkundig unterschlagen hatte.

00:37:58: Zeugen aus dem Ort hatten die drei zusammen bei einem Nachbarschaftsfest gesehen.

00:38:05: Um nun auf die Spur zu kommen, ob Jean-François Ornainot tatsächlich als Auftragsmörder nach Le Mans bestellt worden war, überprüfte man auch die Nachrichten, die dieser mit seiner Freundin Magalie Pinardot ausgetauscht hatte.

00:38:17: Etwa vierzehn Tage bevor Frederick Guitart in seiner Wohnung hingerichtet worden war hat das Paar sehr aufschlussreiche Korrespondenzen gehabt.

00:38:25: Magalie schrieb etwa, dass Frédéric Guitart ein richtiger Bastard sei.

00:38:29: Was Ornano beantwortete in dem Erforschlug nach Le Mans zu fahren und ihn zu konfrontieren.

00:38:36: So schnell wie möglich antwortete hierauf Magalie.

00:38:40: Dieser Typ verdient eine Kugel in den Kopf!

00:38:43: Ornanos Antwort war dann... Sag Bescheid wann es losgeht?

00:38:49: Für die Polizei waren diese Nachrichten der absolute Beweis das Magalie Pinardot den Tod Frederick Guitars gemeinsam verschuldet hatten.

00:38:59: Die spannende Frage blieb nur, was hatte Turia damit zu tun?

00:39:04: Hatte sie etwa selbst geäußert dass ihr Ex-Mann sterben solle und diesen Wunsch in die Hände des Partners ihrer besten Freundin gelegt oder hatte die zweifache Mutter keine Ahnung und wusste nicht das ihre engste Freundin und Vertraute zusammen mit ihrem neuen Mann für sie buchstäblich über Leichen gehen würde.

00:39:23: außerdem galt es zu klären wer tatsächlich geschossen und somit das Leben des zweifachen Familienvaters ausgelöscht hatte.

00:39:30: Doch wie sich zeigen sollte, gestaltete sich die Beantwortung all dieser Fragen als äußerst schwierig.

00:39:38: Um Magalie Pinardot und Jean-François Ornano dingfest zu machen, kontaktierte man zuallererst die Kollegen auf Corsica.

00:39:46: Mittels großangelegtem Polizeiaufgebot stürmte man am sechzehnten Januar zwei tausendsechzehn sechs Monate nach der Ermordung Frédéric Guitars Das Haus des Paares und nahm die Verdächtigen fest.

00:39:57: Für Ornano's zwölfjährige Tochter war dies ein besonderer Schock, zumal man in ihrem Zimmer ein interessantes Beweistück sicherte – den gestohlenen Laptop von Frederick Guitar.

00:40:08: Jemand hatte offenbar alle Daten gelöscht und die Festplatte neu formatiert.

00:40:12: Allerdings ließ sich an der Seriennummer noch einwandfrei nachweisen, dass es sich um das Merckpunkt des Opfers handelte.

00:40:19: Da Jean-François Ornanov selbst Sportschütze fand man außerdem zahlreiche Waffen in der Wohnung.

00:40:25: Allerdings nicht die Tatwaffe selbst!

00:40:29: Derweil wurde auch Thouriot Guitard in Le Mans verhaftet, um ihre Rolle bei dem Verbrechen zu klären.

00:40:35: In Untersuchungshaft gaben die drei Beteiligten nun sehr unterschiedliche Versionen zum Protokoll – was es umso schwieriger machte, den Fall überhaupt irgendwie zur Aufklärung zu bringen.

00:40:45: Während Jean-François Ornano sich zunächst betont entspannt gab und behauptete, Frederick Guitart nie persönlich begegnet zu sein lieferte die deutlich nervösere Freundin, Magalie Pinaudou, zumindest ein paar wesentliche Hintergrundinformationen, die offenbar zu der Tat führten.

00:41:02: Die verdächtige Führte aus – das es bei dem Konflikt zwischen Turia-Guitar und dem Mordopfer längst nicht mehr nur ums Geld gegangen war!

00:41:10: Und das allein hatte schon mehr als genug Zündstoff gegeben.

00:41:14: Frederick Guitar hatte etwa dreihunderttausend Euro angespart und besaß mehrere Immobilien.

00:41:19: Er hat er also ausgesorgt.

00:41:22: Seine Ex-Frau Turia hatte demgegenüber nie gearbeitet und sich um die Kinder gekümmert, während er Karriere gemacht hat.

00:41:30: Turia hatte also kurz gesagt Angst nach der Scheidung zu verarmen.

00:41:35: Als sie daher Frederick Guitar immer wieder wegen einer Aufteilung des Vermögens

00:41:39: ansprach,

00:41:40: reagierte dieser irgendwann mit Erpressung.

00:41:43: Er hatte offenbar diverse freizügige Fotos von Turia auf seinem Laptop, die zu Zeiten entstanden waren als das Paar noch glücklich zusammen war.

00:41:51: Frederick Guitar drohte damit Diese Bilder Thurias konservativer Familie zu zeigen, wenn sie ihn weiter wegen des Geldes beherregte.

00:42:01: In ihrer Verzweiflung entwickelte Thuria ein Alkoholproblem und wurde immer depressiver.

00:42:07: Irgendwann wandte sie sich an ihre beste Freundin die zusammen mit ihrem Partner Jean-François Ornano sich derart entrüstet über das Verhalten von Thurías Exman zeigte dass sie gemeinsam beschlossen Frederick Guitard einen Besuch abzustatten.

00:42:22: Was sich dann an jenem verhängnisvollen Tag im Juni-Zweißen-Fünfzehn wirklich in der Wohnung abgespielt hatte, bleibt in Teilen leider ungeklärt.

00:42:31: Turia Gitarre sollte zu Protokoll geben, dass sie ihre Freunde zwar dazu angestiftet hat ihren Exmann zu besuchen und ihn ein bisschen einzuschüchtern – nicht zuletzt damit er die kompromettierenden Fotos von seinem Laptop löschte!

00:42:44: Sie war es auch, die den beiden die Chipmarke gegeben hatte um sich zutritt zum Wohnhaus zu verschaffen.

00:42:51: Allerdings hatte sie ihre Freunde nie dazu aufgefordert, ihn zu töten und wusste angeblich auch nichts von dem Mord bis dieser in der Zeitung zu lesen war.

00:43:01: Magalie Pinardot führte in ihrer Vernehmung aus Sie sei es gewesen die Frederick-Guitar mit vorgehaltener Waffe dazu aufgefordert hatte die Bilder vom Laptop zu löschen.

00:43:11: Dieser habe allerdings nicht kooperiert Und sie und ihren Partner nicht mal ernst genommen.

00:43:17: In der Auseinandersetzung habe sich ein erster Schuss gelöst und das Opfer in die Lände getroffen.

00:43:22: Danach wurde Magalies Erinnerung allerdings sehr schwammig und sie konnte sich nicht mehr an jedes Detail erinnern.

00:43:29: Sie wusste noch, dass Frederick Guitar durch die Wohnung getaumelt war und sie als verrückt bezeichnet hatte.

00:43:35: Im Kern gab sie dennoch zu das auch sie die beiden weiteren Schüsse abgefeuert und dabei ein Kissen als Scheißchutz benutzt hatte.

00:43:43: Dann sei sie mit Jean-François Arnaud mitsamt dem Handy und dem Laptop des Opfers aus der Wohnung gestürmt.

00:43:49: Auf ihrem Rückweg nach Corsica hätten sie die Waffe und das Handy von Guitar über Bord ins Meer geworfen.

00:43:57: Während Magalie Pinardot behauptete, dass sie die alleinige Schützin war – und Guitar durch ihre Hand hatte sterben müssen – gab ihr Partner eine völlig andere Version zu Protokoll nachdem er über Magalies Aussage informiert worden war.

00:44:11: Er sagte nun aus, Magalie habe die Wohnung des Mordopfers nie betreten und er selbst habe stattdessen die tödlichen Schüsse abgefeuert, nachdem der versuchte Einschüchterung irgendwie aus dem Ruder gelaufen.

00:44:22: Gleichzeitig unterstrich er jedoch, dass Touria-Gitarre die eigentliche Drahtsieren des Verbrechens gewesen sein soll.

00:44:29: Die seine Partnerin und ihn selbst monatelang manipuliert und zu dem murderischen Hausbesuch schlussendlich überredet haben soll.

00:44:36: Dies machte auch insofern Sinn als das Touria die einzige der drei Tatverdächtigen war, die ein wirkliches Motiv hatte, ihren Ex-Mann totsehen zu wollen.

00:44:49: Im Januar Zwei Tausend Neunzehn begann schließlich der Prozess im Mordfall Frederik Gitarre.

00:44:54: Doch nur wenige Tage, bevor man dem Schwurgericht die drei Angeklagten vorführen wollte, stiftete ein weiterer Todesfall noch mehr Unsicherheit und Verwirrung.

00:45:03: Es wurde bekannt, dass Magalie Pinardot sich in ihrer Zelle mittels einer Tablettenüberdosis selbst das Leben genommen hatte.

00:45:12: Dies wiederum führte dazu, daß ihr Partner Jean-François Arnaud vor Gericht seine Aussage abermals änderte und nun behauptete, Magalie habe doch die tödlichen Schüsse abgegeben Nachdem er sie noch während der polizeilichen Vernehmung hatte schützen wollen und die Schuld auf sich genommen hat.

00:45:31: Für das Gericht war natürlich klar, dass Orna Noh seine tote Partnerin nun vor allem deshalb beschuldigte um sich selbst zu entlasten.

00:45:39: Doch diese Strategie sollte ihm nicht mehr viel helfen!

00:45:42: Und auch Thuria Gitarre konnte sich nicht länger als ahnungslose Witwe herausreden, die den Tod ihres Mannes doch nie gewollt hatte.

00:45:50: Ihre eigenen Töchter Melissa & Salome sagten beide vor Gericht aus Sie seien der festen Überzeugung, dass ihre Mutter das befreundete Paar zu dem Mord angestiftet habe.

00:46:00: Für sie seien an jenem Tag nicht nur ihr Vater sondern auch ihre Mutter gestorben und sie wollten absolut keinen Kontakt mehr zur Turia.

00:46:10: Zehn Stunden berieten sich die Geschworenen bevor sie das Urteil verkündeten.

00:46:15: Sowohl Jean-François Ornano als auch Turia Guitare wurden beide der Beihilfe zum Mord für schuldig befunden.

00:46:21: Turia zudem der Anstiftung zum Mords.

00:46:24: Beide wurden zu jeweils zwanzig Jahren Haft verurteilt.

00:46:29: Doch auch, wenn die beiden Angeklagten am Ende ihre Strafe bekommen haben, fällt es dennoch schwer diesen Fall moralisch richtig einzusortieren.

00:46:38: Ein Mensch war durch die Hand eines Anderen gestorben und dies musste bestraft werden – so viel stand fest!

00:46:45: Aber was war mit den Hintergründen zu der Tat?

00:46:47: Sofern Frederick Gitarre seine Frau wirklich erpresst hatte, hatte Turia nicht jedes Recht wütend auf ihn zu

00:46:53: sein?!

00:46:55: dass sie das brennende Gefühl der Rache nicht länger unterdrücken konnte, und was war mit ihren beiden Freunden?

00:47:02: Natürlich hatten Sie etwas grundlegend Falsches getan.

00:47:05: Aber was zählte die Tatsache, dass hier zwei Menschen dafür eingestanden waren, dass ihrer engen Freundin unrechtgetan worden war?

00:47:13: Und schlussendlich blieb auch ungeklärt ob es nicht wirklich ein Einschüchterungsversuch gewesen war, der einfach schief gelaufen war.

00:47:20: Da alle drei Beteiligten nicht vorbestraft waren – ein durchaus plausibles Szenario!

00:47:28: Magalie Pinardot hat ihr Wissen um die Wahrheit mit ins Grab genommen.

00:47:32: Vielleicht hatte sie sich selbst das Leben genommen, weil sie tatsächlich zur Mörderin geworden war und doch lässt sie uns mit der unangenehmen Wahrheit zurück, dass wenn eins zum anderen kommt, der Mensch offenbar zu allem im Stande

00:47:47: ist.".

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